Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

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Gerade die globalisierte Wirtschaft mit immer komplexer werdenden Lieferketten und zunehmendem Wettbewerbsdruck birgt die Gefahr der Menschenrechtsverletzungen. Daher stehen Unternehmen zunehmend in der Verantwortung, diese Rechte in ihrer eigenen Geschäftstätigkeit und entlang der Wertschöpfungskette effektiv zu schützen. Menschenrechtsverletzungen werden durch die globale Informationsgesellschaft schneller öffentlich und fließen in Risikobewertungen von Unternehmen ein; sie beeinflussen Verbraucherverhalten und Geschäftsbeziehungen. Die Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht im Unternehmen kann somit nicht nur die Kunden- sondern auch die Mitarbeiterbindung stärken sowie Lieferbeziehungen verbessern und somit zum langfristigen Erfolg des Unternehmens beitragen.

Was ist zu beachten?
Die Einhaltung der Menschenrechte ist nicht nur ein Thema für international operierende Unternehmen. Auch innerhalb Deutschlands sind Menschenrechtsthemen wie die Vereinigungsfreiheit (z.B. bezogen auf die Bildung von Gewerkschaften), das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit, oder der Schutz vor (Berufs-)Krankheiten relevant.  Bitte beschreiben Sie an dieser Stelle explizit, wie Sie im Unternehmen der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen und in Zukunft nachkommen wollen und zeigen Sie auf, wie Sie über die Einhaltung von geltenden Gesetzen hinausgehen. Als Orientierung kann Ihnen an dieser Stelle der Leitfaden zur Achtung von Menschenrechten für Unternehmen  dienen (erarbeitet vom Deutschen Global Compact Netzwerk, twentyfifty und dem Deutschen Institut für Menschenrechte).

Es gibt Schnittstellen mit dem Kriterium 14, Arbeitnehmerrechte. Beschreiben Sie daher neben der Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Ihre Mitarbeitenden hier insbesondere auch Ihren Umgang mit den Menschenrechten anderer Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette, wie etwa Kunden (z.B. Produktsicherheit i.S.v. Recht auf körperliche Unversehrtheit), Anwohner (Umsiedelung i.S.v. Landrecht), besonders Schutzbedürftiger usw.
Aspekt 1:
Berichten Sie über die Zielsetzungen und den geplanten Zeitpunkt der Zielerreichung für die Einhaltung von Menschenrechten bezogen auf das eigene Unternehmen, etwaige Tochtergesellschaften sowie zuliefernde Betriebe und Dienstleister.

Aspekt 2:
Berichten Sie über Strategien und konkrete Maßnahmen für die Einhaltung von Menschenrechten, bezogen auf das eigene Unternehmen, etwaige Tochtergesellschaften und zuliefernde Betriebe.

Aspekt 3:
Berichten Sie, ob und in welchem Maße bisherige Ziele erreicht wurden, bzw. legen Sie offen, wenn Sie Ziele nicht erreichen konnten und warum.

Aspekt 4:
Berichten Sie über wesentliche Risiken, die sich aus Ihrer Geschäftstätigkeit, aus Ihren Geschäftsbeziehungen und aus Ihren Produkten und/oder Dienstleistungen ergeben und wahrscheinlich negative Auswirkungen auf Menschenrechte haben.
Menschenrechte gelten für alle Menschen gleichermaßen. Sie sind universell gültig, unteilbar und können niemandem abgesprochen werden. Staaten und Unternehmen stehen in der Schutzpflicht. Das heißt, sie sind für die Einhaltung der Menschenrechte direkt verantwortlich. Es gibt verschiedene international anerkannte Texte, die die unterschiedlichen Menschenrechte festhalten, wie bspw. die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Sozial- und Zivilpakt, Frauen- und Kinderrechtskonvention oder die ILO-Kernarbeitsnormen.
 
Leistungsindikatorset der Global Reporting Initiative (GRI):
Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden
b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden
b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden
c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden
d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden
e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung


 
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Leistungsindikatorset der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS):
Leistungsindikator EFFAS S07-02 II
Prozentsätze alle Einrichtungen, die nach SA 8000 zertifiziert sind
Berichterstattung zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

Sorgfaltspflicht der Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte


Falls Sie mit Ihrer DNK-Erklärung auch die Berichterstattung (Element 4 der Sorgfaltspflicht) gemäß dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte leisten wollen, berichten Sie bitte zusätzlich gemäß der folgenden Checkliste. Kursiv gesetzte Anforderungen werden bereits durch die Beantwortung der jeweiligen DNK-Aspekte abgedeckt.


1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
  •  Berichten Sie, ob Ihr Unternehmen über eine eigene Unternehmensrichtlinie zur Achtung der Menschenrechte verfügt und ob diese Richtlinie die ILO-Kernarbeitsnormen umfasst.
  • Hat die Unternehmensleitung die Grundsatzerklärung verabschiedet?
  • Beschreiben Sie die interne und externe Kommunikation Ihres Unternehmens zur Grundsatzerklärung.
  • Auf welcher Ebene ist die Verantwortung für menschenrechtliche Belange verankert? (CSR-RUG Checkliste 1b)
  • Welche Reichweite hat die Richtlinie (welche Standorte, auch Tochterunternehmen etc.)?

