Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

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Die Wertschöpfungskette reicht von der Rohstoffproduktion über die Erstellung des eigentlichen Produkts oder der Dienstleistung bis hin zum Recycling nach der Nutzung bzw. Ende des Services. Während Teile dieser Wertschöpfung innerhalb Ihres Unternehmens stattfinden, liegen andere Teile außerhalb der unmittelbaren Kontrolle Ihres Unternehmens. Hier Verantwortung zu übernehmen und aktiv auf die Wertschöpfungskette im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einzuwirken, kann einerseits neue Chancen eröffnen (z.B. in der Produktentwicklung) und andererseits Risiken vorbeugen. Öffentliche Reaktionen auf Skandale in der Lieferkette haben in der Vergangenheit sehr deutlich gezeigt, dass negative Auswirkungen in der Wertschöpfungskette auch dem Ruf von Unternehmen schaden.

Was ist zu beachten?
Auch wenn es nur wenige Stufen zur Erstellung Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen bedarf, die Sie womöglich hauptsächlich selbst und ausschließlich in Deutschland erbringen, bitten wir Sie, die Wertschöpfungskette Ihres Unternehmens möglichst konkret darzustellen. Denken Sie dabei auch an zugekaufte Grundstoffe, Produkte und Dienstleistungen wie z.B. IT, Büromaterialien oder einen ausgelagerten Kundenservice.
Mit der Beschreibung Ihrer Wertschöpfungskette legen Sie die Grundlage für den Inhalt nachfolgender Kriterien. Beschreiben Sie den Prozess Ihrer Leistungserstellung im Zweifelsfall also lieber etwas ausführlicher als zu knapp. Insbesondere Kriterium 10 zu Innovations- und Produktmanagement bezieht sich auf Innovationsprozesse entlang der Wertschöpfungskette, um die negativen Auswirkungen Ihrer Produkte und Dienstleistungen zu verringern und einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Stellen Sie in Ihrer Beschreibung möglichst den Bezug zum Kerngeschäft her, also zu den Geschäftsfeldern, welche die wesentlichen Werttreiber Ihres Unternehmens sind.

Bitte beachten Sie bei der Beschreibung der Kommunikation Ihres Unternehmens über Probleme entlang der Wertschöpfungskette mit zuliefernden Betrieben, Dienstleistungsunternehmen oder anderen Geschäftspartner/-innen, dass die Beantwortung dieser Frage je nach Branche und Größe Ihres Unternehmens unterschiedlich ausfallen kann. Ein regelmäßiges offenes Gespräch kann ebenso als Antwort dienen wie der eher formalisierte Austausch mittels Verpflichtungserklärungen („Code of Conduct“) und Auditierungsverfahren.
 
Aspekt 1:
Beschreiben Sie, welche Stufen Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette durchlaufen (z. B. vom Rohstoffeinkauf bis zum Leistungszeitpunkt bzw. Recycling).

Aspekt 2:
Berichten Sie, welche Nachhaltigkeitsaspekte für die dargestellten Wertschöpfungsstufen von Bedeutung sind. Erläutern Sie auch, bis zu welcher Tiefe der Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Aspekt 3:
Berichten Sie, ob die jeweiligen sozialen und ökologischen Probleme bekannt sind, die auf den einzelnen Stufen auftreten, und wie diese Probleme angegangen werden.

Aspekt 4:
Berichten Sie, ob und in welcher Form Ihr Unternehmen mit zuliefernden Betrieben und anderen Geschäftspartnerinnen und -partnern über die genannten Probleme kommuniziert und gemeinsam Lösungen erarbeitet.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Welche dieser Aspekte besonders wichtig für Unternehmen in Ihrer Wertschöpfungskette sind, kann sich von den Aspekten unterscheiden, die Sie für Ihr eigenes Unternehmen als wesentlich identifiziert haben.

Die Wertschöpfungskette beinhaltet sowohl zuliefernde Betriebe, eingekaufte Dienstleistungen und deren Vorstufen, als auch die Nutzer Ihrer Produkte und Dienstleistungen und eventuelles Recycling oder Effekte der Serviceleistung. Eine Wertschöpfungskette kann z.B. folgende Stufen enthalten: Rohstoffbeschaffung, Vorfertigung, Veredelung, Vertrieb, Logistik sowie Recycling und Entsorgung gebrauchter Produkte.
Nachhaltigkeitskriterien sind von Ihrem Unternehmen (möglicherweise anhand von Nachhaltigkeitsstandards) festgelegte Vorgaben, die Geschäftspartner/-innen und deren Subunternehmen erfüllen müssen, um mit Ihrem Unternehmen zusammenarbeiten zu dürfen.

Hamburger Sparkasse AG

Nachhaltigkeit im Kerngeschäft
Die Haspa ist mit ihrem Finanzdienstleistungsangebot ein wichtiger Motor des regionalen Wirtschaftskreislaufs. Sie arbeitet zum Wohle der Menschen und Unternehmen in der Metropolregion Hamburg. Unsere Wertschöpfung erbringen wir – unserem nachhaltigen Geschäftsmodell entsprechend – im Wesentlichen selbst und richten unser Finanzdienstleistungsangebot an regionalen Bedürfnissen aus.

Mit Service und Beratung sowie bedarfsgerechten Produkten fördert die Haspa eine stabile Entwicklung der regionalen Wirtschaft, des Standorts sowie der Infrastruktur in ihrem Geschäftsgebiet.

