Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

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Die Wertschöpfungskette reicht von der Rohstoffproduktion über die Erstellung des eigentlichen Produkts oder der Dienstleistung bis hin zum Recycling nach der Nutzung bzw. Ende des Services. Während Teile dieser Wertschöpfung innerhalb Ihres Unternehmens stattfinden, liegen andere Teile außerhalb der unmittelbaren Kontrolle Ihres Unternehmens. Hier Verantwortung zu übernehmen und aktiv auf die Wertschöpfungskette im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einzuwirken, kann einerseits neue Chancen eröffnen (z.B. in der Produktentwicklung) und andererseits Risiken vorbeugen. Öffentliche Reaktionen auf Skandale in der Lieferkette haben in der Vergangenheit sehr deutlich gezeigt, dass negative Auswirkungen in der Wertschöpfungskette auch dem Ruf von Unternehmen schaden.

Was ist zu beachten?
Auch wenn es nur wenige Stufen zur Erstellung Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen bedarf, die Sie womöglich hauptsächlich selbst und ausschließlich in Deutschland erbringen, bitten wir Sie, die Wertschöpfungskette Ihres Unternehmens möglichst konkret darzustellen. Denken Sie dabei auch an zugekaufte Grundstoffe, Produkte und Dienstleistungen wie z.B. IT, Büromaterialien oder einen ausgelagerten Kundenservice.
Mit der Beschreibung Ihrer Wertschöpfungskette legen Sie die Grundlage für den Inhalt nachfolgender Kriterien. Beschreiben Sie den Prozess Ihrer Leistungserstellung im Zweifelsfall also lieber etwas ausführlicher als zu knapp. Insbesondere Kriterium 10 zu Innovations- und Produktmanagement bezieht sich auf Innovationsprozesse entlang der Wertschöpfungskette, um die negativen Auswirkungen Ihrer Produkte und Dienstleistungen zu verringern und einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Stellen Sie in Ihrer Beschreibung möglichst den Bezug zum Kerngeschäft her, also zu den Geschäftsfeldern, welche die wesentlichen Werttreiber Ihres Unternehmens sind.

Bitte beachten Sie bei der Beschreibung der Kommunikation Ihres Unternehmens über Probleme entlang der Wertschöpfungskette mit zuliefernden Betrieben, Dienstleistungsunternehmen oder anderen Geschäftspartner/-innen, dass die Beantwortung dieser Frage je nach Branche und Größe Ihres Unternehmens unterschiedlich ausfallen kann. Ein regelmäßiges offenes Gespräch kann ebenso als Antwort dienen wie der eher formalisierte Austausch mittels Verpflichtungserklärungen („Code of Conduct“) und Auditierungsverfahren.
 
Aspekt 1:
Beschreiben Sie, welche Stufen Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette durchlaufen (z. B. vom Rohstoffeinkauf bis zum Leistungszeitpunkt bzw. Recycling).

Aspekt 2:
Berichten Sie, welche Nachhaltigkeitsaspekte für die dargestellten Wertschöpfungsstufen von Bedeutung sind. Erläutern Sie auch, bis zu welcher Tiefe der Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Aspekt 3:
Berichten Sie, ob die jeweiligen sozialen und ökologischen Probleme bekannt sind, die auf den einzelnen Stufen auftreten, und wie diese Probleme angegangen werden.

Aspekt 4:
Berichten Sie, ob und in welcher Form Ihr Unternehmen mit zuliefernden Betrieben und anderen Geschäftspartner/-innen über die genannten Probleme kommuniziert und gemeinsam Lösungen erarbeitet.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Welche dieser Aspekte besonders wichtig für Unternehmen in Ihrer Wertschöpfungskette sind, kann sich von den Aspekten unterscheiden, die Sie für Ihr eigenes Unternehmen als wesentlich identifiziert haben.

