Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen durch Ihre Geschäftstätigkeit beeinflusst werden. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Inside­-out­-Perspektive).

Aspekt 3:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auf Ihre Geschäftstätigkeit einwirken. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Outside-­in­-Perspektive).

Aspekt 4:
Erläutern Sie, welche Chancen und Risiken sich für Ihr Unternehmen aus dem Umgang mit den beschriebenen Nachhaltigkeitsthemen ergeben. Nennen Sie Schlussfolgerungen, die Sie daraus für Ihr Nachhaltigkeitsmanagement ableiten.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

Lebensbaum / Pure Taste Group GmbH & Co. KG

Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen

Nachhaltigkeit ist ein weites Feld. Daher haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, welche Aspekte der Nachhaltigkeit für Lebensbaum wesentlich sind. Nicht nur damit unser Nachhaltigkeitsmanagement handhabbar bleibt, sondern auch damit wir in diesem weiten Feld nichts Wichtiges vergessen und den Überblick behalten.

Als Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, das seine landwirtschaftlichen Rohwaren aus der ganzen Welt bezieht und viele vergleichsweise selten angebaute Sonderkulturen verarbeitet, bewegen wir uns dabei in einem sehr herausfordernden und komplexen Umfeld. Klimawandel, Umweltverschmutzung und regionale Umweltveränderungen verändern und erschweren vielerorts den Anbau hochwertiger Rohwaren. In vielen Herkunftsländern sind die politischen Verhältnisse weit weniger stabil als in den meisten europäischen Staaten. Existenzsichernde und menschenwürdige Arbeits- und Sozialstandards sind in diesen Ländern häufig keineswegs selbstverständlich. Zugleich nimmt die Nachfrage nach Bioprodukten zu und verschärft weltweit den Wettbewerb um Rohware, während zeitgleich der Preisdruck im Einzelhandel getrieben durch die Bio-Eigenmarken großer Handelsketten in den von uns bedienten Märkten steigt. Auch die Anforderungen an die Wahl des Verpackungsmaterials werden herausfordernder: Es muss nicht nur das Produkt bestmöglich vor Qualitätsverlust und Schadstoffmigration schützen, sondern soll auch aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt, bestmöglich recyclingfähig und am besten zugleich noch plastikfrei sein. Politik und Standardgeber reagieren auf die steigenden Nachhaltigkeitsrisiken mit neuen Anforderungen, die von der Energieeffizienz, über Verpackungs- und Entsorgungsanforderungen, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten usw. bis hin zu Berichtspflichten reichen. All diese Aspekte fließen deshalb im Sinne der Komplexitätsbewältigung in unsere Wesentlichkeitsanalyse ein.

Um eine auf unser Unternehmen zugeschnittene Wesentlichkeitsanalyse zu erhalten, haben wir zunächst auf Grundlage unserer eigenen Prozesse, der Anmerkungen unserer Stakeholder und der GRI-Liste von Nachhaltigkeitsaspekten alle Themen gesammelt, die relevant sein könnten. Die für uns nicht relevanten Aspekte haben wir gestrichen. Denjenigen Aspekten, die für uns relevant sind, haben wir zum leichteren Umgang passende Begriffe aus dem Lebensbaum Kosmos zugeordnet, zum Beispiel Produkttransparenz, Bio-Landwirtschaft und Wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt haben wir die Wesentlichkeit aus Unternehmenssicht anhand neun spezifischer Kriterien in Bezug auf ihre strategische, operative und stakeholderbezogene Bedeutung bewertet.

Um die Wesentlichkeit auch aus Sicht unserer Stakeholder zu bewerten, haben wir zunächst ermittelt, welche Stakeholdergruppen überhaupt von den herausgearbeiteten Aspekten betroffen sind – und in welchem Ausmaß. Für einen allgemeinen Eindruck haben wir die Aspekte von Studenten mehrerer Nachhaltigkeitsstudiengänge priorisieren lassen. Außerdem haben wir in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bio-Kunden ermittelt, welche Aspekte sie für wesentlich halten. Eine weitere Stakeholdergruppe sind unsere Mitarbeiter, von denen wir mehr als 100 befragt haben. Auch unsere Erfahrungen aus dem Austausch mit weiteren Stakeholdern, wie Handelspartnern und Lieferanten, sind in die Analyse eingeflossen. Darüber hinaus haben wir eine Studie der GRI* und Wesentlichkeitsanalysen anderer Unternehmen ausgewertet. Anhand wissenschaftlicher Gesichtspunkte haben wir entlang der Wertschöpfungskette bewertet, welche Aspekte an welchen Gliedern der Kette gegebenenfalls von besonderer Bedeutung sind.