Unser Anliegen ist es, Nachhaltigkeit im Kerngeschäft der Haspa weiter zu verankern. Im vergangenen Jahr haben wir unser Passivgeschäft – und hier speziell das Vermögensmanagement – systematisch auf Nachhaltigkeitsaspekte hin überprüft und unser Aktivgeschäft auf Nachhaltigkeitsrisiken hin analysiert. Nachfolgend stellen wir die bereits etablierten und auch die in der Implementierung befindlichen Nachhaltigkeitsstandards in unserer Wertschöpfungskette dar.

Passivgeschäft
Die Haspa bietet allen Kunden moderne Finanzprodukte an, darunter auch Produkte mit einem besonderen ökologischen oder sozialen Nutzen. Hierzu zählen beispielsweise nachhaltige Publikumsfonds, der Hamburger Stiftungsfonds sowie der im Jahr 2017 von der Haspa aufgelegte Hamburger Nachhaltigkeitsfonds „Best in Progress“. (Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Nachhaltigkeitskriterien dieser Fonds sind in Kriterium 10 dargestellt.)

Im Vermögensmanagement werden nach dem EU-Aktionsplan (Maßnahme 7) künftig verstärkte Pflichten in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte zu erfüllen sein. So sollen institutionelle Anleger und Vermögensverwalter ausdrücklich angehalten werden, Nachhaltigkeitsaspekte in den Entscheidungsprozess für Investitionen einzubeziehen und dies gegenüber den Endanlegern transparent zu machen. Die entsprechende Überprüfung durch das Haspa-Portfoliomanagement hat ergeben, dass in der Vermögensverwaltung unterschiedliche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden: So realisieren wir im Rahmen des Vermögensmanagements unterschiedliche kundenspezifische Nachhaltigkeitsansätze. Unsere Dienstleistungspalette erstreckt sich dabei von der reinen Umsetzung der vom Kunden vorgegebenen Ausschlusskriterien bis hin zur umfassenden Beratung unserer Kunden bei der Formulierung eines eigenen Nachhaltigkeitsansatzes. Die Haspa ist damit zukunftsfähig aufgestellt und verfügt über die notwendigen Instrumente und Kompetenzen, um die von institutionellen Anlegern geforderte Erfüllung ethisch-nachhaltiger Anlagekriterien im Vermögensmanagement erfolgreich umzusetzen.

Während im institutionellen Geschäft die Einhaltung von Nachhaltigkeitsaspekten inzwischen zum Standard gehört, war bei privaten Kunden bislang kein Trend zur nachhaltigkeitsorientierten Anlage erkennbar. Im Rahmen einer Marktforschungsstudie zum Thema „Sparen und Anlegen – Consumer Insights“ haben wir daher 2018 die Bedeutung von Nachhaltigkeit bei privaten Kunden abgefragt. Nach dieser Studie gibt die große Mehrheit unserer privaten Kunden Nachhaltigkeit und nachhaltigen Geldanlagen nicht per se den Vorzug. Die eindeutige Mehrheit würde eine höher verzinste, konventionelle Geldanlage einer nachhaltigen Geldanlage vorziehen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden intensiv mit dem Vorstand sowie mit ausgewählten Vertriebsmitarbeitern diskutiert. Wir sind dabei zum Ergebnis gelangt, dass die Haspa mit ihrem Produktangebot gemessen an den gegenwärtigen Präferenzen der Kunden gut aufgestellt ist und deren Wünsche gut abdecken kann.

Aktivgeschäft
Der Kern unseres Kreditgeschäfts ist die Kreditversorgung der Menschen und Unternehmen in der Metropolregion Hamburg. Die regionale Kundenstruktur und unsere Kenntnis über den lokalen Markt unterstützen uns dabei, Risiken im Kreditgeschäft frühzeitig zu erkennen.

Die Kreditrisikostrategie der Haspa ist ein verbindliches Rahmenwerk für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das ihnen Orientierung gibt, wie sie das Kreditgeschäft unter angemessener Berücksichtigung von Risiken betreiben sollen. In der Kreditrisikostrategie sind verschiedene Aspekte enthalten, die auf Nachhaltigkeit im weiteren Sinne „einzahlen“. So wollen wir keine Geschäfte machen, die wir nicht verstehen. Dies gilt gleichermaßen für Geschäfte, die für uns nicht transparent sind oder für die wir entweder prozessual bzw. DV-technisch oder durch die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ausgestattet sind. Dazu zählt z. B. die Finanzierung von Seeschiffen, (Kohle-)Kraftwerken oder Flugzeugen. 

Unser Ziel ist es Geschäfte zu vermeiden, die nicht unserem Selbstverständnis entsprechen und die den Ruf der Haspa belasten könnten. Dazu gehört auch, keine Verträge abzuschließen, die direkte oder indirekte (d. h. über Drittländer) Geschäfte in Kriegs- und Krisenländern (z. B. in durch UN-Resolutionen sanktionierten Ländern) zur Folge haben. Hierzu wird bezugnehmend auf eine Embargoliste des Zolls eine Ländernegativliste geführt, die regelmäßig aktualisiert wird.

Wir haben 2018 ein Branchen-Screening des Kreditportfolios der Haspa (Kundenkreditgeschäft) anhand der Klassifikation der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes (WZ 2008) durchgeführt: Per 31.12.2018 liegt der Schwerpunkt des Kreditportfolios auf der Finanzierung von Privatpersonen sowie dem Grundstücks- und Wohnungswesen. Dies bezieht sich insbesondere auf die Finanzierung von Bestandsimmobilien und deren Instandhaltung sowie auf Neubauten, die in Bezug auf Energieeffizienz die geltenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen müssen. Unter unseren Kunden sind auch viele lokale Wohnungsbaugenossenschaften, die mit ihrem Geschäftsmodell nachhaltig die Mietpreise stabilisieren. 

