Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

02
Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen durch Ihre Geschäftstätigkeit beeinflusst werden. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Inside­-out­-Perspektive).

Aspekt 3:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auf Ihre Geschäftstätigkeit einwirken. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Outside-­in­-Perspektive).

Aspekt 4:
Erläutern Sie, welche Chancen und Risiken sich für Ihr Unternehmen aus dem Umgang mit den beschriebenen Nachhaltigkeitsthemen ergeben. Nennen Sie Schlussfolgerungen, die Sie daraus für Ihr Nachhaltigkeitsmanagement ableiten.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

Aareal Bank AG

Unser Nachhaltigkeitsverständnis lässt sich einfach auf den Punkt bringen: Es umfasst sämtliche Themen, die zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs – und damit zur Zukunftsfähigkeit der Aareal Bank Gruppe – beitragen.

Um sicherzustellen, dass wir in einem dynamischen Marktumfeld die für eine nachhaltige Zukunftsausrichtung wesentlichen Kernthemen vorantreiben, besitzt der kontinuierliche Austausch mit unseren Stakeholdern eine sehr hohe Priorität.

Vor diesem Hintergrund und weil sich die Anforderungen der verschiedenen Anspruchsgruppen ändern können überprüfen wir die Ergebnisse der Ende 2015/Anfang 2016 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse fortlaufend. So haben wir im Berichtsjahr zehn ca. einstündige Experteninterviews, u. a. mit Mitgliedern des Aufsichtsrats, Kunden der Wohnungswirtschaft, einem Gutachter, einem Broker und einer NGO geführt sowie eine gruppenweite Validierung der Relevanz der Handlungsfelder durchgeführt. Im Fokus der Überprüfung standen wesentliche Sachverhalte gemäß §289c Absatz (3) HGB, d.h. alle für das Verständnis von Geschäftsverlauf und -ergebnis, der Lage des Konzerns sowie für das Verständnis der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die fünf Aspekte erforderlichen Angaben.

Als Ergebnis liegt der operative Fokus im Nachhaltigkeitsmanagement weiterhin auf den zwölf – in der Wesentlichkeitsmatrix dargestellten – für die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs bedeutenden Handlungsfeldern: Essenziell sind hier die Profitabilität des Geschäftsmodells sowie das Risiko- und Kundenbeziehungsmanagement. Daneben haben, insbesondere vor dem Hintergrund von Veränderungsprozessen während der Umsetzung unseres Zukunftsprogramms Aareal 2020, die Handlungsfelder Attraktiver Arbeitgeber, Integrität des unternehmerischen Handelns und Know-how-Management eine besonders hohe Relevanz.

Nachhaltiges Kreditgeschäft
Die Aareal Bank Gruppe finanziert Gewerbeimmobilien. Der Fokus liegt auf komplexen, großvolumigen Finanzierungen bereits fertiggestellter Gebäude für durchschnittlich fünf bis acht Jahre. Die nachhaltige Werthaltigkeit der Objekte und die sehr sorgfältige Auswahl der Geschäftspartner liegen somit im ureigenen Interesse des Unternehmens. Die aktive Portfoliosteuerung, die regionale Diversifizierung und auch die Vielfalt der durch uns finanzierten Objektarten, nämlich Bürogebäude, Hotels, Shoppingcenter sowie Logistik- und Wohnimmobilien, tragen zu einem aus Risikosicht ausgewogenen Portfolio bei. Es beinhaltet somit auch grundsätzliche keine potentiell umstrittenen Industrieanlagen oder andere ggf. im öffentlichen Diskurs als problematisch geltende Objekte.
Damit die Immobilien unseren hohen Qualitätsanforderungen gerecht werden, orientieren wir uns bei ihrer Bewertung neben den Marktwerten auch an dem Konzept der Beleihungswertermittlung. Diese berücksichtigt standardmäßig nachhaltigkeitsrelevante Aspekte, wie z.B. die technische, funktionale, soziokulturelle und ökologische Qualität. Mängel in der Qualität, z.B. eine unzureichende Energieeffizienz, schlagen sich bei der Bewertung negativ nieder.

