Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

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Die Wertschöpfungskette reicht von der Rohstoffproduktion über die Erstellung des eigentlichen Produkts oder der Dienstleistung bis hin zum Recycling nach der Nutzung bzw. Ende des Services. Während Teile dieser Wertschöpfung innerhalb Ihres Unternehmens stattfinden, liegen andere Teile außerhalb der unmittelbaren Kontrolle Ihres Unternehmens. Hier Verantwortung zu übernehmen und aktiv auf die Wertschöpfungskette im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einzuwirken, kann einerseits neue Chancen eröffnen (z.B. in der Produktentwicklung) und andererseits Risiken vorbeugen. Öffentliche Reaktionen auf Skandale in der Lieferkette haben in der Vergangenheit sehr deutlich gezeigt, dass negative Auswirkungen in der Wertschöpfungskette auch dem Ruf von Unternehmen schaden.

Was ist zu beachten?
Auch wenn es nur wenige Stufen zur Erstellung Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen bedarf, die Sie womöglich hauptsächlich selbst und ausschließlich in Deutschland erbringen, bitten wir Sie, die Wertschöpfungskette Ihres Unternehmens möglichst konkret darzustellen. Denken Sie dabei auch an zugekaufte Grundstoffe, Produkte und Dienstleistungen wie z.B. IT, Büromaterialien oder einen ausgelagerten Kundenservice.
Mit der Beschreibung Ihrer Wertschöpfungskette legen Sie die Grundlage für den Inhalt nachfolgender Kriterien. Beschreiben Sie den Prozess Ihrer Leistungserstellung im Zweifelsfall also lieber etwas ausführlicher als zu knapp. Insbesondere Kriterium 10 zu Innovations- und Produktmanagement bezieht sich auf Innovationsprozesse entlang der Wertschöpfungskette, um die negativen Auswirkungen Ihrer Produkte und Dienstleistungen zu verringern und einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Stellen Sie in Ihrer Beschreibung möglichst den Bezug zum Kerngeschäft her, also zu den Geschäftsfeldern, welche die wesentlichen Werttreiber Ihres Unternehmens sind.

Bitte beachten Sie bei der Beschreibung der Kommunikation Ihres Unternehmens über Probleme entlang der Wertschöpfungskette mit zuliefernden Betrieben, Dienstleistungsunternehmen oder anderen Geschäftspartner/-innen, dass die Beantwortung dieser Frage je nach Branche und Größe Ihres Unternehmens unterschiedlich ausfallen kann. Ein regelmäßiges offenes Gespräch kann ebenso als Antwort dienen wie der eher formalisierte Austausch mittels Verpflichtungserklärungen („Code of Conduct“) und Auditierungsverfahren.
 
Aspekt 1:
Beschreiben Sie, welche Stufen Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette durchlaufen (z. B. vom Rohstoffeinkauf bis zum Leistungszeitpunkt bzw. Recycling).

Aspekt 2:
Berichten Sie, welche Nachhaltigkeitsaspekte für die dargestellten Wertschöpfungsstufen von Bedeutung sind. Erläutern Sie auch, bis zu welcher Tiefe der Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Aspekt 3:
Berichten Sie, ob die jeweiligen sozialen und ökologischen Probleme bekannt sind, die auf den einzelnen Stufen auftreten, und wie diese Probleme angegangen werden.

Aspekt 4:
Berichten Sie, ob und in welcher Form Ihr Unternehmen mit zuliefernden Betrieben und anderen Geschäftspartnerinnen und -partnern über die genannten Probleme kommuniziert und gemeinsam Lösungen erarbeitet.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Welche dieser Aspekte besonders wichtig für Unternehmen in Ihrer Wertschöpfungskette sind, kann sich von den Aspekten unterscheiden, die Sie für Ihr eigenes Unternehmen als wesentlich identifiziert haben.

Die Wertschöpfungskette beinhaltet sowohl zuliefernde Betriebe, eingekaufte Dienstleistungen und deren Vorstufen, als auch die Nutzer Ihrer Produkte und Dienstleistungen und eventuelles Recycling oder Effekte der Serviceleistung. Eine Wertschöpfungskette kann z.B. folgende Stufen enthalten: Rohstoffbeschaffung, Vorfertigung, Veredelung, Vertrieb, Logistik sowie Recycling und Entsorgung gebrauchter Produkte.
Nachhaltigkeitskriterien sind von Ihrem Unternehmen (möglicherweise anhand von Nachhaltigkeitsstandards) festgelegte Vorgaben, die Geschäftspartner/-innen und deren Subunternehmen erfüllen müssen, um mit Ihrem Unternehmen zusammenarbeiten zu dürfen.

