Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie die positiven und negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Ihres Unternehmens auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte.

Aspekt 3:
Beschreiben Sie die Chancen und Risiken, die sich aus dem Umgang mit den Nachhaltigkeitsaspekten für Ihr Unternehmen ergeben, sowie sich daraus ergebende Schlussfolgerungen für das Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

Aareal Bank AG

Unser Nachhaltigkeitsverständnis lässt sich einfach auf den Punkt bringen: Es umfasst sämtliche Themen, die zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs – und damit zur Zukunftsfähigkeit der Aareal Bank Gruppe – beitragen.

Um sicherzustellen, dass wir in einem dynamischen Marktumfeld die für eine nachhaltige Zukunftsausrichtung wesentlichen Kernthemen vorantreiben, besitzt der kontinuierliche Austausch mit unseren Stakeholdern eine sehr hohe Priorität.

Vor diesem Hintergrund und weil sich die Anforderungen der verschiedenen Anspruchsgruppen ändern können überprüfen wir die Ergebnisse der Ende 2015/Anfang 2016 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse fortlaufend. So haben wir im Berichtsjahr zehn ca. einstündige Experteninterviews, u. a. mit Mitgliedern des Aufsichtsrats, Kunden der Wohnungswirtschaft, einem Gutachter, einem Broker und einer NGO geführt sowie eine gruppenweite Validierung der Relevanz der Handlungsfelder durchgeführt. Im Fokus der Überprüfung standen wesentliche Sachverhalte gemäß §289c Absatz (3) HGB, d.h. alle für das Verständnis von Geschäftsverlauf und -ergebnis, der Lage des Konzerns sowie für das Verständnis der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die fünf Aspekte erforderlichen Angaben.

Als Ergebnis liegt der operative Fokus im Nachhaltigkeitsmanagement weiterhin auf den zwölf – in der Wesentlichkeitsmatrix dargestellten – für die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs bedeutenden Handlungsfeldern: Essenziell sind hier die Profitabilität des Geschäftsmodells sowie das Risiko- und Kundenbeziehungsmanagement. Daneben haben, insbesondere vor dem Hintergrund von Veränderungsprozessen während der Umsetzung unseres Zukunftsprogramms Aareal 2020, die Handlungsfelder Attraktiver Arbeitgeber, Integrität des unternehmerischen Handelns und Know-how-Management eine besonders hohe Relevanz.

Nachhaltiges Kreditgeschäft
Die Aareal Bank Gruppe finanziert Gewerbeimmobilien. Der Fokus liegt auf komplexen, großvolumigen Finanzierungen bereits fertiggestellter Gebäude für durchschnittlich fünf bis acht Jahre. Die nachhaltige Werthaltigkeit der Objekte und die sehr sorgfältige Auswahl der Geschäftspartner liegen somit im ureigenen Interesse des Unternehmens. Die aktive Portfoliosteuerung, die regionale Diversifizierung und auch die Vielfalt der durch uns finanzierten Objektarten, nämlich Bürogebäude, Hotels, Shoppingcenter sowie Logistik- und Wohnimmobilien, tragen zu einem aus Risikosicht ausgewogenen Portfolio bei. Es beinhaltet somit auch grundsätzliche keine potentiell umstrittenen Industrieanlagen oder andere ggf. im öffentlichen Diskurs als problematisch geltende Objekte.
Damit die Immobilien unseren hohen Qualitätsanforderungen gerecht werden, orientieren wir uns bei ihrer Bewertung neben den Marktwerten auch an dem Konzept der Beleihungswertermittlung. Diese berücksichtigt standardmäßig nachhaltigkeitsrelevante Aspekte, wie z.B. die technische, funktionale, soziokulturelle und ökologische Qualität. Mängel in der Qualität, z.B. eine unzureichende Energieeffizienz, schlagen sich bei der Bewertung negativ nieder.