2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte
  • Berichten Sie, ob und wie Ihr Unternehmen menschenrechtliche Risiken analysiert (durch Ihre Geschäftstätigkeit, durch Geschäftsbeziehungen, durch Produkte und Dienstleistungen, an Standorten, durch politische Rahmenbedingungen). (Kriterium 17, Aspekt 4)
  • Werden besonders schutzbedürftige Personengruppen in die Risikobetrachtung miteinbezogen?
  • Wie hoch werden die menschenrechtlichen Risiken und die eigenen Einflussmöglichkeiten, diesen zu begegnen, eingeschätzt?
  • Wie werden menschenrechtliche Risiken in das Risikomanagement Ihres Unternehmens integriert?

3. Maßnahmen zur Wirksamkeitskontrolle / Element: Beschwerdemechanismus
  • Gibt es Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Menschenrechten?
  • Berichten Sie, ob und wie die Einhaltung von Menschenrechten geprüft wird.
  • Beschreiben Sie interne Beschwerdemechanismen und klare Zuständigkeiten im Unternehmen oder erläutern Sie, wie der Zugang zu externen Beschwerdeverfahren sichergestellt wird.
  • Gelten Whistleblowing-Mechanismen auch für Zulieferer?

4. Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette
  • Gibt es einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen, der die vier ILO-Grundprinzipien umfasst?
  • Berichten Sie, ob und wie eine Prüfung von menschenrechtlichen Risiken vor dem Eingehen einer Geschäftspartnerschaft durchgeführt wird.
  • Werden zuliefernde Unternehmen zu Menschenrechten geschult?
  • Mit welchen Prozessen stellt Ihr Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechten bei zuliefernden Unternehmen sicher?
  • Ergreifen Sie (gemeinsam mit zuliefernden Unternehmen) Maßnahmen im Konfliktfall oder kooperieren Sie mit weiteren Akteuren? Wenn ja: welche Maßnahmen/welche Akteure?
  • Welche Konzepte gibt es zur Wiedergutmachung? Berichten Sie über Fälle im Berichtszeitraum.
Berichterstattung zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

Achtung der Menschenrechte


Falls Sie Ihre DNK-Erklärung auch zur Erfüllung der Berichtspflicht nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz nutzen wollen, dient Ihnen die folgende Checkliste zur Orientierung, wie das DNK-Büro auf formale Vollständigkeit prüft. Entsprechende Informationen zum gesetzlichen Belang „Achtung der Menschenrechte“ können Sie in diesem DNK-Kriterium berichten. Kursiv gesetzte Anforderungen werden bereits durch die Beantwortung der jeweiligen DNK-Aspekte abgedeckt.


1. Berichten Sie über das verfolgte Managementkonzept:
a.    Zielsetzungen und geplanter Zeitpunkt der Zielerreichung (Kriterium 17, Aspekt 1).
b.    Wie die Unternehmensführung in das Konzept eingebunden ist.
c.    Strategien und konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele (Kriterium 17, Aspekt 2).
d.    Interne Prozesse, um die Umsetzung der Maßnahmen zu prüfen.

2. Berichten Sie über Ergebnisse des Konzepts:
a.    Ob und in welchem Maße bisherige Ziele erreicht wurden (Kriterium 17, Aspekt 3).
b.    Ob und wie festgestellt wird, wenn das Konzept angepasst werden muss und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen wurden.

3. Berichten Sie über Risiken:
a.    Wie Risiken identifiziert und die wesentlichen Risiken herausgefiltert wurden (Due-Diligence-Prozesse).
b.    Wesentliche Risiken, die sich aus Ihrer Geschäftstätigkeit ergeben und sehr wahrscheinlich negative   Auswirkungen auf Menschenrechte haben (Kriterium 17, Aspekt 4).
c.    Wesentliche Risiken, die sich aus Ihren Geschäftsbeziehungen ergeben und sehr wahrscheinlich negative Auswirkungen auf Menschenrechte haben (Kriterium 17, Aspekt 4).
d.    Wesentliche Risiken, die sich aus Ihren Produkten und Dienstleistungen ergeben und sehr wahrscheinlich negative Auswirkungen auf Menschenrechte haben (Kriterium 17, Aspekt 4).

REWE Group (Zentral-AG und Zentralfinanz eG)

Die REWE Group bezieht eine Vielzahl von Produkten und Produktbestandteilen über Lieferketten, die sich über mehrere Länder erstrecken können. Das Ziel ist es, zusammen mit Geschäftspartnern und Lieferanten verbindliche Standards für die gemeinsamen Lieferketten zu implementieren sowie den Dialog zwischen allen Partnern zu fördern um Menschenrechte zu stärken und die Arbeits- und Sozialstandards in der Produktion weiter zu verbessern. Die Wertschöpfungsstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung stehen dabei besonders im Fokus.