Die Wertschöpfungskette beinhaltet sowohl zuliefernde Betriebe, eingekaufte Dienstleistungen und deren Vorstufen, als auch die Nutzer Ihrer Produkte und Dienstleistungen und eventuelles Recycling oder Effekte der Serviceleistung. Eine Wertschöpfungskette kann z.B. folgende Stufen enthalten: Rohstoffbeschaffung, Vorfertigung, Veredelung, Vertrieb, Logistik sowie Recycling und Entsorgung gebrauchter Produkte.
Nachhaltigkeitskriterien sind von Ihrem Unternehmen (möglicherweise anhand von Nachhaltigkeitsstandards) festgelegte Vorgaben, die Geschäftspartner/-innen und deren Subunternehmen erfüllen müssen, um mit Ihrem Unternehmen zusammenarbeiten zu dürfen.

HiPP-Werk Georg Hipp OHG

Stichpunktartig dient das Beikost-Gläschen „Reine Früh-Karotten“ als Beispiel für die Wertschöpfungskette eines HiPP-Produkts in Bio-Qualität:
Boden- und Saatgutkontrollen - Anbau von Bio-Früh-Karotten auf einwandfreiem Acker - Lieferung des Bio-Gemüse ins Werk nach Pfaffenhofen -  Analyse von Musterproben - Analyse ohne Beanstandung: Lieferung darf in der Produktion verarbeitet werden - Nach dem Garen wird der Bio-Gemüsebrei abgefüllt und haltbar gemacht - Jedes Gläschen erhält am Deckelrand eine fortlaufende Nummer, mit Hilfe derer alle Inhaltsstoffe bis aufs Feld zurückverfolgt werden können - Verpackung der Gläschen und Transport zum Logistikzentrum - Zum Endverbraucher gelangt das Bio-Früh-Karotten-Gläschen hauptsächlich über den Lebensmitteleinzelhandel. 

Das Nachhaltigkeitsmanagement bei HiPP hat die gesamte Lieferkette im Blick. Alle Geschäftsbereiche definieren im Hinblick darauf jährlich ihre Nachhaltigkeitsziele. Für die HiPP Einkaufsabteilung ist der nachhaltige Beschaffungsprozess ein essentieller Bestandteil der Geschäftsstrategie. Zur Steuerung der Lieferkette wird derzeit eine Audit-Management-Software integriert. Das System verknüpft chargenbezogen alle relevanten Kriterien im Hinblick auf Unternehmen, Rohstoffe, Qualität sowie nachhaltige und biodiversitätsfreundliche Erzeugung. Außerdem sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Nachhaltigkeits-Standards verbindlich für alle Lieferanten hinterlegt. Jede Rohstoffgruppe und die entsprechenden Lieferanten werden von einem oder mehreren HiPP-Experten betreut und umfassend beraten.

Wie nachhaltig sich HiPP beim Bezug seiner Rohstoffe verhält, belegt das Beispiel aus Costa Rica.

Für die herausragenden Leistungen in diesem Bereich erhielt HiPP bereits den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Nachhaltigster Einkauf“.

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Frankfurter Volksbank eG

Als regionaler Finanzdienstleister bezieht sich unser Einfluss im Bereich Nachhaltigkeit im Wesentlichen auf finanzierte Projekte, Anlagen und weitere Finanzprodukte sowie unsere Mitarbeiter, Dienstleister, Immobilien und das Engagement in der Region. Unsere Wertschöpfung erbringen wir überwiegend selbst und richten unser Produktangebot an den Bedürfnissen unserer Kunden und Mitglieder in der Region aus. Ausgehend von unserem Förderauftrag für die rund 255.000 Mitglieder der Bank messen wir dem Aspekt der ökonomischen Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg höchste Priorität bei - von der sicheren Verwahrung von Kundeneinlagen über die Abwicklung des Zahlungsverkehrs und die nachhaltige Kreditvergabe bis hin zu einer qualitativ hochwertigen, risikobewussten Finanzberatung.