Impact unserer digitalen Lösungen
Unserer Produkte und Dienstleistungen im Segment Consulting/Dienstleistungen versetzen unsere Kunden in die Lage, negative Umweltauswirkungen zu reduzieren, z. B. durch digitale und mobile Lösungen, Vernetzung von Systemen oder die Bereitstellung von Verbrauchsdaten in Portalen. Dies führt beispielsweise zu einer Verringerung der Reisekilometer und damit geringeren CO2-Emissionen, sowie zu einem geringeren Papierverbrauch. Bzw. die Visualisierung von Strom-, Wärme- und Wasserverbräuchen in Mieterportalen schafft Transparenz zum eigenen Nutzerverhalten und kann zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen führen. 

In unserem aktuellen online Nachhaltigkeitsbericht gehen wir im Einzelnen auf alle zwölf Handlungsfelder ein, beschreiben deren Bedeutung für unser Unternehmen und benennen bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen. Der
nichtfinanzielle Bericht 2017 beinhaltet sowohl Risiko- und Chancenprofile je Aspekt, als auch die Ziele und Maßnahmen die wir uns setzen, um diesen Risiken und Chancen zu begegnen.


Wesentlichkeitsmatrix

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Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)

Als zentrales Förderinstitut unterstützt die IB.SH das Land Schleswig-Holstein bei der Umsetzung wirtschafts- und strukturpolitischer Aufgaben. Ihr Ziel ist es, gemäß ihrer Geschäftsstrategie aus eigener Ertragskraft nachhaltiges Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute Lebensbedingungen in Schleswig-Holstein zu fördern. Mit dieser Zielsetzung vergibt die IB.SH Fördermittel an Firmen, Immobilienkundinnen und -kunden, die Landwirtschaft sowie Kommunen für Infrastruktur-, Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmaßnahmen, Umwelt- und Energieprojekte sowie den Städtebau. Außerdem berät sie umfassend zu Finanzierung und Förderung unter Berücksichtigung von Innovationen sowie Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten. Die Geschäftstätigkeit der IB.SH wirkt daher unmittelbar nachhaltig.
Neben dieser Nachhaltigkeitswirkung fokussiert die IB.SH ihre Aktivitäten auf weitere als wesentlich im Sinne des § 289c Abs. 2 HGB erachtete Sachverhalte im Bereich der ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung, wie in der Wesentlichkeitsmatrix ersichtlich ist:

Eine wesentliche Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung hat die IB.SH insbesondere durch ihre Förderprodukte (z.B.: Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren). Dazu gehören neben der Finanzierung und Förderung von Maßnahmen auch die aus Mitteln des Landes finanzierten Beratungsleistungen, z.B. zu Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten.
Das Förderprogrammportfolio der IB.SH wird durch das Produkt- und Digitalisierungsmanagement unter Beteiligung der verschiedenen Anspruchsgruppen regelmäßig überprüft und angepasst.
Daneben sind für die IB.SH die Ressourcenschonung im Bankbetrieb, nachhaltige Prozesse, gesellschaftliches Engagement und die Verantwortung als Arbeitgeber wesentlich in Bezug auf nachhaltiges Wirken.

Durch ihre Geschäftstätigkeit ergeben sich für die IB.SH soziale und ökologische Chancen und Risiken.
Das Land, der Bund und die Europäische Union legen Förderrichtlinien und Rahmenbedingungen mit einem bestimmten Förderziel fest. Dabei besteht das Risiko von ungewollten Nebeneffekten oder unvorhergesehenen Fehlanreizen mit negativen sozialen oder ökologischen Auswirkungen. Risiken im Sinne von „Moral Hazard“ können dort entstehen, wo die IB.SH Vorhaben finanziert oder mitfinanziert. Sie kommen zum Tragen, wenn die Empfänger der Finanzierung gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Um diese Risiken zu minimieren, bestehen in der IB.SH Regeln und Prozesse (vgl. Kriterium 6).
Zu den aktuellen Dialogverfahren für die Umsetzung des „EU Aktionsplans: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ und die sich daraus ergebenden regulatorischen Themenstellungen wie Offenlegungspflichten oder die Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagement steht die IB.SH im Austausch mit der BaFin, um die in Zukunft erforderlichen Schritte schnell umsetzen zu können.