WertSicht GmbH

Wir sind ein Unternehmen, welches Organisationen dabei berät und begleitet, sich nachhaltig und zukunftsorientiert aufzustellen. Unsere Wertschöpfungskette umfasst:

  • An- und Abreise unserer MitarbeiterInnen (CO2-Ausstoß bei privater Nutzung der Firmen-PKW)
  • Betrieb unserer Büros (Strom-, Wasserverbrauch, Wärmeenergiebedarf, Abfallanfall, Kopierpapier)
  • Unsere Beratungsleistungen des Kunden (zum Teil nachweisbar durch direkte Umweltentlastung)
  • Anfahrt zum Kunden (CO2-Ausstoß der Firmen-PKW)
  • Beschaffung von Arbeits-/Büromaterialien und Dienstleistungen
  • (festgelegte Vorgaben, wie bspw., 100% Recycling-Papier, fair-gehandelter Kaffee/Tee)

Die Nachhaltigkeitskriterien, die wir diesbezüglich beeinflussen, bzw. erfassen sind im Klammern oben ergänzt.

Unsere Büros nutzen wir gemeinsam mit anderen Unternehmen. So können Besprechungsräume und Sozialräume gemeinsam genutzt werden und der Flächenbedarf je MitarbeiterInnen ist geringer.

Als Beratungsunternehmen agieren wir vorrangig regional. Der ökologische Mehrwert der Beratungsleistung soll im positiven Verhältnis zum Aufwand unserer Leistung stehen, bspw. sollte die erzielte Umweltentlastung bei unseren Kunden über den Umweltbelastungen durch unsere Anreise liegen. Bei überregionaler und internationaler Tätigkeit versuchen wir mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten, und unsere Vor-Ort-Präsenz möglichst gering zu halten.

Für die Beschaffung von Lieferanten und Produkten haben wir Beschaffungsrichtlinien festgelegt. Wir legen einen großen Wert auf die sozial-ökologische Ausrichtung unserer Lieferanten und nehmen dafür höhere Preise in Kauf. Wir beziehen bspw. ausschließlich fair-gehandelten Kaffee, Fairphones, Honig und Tee, Ökostrom, PKW mit einem CO2-Ausstoß < 110 g CO2/ km. Unsere Büro-Materialien beziehen wir vorrangig beim ökologisch-ausgerichtetem Versandhandel memo und achten auch hier auf die ökologischsten Alternativen.

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HiPP-Werk Georg Hipp OHG

Stichpunktartig dient das Beikost-Gläschen „Reine Früh-Karotten“ als Beispiel für die Wertschöpfungskette eines HiPP-Produkts in Bio-Qualität:
Boden- und Saatgutkontrollen - Anbau von Bio-Früh-Karotten auf einwandfreiem Acker - Lieferung des Bio-Gemüse ins Werk nach Pfaffenhofen -  Analyse von Musterproben - Analyse ohne Beanstandung: Lieferung darf in der Produktion verarbeitet werden - Nach dem Garen wird der Bio-Gemüsebrei abgefüllt und haltbar gemacht - Jedes Gläschen erhält am Deckelrand eine fortlaufende Nummer, mit Hilfe derer alle Inhaltsstoffe bis aufs Feld zurückverfolgt werden können - Verpackung der Gläschen und Transport zum Logistikzentrum - Zum Endverbraucher gelangt das Bio-Früh-Karotten-Gläschen hauptsächlich über den Lebensmitteleinzelhandel. 

Das Nachhaltigkeitsmanagement bei HiPP hat die gesamte Lieferkette im Blick. Alle Geschäftsbereiche definieren im Hinblick darauf jährlich ihre Nachhaltigkeitsziele. Für die HiPP Einkaufsabteilung ist der nachhaltige Beschaffungsprozess ein essentieller Bestandteil der Geschäftsstrategie. Zur Steuerung der Lieferkette wird derzeit eine Audit-Management-Software integriert. Das System verknüpft chargenbezogen alle relevanten Kriterien im Hinblick auf Unternehmen, Rohstoffe, Qualität sowie nachhaltige und biodiversitätsfreundliche Erzeugung. Außerdem sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Nachhaltigkeits-Standards verbindlich für alle Lieferanten hinterlegt. Jede Rohstoffgruppe und die entsprechenden Lieferanten werden von einem oder mehreren HiPP-Experten betreut und umfassend beraten.