Impact unserer digitalen Lösungen
Unserer Produkte und Dienstleistungen im Segment Consulting/Dienstleistungen versetzen unsere Kunden in die Lage, negative Umweltauswirkungen zu reduzieren, z. B. durch digitale und mobile Lösungen, Vernetzung von Systemen oder die Bereitstellung von Verbrauchsdaten in Portalen. Dies führt beispielsweise zu einer Verringerung der Reisekilometer und damit geringeren CO2-Emissionen, sowie zu einem geringeren Papierverbrauch. Bzw. die Visualisierung von Strom-, Wärme- und Wasserverbräuchen in Mieterportalen schafft Transparenz zum eigenen Nutzerverhalten und kann zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen führen. 

In unserem aktuellen online Nachhaltigkeitsbericht gehen wir im Einzelnen auf alle zwölf Handlungsfelder ein, beschreiben deren Bedeutung für unser Unternehmen und benennen bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen. Der
nichtfinanzielle Bericht 2017 beinhaltet sowohl Risiko- und Chancenprofile je Aspekt, als auch die Ziele und Maßnahmen die wir uns setzen, um diesen Risiken und Chancen zu begegnen.


Wesentlichkeitsmatrix

Zum DNK-Profil

Sparkasse Heidelberg

Um die wesentlichen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf unsere Geschäftstätigkeit zu analysieren, haben wir in 2018 eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei haben wir uns insbesondere an Nachhaltigkeitsaspekten orientiert, die in den 17 Weltentwicklungszielen der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals) abgebildet werden. Ziel war es, eine Priorisierung dieser Aspekte anhand deren Bedeutung für unsere Stakeholder, deren Relevanz für unseren Geschäftserfolgt heute und in der Zukunft sowie unseren grundsätzlichen Einflussmöglichkeiten und der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf diese Aspekte vorzunehmen.

Basierend auf dieser Wesentlichkeitsanalyse bestehen im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit folgende Herausforderungen aufgrund von Nachhaltigkeitsthemen (Auswirkungen/Einflüsse):

  • Klimawandel (insbesondere im Hinblick auf unser Kerngeschäft und die Themen Energie und Mobilität)
  • demografischer Wandel
  • Zukunftsfähigkeit unserer Region und Digitalisierung.
Diese Aspekte haben Einfluss auf unsere strategische Positionierung, gleichzeitig wirkt sich unsere Geschäftstätigkeit auch auf diese Aspekte aus. Im Folgenden gehen wir auf diese drei Themen ein.

Klimawandel
Den Klimawandel und seine Folgen zu begrenzen, ist ein wichtiges Ziel der internationalen Staatengemeinschaft. Dies gelingt nur, wenn wir uns alle im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einbringen. Dieser Leitgedanke bedeutet, dass wir uns in unserem eigenen Geschäftsbetrieb bemühen, unseren ökologischen Fußabdruck sukzessive zu reduzieren. Deshalb bekennen wir uns in unseren Leitsätzen der Nachhaltigkeit zu unserer unternehmerischen Verantwortung für den Erhalt der Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft und künftiger Generationen durch den Schutz der Natur und haben dies entsprechend in unserer Geschäftsstrategie festgeschrieben. Die Sparkasse Heidelberg hat es sich also zum Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2025 weiter um 20 Prozent zu senken. Beispiele für Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels sind in den Kriterien 12 und 13 dargestellt.

Natürlich fördern wir als Sparkasse Heidelberg den Klimaschutz auch in unserem Kundengeschäft. So setzen wir Impulse für energieeffizientes Bauen und Sanieren und beraten unsere Kundschaft aktiv über die zur Verfügung stehenden Förderprogramme. Wir beteiligen uns ebenso als Gesellschafter an der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg - Rhein-Neckar-Kreis gGmbH, kurz KliBA genannt. Sie ist ein neutraler und unabhängiger Ansprechpartner im Bereich der energetischen Einsparmaßnahmen und des Einsatzes erneuerbarer Energien.

Im Rahmen der nachhaltigen Anlageprodukte haben wir drei neue - reine Nachhaltigkeitsfonds im engeren Sinne - in unsere Produktpalette aufgenommen (siehe hierzu Kriterium 10).