Im Zuge dieser Analyse haben wir unser Kreditportfolio auch auf Nachhaltigkeitsrisiken hin untersucht, um ggf. Handlungsbedarfe abzuleiten. Dabei haben wir insbesondere den Anteil CO2-intensiver Branchen (u. a. „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“, „Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden“, „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“) sowie kontroverser Branchen überprüft: Das Kreditvolumen in diesen Wirtschaftszweigen/Branchen ist von untergeordneter Größe (jeweils < 1 % des Portfolios) und hat damit eine geringe Bedeutung für das Kreditgeschäft der Haspa. Den Bereichen „Kohlebergbau“ sowie „Herstellung von Waffen und Munition“ sind im Kundenkreditgeschäft keine Kunden zugeordnet, d. h. Kreditgeschäfte in diesen Branchen werden von der Haspa nicht betrieben.

Auf Basis dieser Ergebnisse sehen wir aktuell keinen weiteren Handlungsbedarf im Aktivgeschäft. Wir planen dieses Screening im Jahr 2019 erneut durchzuführen.

Eigenanlage
Basis für die im Rahmen der Eigenanlage getätigten Investments, die auch Länderrisiken beinhalten können, bilden die in der Master-Kapitalverwaltungsgesellschaft (Master-KVG) der DekaBank vorgegebenen Anlagerichtlinien. Diese werden vom Anleger festgelegt und geben das Anlagespektrum vor, welches investiert werden darf.

Zur Begrenzung der Länderrisiken verfolgen wir das Ziel, weder direkt (z. B. über Staatsanleihen, Credit Default Swaps) noch indirekt (z. B. über Unternehmensanleihen, Aktien, Asset Backed Securities) in Kriegs- und Krisenländern zu investieren (z. B. in durch UN-Resolutionen sanktionierten Ländern). Dazu nutzen wir eine Ländernegativliste, die auf Basis der Embargoliste des Zolls geführt und regelmäßig aktualisiert wird. Zudem erwerben wir gemäß unseren Anlagerichtlinien keine Wertpapiere, bei denen der Verdacht auf Streubombenherstellung besteht. Investitionen in Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais, Soja, Fisch und Vieh sind in den Anlagerichtlinien ebenfalls ausgeschlossen.

In den Gesprächen mit externen Fondsmanagern thematisieren wir regelmäßig den Umgang mit den für uns wesentlichen ESG-Kriterien (Environment, Social and Governance) in unseren Investments. Darüber hinaus überwachen wir unsere Kapitalanlagen laufend unter Einbindung des Vorstands. Darüber hinaus finden jährliche Anlageausschusssitzungen statt, in denen u. a. die Entwicklung der Investments und ein Ausblick zur erwarteten Performance erfolgen. Auch im Jahr 2019 werden wir uns weiterhin mit ESG-Aspekten in der Eigenanlage befassen und die Durchführung eines Screenings unserer Eigenanlagen (Depot-A) prüfen sowie bei Bedarf Entwicklungsschritte einleiten. ESG-Kriterien werden bei künftigen Mandatierungen von Managementaufträgen berücksichtigt.

Handlungsprogramm zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft
Unsere übergeordnete Zielsetzung ist es, die Implementierung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft weiter substanziell voranzubringen. Dazu wurden für die Jahre 2018 und 2019 qualitative Maßnahmen definiert, die in der nachfolgenden Übersicht zusammengefasst sind.

BereichUmsetzungsmaßnahmeZeitraumStatus
AktivgeschäftScreening des 2018er-Kreditportfolios (Kundenkreditgeschäft)12/2018umgesetzt
Screening des 2019er-Kreditportfolios (Kundenkreditgeschäft)12/2019geplant
Passivgeschäft: VermögensverwaltungBewerbungsprozess und Erhalt FNG-Siegel für 20192018umgesetzt
Unterzeichnung des europäischen Transparenzkodex des „European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif)“ 2018umgesetzt
Prüfung weiterer Nachhaltigkeitsstandards in der individuellen Vermögensverwaltung2019geplant
Passivgeschäft: PrivatkundengeschäftAbfrage der Bedeutung von Nachhaltigkeit bei privaten Kunden (i. R. einer Marktforschungsstudie „Sparen und Anlegen – Consumer Insights“)2018umgesetzt
EigenanlagePrüfung eines Depot-A-Screenings2019geplant


Nachhaltigkeit in Einkauf und Beschaffung
Grundlage für den Beschaffungsprozess ist die Haspa-Einkaufsrichtlinie. Darin ist das Regionalprinzip verankert, nach dem wir auf die Einbindung ortsansässiger oder regionaler kleiner und mittlerer Unternehmen bzw. Anbieter und auf Nachhaltigkeit Wert legen. Darüber hinaus ist für Niedriglohnbranchen die Bezahlung nach dem Mindestlohngesetz in den Verträgen und den Allgemeinen Einkaufsbedingungen der Haspa festgelegt. Wir halten alle gesetzlichen Standards in den Bereichen Trinkwasser, Energie und Entsorgung, wie z. B. die Gewerbeabfallverordnung, ein. Bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen halten wir die Vorgaben gemäß EEWärmeG und EnEV ein.