Wie nachhaltig sich HiPP beim Bezug seiner Rohstoffe verhält, belegt das Beispiel aus Costa Rica.

Für die herausragenden Leistungen in diesem Bereich erhielt HiPP bereits den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Nachhaltigster Einkauf“.

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Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft

Die Geschäftstätigkeit der Berentzen-Gruppe umfasst sowohl die Herstellung und den Vertrieb von Spirituosen und alkoholfreien Getränken (AFG) als auch die Entwicklung und den Vertrieb von Frischsaftsystemen. Einzelne Schritte der Wertschöpfung der Produkte in den Segmenten Spirituose und AFG finden in vorgelagerten Wertschöpfungsstufen bei Lieferanten statt. Hier werden die notwendigen Komponenten und Vorprodukte sowie Hilfsstoffe und Verpackungsmaterialien erzeugt. Ebenfalls außerhalb des Konzerns findet ein großer Teil der Energiegewinnung statt. Während der Herstellung der Fertigprodukte innerhalb der Systemgrenze der Berentzen-Gruppe, aber auch in den vorgelagerten Stufen, fallen verschiedene Abfälle sowie Emissionen an.
Sowohl innerhalb der eigenen Wertschöpfungsschritte als auch innerhalb vorgelagerter Wertschöpfungsstufen können verschiedene ökologische und soziale Probleme auftreten. Zu den größten potenziellen Problemen zählen Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen die ILO-Kernarbeitsnormen, Umweltverschmutzung und ein hohes Emissionsaufkommen. Hieraus können neben finanziellen Einbußen Sanktionen oder rechtliche Konsequenzen, Lieferengpässe und die Gefährdung von Handelsbeziehungen sowie ein Reputationsverlust drohen.
Die Berentzen-Gruppe analysiert und erfasst soziale und ökologische Probleme in der eigenen Wertschöpfungskette und leitet entsprechende Maßnahmen ein, um diese zu beseitigen. Durch Vertragsvereinbarungen und den Berentzen-Lieferantenkodex, der Mindeststandards für soziale und ökologische Themen enthält, werden die Lieferanten ebenfalls zur Einhaltung von Standards und der Beseitigung sozialer und ökologischer Probleme angehalten.  

Weitere Informationen ab S. 21 ff. im Nachhaltigkeitsbericht 2017 im Kapitel „Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette und im Unternehmensumfeld“, auf Seite 39 im Kapitel „Wertschöpfungskette Spirituose und AFG“ und Seite 37 ff. im Kapitel „Unsere ökologische Verantwortung“

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Sparkasse Vorpommern

Die wesentliche Wertschöpfungskette der Sparkasse Vorpommern liegt in der Annahme und Verwaltung von Geldeinlagen, der Ausreichung von Krediten sowie der Versorgung der Bevölkerung mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen. Unsere Produkte richten sich an Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kommunen. Wir ermöglichen auch wirtschaftlich schwächeren Privatpersonen die Teilnahme am Wirtschaftsleben und stellen Basis-Bankdienstleistungen für jedermann bereit. Jeder Kunde wird bei Bedarf von qualifizierten Mitarbeitern ganzheitlich beraten. In Beratungsgesprächen wird die Komplexität von Finanzprodukten erklärt, um den Kunden die Chance zu geben, Finanzprodukte nach ihren Bedürfnissen zu erhalten. Hierfür bilden wir unsere Mitarbeiter konsequent weiter.

Die Sparkasse wirkt an der Lösung ökologischer und sozialer Probleme in der Region mit. Im Kerngeschäft werden mittels des ganzheitlichen Beratungsansatzes Empfehlungen ausgesprochen, die allgemeine wirtschaftliche Risiken unserer Kunden verringern sollen (Sicherung der Altersvorsorge, Absicherung von Risiken, Vermeidung von Überschuldung). Dies gilt analog für unsere Angebote zur Information und Bildung in finanziellen Fragen. Übergreifend können wir auch durch unsere Förderansätze die Lösung ökologischer und sozialer Probleme unterstützen, beispielsweise durch finanzielle Förderungen der Tafeln im Geschäftsgebiet oder die Auslobung eines Preises im Bereich Klimaschutz. Indirekt können durch die Vergabe von Krediten Investitionen ermöglicht werden, die zur Problemlösung beitragen, z. B. für energetische Sanierungen von Gebäuden oder klimaeffizientere Fahrzeuge.