Auch soziale und ökologische Nachhaltigkeitsaspekte werden in verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette berücksichtigt – angefangen beim Angebot nachhaltiger Geldanlageprodukte über die Berücksichtigung von sozialen und ökonomischen Kriterien bei der Kreditvergabe bis hin zum Einkauf von Dienstleistungen und Produkten, bei dem neben der Wirtschaftlichkeit auch Umweltfaktoren ausschlaggebend sind (z.B. FSC-Siegel). So versuchen wir beispielsweise den Ressourcenverbrauch, der sich aus unserer Geschäftstätigkeit - und insbesondere dem Betrieb unserer rund 100 Geschäftsstellen ergibt - durch die fortlaufende Identifizierung und konsequente Umsetzung von Einsparpotentialen (z.B. Austausch von Leuchtmitteln, Dämmmaßnahmen) kontinuierlich zu senken.
Zur Sicherstellung von Nachhaltigkeitsstandards entlang der Lieferkette sollen mittelfristig Nachhaltigkeitsanforderungen für Lieferanten entwickelt werden, die die Erwartungen der Frankfurter Volksbank in diesem Bereich dokumentieren und eine verbindliche Grundlage der Zusammenarbeit bilden.
Eine detaillierte Analyse und Prüfung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsaspekte über alle Stufen unserer Wertschöpfungskette hinweg findet zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht statt.

Neben eigenen Produkten vertreibt die Frankfurter Volksbank Produkte und Dienstleistungen ihrer Partner in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, insbesondere der Unternehmen der DZ BANK Gruppe. Als Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen (UN) hat sich die DZ BANK Gruppe zur Förderung seiner zehn Grundsätze bekannt. Zudem bekennt sie sich zu international anerkannten Menschenrechtsstandards wie den Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen, den Konventionen der International Labour Organization (ILO) oder der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Die DZ BANK, Bausparkasse Schwäbisch Hall, DZ HYP, R+V Versicherung, TeamBank, Union Investment und VR Leasing Gruppe verpflichten seit 2012 ihre Lieferanten mithilfe einer Nachhaltigkeitsvereinbarung auf die Einhaltung der DZ BANK Gruppe-Mindeststandards sowie der Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen und der Anforderungen der ILO.

Die DZ BANK Gruppe ist seit 2011 von oekom research regelmäßig mit dem Prime Status ausgezeichnet worden, der den Unternehmen ein überdurchschnittliches Engagement in Sachen Umwelt und Soziales attestiert. Seit 2015 ist die DZ BANK Gruppe Industry Leader in der Kategorie „Financials / Public & Regional Banks“.

Die Union Investment bekennt sich als Treuhänder zu den United Nations Principles for Responsible Investment (UN PRI) und hat sich damit u.a. verpflichtet, Nachhaltigkeitsthemen (ESG: Environmental Social Governance, d.h. Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) in die Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich einzubeziehen. Zudem hat Union Investment sowohl das Global Investor Statement on Climate Change als auch den Montreal Carbon Pledge unterzeichnet. Zu einer weiteren Maßnahme im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms gehört unter anderem eine Zertifizierung des Geschäftsbetriebes gemäß DIN ISO 14001 Umweltmanagementsysteme.

Sämtliche Aktivitäten der Union Investment im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms werden im CSR-Bericht veröffentlicht. Eine ausführliche und transparente Berichterstattung über die verschiedenen Nachhaltigkeitsaktivitäten ist somit gewährleistet.

Wesentliche Teile der Eigenanlagen der Frankfurter Volksbank entfallen auf die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Dazu gehört auch der Spezialfonds der Union Investment, der den oben genannten Standards entspricht.

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INTER Versicherungsgruppe

4.1. Beschreibung der Wertschöpfungskette
Der größte Teil der Wertschöpfungskette wird von der INTER Versicherungsgruppe selbst erbracht, wodurch wir einen großen Überblick über Wertschöpfungskette und -tiefe haben. Nachhaltigkeitskriterien des Kerngeschäfts von der Beratung über die Produktentwicklung bis zur Kapitalanlage gehen in diese Prozesse ein. Zum Berichtszeitpunkt 2017 fand eine systematische Prüfung der Wertschöpfungskette jedoch noch nicht statt. 