Nachhaltigkeitsaspekte sind darüber hinaus für einzelne Beschaffungsbereiche implementiert worden. Beim neuen Filialkonzept „Filiale der Zukunft“ haben wir seit 2017 systematisch Nachhaltigkeitsaspekte in der Beschaffung berücksichtigt. So haben wir bei der Anbieterauswahl für die Handwerkerleistungen und für das Mobiliar auf regionale Anbieter Wert gelegt. Wichtig waren uns auch die Einhaltung sozialer Standards durch unsere Lieferanten, ökologische Aspekte wie Wiederverwertbarkeit und Recyclingquoten beim Mobiliar sowie die Energieeffizienz bei der Ausstattung und den technischen Anlagen. So sind z. B. alle Stühle in den neuen Filialen vollständig wiederverwertbar. Zudem nutzen wir energiesparende LED-Technik. Auch verschenken wir unser Altmobiliar an Menschen aus der Region.

Im Jahr 2017 wurden die ersten fünf Filialen zu „Filialen der Zukunft“ umgebaut. 2018 haben wir 32 Filialen auf das neue Filialkonzept umgestellt. Im Jahr 2019 werden weitere Filialen folgen. Kundenbefragungen zeigen, dass dieses neue Konzept grundsätzlich positiv von unseren Kunden aufgenommen wird. Abgefragt wurden dabei Aspekte wie „Wohlfühlen“, „Funktionalitäten des Raumes“ und „Mehrwerte durch regionalen Content“. Auch Anregungen von Kunden nehmen wir auf. So achten wir darauf Plastikmüll zu vermeiden. Im Zuge der Filialeröffnungen verzichten wir z. B. auf Plastikgeschirr und nutzen Luftballons, die gemäß der 21. Empfehlung der Kunststoffkommission Bundesgesundheitsamt EN-71-3 zu 100 Prozent aus Naturlatex bestehen. 

Die Merchandising-Produkte der „Hamburg-Edition“ haben wir im vergangenen Jahr neu gestaltet. Dabei haben wir auch Nachhaltigkeitskriterien einfließen lassen, z. B. in Bezug auf die Umverpackungen (100 Prozent abbaubar), die Materialien (z. B. Biobaumwolle), die Einsatzmöglichkeiten (keine Wegwerfprodukte, lange Lebensdauer, recycelbar) und auf den Lieferort (Beschaffung in Deutschland oder Europa wird dem Fernostimport vorgezogen).

Mit den für die Haspa bedeutsamsten Lieferanten werden Jahresgespräche geführt. Dabei werden die interne Bewertung des Lieferanten mit ihm besprochen und mögliche bzw. notwendige Veränderungen – ggf. auch im Bereich Nachhaltigkeit – diskutiert. Ziel ist es, eine positive Lieferantenentwicklung zu erreichen bzw. eine positive Bewertung dauerhaft zu erhalten. Mit unseren Kooperationspartnern aus dem Produktbereich werden mindestens jährliche Strategiegespräche über die Zusammenarbeit, mögliche Verbesserungen des Produktportfolios oder die Ausrichtung auf neue Kundenbedürfnisse geführt.

Weitere Beschaffungsmaßnahmen, die auf eine Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung zielen, sind in Kriterium 12 dargestellt.

Die Einhaltung der oben genannten Vorgaben wird im Rahmen der unter Einbindung des Vorstands etablierten Regelprozesse geprüft, gesonderte Verfahren wurden nicht etabliert. Darüber hinausgehende Nachhaltigkeitsstandards sind nicht definiert.

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Sparkasse Coburg - Lichtenfels

Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels ist fest verankert im regionalen Wirtschaftskreislauf. Die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Stufen der Wertschöpfungskette sind ihr bekannt, da sie als Finanzdienstleister den größten Teil ihrer Wertschöpfung selbst erbringt. Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels setzt sich gemäß ihrem öffentlichen Auftrag für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft ein. Als Intermediär ist sie ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufs und arbeitet zum Wohle der Region mit Kunden, Kommunen, Institutionen, Vereinen und Verbänden vor Ort zusammen.  

Mit ihrem Angebot an nachhaltigen Geldanlagen und Krediten, das kontinuierlich ausgebaut wird, trägt die Sparkasse indirekt zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei. Die entsprechenden Nachhaltigkeitsstandards dieser Produkte werden in den jeweiligen Produktinformationen und Mittelverwendungsnachweisen dokumentiert.  

Nachfolgend werden die Nachhaltigkeitsaspekte der Wertschöpfung der Sparkasse Coburg - Lichtenfels dargestellt:

Bankgeschäft  

Aktivgeschäft:
Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels verwendet die Einlagen ihrer Kunden überwiegend für die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen, private Personen - insbesondere im Wohnungsbau - und an Kommunen in der Region. Durch diese regionale Ausrichtung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit werden die Wirtschaftskreisläufe vor Ort gestärkt, wovon die Bürgerinnen und Bürger im Geschäftsgebiet langfristig profitieren. Durch den regionalen Bezug sind die Nachhaltigkeitsrisiken bei der Kreditvergabe geringer als im Branchendurchschnitt.  

Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels vertreibt zusammen mit ihren Verbundpartnern auch nachhaltige Finanzprodukte, die den ökologischen, sozialen und ökonomischen Anforderungen einer wachsenden Gruppe von Kunden entsprechen und auch attraktive Perspektiven bieten. Die Kreditvergabe für Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz sowie für erneuerbare Energien steigt weiter an (siehe Kriterium 10).

