Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

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Berücksichtigt ein Unternehmen Nachhaltigkeitsaspekte in allen wichtigen Entscheidungen, können auch sehr ambitionierte Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie erreicht und nachhaltige Verhaltensweisen zur Selbstverständlichkeit im Unternehmen werden. Dafür müssen Unternehmensabläufe überprüft und Managementprozesse angepasst werden, was in der Regel Auswirkungen auf alle Bereiche des Unternehmens hat.
Damit nicht wiederholt für jede einzelne Entscheidung überlegt werden muss, wie man das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigen könnte, kann es in Regeln und Prozesse eingebettet werden. Dabei können neue Regeln und Prozesse aufgesetzt und alte Regeln und Prozesse erweitert werden (z.B. Einkaufsrichtlinien um ökologische und soziale Kriterien).

Was ist zu beachten?
In diesem Kriterium geht es darum zu berichten, wie Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen verankert werden, damit sie im Tagesgeschäft umgesetzt werden können. Die Bandbreite solcher Regeln und Prozesse ist sehr vielfältig und kann sich stark zwischen verschiedenen Unternehmen und Branchen unterscheiden. Bitte berichten Sie sowohl zum momentanen Status der Umsetzung als auch zu Ihren Plänen für die Zukunft.

 
Aspekt 1:
Berichten Sie, wie die Nachhaltigkeitsstrategie im Geschäftsalltag verankert ist (interne Regeln, Prozesse, Standards).
Regeln und Prozesse übersetzen die Nachhaltigkeitsstrategie in spezifischere Vorgaben für das alltägliche Arbeiten im Unternehmen. Regeln sind z.B. Einkaufsrichtlinien, Leitlinien für Forschung und Entwicklung oder ein Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese werden durch geeignete Prozesse in den Unternehmensalltag integriert, z.B. durch regelmäßige Workshops, themenspezifische Arbeitskreise, neue Abläufe und Verfahren in der Produktion oder interne Kommunikationsmaßnahmen.
 