Bei einer Versicherung beginnt die Wertschöpfungskette klassischerweise bei der Produktentwicklung und vollzieht sich über den Vertrieb, die Zeichnungspolitik (transparente Kundenkommunikation, -beratung und -information etc.), die Schadensregulierung bis hin zu etwaigen Rückversicherungen. Daneben laufen Prozesse im Einkauf (Werbeartikel, Papier etc.) sowie in der Unternehmens- und Personalorganisation (Mitarbeiterführung und Vergütung), die teilweise auf externe Partner zurückgreifen müssen. Hier bestehen die größten Risiken bei nicht-nachhaltigen Produkten bzw. Anbietern. Eine transparente und faire Beratung durch unabhängige Vermittler (wie Makler etc.) und unsere Vertriebspartner wird durch die Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) sichergestellt. Für den Kunden ist so gewährleistet, dass ihm nur passende Produkte angeboten werden. Deshalb lassen wir verstärkt auch Umwelt- oder soziale Aspekte in die Kundenberatung einfließen. 

Gerade der Unternehmenswert „Fairness“ in der Kundenbeziehung zahlt sich im positiven Sinne für die INTER Versicherungsgruppe aus. Die INTER Kranken wurde 2017 als „Fairer privater Krankenversicherer“ durch die ServiceValue GmbH im Auftrag von Focus Money prämiert. Die ausgezeichneten privaten Krankenversicherer schnitten in allen fünf Kategorien mindestens „gut“ ab: faires Produktangebot, faire Kundenberatung, faire Leistungsabwicklung, faires Preis-Leistungs-Verhältnis sowie faire Kundenkommunikation. Als Grundlage der Studie wurden 2.100 Kunden befragt. Das Deutsche Institut für Service Qualität (DISQ) und der Nachrichtensender n-tv zeichneten zudem die Bausparkasse Mainz als fairste Bausparkasse Deutschlands aus. Hierbei belegte die BKM in den Kategorien Zuverlässigkeit, Transparenz und Preis-Leistungsverhältnis jeweils den ersten Platz. Die BKM wurde bereits mehrfach für ihre Produkt- und Servicepolitik ausgezeichnet.

Die Langfristigkeit unserer geschäftlichen Beziehungen mit Kunden, Partnern, deren Reputation sowie die sorgfältige vorherige Überprüfung sicherten uns bisher ein solides und nachhaltiges Wirtschaften. Dies betrifft auch Bereiche fernab unseres Produktgeschäfts: Etwa beziehen wir unseren Fisch und unsere Meeresfrüchte für das Betriebsrestaurant nur aus zertifizierten Fanggebieten und verwenden in der Direktion FSC- und PEFC-zertifiziertes Papier.

4.2. Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung und Tiefe der Nachhaltigkeitsberücksichtigung
Auch im Jahr 2017 stand die Sicherheit der Anlagen im Vordergrund der Kapitalanlagestrategie. So gewährleisten wir auch weiterhin die Einhaltung unserer Verpflichtung gegenüber dem Gesetzgeber, im Interesse der Kunden unsere gesamten Vermögenswerte nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht anzulegen sowie die Ziele der Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität einzuhalten (§124 Versicherungsaufsichtsgesetz). Neu- bzw. Wiederanlagen wurden daher schwerpunktmäßig in lang laufende gedeckte Zinsanlagen mit zum Teil bester Bonität getätigt. Die durchschnittliche Ratingqualität des Zinsanlagenbestandes liegt auf Basis externer Ratings mit A+ und auf Basis interner Ratings mit A+ (gemäß Moody’s WARF) auf einem hohen Niveau. Aufgrund der Langfristigkeit unserer Anlagen, welche im Kerngeschäft von Versicherungen begründet ist, ist die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit wesentlicher Bestandteil unserer Kapitalanlagen. Da das Risiko, nicht-nachhaltige Kapitalanlagen zu unterstützen, besteht, überprüfen wir die Kapitalanlagegesellschaften und die Produkte, mit denen wir arbeiten, sorgfältig. Dies bezieht sich auf unsere Lieferanten in der Wertschöpfungstiefe, Ebene II. Wir garantieren, dass wir nur selbst oder mit direkten Lieferanten Geschäftsbeziehungen unterhalten, die wir im Rahmen der CSR-Berichterstattung auf ihre Nachhaltigkeitsaspekte überprüfen.