Durch unsere Positionierung im Bereich der Finanzierung energieeffizienter Immobilien oder im Bereich der nachhaltigen Geldanlage möchten wir sukzessive dazu beitragen, die Finanzströme in nachhaltige Projekte zu lenken - naturgemäß hängt diese Entwicklung auch von der Nachfrageseite ab. Des Weiteren beobachten wir das Voranschreiten der Erarbeitung einer Taxonomie seitens der EU-Kommission.

Das Thema Nachhaltigkeit wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Durch unsere Positionierung in diesem Bereich haben wir die Möglichkeit, sich daraus ergebende Chancen, wie z. B. die Finanzierung energieeffizienter Immobilien oder die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagemöglichkeiten proaktiv zu nutzen und gleichzeitig die daraus resultierenden Risiken zu managen. Risiken können beispielsweise dadurch entstehen, dass sich die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen in den nächsten Jahren deutlich verändern werden, z. B. im Bereich der Energieversorger sowie in der Automobilbranche. Eine Herausforderung ist es deshalb, diesen Veränderungsprozess bei unseren Kunden verantwortungsvoll zu begleiten, die Risiken gut zu steuern und gleichzeitig die vielfältigen Chancen zu nutzen.

Demografischer Wandel
Dem demografischen Wandel und der Förderung der Zukunftsfähigkeit unserer Region können wir unterstützend begegnen, indem wir niemanden von modernen Finanzprodukten ausschließen. Auf Wunsch bieten wir deshalb grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern ein Girokonto an, um sie so am wirtschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Dies gilt entsprechend für den barrierefreien Zugang von Menschen mit Einschränkungen zum bargeldlosen Zahlungsverkehr, den wir z. B. durch Audiotexte bzw. Großschriften auf unserer Homepage erhöhen. Seit dem Oktober 2013 haben wir uns gegenüber dem Sparkassenverband Baden-Württemberg und den Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen in Baden-Württemberg zur Zielvereinbarung zu barrierefreien Dienstleistungen verpflichtet.

Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Lösungen zur Vorsorge und Absicherung im Alter im Rahmen unseres ganzheitlichen Beratungsansatzes.

Ebenso vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bieten wir unserer Belegschaft attraktive Arbeitsplätze, führen sie mit einem für das Jahr 2019 geplanten Digitalisierungs-Check und den sich anschließenden Schulungsmaßnahmen sukzessive in die digitale Welt, fördern ihre Karriere mit beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen und setzen mit dem regelmäßigen Audit Beruf & Familie und der entsprechenden Zertifizierung ein klares Zeichen der Unterstützung unserer Mitarbeitenden, damit diese sich zugleich dem Beruf und der Karriere sowie dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen widmen können. Zur weiteren Entlastung bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielfältige Möglichkeiten im Bereich der Gesundheitsförderung.

Zukunftsfähigkeit unserer Region und Digitalisierung
Zur Förderung der Zukunftsfähigkeit unserer Region ist es unser geschäftspolitisches Ziel, den heimischen Mittelstand zu fördern und damit zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen beizutragen und die Region auch durch die Entwicklung ehemaliger Bahn- und Militärflächen für die energetische Stadtteilentwicklung hochbaureif zu erschließen.

Die Stiftung "Sparkasse Heidelberg. Gut für die Region." verfolgt ebenso das Ziel, die Lebensqualität in vielen Bereichen der Gesellschaft ihres Geschäftsgebiets zu verbessern. Damit kommt die Sparkasse ihrer Verpflichtung nach, einen Teil ihres wirtschaftlichen Erfolgs an die Menschen zurückzugeben, die in ihrer Region leben. Auch außerhalb unserer Region sind wir als Mitglied der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation nutzbringend tätig und führen seit dem Herbst 2018 einen kontinuierlichen Fachaustausch mit Vertretern der Finanzbranche aus Ruanda, um den dortigen Aufbau eines Finanzsektors mit Regionalinstituten zu unterstützen.

Ein weiterer Aspekt des Risikos betrifft gleichermaßen die Zukunftsfähigkeit unserer Region als auch jener der Finanzbranche: die Digitalisierung. Der Trend zur Digitalisierung birgt das Risiko, dass die Verankerung in der Region und die persönliche Nähe zu unseren Kunden an Bedeutung verlieren könnte. Es entsteht deshalb auch hier die Herausforderung, vor diesem Hintergrund die Beziehungen zu den Menschen in der Region, zu unseren Kunden und Geschäftspartnern für uns nutzbar zu machen und dabei unseren öffentlichen Auftrag und das Ziel, mehr Finanzströme in nachhaltige Projekte zu lenken, auch zukünftig erfüllen zu können.