In der Wesentlichkeitsmatrix wird die Bedeutung der wesentlichen Aktivitäten für interne Stakeholder, hier auf der Horizontalachse und für externe Stakeholder auf der Vertikalachse dargestellt.

Tabelle: Wesentlichkeitsmatrix

Bedeutung für interne Stakeholder / externe Stakeholder Mittel (intern) Hoch (intern) Sehr hoch (intern)
Sehr hoch (extern) Beteiligung von Anspruchsgruppen
(Stakeholderdialog, Netzwerke)
Beratung zu Klimaschutz und Umwelt Nachhaltige Förderprodukte (Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren, Erneuerbare Energien)
Hoch (extern) Gesellschaftliches Engagement Ressourcenschonung im Bankbetrieb (u.a. Neubau) Produkt- und Innovationsmanagement
Mittel (extern)   Prozessebene Nachhaltigkeit Mitarbeiterverantwortung


Abbildung: Wesentlichkeitsmatrix



Als Kreditinstitut ist die IB.SH an gesetzliche Normen und Vorgaben gebunden und unterliegt der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Daher werden die Themen Korruptions- und Betrugsprävention nicht im Rahmen der Wesentlichkeitsmatrix adressiert, stellen aber eine aufsichtsrechtliche Notwendigkeit dar. Zur Geldwäsche- und Betrugsprävention finden zum Beispiel regelmäßig Pflichtschulungen statt.

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RSAG AöR

Der Rhein-Sieg-Kreis hat uns als kommunales Unternehmen eine besondere ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung übertragen: die Daseinsvorsorge zu sichern und die Lebensgrundlagen heutiger und zukünftiger Generationen zu erhalten. Aus diesem Grund und weil wir in der Kreislaufwirtschaft tätig sind, haben wir Nachhaltigkeit fest in unserem Kerngeschäft verankert. Was Nachhaltigkeit für die RSAG konkret bedeutet, haben wir für den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 erneut in einer Wesentlichkeitsanalyse bestimmt. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse sind auch Basis unserer Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Kriterium 1).  

In der mehrstufigen Wesentlichkeitsanalyse analysierten wir zunächst Nachhaltigkeits- und Branchenstandards (insbesondere die Global Reporting Initiative Standards und den Leitfaden zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für die Abfallwirtschaft), Aktivitäten von vergleichbaren Unternehmen und aktuelle Branchentrends. Im Rahmen des Berichterstattungsprozesses für den vorliegenden Bericht überprüften die Fach- und Führungskräfte der RSAG die für den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2016 ermittelten Themen auf Vollständigkeit. In diesem Zusammenhang wurden solche Themen ergänzt, denen wir uns verstärkt widmen möchten oder die an Bedeutung gewonnen haben – beispielsweise die Digitalisierung der Arbeitsabläufe, die Diskussion um Plastik oder die Anpassung an den Klimawandel. Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen und Partner haben wir durch einen Stakeholder-Dialog in die Wesentlichkeitsanalyse einbezogen. Unter den Teilnehmenden der Dialogveranstaltung waren der Aufsichts- und Verwaltungsrat, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Geschäftspartner, Bürgervertreterinnen und -vertreter sowie Anwohnerinnen und Anwohner.  

Ergebnis der Wesentlichkeitsanalyse sind die 24 wesentlichen Themen der RSAG, die in fünf Handlungsfeldern zusammengefasst sind und entsprechend der folgenden Wesentlichkeitsmatrix priorisiert wurden:   