Nachhaltigkeit wird bei den von uns investierten Fonds berücksichtigt. Die Prüfung der Corporate Governance-Strukturen der jeweiligen Zielfondsmanager ist wichtiger Bestandteil ihrer Due Diligence. Die jeweilige ESG-Policy ist bei allen Investment Managern im Investmentprozess bzw. Risikomanagementprozess verankert. Dabei werden wesentliche ESG-Risikofaktoren berücksichtigt und der Bewertung unterzogen. ESG-Aspekte sind damit ein wesentlicher Bestandteil des Investmentanalyse- und Entscheidungsprozesses und unsere Partner weisen keine ESG-kritischen Investments auf. Uns ist nicht bekannt, dass es in der Vergangenheit im Hinblick auf die Einhaltung relevanter Industrie-Codes oder -Policies Verstöße gab. 

Eine hohe Zufriedenheit unserer Kunden mit den Produkten und Serviceleistungen der INTER Versicherungsgruppe ist unser Ziel. Wir sind überzeugt, dass wir aus den Beschwerden einzelner Kunden viel über die Bedürfnisse unserer gesamten Kundschaft erfahren können, um unser Handeln hieran auszurichten. Deshalb eröffnen wir unzufriedenen Kunden einfache Möglichkeiten, Lob oder Beschwerde loszuwerden, beispielsweise auf www.inter.de. Beschwerden werden zentral durch ein spezialisiertes Team für unsere Kunden geprüft. Im Übrigen erfolgt die Beschwerdebearbeitung in unseren kundenorientierten Fachbereichen nach festgelegten Qualitätsstandards. Inhaltlich lautet unser Anspruch, die Sichtweise des Kunden zu verstehen. So können wir eine angemessene Lösung entwickeln, welche die Situation des einzelnen Kunden berücksichtigt und zugleich mit den Interessen der Versichertengemeinschaft in Einklang steht. Das Beschwerdeaufkommen wird in einer speziellen IT-Anwendung erfasst und fortlaufend analysiert. Damit ist gewährleistet, dass wiederholt auftretende oder systematische Probleme sowie potentielle Risiken unverzüglich festgestellt und behoben werden können. Leitlinien zur Beschwerdeerkennung, -erfassung, -bearbeitung und -analyse definieren und sichern unternehmensweit einheitlich hohe Qualitätsstandards. Die Einhaltung der Leitlinien gewährleistet die Beschwerdemanagementfunktion. In Mitarbeiterbefragungen erzielte die Frage, ob Kundenbeschwerden im Unternehmen ernst genommen werden, wiederholt höchste Zustimmungswerte. Sehr gute Teilbewertungen erzielte das INTER-Beschwerdemanagement-System in den veröffentlichten Unternehmensratings der Ratingagentur ASSEKURATA. Die durch Kundenbefragungen belegte, wachsende Zufriedenheit unserer Kunden mit den Produkten und Serviceleistungen der INTER Versicherungsgruppe bestätigt die Wirksamkeit unseres INTER-Beschwerdemanagement-Systems. Falls es doch einmal zu Unstimmigkeiten mit Kunden kommt, greifen wir als Versicherer auf Streitschlichtungsverfahren zurück. So bietet z. B. die Institution des Ombudsmanns der PKV (Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.) die Möglichkeit, Meinungsverschiedenheiten einvernehmlich ohne ein Gerichtsverfahren zu schlichten. Der Ombudsmann soll in jedem Stadium des Verfahrens zwischen den Beteiligten vermitteln und eine Versöhnung erreichen. Die Unternehmen der INTER Versicherungsgruppe haben sich zur Teilnahme an folgenden Streitschlichtungsverfahren verpflichtet: INTER Kranken: Ombudsmann Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.; INTER Leben und INTER Allgemeine: Versicherungsombudsmann e.V. Für Verbraucher, die den Versicherungsvertrag auf elektronischem Weg abgeschlossen haben, steht die Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung zur Verfügung.