Für alle Geschäftsbeziehungen greift die Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften der REWE Group. Die Leitlinie orientiert sich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem UN Global Compact. Sie umfasst unter anderem das Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit sowie den fairen Umgang mit Mitarbeitern. Im Falle vorsätzlicher grober Missachtung der in der Leitlinie beschriebenen Werte behält sich die REWE Group Sanktionen vor.

Im Rahmen des Prozesses zur Einhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht werden Maßnahmen auf Basis einer Analyse sozialer Risiken entwickelt und durch ein Monitoringsystem überwacht und evaluiert. So hat die REWE Group ihren Ansatz zur Erfassung von Risiken 2016 deutlich ausgeweitet und systematisiert (für weitere Informationen zur Risikoanalyse siehe Link). Die Erkenntnisse der Analyse fließen in die Weiterentwicklung der Maßnahmen zur Stärkung der Menschenrechte und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Lieferketten ein. Je nachdem, welche Risiken ermittelt werden, können Maßnahmen unterschiedlich definiert sein, z. B. eine Einforderung von Standards und Zertifizierungen, die Zusammenarbeit mit Standardorganisationen, der Beitritt zu Brancheninitiativen sowie Projekte mit Lieferanten und Erzeugern vor Ort. Mit den Anforderungen des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte beschäftigt sich die REWE Group bereits seit Erscheinen intensiv und hat in diesem Zusammenhang auch eine Strategie zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Beschwerdemechanismen in ihren Lieferketten entwickelt.

In der von PENNY und REWE Deutschland im Jahr 2017 entwickelten „Strategie Grüne Produkte 2030“ ist das Thema Soziale Standards in der Lieferkette unter dem Handlungsfeld „Fairness“ verankert. Fokusthemen des Handlungsfeldes sind „Existenzsichernde Einkommen“ sowie „Eliminierung von Zwangs- und Kinderarbeit“. Die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, auch auf Ebene der Produktionsstätten, erhöht die Transparenz sowie die Vermeidung von Risiken entlang der Lieferketten. Zudem unterstützt die individuelle Lieferantenentwicklung eine kontinuierliche Verbesserung in den Produktionsstätten mit dem Ziel, Menschenrechte zu stärken und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Um das Thema Nachhaltigkeit u. Arbeitnehmerrechte im Bereich der Lieferketten gezielt umzusetzen, arbeitet die REWE Group in Deutschland mit einem Due-Diligence-Ansatz, der sich an den OECD-Richtlinien für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten orientiert. Der Prozess umfasst fünf Stufen: Managementsystem, Risikoanalyse, Strategie, Überprüfung und Berichterstattung. Der Due-Diligence-Ansatz ist von der Unternehmensfürhung initiert und eine Ergebnisskontrolle findet in den Stufen "Überprüfung" und extern und interne "Berichterstattung" statt.

Die im Due-Diligence-Ansatz enthaltene Risikoanalyse dient dazu, die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Mensch und Natur zu ermitteln sowie zu bewerten. In den Jahren 2016 und 2017 hat die REWE Group Deutschland diesen Ansatz deutlich ausgeweitet, um einen umfassenden Überblick entlang der Wertschöpfungsketten zu erlangen. So sollte identifiziert werden, welche wesentlichen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen die Eigenmarkenprodukte haben und an welchen Stellen diese auftreten. Die Analyse stellt damit die Basis für die strategische Ausrichtung im Bereich nachhaltigere Sortimente dar und dient der Entscheidung, welche Maßnahmen mit welcher Priorität ergriffen werden – mit dem Ziel, ermittelte Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen.

Sogenannte Scorecards fassen die Ergebnisse der Analyse für jedes einzelne Warencluster zusammen und geben einen Überblick über die Sozial- und Umweltkosten der jeweiligen Produkte entlang der Wertschöpfungskette. Die Zuordnung in die fünf Stufen der Wertschöpfungskette ermöglicht dabei eine genauere Betrachtung der Schwerpunktthemen.Beim Warencluster „Obst und Gemüse“ wurden Luftemissionen & Energie, Biodiversität, Boden, Wasser, Arbeitsbedingungen und Menschenrechte als wichtigste Nachhaltigkeitsthemen entlang der Lieferkette ermittelt:


Um die Fortschritte im Handlungsfeld Fairness messbar zu machen, wurden folgende Key Performance Indikatoren für die Eigenmarken definiert (für weitere Informationen siehe Soziale Standards in der Lieferketteden und im übergeordneten Managementansatz Grüne Produkte):