Als wesentlich verstehen wir die Themen, in denen unsere Geschäftstätigkeit die größten positiven oder negativen Auswirkungen hat bzw. die Themen, die unsere Geschäftstätigkeit am meisten beeinflussen. Welche positiven oder negativen Auswirkungen die RSAG auf die einzelnen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen hat, erläutern wir in unserem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 (S. 12+13). Die wesentlichen Themen bilden unsere zentralen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ab und beinhalten sowohl Risiken als auch Chancen: Durch die zunehmende Digitalisierung unserer Arbeitsabläufe erhalten wir beispielweise die Möglichkeit, einerseits unseren Arbeitsalltag papierärmer und andererseits unsere Kernprozesse einfacher, schneller und noch zuverlässiger zu gestalten. Im Risiko knapper werdender Ressourcen sehen wir gleichzeitig die Chance, durch ökoeffiziente Kreislaufwirtschaft zur Wiedergewinnung von Wertstoffen beizutragen. In Bezug auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt uns beispielsweise der demografische Wandel vor Herausforderungen. Gesundheitsförderung, Aus- und Weiterbildung sowie familienfreundliche Angebote bieten Chancen, dem dadurch entstehenden Fachkräftemangel zu begegnen. Durch Transparenz unserer Entsorgungswege soll das Risiko reduziert werden, dass Abfälle unsachgemäß beseitigt werden.  

Die Wesentlichkeitsanalyse unterstützt uns, zentrale Herausforderungen zu erkennen und zeigt uns Chancen auf, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Bei der Ermittlung von Chancen und Risiken ist uns die externe Perspektive unserer Stakeholder besonders wichtig. Beim Stakeholder-Dialog haben wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daher dazu befragt, welche Themen aus ihrer Sicht die größten Chancen (Abfallvermeidung, Klimaschutz, Gewinnung und Sicherung von Fachkräften) und Risiken (Gewinnung und Sicherung von Fachkräften, Faire Gebührengestaltung, Wissensmanagement und -transfer) für die RSAG beinhalten.

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HALLESCHE Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit

Zur Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen hat der ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern im Jahr 2017 eine Wesentlichkeitsanalyse zum Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt. Hierbei wurden sowohl interne als auch externe Interessengruppen eingebunden. Im Ergebnis sind die „wesentlichen Themen“ mehr in den Blickpunkt unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten gerückt. Als „wesentlich“ werden diejenigen Themen bezeichnet, die wichtige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen der Unternehmensgruppe widerspiegeln oder die Beurteilungen unserer Interessengruppen maßgeblich beeinflussen. Als national tätiger Versicherungskonzern beschreiben wir die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte im Wesentlichen in Kriterium 4 „Tiefe der Wertschöpfungskette“ und Kriterium 11 – 13 „Umweltbelange“.

Die wesentlichen Themen wurden aufgrund der Geschäftstätigkeit der jeweiligen Gesellschaft definiert und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Aspekte Umwelt, Sozialbelange, Menschenrechte, Korruption und Bestechung sowie Arbeitnehmerbelange berücksichtigt. Als Grundlage für die Bestimmung der wesentlichen Themen des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft wurden Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht und der Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat herangezogen.

In einem Workshop mit internen Mitarbeitern der ALTE LEIPZIGER und der HALLESCHE sowie einem externen Berater wurden die wesentlichen Stakeholder definiert und die relevanten Themen aufgrund des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft sowie ihre Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte bestimmt.

Die wesentlichen Aspekte aus Stakeholdersicht wurden durch einen Dialog mit internen und externen Stakeholdern erfasst. Den Dialog haben wir mit Vertretern der Presse, Führungskräften, Mitarbeitern, Kunden und Vermittlern vornehmlich qualitativ durchgeführt. Außerdem haben wir Experten und Branchenverbände in den Prozess einbezogen.

Die Wesentlichkeitsanalyse ergab folgende wesentlichen Aspekte für den ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern:

  • Beitragsstabilität und Leistungsgarantien

  • Mitarbeiter

    • Arbeitssicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter

    • Aus- und Weiterbildung

    • Engagement für die Mitarbeiter / Arbeitgeberattraktivität

  • Service- und Kundenzufriedenheit

  • Verantwortungsvolle Unternehmensführung

  • Digitalisierung

  • Demographischer Wandel

  • Nachhaltige Kapitalanlage

  • Transparenz

Auf diesen wesentlichen Aspekten beruhen im Folgenden die Konzepte und Maßnahmen des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns in Bezug auf die Nachhaltigkeit. In den Konzepten sind die sozialen und ökologischen Chancen und Risiken dargestellt, welche aus den oben genannten wesentlichen Aspekten hervorgehen.