Anlage- und Vermittlungsgeschäft:
Die Sparkasse Coburg Lichtenfels verfügt über zahlreiche Angebote, die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. In den Beratungsgesprächen werden die konkreten Anlageziele und -wünsche des Anlegers erfragt und daraufhin ein individuelles Produktangebot erstellt. Diesbezüglich finden für die Beraterinnen und Berater regelmäßig entsprechende Schulungsreihen statt.  

Der gesamte Produktkorb an Empfehlungen wird regelmäßig geprüft und kontinuierlich um zusätzliche nachhaltige Anlageprodukte bzw. Sonderprodukte erweitert.  

Neben Produkten mit der Nachhaltigkeitsstrategie „ESG“ werden auch Anlagelösungen mit der Strategie des „Impact Investings“ angeboten. Dies sind Anlagelösungen mit der gezielten Absicht, neben einer positiven finanziellen Rendite messbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft zu erzielen.  

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Sparkasse Coburg - Lichtenfels wurden verschiedene Sonderprodukte aufgelegt. Bei diesen besonderen Produktkombinationen konnten nachhaltige Anlageprodukte - je nach Nachhaltigkeitspräferenz des Kunden - ausgewählt werden.

Darüber hinaus hat die Sparkasse 2021 ihr Produktangebot in Kooperation mit der Versicherungskammer Bayern und der Deka um eine Versicherungsanlage mit nachhaltigem Investmentkern erweitert.

Das Angebot nachhaltiger Investmentfonds wird hauptsächlich von der Deka bezogen. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Deka-Gruppe ist ein integraler Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie. Darüber hinaus haben sich die jeweiligen Rechtsträger der Deka-Gruppe verpflichtet, nationale und internationale Standards (den deutschen Nachhaltigkeitskodex sowie UN Global Compact und Equator Principles) einzuhalten. Als Unterzeichner der Frankfurter Erklärung unterstützt sie außerdem den Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen im Finanzsektor und begleitet aktiv die Diskussion um den von der EU-Kommission vorgelegten Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums.  

Die Auswertung der Bestände nachhaltiger Fonds erfolgte bislang vorrangig aufgrund von Produktnamen, die einen Hinweis auf Nachhaltigkeit lieferten (z.B. „Deka-Nachhaltigkeit Renten“ oder „Swisscanto Sustainable AA“), da es keine offiziellen Filter zur Unterscheidung nachhaltiger / nicht nachhaltiger Produkte gab.  

Mit Einführung des Verbändekonzepts zur Einstufung von Produkten hinsichtlich Nachhaltigkeit besteht nun die Möglichkeit einer separaten Auswertung nachhaltiger Fonds. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten wurden die Zahlen der Vorjahre entsprechend angepaßt.

Die folgende Tabelle zeigt die Bestandsentwicklung nachhaltiger Investmentfonds im Kundengeschäft:

Jahr Bestand nachhaltiger Fonds
(im Dekabankdepot und
Deka-Fonds im Sparkassendepot)
Bestand nachhaltiger
Fonds und Zertifikat
(im Dekabankdepot und
Deka-Produkte im Sparkassendepot)
   in TEuro  in TEuro
2018 60.630   85.794
2019 64.480 100.938
2020 70.668 108.527
2021 84.690 122.997
Stand: Dezember 2021

Darüber hinaus hat die Sparkasse 2021 ihr Produktangebot in Kooperation mit der Versicherungskammer Bayern und der Deka um eine Versicherungsanlage mit nachhaltigem Investmentkern erweitert.  

Eigenanlage:
Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels hat gemäß ihrer Risikostrategie die Zielsetzung, hinsichtlich der Steuerung der Risiken, diese zu erkennen, zu messen und zu managen. Diese drei Stufen bauen aufeinander auf und es bedarf der jeweils vorgelagerten Stufe, um entsprechende Aktivitäten durchführen zu können. Das gilt auch für die Eigenanlagen der Sparkasse. Die Überprüfung der Strategie erfolgt einmal jährlich.  

Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels versteht sich generell als Investor, der das Vermögen der Sparkasse unter Risiko-/Renditegesichtspunkten investiert, um daraus Erträge zu erzielen. Generell positioniert sich die Sparkasse insgesamt als risikoneutraler Investor. Sie strebt über die Verteilung der Risiken auf verschiedene Asset-Klassen einen möglichst hohen Grad an Diversifikation an.

Die Sparkasse hegt nicht den Anspruch, sämtliche Asset-Klassen selbst zu managen. In Abhängigkeit von 
  • Know-how,
  • notwendiger technischer Ausstattung und
  • notwendigen personellen Ressourcen
wird daher auch ein externes Management verschiedener Assets genutzt. Der externe Manager, die BayernInvest, hat sich als Unterzeichner der UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Kapitalanlage verpflichtet.  

Alle gehaltenen Assets, somit auch die im Direktbestand, werden jährlich im Rahmen des „Deka Treasury-Kompass - Nachhaltigkeit“ geprüft und bewertet. Dieser Nachhaltigkeitsfilter für Sparkassen-Eigenanlagen umfasst die Ausschlusskriterien Umwelt, Rüstung, ILO-Kernarbeitsnormen, Korruption, Fossile Brennstoffe und Tabak (siehe Kriterium 10).

Geschäftsbetrieb

Im Geschäftsbetrieb achtet die Sparkasse Coburg - Lichtenfels auf eine möglichst geringe Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen. Durch das 2019 durchgeführte Energieaudit und die Nutzung des VfU Kennzahlen Tools liegen für die jeweiligen Verbräuche Zahlenreihen vor, die eine kontinuierliche Reduzierung belegen (siehe Kriterium 11 und 12).  