StEB Köln, Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR

Die transparente Berichterstattung nach EMAS über Ziele, Prozesse und Ergebnisse und der Vergleich mit Dritten im Benchmarking stellt sicher, dass die wesentlichen Unternehmensaktivitäten und alle Unternehmensprozesse mindestens einmal jährlich analysiert und bewertet werden.  Die rechtzeitige Einbeziehung beteiligter Dritter (z. B. Auftragnehmer, Lieferanten, Besucher, Anlieger, etc.) genießt besondere Priorität. Die Einhaltung der gültigen Rechtsvorschriften, aller vertraglichen Verpflichtungen und aller unternehmensinternen Regelungen werden durch ein Compliance Managementsystem unterstützt. Diese Prozesse werden durch die Rechtsabteilung gesteuert und fördern so in allen relevanten Bereichen die Umsetzung der Strategie der nachhaltigen Wasserwirtschaft. Darüber hinaus wurden Nachhaltigkeitsgesichtspunkte in den folgenden Bereichen priorisiert:
Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen
Aus den eingegangenen Ideen und Vorschlägen der Belegschaft zur Verbesserung der Nachhaltigkeit entstand die sogenannte Nachhaltigkeitsmatrix, die fester Bestandteil im Dialog zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft werden soll. Die Struktur basiert auf den strategischen Unternehmenszielen. Die Umsetzung der Ideen erfolgt nach positiver Bewertung der Vorschläge durch die Geschäftsleitung. Die Projekte werden dann Bestandteile der Zielvereinbarungen der Abteilungen und folgen den festgelegten Prioritäten und Zeitplänen.
Personalentwicklung
Entwicklung und Einsatz von wirksamen Instrumenten zur Gewinnung und Bindung von Beschäftigten. Energiemanagement
Entsprechend der festgelegten strategischen Ausrichtung wird das Energiemanagement der StEB Köln CO2-neutral gestaltet. Ziel ist ein CO2-neutrales Unternehmen bis zum Jahr 2030. Mittelfristig soll bis 2023 der Energieverbrauch durch Effizienzmaßnahmen um 15 % gesenkt werden. Zeitgleich wird angestrebt, den Anteil am Verbrauch erneuerbarer Energie um 15 % zu erhöhen und eine Speichermöglichkeit für Energie zu realisieren. 
Planung und Bau
Für das nachhaltige Planen und Bauen wurde 2018 eine Systematik zur Abschätzung der Umweltauswirkungen aufgestellt und anhand von zwei Musterbaumaßnahmen auf theoretischer Basis bezogen auf die CO2 Auswirkungen validiert. Im Jahr 2019 wird diese Systematik im Klärwerksbereich sowie bei Hochbauten auf ihre Praxistauglichkeit und auf ihre Übertragbarkeit auf das Kanalnetz hin überprüft. 
Mobilitätskonzepte
Die mögliche Nutzung von alternativen Kraftstoffen (Bio Diesel) wird nach den Nachhaltigkeitskriterien untersucht und bewertet. Eine Entscheidung über die Nutzung wird voraussichtlich im Jahr 2020 herbeigeführt. Dienstreisen und Dienstgänge werden hinsichtlich ihres Potenzials zur CO2-Reduktion untersucht. Für nicht vermeidbare Flugreisen wird eine Klima-Ausgleichszahlung in geeignete Projekte gezahlt. Die Untersuchung der Arbeitswege ergab ebenfalls eine vergleichsweise hohe CO2-Belastung. Mit dem Ziel einer nachhaltigen CO2-Reduktion, werden 2019 mehrere Projekte zur Senkung dieser CO2-Belastung geprüft.
Einkauf und Vergabe
Die Beschaffung der StEB Köln wird zukünftig schrittweise nach den definierten nachhaltigen Einkaufs- und Vergabekriterien durchgeführt. Anhand der gewonnenen Erfahrungen werden die Kriterien weiterentwickelt und auf weitere Beschaffungen ausgedehnt. Die Aktivitäten werden durch den Vergabeausschuss der StEB Köln begleitet in die Vergabekriterien aufgenommen.
Kommunikation
Für eine schnelle und erfolgreiche Transformation zum nachhaltigen Unternehmen ist eine durchgängig Kommunikationsstrategie nach innen und außen essenziell. Im Jahr 2018 haben Vorstand und Führungsebenen die Unternehmensidentität und die Werte der StEB Köln schriftlich fixiert. Auf dieser Basis erfolgte eine Neujustierung der Öffentlichkeitsarbeit nach außen. Nach innen wurde durch wiederholte Dialog-Veranstaltungen mit allen Mitarbeitenden die Entwicklung eines neuen Wir-Gefühls begonnen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch ein neues Intranet, das erstmals eine Blog-Funktion erhalten wird, was eine direkte und öffentliche Kommunikation zwischen allen Mitarbeitenden der StEB Köln ermöglicht - ohne den Focus auf die Einhaltung der Hierarchiewege.

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Gundlach Bau und Immobilien GmbH & Co. KG

Das Thema Nachhaltigkeit ist grundsätzlich in allen Geschäftsprozessen verankert, das heißt bei allen unternehmerischen Entscheidungen werden die jeweiligen Vor- und Nachteile von Handlungsoptionen auch unter Nachhaltigkeitsaspekten einbezogen:

  • Gundlach hat klare Unternehmens- und Nachhaltigkeitsziele definiert (insgesamt 31 bis 2020), dabei verpflichtet sich Gundlach zu einer auf Dauer soliden und verantwortungsvollen Unternehmenspolitik, die alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt.
  • Die festgelegten Ziele sind bei Gundlach in der Strategie und in den Prozessen verankert.
  • Zur Orientierung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Gundlach einen Code of Conduct (CoC) erarbeitet und eingeführt, der als Verhaltenskodex auch Nachhaltigkeitsthemen explizit aufgreift.
  • Bei der Auswahl von Partnern und Lieferanten werden Nachhaltigkeitskriterien mitberücksichtigt.
  • Von Gundlach getätigte Investitionen werden durch den Einsatz des Sustainability-Monitors im Wohnungsunternehmen gezielt nachhaltigkeitsorientiert gesteuert.
  • Gundlach strebt eine kontinuierliche Berichterstattung zum Thema Nachhaltigkeit an, um seine Stakeholder über die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu informieren.