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FutureCamp Climate GmbH

Ökologische, sozioökonomische und politische Besonderheiten unseres unternehmerischen Umfelds

Die durch den anthropogenen Klimawandel verursachte globale Erwärmung auf möglichst unter 2° zu begrenzen, ist eine der größten Aufgaben in der Menschheitsgeschichte. Die dafür notwendige Transformation in eine  treibhausgasneutrale Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 gehört zu den größten Herausforderungen, denen sich Unternehmen und Gesellschaft gegenüber sehen. Mit unseren Dienstleistungen in den Themenfeldern Klimaschutz, Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit agieren wir bei der Beratung unserer Kunden in genau diesem Spannungsdreieck von sozioökonomischen, ökologischen und politisch-rechtlichen Anforderungen.


Positive und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

Wir wirken als Impulsgeber und Treiber einer nachhaltigeren Entwicklung bei unseren Kunden. Wo immer möglich und sinnvoll, gehen wir selbst mit gutem Beispiel voran. Unsere Dienstreisen, die unser Geschäft mit sich bringt, können sich negativ auf das Klima auswirken, längere Arbeitsspitzen  auf die Gesundheit. Es ist allerdings Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie, derlei Entwicklungen durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken.


Chancen und Risiken

Die dynamische Entwicklung in der Umwelt- und Klimapolitik, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene ist für uns Chance und Risiko zugleich.
Politische Trendwenden, Umweltereignisse von größerer Tragweite oder technologische Durchbrüche können und müssen in Wirtschaft und Gesellschaft die Bereitschaft zum Handeln verändern. Dies eröffnet für uns Chancen: So werden manche Klimaschutzmaßnahmen erst durch Änderungen in der Förderungspolitik wirtschaftlich - und wir erhalten einen Beratungsauftrag, wie ein Unternehmen sich hier am besten positioniert. Brüssel oder Berlin beschließen neue Richtlinien bzw. Gesetze - und wir können einer Landesverwaltung dabei helfen, die Vorgaben auf Landesebene herunter  zu brechen und umzusetzen. Manche unserer Kunden müssen auf eine wachsende Nachfrage nach ökologisch und fair erzeugten Produkten reagieren - und wir werden beispielsweise gebeten,  bei der Umstellung auf eine CO2-effizientere Produktion oder der grundlegenden Neuausrichtung hin zu einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen.

Ein Risiko ist, hier nicht rechtzeitig und umfassend genug Schritt zu halten - etwa, dass wir selbst nicht auf dem Laufenden bleiben bzw. uns nicht in geeigneter Weise an neue Herausforderungen anpassen, hinter unsere Wettbewerber zurückfallen oder den Handlungsbedarf bei unseren Kunden nicht schnell genug oder nicht richtig einschätzen. Auch ein gewisses Reputationsrisiko besteht aus der hohen Komplexität der Klimaschutzproblematik und ihrer Lösungsansätze sowie aus der inzwischen teilweise emotional geführten gesellschaftlichen Diskussion heraus: Hier gilt es, unsere Dienstleistungen klar und auch für Laien nachvollziehbar erklären zu können.

In Konsequenz halten wir unser Beraterteam immer auf dem aktuellsten Wissensstand, etwa durch Weiterbildungsmaßnahmen und den Bezug von Fachnewslettern und -zeitschriften. Durch Mitarbeit in bzw. Leitung von verschiedenen Gremien (z. B. der Arbeitsgruppe "Emissionshandel zur Bekämpfung des Treibhauseffektes") unter Federführung des Umweltbundesamts, durch die Mitgliedschaft in NGOs und thematisch nahestehenden Verbänden sowie den regelmäßigen Besuch einschlägiger Fachkonferenzen und Fachmessen bleiben wir auf dem neuesten Stand. Alle Aspekte der Nachhaltigkeit beziehen wir in unser Nachhaltigkeitsmanagement ein.

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