Zum DNK-Profil

Sparkasse Bochum

Das geltende Sparkassengesetz und der damit verbundene öffentliche Auftrag bilden die rechtlichen und politischen Leitplanken für unser Geschäftsmodell. Das Thema Nachhaltigkeit ist auch im modernen Verständnis bereits seit unserer Gründung 1838 eines unserer Grundprinzipien und fest in unserer Geschäftstätigkeit verankert. Das Gemeinwohl sowie die langfristige Entwicklung unserer Region stehen über einer kurzfristigen Gewinnerzielung.

Unser Tätigkeitsfeld als Finanzdienstleistungsunternehmen entwickelt sich aktuell mit einer vorher noch nie da gewesenen Dynamik. Wir bewegen uns stets im Wandel und stehen regelmäßig ökonomischen, ökologischen und sozialen Veränderungen gegenüber. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, müssen wir unseren Betrieb, unsere Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsweisen schrittweise und effizient überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Sparkasse Bochum hat eine Nachhaltigkeitslandkarte erstellt und gemeinsam mit dem Vorstand die zentralen Fachbereiche definiert sowie wesentliche Nachhaltigkeitsimpulse erfasst. Eine zentralisierte Wesentlichkeitsanalyse über alle Bereiche fand im Berichtsjahr nicht statt. Dennoch haben wir diejenigen Themen und Maßnahmen der Geschäftstätigkeit definiert, welche die größten Schnittmengen zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen haben. Im Bereich Betriebsökologie haben wir beispielsweise unsere Stromquellen priorisiert betrachtet. Der Bezug von Ökostrom nimmt nach unserer Auswertung wesentlich auf unsere Geschäftstätigkeit als auch Nachhaltigkeitsaspekte Einfluss. Daher haben wir Ende 2019 neue Verträge mit unserem Stromlieferanten geschlossen und beziehen zukünftig Ökostrom aus Wasserkraft (s. Kriterium 12). Ebenfalls als wesentlich haben wir unseren Bereich Vertrieb, insbesondere die nachhaltige Geldanlage, eingestuft. So haben wir unseren Produktkorb mit nachhaltigen Fonds der DekaBank erweitert (s. Kriterium 10). Wir betrachten dabei selbstverständlich unsere verschiedenen Anspruchsgruppen und orientieren uns an ihren Bedarfen.

Nachhaltigkeit ist ein integrativer ein integrativer Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und es ist unser Bestreben, eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und der Sparkasse Bochum als Unternehmen zu erreichen.

Wir nehmen dabei unter anderem positiv Einfluss durch:

- Gesellschaftliches Engagement: Durch die Vergabe von Spenden / Sponsoring fördern wir viele Vereine und Projekte in der Stadt Bochum (s. Kriterium 18).
- Bedarfsgerechte Beratung: Unsere Mitarbeiter bilden sich regelmäßig fort, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen der Kundinnen und Kunden eingehen zu können.
- Passende Produkte und Dienstleistungen: Unser Produktportfolio wird permanent an die Kundenbedürfnisse, die regulatorischen Vorgaben, die Zinssituation, den digitalen Wandel und die nachhaltige Entwicklung angepasst.
- Entwicklung der Region: Durch unsere Geschäftstätigkeit fördern wir den Wohlstand der Menschen und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Bochum.
- Identifikation: Die Sparkasse Bochum versteht sich sowohl für die Mitarbeiter als auch für viele Kunden als beständiger und loyaler Partner. Wir arbeiten miteinander und nicht gegeneinander.
- Transparenz: Seit 1838 arbeitet die Sparkasse Bochum mit einem hohen Maß an Achtsamkeit und Verlässlichkeit. Für uns steht eine nachhaltige, angemessene und passende Entwicklung vor dem schnellen, kurzfristigen Erfolg. Wir machen unser Handeln, zum Beispiel durch die Abgabe einer Erklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex, transparent.