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Fährmann Unternehmensberatung GmbH

Der Fährmann lebt eine wertebasierte Unternehmenskultur und hält sich an festgelegte Verhaltensgrundsätze, die auch in der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern greifen. Aufgrund der kleinen Größe des Fährmanns gibt es kein Kennzahlensystem, über das wir steuern. Wir sind auf Flexibilität und informelle Prozesse angewiesen, um auf ständige Veränderungen des Marktes eingehen zu können. 

Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unseres Unternehmensleitbilds und für das Kernteam ebenso wie für die erweiterte Mannschaft (Kooperationspartner) eine Selbstverständlichkeit. Die Geschäftsführung als Kernteam sowie die assoziierten Partner haben eine hohe Sensibilisierung durch ihren täglichen Kontakt mit Nachhaltigkeitsthemen. Viele unserer Kunden kommen auf uns zu, um gemeinsam mit uns eine Nachhaltigkeitsstrategie inklusive Regeln und Prozesse zur Implementierung zu entwickeln.

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Evenord-Bank eG-KG

Der bankeigene Verhaltenskodex (siehe Verhaltenskodex) bildet Unternehmenskultur und -leitbild schriftlich ab. Er baut auf dem Wertegerüst mitsamt den zehn Grundwerten (siehe Grundwerteerklärung) auf und trägt zur Risikoverringerung der Evenord-Bank bei. Insbesondere in formal nicht ausreichend regulierten Bereichen gibt er den Mitarbeitern eine Handlungsorientierung bei der Lösung von Konfliktsituationen. Zu den Inhalten des Verhaltenskodex zählen die Selbstverpflichtung der Evenord-Bank, die Unternehmensgrundwerte sowie die Verhaltensgrundsätze für Mitarbeiter und Führungskräfte. Jedem Beschäftigten wird der Verhaltenskodex ausgehändigt, der fester Bestandteil des Arbeitsvertrags ist. Die Wertekultur ist zudem in der Compliance-Struktur der Bank fest verankert – sie trägt damit zur Verringerung des Risikos bei.

Um die nachhaltige und sinnhafte Abwicklung für ihre Finanzgeschäfte zu garantieren, die im e-Nachhaltigkeitsverständnis (siehe e-Nachhaltigkeitsverständnis) festgelegt ist, greift die Evenord-Bank auf einen Grundsatz aus der Forstwirtschaft zurück: Laut dem in diesem Bereich vorherrschenden Nachhaltigkeitsverständnis darf von der Ressource Holz nicht mehr geschlagen werden, als im gleichen Zeitraum durch Wiederaufforstung nachwachsen kann. Eine kontinuierliche, beständige und nachhaltige Nutzung wird dadurch sichergestellt. Für das tägliche Bankgeschäft mit der Ressource Geld bedeutet das e-Nachhaltigkeitsverständnis vernünftige und sinnhafte Investitionen. Rendite, Risiko und Liquidität bestimmen nicht ausschließlich den Wert der Finanzdienstleistungen; die Gewinnmaximierung ist kein primäres Ziel. Stattdessen legt die Evenord-Bank den Fokus auf den nachhaltigen, werteorientierten und konsequent verantwortungsvollen Umgang mit Geld – basierend auf der unternehmensethischen Geschäftsphilosophie. Damit wird im Kerngeschäft eine unternehmerische und zugleich gesellschaftliche Verantwortung übernommen.

Allgemeine Verhaltens- und Führungsgrundsätze sowie Führungsprinzipien stellen weitere wichtige Säulen zur kontinuierlichen Verfolgung der Strategie dar. Zudem gibt der schriftlich festgelegte e-Ethikkodex (siehe e-Ethikkodex) einen Überblick über die Unternehmensphilosophie der Evenord-Bank. Darin werden Normen und Regeln kodifiziert, die die beiden elementaren Säulen der Bank beschreiben: die e-Wertekultur, bei der der Fokus konkret auf das Handeln gelegt wird, sowie das e-Prinzip mit seinen gewissenhaften Produkten, die auf diesen unternehmensethischen Werten basieren.