4.3. Ökologische und soziale Probleme im Wertschöpfungsprozess
Die INTER Versicherungsgruppe kommt auch als Versicherungsunternehmen mit ökologischen und sozialen Fragen in Berührung. Beispielsweise optimieren wir derzeit unser Ressourcenmanagement, z. B. den Verbrauch von Papier, Verpackungs- und Werbematerial. In der betriebseigenen INTER Akademie bilden wir unsere Vermittler selbst aus bzw. weiter. Die INTER ist darüber hinaus dem GDV-Verhaltenskodex und dem GDV-Datenschutzkodex beigetreten. Damit geben wir unseren Vertriebspartnern nicht nur eine Anleitung zum integren Handeln, sondern stellen auch eine hohe Beratungsqualität sicher. Im Produktbereich verpflichtet sich die INTER zu verantwortungsvollen Investitionen, die neben der Sicherheit und Rendite also auch ethische Werte berücksichtigen. Die INTER hat sich daher zum Ziel gesetzt, bei der Produktentwicklung soziale Leistungsbestandteile einzubeziehen, die bedarfsorientiert und kalkulatorisch sinnvoll sein müssen. Mindestens eine nachhaltige Kapitalanlage soll dementsprechend für INTER MeinLeben® angeboten werden.

Die grundsätzliche Ausrichtung der Kapitalanlagen ist entsprechend der Unternehmensleitlinie auf Sicherheit und Langfristigkeit abgestellt. Die konsequente Umsetzung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften wird durch ein qualifiziertes Kapitalanlagemanagement, eine perspektivische Kapitalanlagepolitik und organisatorische Maßnahmen, wie die klare Trennung von Portfoliomanagement, Abwicklung und Risikocontrolling, sichergestellt. Derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte werden strikt nach den dafür geltenden besonderen Bestimmungen behandelt und stehen unter ständiger Beobachtung. 

Die Wertpapiereigenanlagen des Bereichs Bausparen erfolgen ebenfalls auf Basis einer internen Kapitalanlagerichtlinie, die den Rahmen des möglichen Anlagespektrums aufgrund der Vorgabe von Mindestratings, internen Limits und externen Bonitätsprüfungen beschränkt. Die Bausparkasse Mainz hat daneben den freiwilligen Verhaltenskodex zwischen den europäischen kreditwirtschaftlichen Verbänden und den europäischen Verbraucherorganisationen für die Vergabe von wohnwirtschaftlichen Krediten unterzeichnet. Ziel dieses Kodex ist die umfassende Information der Verbraucher über alle angebotenen wohnwirtschaftlichen Kredite.

4.4. Kommunikation mit Lieferanten und Geschäftspartnern
Die Kommunikation mit unseren Lieferanten und Geschäftspartnern erfolgt transparent über den jeweiligen Fachbereich. Die INTER unterhält ein Netz aus über 300 Vertriebspartnern in der Ausschließlichkeit, die vom internen Vertriebsmanagement der INTER betreut werden. Zusätzlich gibt es den INTER-Maklervertrieb, der Kontakt z. B. zu den Makler-Pools und den ungebundenen Vermittlern unterhält. 

Wir pflegen den persönlichen Kontakt zu den unabhängigen Vermittlern vor Ort. Darüber hinaus stehen weitere Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise das INTER MaklerNet. Dort finden unabhängige Vermittler Vertriebsmaterialien, News-Service sowie personalisierte Zugangsmöglichkeiten. Um den Informationsaustausch schnell und nachhaltig zu gestalten, bietet die INTER Online-Abschlüsse sowie die INTER Makler App an. Die INTER veranstaltet zudem Webinare und Roadshows, wobei die Teilnehmer für den Schulungsteil Weiterbildungspunkte erhalten können. Die Teilnahme an der Roadshow ist selbstverständlich kostenfrei. Daher ist die INTER auch Teil der Initiative „gut beraten“ – Weiterbildung (WB) der Versicherungsvermittler in Deutschland. 

Alle Vertriebspartner in der Ausschließlichkeit haben zusätzlich die Möglichkeit, über die INTER-Werbebox auf sämtliche Werbemaßnahmen zuzugreifen. Diese können durch die Vertriebspartner online individualisiert, geschaltet und per Mausklick bestellt werden. Ziel der INTER-Werbebox ist zum einen ein durchweg einheitliches Erscheinungsbild in den Werbemaßnahmen. Zum anderen können Aktionen wie Mailings nun einfach, rechtssicher und schnell umgesetzt werden. 