Um Nachhaltigkeit dauerhaft in die Entscheidungsprozesse der Sparkasse zu integrieren, werden seit 2019 grundsätzlich in allen allgemeinen Beschlüssen Ausführungen zum Thema Nachhaltigkeit gemacht. Hierbei geht es um die Frage, wie und in welchem Umfang der zu beschließende Sachverhalt zur Erreichung der strategischen Nachhaltigkeitsziele beiträgt.  

Einkauf und Beschaffung:
Ethisches Verhalten und Nachhaltigkeit im Sinne von rechtlicher, ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung sind wesentliche Bestandteile des Geschäftsmodells der Sparkassen. Dazu gehören auch langfristige und vertrauensvolle Partnerschaften und das gesetzeskonforme Verhalten der Lieferanten und Dienstleister.  

Im Jahr 2019 hat die Sparkasse Coburg - Lichtenfels - als erste Sparkasse in Bayern - eine „Vereinbarung zur Nachhaltigkeit mit Lieferanten und Dienstleistern“ eingeführt. Dabei handelt es sich um einen ersten Schritt, direkte Zulieferer für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und einen Dialog hierüber anzustoßen. Gemeinsame Werte werden als Grundlage für eine Zusammenarbeit definiert. Diese Werte orientieren sich an gängigen Normen, wie dem UN Global Compact, den Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO, International Labour Organization) und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Diese Normen sind ein Minimalkonsens von Werten, die im Rahmen einer verantwortungsvollen Zusammenarbeit gelten. Sämtliche Lieferanten und Dienstleister sind verpflichtet, diese zu unterzeichnen.  

Bei Neuausschreibungen wird die Vereinbarung zur Nachhaltigkeit bei Lieferanten und Dienstleistern ab einem bestimmten Auftragsvolumen und bei allen großen Rahmenvertragspartnern eingesetzt.  

Der Einkauf von Produkten bzw. Verbrauchsmaterialien und die Vergabe von Dienstleistungen erfolgt vorrangig innerhalb des Geschäftsgebietes.

Mit ihren wichtigsten Lieferanten steht die Sparkasse regelmäßig im Austausch, um Ansätze für Verbesserungen zu ermitteln.  

Folgende Maßnahmen wurden bisher umgesetzt:  

Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels achtet beim Einkauf von Büromaterialien vorrangig auf wirtschaftliche Aspekte. Ökologische Gesichtspunkte werden aber in den letzten Jahren zunehmend berücksichtigt. Deshalb arbeitet die Sparkasse mit einem Dienstleister zusammen, der auf diese Vorgaben achtet. Ökologische Zertifikate wie FSC, Green Range und EU Ecolabel finden beim Einkauf von Papier seit geraumer Zeit Anwendung. Das gilt auch für die Produktion von Werbeprospekten, den Kompaktbericht Nachhaltigkeit sowie die Mitarbeiterzeitung ProCoLi.  

Gemäß IT-Strategie der Sparkasse werden ökologische Gesichtspunkte beim Einkauf von IT-Produkten bereits umgesetzt und Produkte mit dem „Green IT“-Label angeschafft. Das hat bereits zu positiven Auswirkungen wie der Senkung des Stromverbrauchs und der Reduzierung von Recyclingkosten geführt. So wurden beispielsweise auch vor drei Jahren die Arbeitsplatzdrucker durch Teamdrucker ersetzt und der Tonerbestellprozess automatisiert.  

Darüberhinaus prüft die Sparkasse regelmäßig die Ausstattung mit Selbstbedienungsgeräten in ihren Filialen und nimmt Anpassungen vor, soweit diese erforderlich sind. In 2021 wurde deshalb mit dem Austausch älterer Geldausgabeautomaten begonnen, der bis Ende 2023 abgeschlossen werden soll. Zum Einsatz kommen nun Geräte der neuesten Generation, die einen niedrigen Stromverbrauch aufweisen. Ein Großteil der Geräte hat eine Geldrecycling-Funktion. Das reduziert die notwendige Geldversorgung der Geräte.
Durch die verstärkte Nutzung des elektronischen Postfachs werden Kontoauszugsdrucker immer weniger genutzt. Daher hat die Sparkasse ältere Geräte, die noch mit Thermopapier ausgestattet waren, abgebaut.  
Bereits seit einigen Jahren sammelt die Sparkasse in ihrer IT-Abteilung alte Dienst- und Privathandys der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gibt sie zum Recycling. 2021 sind wieder über 300 Stück zusammengekommen. Diese Geräte wurden an das Telekom Recycling Center gegeben. Dort werden sie fachgerecht zerlegt und die Metalle in einem speziellen Verfahren aus dem zerkleinerten Material zurückgewonnen. Von dieser Handyrecycling-Kampagne profitiert die Natur gleich dreifach:
  • Schädliche Inhaltsstoffe geraten nicht in die Umwelt und den Naturkreislauf.
  • Wertvolle Rohstoffe werden professionell wiederverwertet.
  • Und für jedes recycelte Mobilgerät zahlt die Telekom einen kleinen Euro-Betrag, der von der Sparkasse zur Förderung des Natur- und Artenschutzes weitergegeben wird.
Den Gesamterlös aus der diesjährigen Recycling-Aktion spendet die Sparkasse an den Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), der in den beiden Landkreisen Coburg und Lichtenfels jeweils durch örtliche Kreisgruppen vertreten ist.  