Im Ergebnis haben wir 22 wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte erhalten, die wir jeweils einem der folgenden fünf Nachhaltigkeitshandlungsfelder zugeordnet haben:

  • Produktqualität und Kundenorientierung
  • Nachhaltigkeit und Qualität in der Lieferkette
  • Mitarbeiter & Gesellschaft
  • Umwelt
  • Übergreifende Nachhaltigkeitsaspekte
Eine Wesentlichkeitsgrafik stellt die einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte, ihre relative Bedeutung und ihre Zuordnung zu den fünf Handlungsfeldern dar. Eine detailliertere Beschreibung der Nachhaltigkeitsaspekte spezifiziert näher, wer betroffen ist und welche Auswirkungen, Chancen oder Risiken mit Aspekten verknüpft sind. 

*GRI 2013: Sustainability Topics for Sectors: What do stakeholders want to know?

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NWB Verlag

Ein Fachverlag im herzen des Ruhrgebiets
Der NWB Verlag ist seit Gründung ein regional stark verwurzeltes Unternehmen im Herzen des Ruhrgebiets. Die Region ist mit 4.435 Quadratkilometern das größte Ballungsgebiet Deutschlands und vereint in sich ein von der Industrialisierung und den Oberzentren wie Dortmund, Essen und Bochum kulturell und wirschaftlich geprägtes Bild. Für die Medienbranche ist die Region ein wichtiger Ankerpunkt, in der u. a. Medien der Funke Mediengruppe und der Ruhr Nachrichten ansässig sind.

Trotz der vielen Standortvorteile ist das Ruhrgebiet immer noch eine zum Teil strukturschwache Region, in der der Anteil der sozialschwachen Bevölkerungsgruppen steigt und die Ungleichheit der Lebenschancen wächst. Als Wirtschaftsakteur mit Sitz in Herne sind wir uns der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verantwortung, die mit dem Standort einhergeht, bewusst. Daher setzen wir uns in der Region und auch darüber hinaus für die Förderung sozial Benachteiligter ein und arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen daran mit, die Region zu einem kulturell, aber auch wirtschaftlich starken Standort weiterzuentwickeln. Die Tatsache, dass das Land Nordrhein Westfalen (NRW) in den letzten Jahren durch die Landesregierung sogenannte "CSR-Komptenzzentren" geschaffen hat, zeugt von einem politischen Willen eine verantwortungsvolle Wirtschaft zu födern. 

Wesentlichkeitsanalyse


Um die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen für unsere Nachhaltigkeitsstrategie zu ermitteln und zu priorisieren, nutzen wir die N-Kompass Methode, die komplementär zu den nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) definierten Kriterien ist und die darüber hinausgehende Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Im Rahmen der detaillierten Analyse haben wir die Wesentlichkeit als auch unsere bisherige Leistung entlang der zehn N-Kompass Handlungsfelder bewertet. Als wesentliche Handlungsfelder für 2018 (unabhängig unserer bisherigen Leistung) wurden die folgenden fünf Handlungsfelder definiert: 

  • Kunden
  • Klima
  • Mitarbeiter 
  • Gesellschaft
  • Ressourcen (v.a. Papier)


Abbildung: Wesentliche Handlungsfelder für NWB, die wesentlich sind und der Leistungsstand niedrig.
 
Als Fachverlag mit einer physischen Buch- und Zeitschriftenproduktion ist Papier eine zentrale Ressource. Mit ihr ist uns bewusst, dass auch wir einen Einfluss auf die Rodung von Wäldern haben und adressieren dieses wesentliche Thema entsprechend prominent in unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Das gleiche gilt für die CO2-Emissionen, die bei unserer Geschäftstätigkeit (z.B. Druck, Versand, zunehmende IT-Infrastruktur) und durch die Mitarbeitermobilität entstehen. Das Reputationsrisiko durch unzureichende Klimamaßnahmen in Verruf zu geraten, ist in den letzten Jahren immer größer geworden, weswegen wir entsprechende Maßnahmen konsequent vorantreiben. Zudem ergreifen wir die Chance mit der Entwicklung von innovativen und digitalen Produkten sowie Prozessen unseren Beitrag zu einer reduzierten Holzrodung zu leisten, und gestalten diese im Sinne der notwendigen Geschäftstransformation proaktiv. Gleichzeitig reagieren wir mit der Digitalisierung von Produkten auf das Kostenrisiko, das uns durch steigende Papierpreise – v.a. beim Recyclingpaper – begegnet. 