D
urch unseren regionalen Ansatz unterstützen wir die Wertschöpfung in der Region und verursachen keine ökologischen oder sozialen Probleme in anderen Teilen der Welt. Natürlich hat auch der von uns geförderte Bau von Eigenheimen sowohl positive Aspekte (Altersvorsorge, Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region, Generierung von Steuern) als auch negative (Flächenversiegelung, betriebsökologisch vergleichsweise weniger effiziente Wohnform). Unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, z. B. im Bereich Energie, überwiegen jedoch die positiven Effekte.

Die wesentlichen, für unsere Wertschöpfung relevanten Lieferanten sind Unternehmen aus der Sparkassen-Finanzgruppe (DekaBank, Nord/LB, Deutscher Sparkassenverlag) und verfügen über eigene Nachweise im Bereich Nachhaltigkeit (Ethikrichtlinie, UN Global Compact). Weitere für unseren Betrieb notwendige Leistungen kaufen wir möglichst bei regionalen Unternehmen ein. In individuellen Verträgen, beispielsweise für Bauleistungen, vereinbaren wir dabei die Einhaltung der Mindestlohnstandards. Im Übrigen werden im regionalen Kontext höchste Standards bei Abfallentsorgung und Recycling eingehalten.

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FD Textil GmbH

Die im Kriterium 2 genannten Nachhaltigkeitsaspekte sind für unsere Wertschöpfung relevant.

 

Die Wertschöpfungskette:

Unser Produktangebot besteht im Wesentlichen aus Textilien, die von uns in Düsseldorf bedruckt werden. Die Wertschöpfungskette der bezogenen Textilien ist global verteilt, beginnend mit der Rohstofferzeugung, der Faserproduktion, der Weiterverarbeitung in Webereien und Nähereien, Textilveredelung, Bedrucken, Vertrieb/Handel, Nutzungsphase, bis hin zur Recycling-/Entsorgungsphase.


Veredelung im eigenen Betrieb in Düsseldorf:

Die Überprüfung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien in den Handlungsfeldern „Umwelt“ und „Mitarbeiter“ können wir in unserem Betrieb in Düsseldorf direkt vornehmen, da wir in unserem eigenen Betrieb mit unseren eigenen Mitarbeitern die Produkte bedrucken bzw. veredeln.

 

Die Überprüfung im Handlungsfeld „Lieferanten/Lieferkette“ stellt die größte Herausforderung dar:

Wir beziehen unsere Ware von einer kleinen Anzahl deutscher Lieferanten aus dem Bereich Textil-Großhandel.
Ca. 80 % der von uns über Großhändler bezogenen Materialien sind Textilien, deren Herstellung in Schwellen-/Entwicklungsländern mit Risiken für Mensch und Natur einhergehen könnten.

Einige unserer Lieferanten nutzen für einen kleinen Teil der angebotenen Produkte Textil-Gütesiegel.

 

Fallweise kommunizieren wir gegenüber unseren Lieferanten die sozialen und ökologischen Probleme in der Wertschöpfungskette von Textilien. So haben wir in der Vergangenheit Anfragen für Sonderproduktionen abgelehnt, die nicht bei uns, sondern bei Herstellern in Drittländern gefertigt worden wären und wir hohe Risiken hinsichtlich der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit vermuteten.

 

Während der Nutzungsphase:

Wir achten auf hohe Qualität und Langlebigkeit, für eine lange Nutzungsphase durch den Endkonsumenten: Für Drucke auf Arbeitsbekleidung bieten wir auch kochfeste Transfers an. Diese gehen auch bei härtester Waschgangart nicht kaputt.

 

Wir sorgen für das Wohl unserer Kunden und schützen ihre Gesundheit während der Nutzungsphase unserer Produkte: Wir verwenden nur unbedenkliche Stoffe, die ungefährlich für die Gesundheit unsere Kunden sind.

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