  • KPI 1: Bis Ende 2030 100 Prozent aller relevanten strategischen Produktionsstätten in Trainingsprogrammen (Capacity-Building) integriert
  • KPI 2: Bis Ende 2025 Einführung eines Beschwerdemechanismus-Systems in relevanten Lieferketten
Um negativen sozialen Auswirkungen innerhalb der Lieferkette entgegenzuwirken hat die REWE Group im Wesentlichen drei unterschiedliche Ansätze entwickelt, innerhalb derer Maßnahmen umgesetzt werden:

1. Internes Management: Sensibilisierung, Aufklärung und Reporting

Regelmäßig werden Mitarbeiter der REWE Group zu relevanten Arbeits- und Sozialstandardthemen geschult, damit beispielsweise Sozialaudits bei der Auswahl der Lieferanten sowie im Einkaufsprozess entsprechend Berücksichtigung finden. Insbesondere die Einkäufer nehmen regelmäßig an weiteren Veranstaltungen zu diesem Themenkomplex teil, wie beispielsweise den jährlich stattfindenden Bereichsworkshops, in denen über die Themen Menschenrechte sowie Arbeits- und Sozialstandards und den aktuellen Stand des Social-Improvement-Programms informiert wird.

2. Lieferkettenmanagement: Lieferantenbewertung, Sensibilisierung und Verpflichtung, Audits und Standards, Maßnahmen zur Lieferantenentwicklung

Auf Lieferantenveranstaltungen und in individuellen Gesprächen mit Lieferanten sensibilisiert die REWE Group immer wieder für die Themen Menschenrechte und Arbeitsbedingungen.Außerdem sind die Anforderungen zu den Themen sowohl in den Verträgen mit den Lieferanten als auch in der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften integriert, sodass die Einhaltung mit jeder Ausschreibung bzw. jedem Vertrag durch die Lieferanten bestätigt wird. Für Fokusrohstoffe, wie bspw. Kakao oder Palmöl, hat die REWE Group Leitlinien mit detaillierten Anforderungen und Zielen definiert (siehe hier).

Social-Improvement-Programm: Von Audits zur Weiterentwicklung

Die REWE Group hat ihre Aktivitäten der Lieferantenentwicklung im Sozialbereich 2017 konzeptionell neu strukturiert und ein Social-Improvement-Programm aufgesetzt. Dieses beinhaltet die Stufen: 1) Onboarding 2) Auditierung/Zertifizierung 3) Remediation/Verbesserungen und 4) Trainings.Das Social-Improvement-Programm gilt für alle Produktionsstätten der ersten Lieferkettenstufe in den nach den amfori BSCI definierten Risikoländern.
Neue Lieferanten bzw. Produktionsstätten werden im Rahmen des Onboardings über die Anforderungen der REWE Group informiert und, falls noch kein Sozialaudit vorhanden ist, bei der Vorbereitung des ersten Audits von Experten vor Ort unterstützt. Im zweiten Schritt sind alle Lieferanten und Produktionsstätten in Risikoländern verpflichtet, ein gültiges Sozialaudit vorzuweisen. Anerkannte Sozialaudits sind unter anderem Audits nach dem Standard der amfori BSCI oder dem SA8000-Standard sowie seit 2017 auch SMETA-Audits der Supplier Ethical Data Exchange. Textilproduktionsstätten in Bangladesch müssen darüber hinaus eine Überprüfung auf Gebäudesicherheit und Brandschutz im Rahmen des „Bangladesh Accord on Fire and Building Safety“ vornehmen.
  20171
Anteil der Produktionsstätten in den Stufen des Social-Improvement- Programms  
Stufe Onboarding 2,96 %
Stufe Audit 97,04 %
Auditergebnisse  
SA 8000 3,26 %
amfori BSCI A 5,03 %
amfori BSCI B 5,53 %
amfori BSCI C 68,11 %
amfori BSCI D 4,74 %
amfori BSCI E 0,10 %
SMETA 1,78 %
Invalid SMETA 0,30 %
Kein Audit / abgelaufenes Audit 8,19 %
1 Die Berechnung erfolgte auf Basis der Anzahl der Produktionsstätten und erfasst alle Produktionsstätten der REWE Group für Food- und Non-Food-Produkte der ersten Lieferkettenstufe in Risikoländern.
Durch die Einforderung von Audits konnten bereits erste Verbesserungen bei Menschenrechtsthemen und Arbeitsbedingungen beobachtet werden. Besuche vor Ort bei Produktionsstätten zeigen jedoch auch, dass zwar Auditanforderungen umgesetzt werden, jedoch Sinn und Zweck vieler Anforderungen nicht immer verstanden und daher Probleme nicht selbstständig erkannt und behoben werden.

Aus diesem Grund hat die REWE Group das Thema Lieferantenentwicklung im Rahmen der Strategie Grüne Produkte 2030 noch stärker in den Fokus gerückt, um damit gezielt Verbesserungen in den Produktionsstätten voranzutreiben.Im Jahr 2017 wurde verstärkt an der konzeptionellen Weiterentwicklung von Trainingsprogrammen gearbeitet und unter anderem analysiert, wo Verbesserungsbedarf bei Produktionsstätten besteht. Auf Basis dieser Analyse fordert die REWE Group ihre Lieferanten und Produktionsstätten auf, an amfori BSCI Trainings teilzunehmen, und hat zudem ein eigenes Trainingsprogramm für strategische Produktionsstätten entwickelt.