 

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Steinbildhauerei Vincent Timothy C. Vincent

Natursteingewinnung und -verarbeitung in Abbauländern wie Indien, Afrika oder China und der Transport aus Übersee erfolgen häufig unter Verletzung der Menschenrechte und gehen mit Umweltzerstörung einher. Am bedeutsamsten für die nachhaltige Wertschöpfung ist für uns, wo und wie der Naturstein gewonnen und verarbeitet wird.   Die Überprüfung der gesamten Lieferkette für Natursteinmaterial aus Übersee hinsichtlich sozialer Nachhaltigkeitskriterien ist nach wie vor sehr schwierig. Selbst Gütesiegel wie Fair Stone oder Xertifix können nicht garantieren, dass das Natursteinmaterial in den Abbauländern nicht von Kinderhand oder durch Lohnsklaverei gewonnen bzw. verarbeitet wurde.   Daher wird von uns ausschließlich deutscher oder europäischer Naturstein bezogen, und zwar zu 100 % von deutschen Zulieferern. Die Überprüfung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien erstreckt sich auf die direkten Zulieferer:

  • Wir arbeiten mit einer überschaubaren Anzahl von deutschen Lieferanten zusammen, i. w. Natursteinhändler und Steinbruchunternehmen. Diese sind uns persönlich langjährig bekannt, kennen unsere Nachhaltigkeitsanforderungen und haben sich als zuverlässig erwiesen. Die sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit wie die Einhaltung der Menschenrechte und der ILO Kernarbeitsnormen sind bei den deutschen Lieferanten gewährleistet.
  • Um  Menschenrechtsverletzungen auszuschließen, wird von den deutschen Lieferanten ausschließlich europäisches bzw. deutsches Material bezogen. Nicht nachhaltige Ware wird nicht bezogen, auch keine Re-Importe. Ein Gütesiegel für europäischen oder deutschen Naturstein existiert bislang nicht.
  • Mit den Lieferanten werden die sozialen und ökologischen Probleme der Lieferkette diskutiert. Die Händler bieten in erster Linie europäischen Naturstein an, aber auch problematische Importware aus Fernost.
  • Die kurzen Transportwege, am idealsten bei Natursteinen aus deutschen Steinbrüchen, sorgen für einen besseren ökologischen Fußabdruck als Ware aus Übersee.
  • Wenn das Grabmal aus einem recycelten endberäumten Grabmal entworfen und hergestellt wurde, ist die Prüfung der Lieferkette naturgemäß nicht mehr möglich.
  • Für die im Betrieb genutzten Werkzeuge wurde der französische Hersteller Guillet (www.guillettools. org) gefunden, der sich für seine kontinuierlichen Verbesserungsprozesse in Bezug auf Umwelt- und Arbeitsschutz zertifizieren lässt (DIN 14001).
  • Pressluftwerkzeuge werden bei der in Wuppertal ansässigen und produzierenden Firma. F&K Fuhrer und Klupfel gekauft und Elektrowerkzeuge bei Bosch.
Ökologische Aspekte in der Nutzungsphase:
Grabmale aus Naturstein haben eine sehr lange Nutzungsphase, oft mehr als 20 Jahre, und bleiben bei guter Gestaltung zeitlos schön.

Ökologische Aspekte nach der Nutzungsphase:
In der Regel werden nicht mehr genutzte Grabmale von den Friedhofsverwaltungen wie Abfall behandelt und zu minderwertigem Schotter für den Baubereich verarbeitet. Grabmalrecycling hat in jedem Fall positive Umwelteffekte, durch die Erhaltung der individuellen und hochwertigen Ressource Naturstein und kurze Lieferwege.