Neben der ressourcenschonenden und klimaneutralen Buch- und Zeitschriftenproduktion, haben wir als Mediendienstleister zudem ein Interesse daran, dass unsere Mitarbeiter und Kunden zufrieden sind. Das bedeutet, dass auf der einen Seite für die Kunden die Produkte einen klaren Nutzwert haben müssen und auf der anderen Seite, dass unsere Mitarbeiter gesund und zufrieden sind. Dazu bedarf es eines kundenorientierten und an relevanten Nachhaltigkeitskriterien orientierten Produktentwicklungsprozess sowie einer fairen Arbeitsplatzgestaltung für unsere Mitarbeiter, damit sie Beruf- und Privatleben miteinander vereinen können. Dies stärkt unsere Arbeitgeberattraktivität, mit der wir dem „war of talents” begegnen, der die Medien- und Verlagsbranche – vor allem im Ruhrgebiet – umtreibt. 

Da der NWB Verlag zudem seit Gründung stark regional im Ruhrgebiet verwurzelt ist, zählt ein reges gesellschaftliches Engagement zu einem integralen Verständnis unserer unternehmerischen Verantwortung.

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ASSMANN BÜROMÖBEL GmbH & Co. KG

Die regelmäßige Analyse wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte obliegt bei ASSMANN dem Team Nachhaltigkeit. Ihm gehört neben dem Leiter Industrial Engineering / Umweltmanagement, dem Nachhaltigkeitsbeauftragten, dem Leiter Export und Vertriebsmanagement, dem Leiter der Personalabteilung, dem Leiter Marketing sowie dem kaufmännischen Leiter auch der Geschäftsführer Dirk Aßmann an. Es untersucht die für ASSMANN identifizierten internen und externen Herausforderungen systematisch auf ihre Wesentlichkeit. Die Einordnung beruht auf dem identifizierten Handlungsbedarf. Zudem werden die Herausforderungen den internen und externen Stakeholdern zugeordnet und mit ihrer Sichtweise abgeglichen. Die Ergebnisse dieser Analysen stellen wir in unserer Umwelterklärung 2019 auf den Seiten 24-30 ausführlich vor. Die Wesentlichkeitsanalyse ist bei ASSMANN ein strategisches Instrument zur mittel- bis langfristigen Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten. Um Kontinuität in der Ausrichtung zu gewährleisten, wird sie nicht jährlich sondern im Rhythmus von 3 Jahren durchgeführt. Die nächste Aktualisierung wird im Jahr 2019 vorgenommen und findet Eingang in den nächsten GRI-Bericht im Jahr 2020.
Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse bestätigen grundsätzlich den bisherigen Weg von ASSMANN. Zu den Themen, die einen besonderen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung haben, zählt unter anderem die Veränderung der Arbeitswelt durch die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen – Stichwort „Arbeit 4.0“. Für unsere Stakeholder wie auch für uns ist dies ein wesentlicher Aspekt, der in die ökonomische und auch in die gesellschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit ausstrahlt. Unternehmen der Büromöbelbranche können in Zukunft nur erfolgreich wirtschaften, wenn sie Veränderungen der Nutzeranforderungen, die durch die Digitalisierung der Arbeitswelt angestoßen werden, nicht nur antizipieren, sondern gemeinsam mit den Kunden in Angriff nehmen. Diesen Weg verfolgen wir bei ASSMANN konsequent, indem wir unser Selbstverständnis als Hersteller von Büromöbelsystemen hin zu einem Lösungsanbieter für moderne Arbeitswelten entwickeln. Durch die Beteiligung am AOK-Innovationsprojekt „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“ stärken wir unsere Kompetenz als starker Partner bei der Gestaltung von Arbeitswelten nach modernen Anforderungen.
Ein wichtiger Faktor bei der Abschätzung wesentlicher Aspekte aus Kundensicht sind Selbstauskünfte, die wir regelmäßig bei unseren Kunden abgeben. Anhand dieser Fragebögen sind die thematischen Schwerpunkte im Nachhaltigkeitsbereich detailliert nachvollziehbar. Folgende Herausforderungen haben wir in den ermittelten Themenbereichen erkannt:

DIGITALISIERUNG FORDERT UMDENKEN
Mit der Digitalisierung von Arbeit und Geschäftsprozessen gewinnen auch die Themen Datenschutz und IT-Sicherheit an Bedeutung. So könnten Stakeholder künftig eine Zertifizierung nach ISO 27001 fordern. Da diesbezügliche Anfragen bislang keinen verpflichtenden Charakter haben, gehen wir zurzeit allerdings nicht davon aus, dass eine Zertifizierung einen relevanten Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktor bei der Generierung von Aufträgen darstellt. Mit steigender gesellschaftlicher Sensibilisierung für das Thema kann sich diese Bewertung jedoch ändern. Daher soll eine Aufwands-/Nutzen-Abschätzung einer Zertifizierung vorgenommen werden. Aus Kapazitäts- und Priorisierungsgründen ist dies in 2018 noch nicht erfolgt. Um die Anforderungen der seit Mai 2018 anzuwendende Datenschutzgrundverordnung wie beispielsweise erweiterte Dokumentations- und Informationspflichten erfolgreich zu bewältigen, wurden neue Abläufe implementiert und alle Mitarbeiter entsprechend ihres Aufgabenfeldes geschult. Dazu wurde ein externer Experte als Datenschutzbeauftragter eingesetzt. Die Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden Verstößen schätzen wir daher als gering ein.

LIEFERANTENMANAGEMENT AUF DEM PRÜFSTAND
Wir erteilen unseren Kunden mittels Fragebögen regelmäßig Selbstauskünfte, anhand derer sie die thematischen Schwerpunkte im Nachhaltigkeitsbereich detailliert nachvollziehen können. So wird beispielsweise neben dem Gebrauchswert und der Ergonomie unserer Möbel inzwischen auch der Einsatz von Holzwerkstoffen auf Basis von Holz aus zertifizierter, verantwortungsvoller Holzwirtschaft dokumentiert. Seit 2017 können wir auf eine PEFC-Zertifizierung für unsere melaminharzbeschichteten Standardmöbel verweisen. Unserer Einschätzung nach ist die Marktversorgung mit zertifizierten Holzprodukten kurz- bis mittelfristig ausreichend. Wir können aber nicht ausschließen, dass eine gesteigerte Nachfrage im Zusammenhang mit negativen Klimafolgen, wie aktuell der erhöhte Befall durch Borkenkäfer, möglicherweise zu einer Verknappung dieser Rohstoffe in den nächsten Jahren führt. Da wir aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen an Büromöbelsystemen und Einrichtungslösungen nicht mit einem höheren Recyclinganteil arbeiten können und auch die Spielräume bei der Erhöhung der Materialeffizienz begrenzt sind, prüfen wir, ob wir mit längerfristigen Lieferantenverträgen einer möglichen Verknappung begegnen könnten.
Grundsätzlich erwarten wir außerdem mittelfristig steigende Materialeinstandskosten für Holz-, Stahl- und Kunststoffprodukte. Um die Auswirkungen abzufedern, streben wir in der Produktion den besten Stand der Technik an. Die neue Korpuslinie trägt durch eine gesteigerte Produktivität dazu bei, diese Kosten auszugleichen. Weiterer Produktivitätsverbesserungen insbesondere im Bereich der Tischmontage befinden sich aktuell in der Planung und sollen bis Ende 2020 realisiert werden. Auch im Hinblick auf das Lieferantenmanagement prüft ASSMANN den Einsatz einer Mehrlieferanten-Strategie, um für preissensible Produkte und Kunden mehr Möglichkeiten der Individualisierung anbieten zu können. Für diese Bereiche ist eine Internationalisierung der Beschaffungsstrategien möglich. Hier zeichnet sich ein Zielkonflikt zwischen den ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen ab, da diese Strategie zu höherem Energieeinsatz und steigenden Emissionen durch längere Anlieferwege führen kann. Aktuell liegt nur etwa ein Viertel der Lieferanten außerhalb eines Umkreises von 250 Kilometern. Es muss jeweils eine Einzelfallbetrachtung vorgenommen und die entsprechenden Aspekte gegeneinander aufgewogen werden, falls es hier Verschiebungen geben soll.
Der Austausch mit unseren Lieferanten und deren enge Einbindung in unsere Prozesse u. a. durch Just-in-time/Just-in-sequence-Lieferungen ist eine wichtige Säule in unserem Produktionsprozess. Um eine dauerhafte Gewährleistung der Lieferqualität zu gewährleisten, sind wir stets um Lieferantenentwicklung bemüht. In Lieferantenaudits und Lieferantenbeurteilungen decken wir Potenziale auf und erarbeiten gemeinsam mit unseren Partnern Lösungen bei auftretenden Problemen.