Mehr Informationen finden Sie im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht 2017 unter Soziale Standards in der Lieferkette.

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cosnova GmbH

Im Unternehmen: Die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte in unserer Geschäftstätigkeit werden durch Standards und Maßnahmen an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette adressiert. Als Basis allen Handelns verstehen wir unsere Unternehmenswerte. Als inhabergeführtes Familienunternehmen, das seit mehr als 15 Jahren erfolgreich Kosmetikprodukte entwickelt, stehen wir mit unseren Unternehmenswerten für: Leidenschaft, Mut, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Offenheit und Verantwortung. Außerdem für Loyalität – zu unseren Mitarbeitern, zu unseren Geschäftspartnern sowie zu unseren Standorten. Wir übernehmen Verantwortung und haben uns einem hohen Standard hinsichtlich Ethik, Fairness und Transparenz verschrieben. Darüber hinaus wird der Einhaltung der Menschenrechte Sorge getragen durch die Einhaltung der gesetzlichen Standards wie Grundgesetz und Arbeitsrecht.

Beim Zulieferer: Die Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern basiert auf langjährigen, engen und vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen. Wir erwarten von unseren Partnern, dass sie ebenfalls verantwortungsvoll handeln und nach unseren Standards arbeiten. Um dies als Basis unserer Geschäftsbeziehungen auf ein gemeinsames, definiertes Fundament zu stellen, wurde im Jahr 2017 ein Verhaltenskodex für Geschäftspartner eingeführt. Der Verhaltenskodex muss von allen Zulieferern und Partnern anerkannt und unterschrieben werden und orientiert sich inhaltlich an den ILO-Kernarbeitsnormen sowie selbstverständlich an der Einhaltung vorgeschriebener und lokaler Gesetze. Die Einhaltung des Verhaltenskodex sowie unserer Qualitätsstandards bei unseren Zulieferern wird durch externe Audits überprüft. Zusätzlich wird dazu aktuell ein neuer Prozess entwickelt, der gezielt nach Sozialstandards prüft. Ein weiteres Kontrollmittel zur Einhaltung der Menschenrechte in unserer Lieferkette ist die Nachhaltigkeitsbewertung durch EcoVadis, welche ebenfalls auf faire Arbeitspraktiken und faire Geschäftspraktiken hin überprüft.    

In unserer Lieferkette Eine große Herausforderung, die unser Geschäftsmodell mit sich bringt, ist die weitverzweigte Lieferkette bis zu TIER 4/5. Um dem nationalen Aktionsplan für Menschenrechte zu folgen, haben wir eine Analyse unseres Rohstoffportfolios durchgeführt. Dabei wurden strategisch wichtige Rohstoffe identifiziert, einer Lieferkettenbetrachtung unterzogen sowie eine Risikoanalyse durchgeführt.

Der Rohstoff Mica wurde als ein Hochrisikostoff für potenzielle negative menschenrechtliche Auswirkungen identifiziert. Als erste Maßnahme wurde ein kontinuierliches Mica Supply Chain Mapping eingeführt mit dem Ziel, langfristig eine möglichst 100-prozentige Transparenz der Mica-Lieferkette in unserer Wertschöpfungskette zu erreichen. Die Bereitschaft unserer Zulieferer, an diesem Supply Chain Mapping teilzunehmen, wurde als Grundvoraussetzung für unsere Geschäftsbeziehungen definiert, mit der Konsequenz, dass wir freiwillig auf Lieferanten verzichten, die sich nicht zu einer Offenlegung ihrer Mica-Lieferkette verpflichten möchten. Aktuell bezieht sich das Supply Chain Mapping nur auf natürliches Mica mit dem Ursprungsland Indien, da dort weltweit das größte Risiko für negative menschenrechtliche Auswirkungen besteht. Langfristig müssen aber auch alle anderen Ursprungsländer von natürlichem Mica mit in das Supply Chain Mapping einbezogen werden. Um gemeinsame Lösungen für die Problematiken in der Mica-Lieferkette zu finden und unsere Ziele durchzusetzen, haben wir uns 2017 der RMI (Responsible Mica Initiative) angeschlossen. Die Transparenz unserer Mica-Lieferkette wird kontinuierlich gemessen und als eine unserer Erfolgskennzahlen erfasst. Unser Ziel ist es, bis 2023 eine vollständige Transparenz der Mica-Lieferkette zu erreichen.  

Stand 2017: 61 Prozent Transparenz 
Stand 2018: 62 Prozent Transparenz  bzw. 88 Prozent Transparenz, wenn RMI Mitglieder als komplett transparent eingestuft werden.   