Sämtliche Regeln und Prozesse sowie alle abgegebenen Kodizes unterliegen dem Wertemanagementsystem auf Basis des Qualitätsmanagementmodells EFQM (European Foundation for Quality Management). Das EFQM-Modell bietet Hilfestellung bei der Integration umfassender Managementsysteme sowie einer kontinuierlichen Weiterentwicklung aller Unternehmensbereiche. Es steuert alle Prozesse im Unternehmen und zeigt auf, wie diese aufgebaut sind und kontrolliert werden, um eine beständige Qualität zu gewährleisten.

Um sicherzustellen, dass sämtliche Nachhaltigkeitsimpulse über alle Hierarchieebenen hinweg umgesetzt werden, werden Mitarbeiter durch interne Schulungen, Webinare und Präsenzseminare regelmäßig zu allen Prozessen und entsprechenden Regeln geschult. Weiterhin geben wiederkehrende Kundenbefragungen Aufschluss darüber, wie die Leistung und Qualität der Arbeit aus Sicht der Kunden wahrgenommen werden. 

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Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)

Die IB.SH hat folgende Regeln und Prozesse zur Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie:
Die Geschäftsstrategie wird durch den Vorstand festgelegt, mit dem Verwaltungsrat erörtert und in der operativen Planung durch die Fachbereiche umgesetzt. Dabei tragen alle Bereiche mit spezifischen Maßnahmen zur Zielerreichung bei.
Ziele und Maßnahmen mit ökologischer oder sozialer Komponente stehen zusätzlich im Fokus des 2018 implementierten Nachhaltigkeitsmanagements.
Die Zielerreichung und der Umsetzungsstand aller strategischen Maßnahmen werden im Rahmen des Strategiecontrollings jährlich überprüft. Dazu werden die Ziele und Inhalte bestehender Strategien einem Soll-/Ist-Abgleich unterzogen, die Ursachen von vorhandenen Soll-/Ist-Abweichungen analysiert und erforderlichenfalls nachjustiert. Hierbei wird auch regelmäßig überprüft, ob die Ziele und Maßnahmen untereinander konsistent sind.
Neben den Zielen und Maßnahmen der Strategie werden die Regeln und Prozesse für das operative Geschäft der Bank in einer umfassenden schriftlich fixierten Ordnung niedergelegt. Diese wird auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsziele kontinuierlich überprüft und angepasst.

Relevante Unternehmensbereiche, in denen diese Steuerung stattfindet, sind:
Die Steuerung liegt vor allem im Bereich Unternehmensentwicklung. Aber auch andere Fachbereiche wie z.B. das Treasury oder der Bankbereich unterliegen Nachhaltigkeitszielen und diesbezüglichen Maßnahmen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie.

Das zentrale Produktmanagement (vgl. Kriterium 10) überprüft das Produktportfolio der IB.SH anhand von Nachhaltigkeitskriterien. Ziel ist es, Produkte unter Berücksichtigung dieser Nachhaltigkeitskriterien weiter zu optimieren und Nachhaltigkeitsaspekte bei der Neuentwicklung von Produkten noch stärker zu berücksichtigen.
Auch bei den Entscheidungen zu Eigenanlagen werden Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Jeder Eigenanlage geht ein umfangreicher Prüfungsprozess voraus. Neben Bonitätsgesichtspunkten spielt auch die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells des Emittenten eine entscheidungsrelevante Rolle. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsprüfung des Geschäftsmodells wird untersucht, ob für den Emittenten oder die Emission Nachhaltigkeitsratings und/oder -zertifizierungen vorliegen.
Der Bereich Bankbetrieb, der für den Neubau der IB.SH verantwortlich ist, hat die Zielvorgabe, für den Neubau einen hohen Nachhaltigkeitsstandard (DGNB Gold) zu realisieren. Dieses Ziel ist eine relevante Grundlage der Entscheidungen zum Neubau und wird regelmäßig im Zuge der Baurealisierung überprüft.

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