TRANSPORT/LOGISTIK
Der Bereich Logistik ist aufgrund der Produktdimensionen und der geografischen Kundenstruktur bei ASSMANN schon seit mehreren Jahren ein zentrales Thema unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Mit steigender Absatzmenge und in Anbetracht der gesellschaftlichen Diskussion um Emissionen im Verkehr nimmt dessen Bedeutung weiter zu. Um diesen Herausforderungen zu bewältigen, haben wir im Jahr 2018 eine detaillierte Analyse der Logistik vorgenommen, um auf dieser Basis passende Konzepte hinsichtlich der Toureffizienz entwickeln zu können. Die Schwerpunkte dieser Arbeiten liegen zum einen in der Kapazitätsnutzung der Tour, zum anderen in der Produktivität der Fuhrpark-Mitarbeiter.

DEMOGRAFISCHER WANDEL
Der demografischen Wandel mit seinen strukturellen gesellschaftlichen Veränderungen stellt uns insbesondere im Personalbereich vor neue Herausforderungen, die wir proaktiv und mit Erfolg in Angriff genommen haben. Dabei ist der Faktor Familienunternehmen für uns sowohl in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse als auch bezogen auf die Themen Mitarbeiterzufriedenheit und -entwicklung von großer Bedeutung. Mit einem gut strukturierten Aus- und Fortbildungskonzept, vielen betrieblichen Maßnahmen zur flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeitgestaltung sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherheit und Gesundheitsfürsorge mit dem unternehmenseigenen Gesundheitsmanagement "ASSPlus" halten wir die Motivation unserer Mitarbeiter hoch und positionieren uns als gefragter Arbeitgeber auf einem umkämpften Fachkräftemarkt. Die Auszeichnung mit dem Top-Job-Qualitätssiegel im Jahr 2017 sowie die Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises durch den Verein Innovative Berufsbildung e. V. bestätigen die Wirksamkeit unserer Anstrengungen und spornen uns an, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Daher haben wir in 2018 auch erneut an dem Top Job Projekt teilgenommen, um weitere Verbesserungen ableiten zu können.

NEUE HERAUSFORDERUNGEN WARTEN
Der bevorstehende Brexit und die nach wie vor unklaren wirtschaftlichen Folgen für den Import von Ware aus dem Vereinigten Königreich (UK) und den Export nach UK bergen für uns weitere Risiken. Bei einem ungeregelten Austritt aus der EU wird es durch Zölle zu einer Verteuerung von Einkaufsartikeln aus dem Vereinigten Königreich sowie zu Aufschlägen im Export nach UK kommen. Hier wird geprüft, welche Artikel in welchem Umfang von Zöllen betroffen sind und sobald ein ungeregelter Brexit absehbar ist, muss ggf. eine Verkaufspreisanpassung erfolgen. Zudem ist zeitweilig mit einer Verlängerung der Lieferzeiten in beide Richtungen durch Zollkontrollen zu rechnen. Sobald ein ungeregelter Brexit klar absehbar ist, wird ASSMANN proaktiv mit einer Verlängerung der Lieferzeit reagieren und anschließend kontinuierlich an die tatsächlichen Verzögerungen anpassen.

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Sparda-Bank München eG

Wie bereits erwähnt, ist die Sparda-Bank München eG genossenschaftlich organisiert - wir sehen uns als Teil der regionalen Gesellschaft. Dies hat einen direkten Einfluss auf unser Denken und Handeln. Das gemeinschaftliche Denken spiegelt sich auch in unserer Haltung und unserem Handeln bei ökologischen und sozialen Themen wider.  

Um wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit, aber auch um andere Themen der relevanten Stakeholder zu erarbeiten, hat die Sparda-Bank München eG 2017 eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Arbeitsgrundlage waren die Ergebnisse aus dem regelmäßigen und langjährigen Dialog, den sie mit ihren Anspruchsgruppen führt (vgl. Kriterium 9).  