Als weiterer menschenrechtlicher Risikofaktor in unserer Lieferkette wurden Rohstoffe auf Basis von Palmöl und Palmkernöl identifiziert. Um die negativen Auswirkungen des Palmöl-Anbaus auf Mensch und Natur zu reduzieren und langfristig zu stoppen, ist der nachhaltige Anbau eine der wichtigsten Stellschrauben. Aus diesem Grund sind wir im Jahr 2018 dem RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) als Mitglied beigetreten. Je höher die Nachfrage an nachhaltigem Palmöl ist, desto stärker sind die Anreize für die Produzenten, nachhaltig zu arbeiten. Jeder Teilnehmer der Lieferkette hat so die Möglichkeit, nachhaltiges Palmöl zu fördern und zu unterstützen. Einige unserer Produkte enthalten Palmöl und/oder Palmölderivate, wobei der Anteil an Palmöl aufgrund unseres Produktportfolios im Vergleich zu Hautpflegeprodukten verhältnismäßig gering ausfällt. Unseren Berechnungen nach enthalten weniger als 15 Prozent unserer Rohstoffe Palmöl, wobei der Anteil an reinem Palmöl/Palmkernöl bei weniger als 0,1 Prozent liegt. Dennoch möchten wir uns unserer Verantwortung als Akteur in der Palmöl-Lieferkette stellen. Aus diesem Grund haben wir uns im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie dazu entschieden, unsere eingesetzten Mengen an Palmölderivaten ab Januar 2018 mit dem Kauf von RSPO Credits vollständig zu kompensieren und so den nachhaltigen Anbau von Palmöl zu fördern. Darüber hinaus kompensieren wir unsere Mengen an reinem Palmöl und reinem Palmkernöl durch den Kauf von speziellen RSPO Credits, die direkt den Palmöl-Kleinbauern zugutekommen. Mengen an Credits gekauft im Jahr 2018:

Einkauf Credits insgesamt     440

Kauf Details 2018:      
CSPO (Certified Sustainable Palm Oil)     364 Credits
CSPKO (Certified Sustainable Palm Kernel Oil)   73 Credits
IS-CSPO (Smallholder – Certified Sustainable Palm Oil)   1 Credit
IS-CSPKO (Smallholder – Certified Sustainable Palm Kernel Oil)   2 Credits


Zukünftige Themen: Um weitere und zukünftige Themen in Bezug auf negative menschenrechtliche Auswirkungen in der Rohstofflieferkette angehen zu können, haben wir uns im Jahr 2018 der RBI (Responsible Beauty Initiative) angeschlossen. Auch hier möchten wir gemeinsam mit anderen Industrievertretern an Lösungen und Zielen hinsichtlich einer transparenten und nachhaltigen Lieferkette arbeiten.

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Taifun-Tofu GmbH

Gemeinsam mit unseren Lieferant*innen pflegen wir eine Partnerschaft auf Augenhöhe, in deren Mittelpunkt Verlässlichkeit, faire Preise, Offenheit und Transparenz stehen. Taifun-Lieferant*innen halten sich an die getroffenen Vereinbarungen und informieren rechtzeitig, wenn sich Änderungen hinsichtlich der Lieferung und Leistung ergeben. Durch regelmäßige Lieferanten-Audits wird die Einhaltung rechtlicher Standards überprüft. Unangemessenes ökologisches und soziales Verhalten führt zu einer Beendigung der gemeinsamen Arbeit.

Durch den Sojaanbau in Mitteleuropa werden kritische Agrarimporte aus Entwicklungs- und Schwellenländern mit Dürren oder Urwaldrodung reduziert. Eine steigende vegane und vegetarische sowie biologische Ernährung verringert den Bedarf an Futtermittelimporten aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Regionale Kreisläufe werden gestärkt und Landkonflikte wie die Vertreibung von Kleinbauern in Lateinamerika eingedämmt.

Für alle unsere Rohwaren gilt: Wenn geeignete Rohwaren regional/europäisch bzw. aus Nicht-Risikoländern gemäß BSCI-Klassifizierung verfügbar sind, werden diese bevorzugt eingesetzt, idealerweise aus unseren eigenen Anbauprojekten. Bei Produkten aus Nicht-EU- oder aus Hoch-Risikoländern, setzen wir Zertifizierungen wie z. B. durch BSCI oder Smeta voraus. Damit stellen wir sicher, dass auch unsere internationalen Lieferant*innen Menschenrechte einhalten. Soziale Aspekte wurden in der Vergangenheit nicht systematisch erhoben. Hier wird derzeit ein Maßnahmenplan erarbeitet, um diesen Aspekt zukünftig gezielter in die Einkaufsentscheidung einfließen zu lassen.

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WASGAU

Die WASGAU ist mit ihren Geschäftseinheiten ausschließlich in Deutschland tätig, sodass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der WASGAU durch europäische Vorschriften und deutsche Gesetze geschützt sind. Insofern verfolgen wir einen hohen Standard im Hinblick auf die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen.