Wir arbeiten stets daran, durch unsere Geschäftstätigkeit ausschließlich positiven Einfluss auf die Nachhaltigkeit zu nehmen und diese als Chance wahrzunehmen. Dennoch ist uns bewusst, dass sich Risiken beispielsweise aus Interessenkonflikten, der Reputation oder dem Ausfall von Beschäftigten oder Technologien ergeben können.

Zum DNK-Profil

Hallesche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit

Zur Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen hat der ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern im Jahr 2017 eine Wesentlichkeitsanalyse zum Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt. Hierbei wurden sowohl interne als auch externe Interessengruppen eingebunden. Im Ergebnis sind die „wesentlichen Themen“ mehr in den Blickpunkt unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten gerückt. Als „wesentlich“ werden diejenigen Themen bezeichnet, die wichtige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen der Unternehmensgruppe widerspiegeln oder die Beurteilungen unserer Interessengruppen maßgeblich beeinflussen. Als national tätiger Versicherungskonzern beschreiben wir die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte im Wesentlichen in Kriterium 4 „Tiefe der Wertschöpfungskette“ und Kriterium 11 – 13 „Umweltbelange“.

Die wesentlichen Themen wurden aufgrund der Geschäftstätigkeit der jeweiligen Gesellschaft definiert und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Aspekte Umwelt, Sozialbelange, Menschenrechte, Korruption und Bestechung sowie Arbeitnehmerbelange berücksichtigt. Als Grundlage für die Bestimmung der wesentlichen Themen des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft wurden Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht und der Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat herangezogen.

In einem Workshop mit internen Mitarbeitern der ALTE LEIPZIGER und der HALLESCHE sowie einem externen Berater wurden die wesentlichen Stakeholder definiert und die relevanten Themen aufgrund des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft sowie ihre Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte bestimmt.

Die wesentlichen Aspekte aus Stakeholdersicht wurden durch einen Dialog mit internen und externen Stakeholdern erfasst. Den Dialog haben wir mit Vertretern der Presse, Führungskräften, Mitarbeitern, Kunden und Vermittlern vornehmlich qualitativ durchgeführt. Außerdem haben wir Experten und Branchenverbände in den Prozess einbezogen.

Die Wesentlichkeitsanalyse ergab folgende wesentlichen Aspekte für den ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern:

  • Beitragsstabilität und Leistungsgarantien

  • Mitarbeiter

    • Arbeitssicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter

    • Aus- und Weiterbildung

    • Engagement für die Mitarbeiter / Arbeitgeberattraktivität

  • Service- und Kundenzufriedenheit

  • Verantwortungsvolle Unternehmensführung

  • Digitalisierung

  • Demographischer Wandel

  • Nachhaltige Kapitalanlage

  • Transparenz

Auf diesen wesentlichen Aspekten beruhen im Folgenden die Konzepte und Maßnahmen des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns in Bezug auf die Nachhaltigkeit. In den Konzepten sind die sozialen und ökologischen Chancen und Risiken dargestellt, welche aus den oben genannten wesentlichen Aspekten hervorgehen.

Zum DNK-Profil

Lebensbaum / Pure Taste Group GmbH & Co. KG

Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen

Nachhaltigkeit ist ein weites Feld. Daher haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, welche Aspekte der Nachhaltigkeit für Lebensbaum wesentlich sind. Nicht nur damit unser Nachhaltigkeitsmanagement handhabbar bleibt, sondern auch damit wir in diesem weiten Feld nichts Wichtiges vergessen und den Überblick behalten.