Dabei wurden verschiedene Themen erarbeitet. Der Kernbereich „Nachhaltigkeit“ enthielt folgende Punkte:

  • Nachhaltigkeitsverständnis der Stakeholder
  • Empfundener Entwicklungsstand der Sparda-Bank München eG im Bereich Nachhaltigkeit
  • Nachhaltige Strategie- und Unternehmensführung
  • Umgang der Bank mit ihren Mitarbeitern
  • Wirtschaftsethik
  • Gesellschaftliches Engagement
  • Umwelt- und Energiemanagement
  • Produktangebot
  • Umgang der Bank mit ihren Kunden und Mitgliedern

Diese Punkte haben einen hohen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit, da sie maßgeblich zu unserem Erfolg beitragen. Gleichzeitig werden diese Nachhaltigkeitsthemen durch unsere Geschäftstätigkeit beeinflusst, so dass es von enormer Wichtigkeit ist, dass wir diese wesentlichen Bereiche berücksichtigen. Dies erreichen wir durch:
  • Sicherstellung einer hohen Zufriedenheit bei den Kunden und Mitgliedern und der damit verbundenen Weiterempfehlungsbereitschaft
  • Sicherstellung der hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter und des damit verbundenen Anspruchs, ein attraktiver Arbeitgeber in der Region Oberbayern zu sein (Nachhaltigkeitskriterium Chancengerechtigkeit und Qualifizierung)
  • Leisten eines nachhaltigen Beitrags zum Gemeinwesen in Oberbayern (Nachhaltigkeitskriterium Gemeinwesen)
  • Sicherstellung der sozialen und ökologischen Qualität des eigenen Wertschöpfungsnetzes
  • Transparenz in der Kommunikation auf Basis der Werte des Unternehmensleitbildes  
Aufgrund der unter Kriterium 9 beschriebenen Ergebnisse aus den Stakeholder-Befragungen sowie durch ihre regionale Geschäftstätigkeit, ihre Geschäftsbeziehungen oder die durch sie angebotenen Produkte und Dienstleistungen hat die Sparda-Bank München eG keinen Bedarf festgestellt, eine zusätzliche Risikoanalyse durchzuführen. Aufgrund des im Dezember 2019 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlichten Merkblatts zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken werden wir uns in 2020 intensiver mit dem Thema Risikoanalyse beschäftigen.

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CSR-Ce | Agentur für CSR und Kommunikation

CSR-Ce ist ein Dienstleistungsunternehmen, daher werden keine Rohstoffe im klassischen Sinne zur Herstellung seiner „Produkte“ verwendet.  

Wesentliche Aspekte im Bereich der Ökologie sind beim Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Emissionen für Dienstreisen sowie Papierverbrauch im Büroalltag zu suchen.

Wesentliche Aspekte im sozialen Bereich finden sich in den Materialien und Dienstleistungen, die CSR-Ce in Anspruch nimmt. Hierzu gehören u.a. IT-Geräte aller Art, Software, außerdem meist online-Dienstleistungen wie z.B. virtuelle Seminarräume für CSR-Ce-eigene Seminare, Fortbildungen, die Alka Celic selbst in Anspruch nimmt, Werbung (bspw. Suchmaschinenoptimierung), etc. Oft werden diese Dienstleistungen von ausländischen (nicht-EU-) Unternehmen angeboten, bei denen die strengen deutschen Arbeits- und Datenschutzgesetzte nicht gelten. Es ist häufig schwer, gerade im digitalen Bereich einen adäquaten deutschen oder EU-Ersatz zu finden (Bsp.: Google als Werbeplattform für die eigene Dienstleitung, die US-Plattform Udemy für Onlineseminare, etc.).  

Bei der Herstellung der IT-Geräte gibt es bisher relativ wenig Alternativen auf dem Markt, die im Hinblick auf soziale und ökologische Aspekte zufriedenstellend hergestellt wurden - auch wenn es mittlerweile die sogenannte Green-IT gibt. Aber hier ist aus Sicht von CSR-Ce noch Nachholbedarf, was die Qualität der Produkte sowie Softwarekompatibilität angeht. Daher setzt CSR-Ce darauf, IT-Geräte möglichst lange zu verwenden, diese für den Weitergebrauch (nicht für die Entsorgung) weiterzugeben und selbst ausschließlich gebrauchte Geräte zu kaufen.  

Ein wesentlicher Aspekt, der die Arbeit von CSR-Ce sowie seiner Kunden beeinflusst, ist die Digitalisierung. Wir stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, wie wir den Veränderungen im Arbeitsalltag und in der Zukunft begegnen können, ohne dabei die ökologische und soziale Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.  

Für die Geschäftstätigkeit von CSR-Ce ist das o.g. Beispiel für Software von nicht-EU-Anbietern ein klares Beispiel, inwiefern hier eine Kluft zwischen der Realität und dem eigenen Anspruch an Nachhaltigkeit besteht.

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