Als Handelsunternehmen der Lebensmittelindustrie arbeitet die WASGAU mit einer Vielzahl von Unternehmen zusammen. Unsere Geschäftsbeziehungen sind von Vertrauen geprägt, da wir mit unseren Geschäftspartnern langfristig, teilweise seit Jahrzehnten, zusammenarbeiten. Unsere Vertragspartner sind größtenteils in den Ländern der Europäischen Union (EU) ansässig. Bei handwerklichen Dienstleistungen und dem Warenbezug für unsere WASGAU Marken greifen wir, wo immer möglich und wirtschaftlich sinnvoll, auf regionale Lieferanten und Partnerunternehmen zurück.

Grundlage für eine Zusammenarbeit mit Lieferanten und Dienstleistern, die unsere unmittelbare Geschäftstätigkeit betrifft, sind größtenteils die in Deutschland und der EU geltenden Gesetze und Verordnungen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind als EU-Bürger durch die Grundrechte der EU und durch die Rechtsetzungen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Mitgliedsstaaten der EU geschützt. Im Falle einer Prüfung und Auditierung unserer Lieferanten umfassen diese daher keine expliziten Kriterien, um Menschenrechtsverstöße auszuschließen.

Die WASGAU führt in ihrem Sortiment unter anderem eine Reihe von Bioland-, Naturland-, Fairtrade- sowie UTZ-zertifizierten Produkten. Für diese Siegel müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, die unter anderem auch den Ausschluss von Kinderarbeit oder die Wahrung der Menschenrechte gewährleisten sollen.

Wesentliche Angaben hinsichtlich Menschenrechten (Kriterium 17) zu

  • dem verfolgten Konzept: Die WASGAU bekennt sich zur Achtung der Menschenrechte. Die WASGAU ist mit ihren Geschäftseinheiten ausschließlich in Deutschland tätig, sodass Arbeitnehmerrechte durch europäisches und deutsches Recht geschützt sind. Das gilt auch für den Großteil unserer Vertragspartner, die in Ländern der EU ansässig sind. Die WASGAU führt in ihrem Sortiment eine Reihe von Bioland-, Naturland-, Fairtrade- sowie UTZ-zertifizierten Produkten, die unter anderem auch Menschenrechtsaspekte im Rahmen der Zertifizierung berücksichtigen. Ziel der WASGAU ist es, Menschenrechtsverletzungen in ihrem direkten Einflussbereich zu vermeiden. Daher nehmen wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten, über unsere Einkaufspolitik auf die Einhaltung von Menschenrechten und Sozialstandards bei den Zulieferern für die WASGAU Marken Einfluss. Wo immer möglich und wirtschaftlich sinnvoll, greifen wir beim Warenbezug für unsere WASGAU Marken auf regionale Lieferanten zurück. Unser Ziel ist es, die Angebote an WASGAU Marken auszubauen. Es erfolgt eine jährliche Berichterstattung an den Vorstand.
  • Ergebnissen des Konzepts: Die WASGAU entwickelt zurzeit einen Lieferantenkatalog in Bezug auf WASGAU Marken. Dieser soll auch soziale Kriterien berücksichtigen.
  • wesentlichen Risiken und dem Umgang mit diesen: Im Berichtsjahr haben wir keine wesentlichen Risiken identifiziert, die mit der Geschäftstätigkeit und -beziehung, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich zu schwerwiegend negativen Auswirkungen auf die Achtung der Menschenrechte führen könnten. Zur Steuerung von Risiken hat die WASGAU ein Risikomanagementsystem eingerichtet. Es werden quartalsweise Risikoinventuren durchgeführt. Der Betrachtungszeitraum für die Risikoeinschätzung und -bewertung ist auf zwölf Monate festgelegt.
  • wesentlichen Leistungsindikatoren: Als KPIs zum Aspekt Menschenrechte nutzen wir die vom DNK vorgegebenen Leistungsindikatoren zu Kriterium 17. Zusätzlich nutzen wir unternehmensinterne KPIs, mit denen die Erreichung der in Kriterium 3 aufgeführten Ziele zu Produkte & Dienstleistungen überprüft wird.

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Bank für Kirche und Diakonie eG - KD-Bank

Die Bank für Kirche und Diakonie verfolgt das Ziel, Geschäfte mit Vertragspartnern, die die Menschenrechte im In- oder Ausland verletzen, zu identifizieren und zu vermeiden. Aus dem christlichen Werteverständnis der Bank für Kirche und Diakonie leitet sich auch eine besondere Verantwortung für den Schutz der Menschenrechte ab. Die Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte tragen der Vorstand sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank für Kirche und Diakonie.
Wesentlich Felder, in denen grundsätzlich Risiken bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten bei Banken zu erwarten sind, sind die Eigenanlagen, das Kreditgeschäft und die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen.