Gemäß ihren strategischen Nachhaltigkeitszielen strebt die Sparkasse die Reduzierung von Werbegeschenken aus Plastik an. Dazu wurde der Gesamtbestand geprüft und das Sortiment entsprechend angepasst. Dabei stand der Mehrwegaspekt im Vordergrund. Die Werbegeschenke sind nun vorrangig aus nachhaltigen ökozertifizierten Materialien wie recyceltem Kunststoff, Papier, Bio-Baumwolle oder biologisch abbaubaren Bestandteilen.

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DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G.

Nachhaltigkeit hat für die Wertschöpfung bei uns im Unternehmen eine hohe Bedeutung. 

Integration der Nachhaltigkeit in die Stufen der Wertschöpfungskette

Stufe der Wertschöpfungskette Beschreibung Nachhaltigkeitskriterien
Direkte Lieferantinnen und Lieferanten Lieferantinnen und Lieferanten direkter Produkte und Dienstleistungen, z.B. Papier, Strom, Fernwärme. Nachhaltigkeitskriterien sind im Supplier Code of Conduct aufgeführt.
Diese sind:
Menschenrechte, Kinderarbeit,
Zwangsarbeit,
Vergütung und Arbeitszeiten,
Diskriminierung,
Arbeitsschutz,
Planung der betrieblichen Kontinuität,
Korruption/Bestechung,
Geldwäsche,
Datenschutz,
Kartell- und Wettbewerbsrecht,
Umwelt.
Kundinnen und Kunden Versicherungskundinnen- und Kunden Datenschutzrichtlinie, Verhaltenskodex Vertrieb
 

Soziale und ökologische Probleme in der Wertschöpfungskette

Stufe der Wertschöpfungskette Problem Ansatz
Einkauf Papier Umweltbelastung durch Frischfaserpapier Die Umstellung auf Recyclingpapier wird geprüft.
Einkauf Fernwärme, Strom Umweltauswirkung, CO2-Emissionen Seit Januar 2020 bezieht die DEVK in der Zentrale und den Regionaldirektionen zertifizierten Ökostrom. 
Einkauf von Produkten und Dienstleistungen generell diverse Nachhaltigkeitsaspekte Nachhaltigkeitskriterien sind im Supplier Code of Conduct aufgeführt. Diese sind: Menschenrechte, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Vergütung und Arbeitszeiten, Diskriminierung, Arbeitsschutz, Planung der betrieblichen Kontinuität, Korruption/Bestechung, Geldwäsche, Datenschutz, Kartell- und Wettbewerbsrecht, Umwelt.


Die DEVK hat einen Supplier Code of Conduct (COC), den alle wesentlichen Lieferanten, Dienstleister und Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer unterzeichnen müssen. Aktuell gibt es bei der DEVK in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitsaspekte. Im Einkauf werden diese über den genannten Supplier COC geregelt. Auf der Kundenseite (nachgelagert) bietet die DEVK verschiedene Produkte an, die speziellen sozialen und/oder ökologischen Mehrwert bieten. Die Produkte sind an entsprechender Stelle im Bericht aufgeführt. 
Potenzielle negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte liegen zum Großteil im Bereich der Kapitalanlagen. Bei der Integration der Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage ist zu bedenken, dass sich insbesondere durch den Ausschluss von Emittenten das Universum möglicher Anlagen verkleinern kann. Das kann wiederum zu einer geringeren Diversifikation führen, was die Sicherheits- und Liquiditätsziele sowie statistische Risikomaße in der Kapitalanlage beeinflussen könnte. Die DEVK verzichtet daher weitgehend auf explizite Ausschlüsse und integriert die Nachhaltigkeitsrisikoanalysen in den Investmentprozess. Durch die weitest gehende Vermeidung eines pauschalen Ausschlusses besteht für uns als Investor auch die Möglichkeit, mit dem Management in Kontakt zu treten, um Veränderungen in Gang zu bringen. ESG-Integration bedeutet, dass Kapitalanleger in ihrer Analyse einzelner Investitionen, in ihrer Anlageentscheidung sowie über den ganzen Portfoliomanagement-Prozess hinweg systematisch ESG-Aspekte berücksichtigen. 

Bei Aktien und Zinsanlagen werden zur Beurteilung der Emittenten sektorspezifische Nachhaltigkeitsratings und ein normen- bzw. themenbasiertes Screening genutzt. So soll die Kapitalanlage z.B. nicht in Unternehmen oder Institutionen investiert werden, welche nach dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofes verbotene oder geächtete Waffen herstellen oder vertreiben. Die DEVK hat durch ISS ESG (ein Informationstool zu Environmental-Social-Governance-Ratings der Institutional Shareholder Services), Zugang zu zusätzlichen nicht-finanziellen Daten. ISS ESG liefert fundierte Einblicke in unternehmerische Geschäftspraktiken und damit verbundene Investmentrisiken und -chancen mittels eigener Research- und Analysemethoden.

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Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG

Die genaue Aufschlüsselung der Wertschöpfungskette ist bei der Neumarkter Lammsbräu im Bereich der „nachhaltigen Beschaffung“ angesiedelt. Dazu wurden 2015 nachhaltige Beschaffungskriterien für das Unternehmen definiert und begonnen, die Wertschöpfungskette der Getränke-Rohstoffe genauer zu analysieren (s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 68-69). Für unsere Bio-Biere beziehen wir fast ausschließlich Braugerste von unseren Vertragslandwirten, die sich in der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe (EZÖB) zusammengeschlossen haben. In 2017 wurden 73% Braugetreide von unseren regionalen Bauern bezogen. Damit wird im Umkreis von etwa 70 km bewusst der ökologische Landbau und zwar vom Anfang der Wertschöpfungskette an gefördert.  