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Neumarkter Lammsbräu

Die genaue Aufschlüsselung der Wertschöpfungskette ist bei der Neumarkter Lammsbräu im Bereich der „nachhaltigen Beschaffung“ angesiedelt. Dazu wurden 2015 nachhaltige Beschaffungskriterien für das Unternehmen definiert und begonnen, die Wertschöpfungskette der Getränke-Rohstoffe genauer zu analysieren (s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 68-69). Für unsere Bio-Biere beziehen wir fast ausschließlich Braugerste von unseren Vertragslandwirten, die sich in der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe (EZÖB) zusammengeschlossen haben. In 2017 wurden 73% Braugetreide von unseren regionalen Bauern bezogen. Damit wird im Umkreis von etwa 70 km bewusst der ökologische Landbau und zwar vom Anfang der Wertschöpfungskette an gefördert.  

Auch für unsere Bio-Limonaden werden ausschließlich ökologisch erzeugte Rohstoffe verwendet. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten vorgelagerten Rohstofflieferketten unserer Bio-Limonaden außerhalb Deutschlands, z.T. sogar außerhalb Europas liegen, ist es z.B. wesentlich schwieriger, alle Wege und Verarbeitungsorte lückenlos und transparent aufzudecken und somit die Auswirkungen in diesen Lieferketten zu bestimmen. Dies stellt die Neumarkter Lammsbräu vor große Herausforderungen. Deshalb wurde in 2016/2017 eine „Sustainability Hot Spot Analyse“ für alle wichtigen verarbeiteten Limonadenrohstoffe entlang der gesamten Lieferkette mit dem Ziel durchgeführt, Brennpunkte im Anbau und der Weiterverarbeitung aufzudecken. Hilfreich hierfür sind bspw. die ILO-Kernarbeitsnormen oder die UN Menschenrechtsdeklaration. Die „Sustainability Hot Spot Analyse“ ergab keine kritischen Punkte entlang der Lieferketten. Es zeigte sich aber deutlich, dass die Neumarkter Lammsbräu durch die geringen Bezugsmengen und die Komplexität der Lieferkette nur geringe Einflussmöglichkeiten hat. Eine in 2018 angestrebte Naturland-Verbandszertifizierung soll dem entgegenwirken und durch strenge Kontrollen soziale wie auch teilweise ökologische Standards entlang der Limonaden-Lieferketten garantieren. Bis Ende 2018 soll demnach eine 60-prozentige Verbandszertifizierung bei den Bio-Limonaden erreicht werden und langfristig gesehen 100 Prozent (Näheres s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 79). Ferner liefert die „Sustainability Hot Spot Analyse" eine fundierte Datengrundlage und ermöglicht daher eine sehr realitätsnahe Abbildung der Logistik entlang der Lieferketten, so dass die dadurch entstandenen Transportemissionen und deren Entwicklung genauestens nachvollzogen werden können.

Um unsere hohen Standards einzuhalten, führen wir mit unseren wichtigsten Lieferanten regelmäßig Audits durch, die neben den qualitativen Kriterien auch ökologische und soziale Kriterien beim Lieferanten direkt abfragen.
Ergänzend dazu verpflichten wir mittlerweile alle Lieferanten auf unseren Code of Conduct, der neben ethischen Werten (Geschäftsintegrität) faire Sozial- und Umweltstandards festlegt (s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 72-73). Dadurch steht die Neumarkter Lammsbräu in stetigem Kontakt mit ihren Lieferanten und kann die Überprüfung von Nachhaltigkeitsaspekten entlang der Lieferkette bis zu einem hohen Grad gewährleisten (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 74).

Die letzte Wertschöpfungsstufe (Entsorgung) der Bio-Brauerei ist vom Mehrweg-System geprägt, welches ermöglicht Glasflaschen ca. 20 Mal wiederzubefüllen. Auch die Etiketten und Kronkoren sind umweltfreundlich gestaltet, nämlich Kronkorken pvc frei und die Etiketten frei von Schwermetallen. Hinsichtlich einer nachhaltigeren Papiergestaltung will die Brauerei die Marktentwicklung in den nächsten Jahren stark beobachten und falls durch neue Technologien möglich, eine Crade-to-Cradle Zertifizierung anstreben (s. Nachhaltigkeitsbericht 2017, S. 94).

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