Bei den Eigenanlagen der Bank und den von der Bank initiierten nachhaltigen Fondsangeboten werden die Unternehmen und Staaten, in die die Fonds investieren, hinsichtlich ihrer Richtlinien zu Menschenrechten und Verstößen gegen Menschenrechte untersucht. Die Ergebnisse, die auf Informationen anerkannter Ratingagenturen basieren, fließen in die Best-in-class-Einschätzung ein und bei systematischen Verstößen gegen Menschenrechte werden Unternehmen und Staaten aus dem Anlageuniversum der Bank für Kirche und Diakonie bzw. der entsprechenden Fondsprodukte ausgeschlossen. Bei Unternehmen, deren Nachhaltigkeitsrating grundsätzlich positiv ist, betreiben wir bei Verstößen gegen Menschenrechte zudem ein aktives Engagement gemeinsam mit der Union Investment.

Der Filter umfasst 100 Prozent der von der Bank getätigten Investitionen. Die Einhaltung der Kriterien wird jährlich durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

Im Kreditgeschäft sind die Kreditnehmer der Bank in der Regel gemeinnützige Institutionen aus Kirche, Diakonie, Mission und Einrichtungen, die überwiegend diesen Zwecken dienen oder an denen solche Körperschaften beteiligt sind. Voraussetzung für die projektbezogene Vergabe von Krediten an sonstige Investoren ist, dass die Mittel unmittelbar der Förderung von Kirche und Diakonie dienen, z. B. der Finanzierung eines Altenheims. Der Anspruch, keine Geschäfte mit Vertragspartnern zu tätigen, die im In- oder Ausland Menschenrechte verletzen, gilt auch uneingeschränkt für das Kundenkreditgeschäft der Bank für Kirche und Diakonie. Wegen der Geschäftstätigkeit im sozialen Sektor, der regionalen Beschränkung auf Deutschland und der klaren Positionierung der Diakonie in Deutschland zu menschenrechtlichen Fragestellungen halten wir die Risiken in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen bei unseren Kreditnehmern grundsätzlich für sehr gering und haben keine besondere Prüfung der Einhaltung von Menschenrechten im Rahmen der Kreditvergabe verankert. Falls wir von Verstößen in unserer Kundschaft Kenntnis erhalten, würden wir im Einzelfall prüfen, was Vorgefallen ist und welche Konsequenzen wir als Geschäftspartner ziehen.

Die Beschaffung von Dienstleistungen und Gütern (dabei spielen Güter für die Bank eine untergeordnete Rolle) erfolgt zum überwiegenden Teil in Deutschland und der übrigen Europäischen Union. Die systematische Prüfung der Lieferkette auf Einhaltung der Menschenrechte sowie auf Vermeidung von Zwangs- und Kinderarbeiter sowie jeglicher Form der Ausbeutung ist daher über das normale Compliance-Regelwerk und den Ethik- und Verhaltensgrundsätzen der Bank hinaus nicht erforderlich. Aus diesem Grund erfolgt auch keine Erfassung der Anzahl der Lieferanten, bei denen eine solche Prüfung erfolgt ist.

Bei der Anschaffung von IT-Gütern und bankspezifischen Geräten (z.B. Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten), die außerhalb Europas produziert werden, ist die Lieferkette für die Bank nur eingeschränkt nachvollziehbar. Zum Teil bestehen bei Geräten, die im Umfeld des genossenschaftlichen Rechenzentrums betrieben werden dürfen, keine Wahlmöglichkeiten für die Bank. Falls der Bank erhebliche Verstöße in der Lieferkette bekannt würden, würde die Bank auf alternative Geräte ausweichen, die vom Rechenzentrum freigegeben sind oder die Vertragspartner aktiv auf den Missstand hinweisen. Die Frage nach Menschenrechten in der Lieferkette wurde im Berichtsjahr in zwei Gesprächen mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der ATRUVIA thematisiert, denn durch die ATRUVIA wird die Beschaffung von Hard- und Software durch die Bank für Kirche und Diakonie reglementiert. Vor diesem Hintergrund halten wir die Integration einer Nachhaltigkeitsprüfung in den Beschaffungs- und Freigabeprozess der ATRUVIA für dringend geboten. Dabei sollten neben der Umweltverträglichkeit der Produkte auch soziale Kriterien wie die Einhaltung von Menschenrechten und ILO Kernarbeitsnormen überprüft und hoch gewichtet werden. In diesem Zusammenhang wurde die ATRUVIA auf den Aufruf für eine gesetzliche Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten und auf Initiativen aus dem kirchlichen Bereich, denen wir uns als Kirchenbanken verpflichtet fühlen und die nach unserer Auffassung auch für den Bezug der IT-Hard- und Software maßgeblich sind, hingewiesen.    

Der Beschwerdemanagementprozess der Bank steht grundsätzlich allen Stakeholdern der Bank offen. Auf diesem Weg können ausdrücklich auch Beschwerden zu Menschenrechtsthemen vorgetragen werden.

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Vergleichen

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