Auch für unsere Bio-Limonaden werden ausschließlich ökologisch erzeugte Rohstoffe verwendet. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten vorgelagerten Rohstofflieferketten unserer Bio-Limonaden außerhalb Deutschlands, z.T. sogar außerhalb Europas liegen, ist es z.B. wesentlich schwieriger, alle Wege und Verarbeitungsorte lückenlos und transparent aufzudecken und somit die Auswirkungen in diesen Lieferketten zu bestimmen. Dies stellt die Neumarkter Lammsbräu vor große Herausforderungen. Deshalb wurde in 2016/2017 eine „Sustainability Hot Spot Analyse“ für alle wichtigen verarbeiteten Limonadenrohstoffe entlang der gesamten Lieferkette mit dem Ziel durchgeführt, Brennpunkte im Anbau und der Weiterverarbeitung aufzudecken. Hilfreich hierfür sind bspw. die ILO-Kernarbeitsnormen oder die UN Menschenrechtsdeklaration. Die „Sustainability Hot Spot Analyse“ ergab keine kritischen Punkte entlang der Lieferketten. Es zeigte sich aber deutlich, dass die Neumarkter Lammsbräu durch die geringen Bezugsmengen und die Komplexität der Lieferkette nur geringe Einflussmöglichkeiten hat. Eine in 2018 angestrebte Naturland-Verbandszertifizierung soll dem entgegenwirken und durch strenge Kontrollen soziale wie auch teilweise ökologische Standards entlang der Limonaden-Lieferketten garantieren. Bis Ende 2018 soll demnach eine 60-prozentige Verbandszertifizierung bei den Bio-Limonaden erreicht werden und langfristig gesehen 100 Prozent (Näheres s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 79). Ferner liefert die „Sustainability Hot Spot Analyse" eine fundierte Datengrundlage und ermöglicht daher eine sehr realitätsnahe Abbildung der Logistik entlang der Lieferketten, so dass die dadurch entstandenen Transportemissionen und deren Entwicklung genauestens nachvollzogen werden können.

Um unsere hohen Standards einzuhalten, führen wir mit unseren wichtigsten Lieferanten regelmäßig Audits durch, die neben den qualitativen Kriterien auch ökologische und soziale Kriterien beim Lieferanten direkt abfragen.
Ergänzend dazu verpflichten wir mittlerweile alle Lieferanten auf unseren Code of Conduct, der neben ethischen Werten (Geschäftsintegrität) faire Sozial- und Umweltstandards festlegt (s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 72-73). Dadurch steht die Neumarkter Lammsbräu in stetigem Kontakt mit ihren Lieferanten und kann die Überprüfung von Nachhaltigkeitsaspekten entlang der Lieferkette bis zu einem hohen Grad gewährleisten (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 74).

Die letzte Wertschöpfungsstufe (Entsorgung) der Bio-Brauerei ist vom Mehrweg-System geprägt, welches ermöglicht Glasflaschen ca. 20 Mal wiederzubefüllen. Auch die Etiketten und Kronkoren sind umweltfreundlich gestaltet, nämlich Kronkorken pvc frei und die Etiketten frei von Schwermetallen. Hinsichtlich einer nachhaltigeren Papiergestaltung will die Brauerei die Marktentwicklung in den nächsten Jahren stark beobachten und falls durch neue Technologien möglich, eine Crade-to-Cradle Zertifizierung anstreben (s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 94).

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Commerzbank AG

Die Lieferkette der Commerzbank betrifft im wesentlichen die Beschaffung von Infrastruktur zur Datenverarbeitung (unter anderem Netzwerktechnik, Rechenzentrum, Telekommunikation), Marktdaten, Service-Dienstleistungen (etwa Beratung, externe Personalleistung, Mobilitätsdienstleistungen) sowie Gebäude, Logistik und Versicherung (z.B. Bauleistungen, Gebäudebetrieb, Banktechnik). Die Einkaufsrichtlinie beinhaltet Ethikrichtlinien, die unter anderem die Einhaltung von Menschenrechten für alle Beschaffungsvorgänge verbindlich vorschreiben. Der dazugehörige Standard für eine nachhaltige Beschaffung gibt Anforderungen an die Umwelt-, Klima- und Gesundheitsverträglichkeit vor. Zusätzlich verlangt der Standard, dass sich unsere Lieferanten und Dienstleister zur Einhaltung von Prinzipien guter Unternehmensführung (Governance) verpflichten. Diese sind Gegenstand jährlich stattfindender Lieferantengespräche.

Bei der Wertschöpfung im Kerngeschäft - beispielsweise bei der Kreditvergabe - finden Nachhaltigkeitskriterien insbesondere im Reputationsrisiko-Management Beachtung. Die Abteilung recherchiert intensiv zu Geschäften und Geschäftsbeziehungen, die sozial, ethisch und ökologisch sensible Themenfelder betreffen, und versieht sie mit einer differenzierten Bewertung. Diese kann bis zur Ablehnung des Geschäfts beziehungsweise bis zur Beendigung der Geschäftsbeziehung führen. Im Geschäftsjahr 2017 bewertete die Abteilung rund 6.000 Geschäfte, Produkte und Kundenbeziehungen. Daneben entwickelt und vertreibt die Commerzbank Produkte mit ökologischen oder sozialen Nutzen (s. 2. Wesentlichkeit: Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung).

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