Als Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, das seine landwirtschaftlichen Rohwaren aus der ganzen Welt bezieht und viele vergleichsweise selten angebaute Sonderkulturen verarbeitet, bewegen wir uns dabei in einem sehr herausfordernden und komplexen Umfeld. Klimawandel, Umweltverschmutzung und regionale Umweltveränderungen verändern und erschweren vielerorts den Anbau hochwertiger Rohwaren. In vielen Herkunftsländern sind die politischen Verhältnisse weit weniger stabil als in den meisten europäischen Staaten. Existenzsichernde und menschenwürdige Arbeits- und Sozialstandards sind in diesen Ländern häufig keineswegs selbstverständlich. Zugleich nimmt die Nachfrage nach Bioprodukten zu und verschärft weltweit den Wettbewerb um Rohware, während zeitgleich der Preisdruck im Einzelhandel getrieben durch die Bio-Eigenmarken großer Handelsketten in den von uns bedienten Märkten steigt. Auch die Anforderungen an die Wahl des Verpackungsmaterials werden herausfordernder: Es muss nicht nur das Produkt bestmöglich vor Qualitätsverlust und Schadstoffmigration schützen, sondern soll auch aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt, bestmöglich recyclingfähig und am besten zugleich noch plastikfrei sein. Politik und Standardgeber reagieren auf die steigenden Nachhaltigkeitsrisiken mit neuen Anforderungen, die von der Energieeffizienz, über Verpackungs- und Entsorgungsanforderungen, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten usw. bis hin zu Berichtspflichten reichen. All diese Aspekte fließen deshalb im Sinne der Komplexitätsbewältigung in unsere Wesentlichkeitsanalyse ein.

Um eine auf unser Unternehmen zugeschnittene Wesentlichkeitsanalyse zu erhalten, haben wir zunächst auf Grundlage unserer eigenen Prozesse, der Anmerkungen unserer Stakeholder und der GRI-Liste von Nachhaltigkeitsaspekten alle Themen gesammelt, die relevant sein könnten. Die für uns nicht relevanten Aspekte haben wir gestrichen. Denjenigen Aspekten, die für uns relevant sind, haben wir zum leichteren Umgang passende Begriffe aus dem Lebensbaum Kosmos zugeordnet, zum Beispiel Produkttransparenz, Bio-Landwirtschaft und Wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt haben wir die Wesentlichkeit aus Unternehmenssicht anhand neun spezifischer Kriterien in Bezug auf ihre strategische, operative und stakeholderbezogene Bedeutung bewertet.

Um die Wesentlichkeit auch aus Sicht unserer Stakeholder zu bewerten, haben wir zunächst ermittelt, welche Stakeholdergruppen überhaupt von den herausgearbeiteten Aspekten betroffen sind – und in welchem Ausmaß. Für einen allgemeinen Eindruck haben wir die Aspekte von Studenten mehrerer Nachhaltigkeitsstudiengänge priorisieren lassen. Außerdem haben wir in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bio-Kunden ermittelt, welche Aspekte sie für wesentlich halten. Eine weitere Stakeholdergruppe sind unsere Mitarbeiter, von denen wir mehr als 100 befragt haben. Auch unsere Erfahrungen aus dem Austausch mit weiteren Stakeholdern, wie Handelspartnern und Lieferanten, sind in die Analyse eingeflossen. Darüber hinaus haben wir eine Studie der GRI* und Wesentlichkeitsanalysen anderer Unternehmen ausgewertet. Anhand wissenschaftlicher Gesichtspunkte haben wir entlang der Wertschöpfungskette bewertet, welche Aspekte an welchen Gliedern der Kette gegebenenfalls von besonderer Bedeutung sind.

Im Ergebnis haben wir 22 wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte erhalten, die wir jeweils einem der folgenden fünf Nachhaltigkeitshandlungsfelder zugeordnet haben:

  • Produktqualität und Kundenorientierung
  • Nachhaltigkeit und Qualität in der Lieferkette
  • Mitarbeiter & Gesellschaft
  • Umwelt
  • Übergreifende Nachhaltigkeitsaspekte
Eine Wesentlichkeitsgrafik stellt die einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte, ihre relative Bedeutung und ihre Zuordnung zu den fünf Handlungsfeldern dar. Eine detailliertere Beschreibung der Nachhaltigkeitsaspekte spezifiziert näher, wer betroffen ist und welche Auswirkungen, Chancen oder Risiken mit Aspekten verknüpft sind. 

*GRI 2013: Sustainability Topics for Sectors: What do stakeholders want to know?

Zum DNK-Profil

Vergleichen

Kennen Sie die Funktion bereits? Mit der DNK-Datenbank können Sie die Antworten verschiedener Anwender gegenüberstellen und lesen was Unternehmen zu einzelnen Kriterien und Leistungsindikatoren berichten. Weitere Informationen