Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

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Wie Ihr Unternehmen von Anspruchsgruppen gesehen und eingeschätzt wird, kann einen großen Einfluss auf den Geschäftserfolg Ihres Unternehmens haben. Stakeholder können mit ihrer jeweiligen Expertise Ihrem Unternehmen dabei helfen, Ziele und Problemlösungen zu Nachhaltigkeitsthemen zu entwickeln. Zum Beispiel können zuliefernde Betriebe die Entwicklung von nachhaltigeren Produkten unterstützen (siehe Kriterium 10). Zudem helfen Ihnen die Stakeholder, Ihre Außenwirkung zu verstehen und rechtzeitig auf Markt- und Gesellschaftsentwicklungen zu reagieren. Damit einher geht aber auch ein entsprechend wertschätzender Umgang mit diesen Gruppen, um solche lösungsorientierten Beziehungen zu pflegen. Wird dem Stakeholdermanagement hingegen wenig Aufmerksamkeit geschenkt, können Stakeholder das Unternehmen auch in seiner Tätigkeit und Weiterentwicklung behindern, z.B. indem Mitarbeitende nur Dienst nach Vorschrift leisten, in verschiedenen Anspruchsgruppen schlecht über Ihr Unternehmen, Ihre Produkte und Dienstleistungen geredet wird, oder indem statt eines lösungsorientierten Dialogs direkt der Rechtsweg genutzt wird.

Was ist zu beachten?
Der Fokus liegt hier auf dem Dialog und der Zusammenarbeit. Natürlich ist es wichtig, dass Sie den Stakeholdern Ihres Unternehmens Informationen über Ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zur Verfügung stellen. Darüber hinaus erfragt dieses Kriterium aber auch, wie sie regelmäßige Dialoge gestalten und nutzen, um die Sichtweisen und konstruktive Kritik Ihrer Anspruchsgruppen in ihre Unternehmensprozesse einfließen zu lassen. Beispiele für die Beteiligung von Anspruchsgruppen sind interne Newsletter, Gesprächsrunden mit Mitarbeitenden (siehe Kriterium 14), Kundenstammtische, regelmäßige Zusammenarbeit mit Medienvertretern, oder auch jährliche Stakeholdertage. Berichten Sie auch, wer intern an Dialogformaten teilnimmt und wie Sie die Erkenntnisse in das Nachhaltigkeitsmanagement einfließen lassen.
 
Aspekt 1:
Berichten Sie, ob und wenn ja, mit welcher Methode die für das Unternehmen wichtigsten Anspruchsgruppen identifiziert wurden.

Aspekt 2: 
Beschreiben Sie, wer diese Anspruchsgruppen sind.

Aspekt 3:
Beschreiben Sie, wie Sie den Dialog mit Stakeholdern gestalten und wie die Ergebnisse daraus in die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements einfließen.
Anspruchsgruppen oder Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, aber auch Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 2). Dabei unterscheidet man in interne, also im Inneren des Unternehmens agierende Personengruppen (bspw. Mitarbeitende, Führungskräfte, Gewerkschaftsvertreter/-innen) und externe, also außerhalb des Unternehmens agierende Interessensgruppen (z.B. Anrainer, Verbände, Medien, Wettbewerber).


Der Nachhaltigkeitsprozess ist die Entwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Ihres Unternehmens.
 
Leistungsindikatorset der Global Reporting Initiative (GRI):
Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.
 

LBS Landesbausparkasse Südwest

Die LBS Südwest ist ebenso wie die Mehrzahl ihrer Mitarbeiter fest in der Region verwurzelt. Als in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gesetzlich verankertes Institut identifizieren wir unsere Anspruchsgruppen aus unserem Geschäftsmodell. Wir pflegen im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit und unseres gesellschaftlichen Engagements einen kontinuierlichen Austausch mit unseren Kunden und Trägern, der Wirtschaft, den gesellschaftlichen Institutionen und den Bürgern unseres Geschäftsgebietes. Dabei ergeben sich hin und wieder auch einzelne Themenstellungen mit Nachhaltigkeitsbezug.
 
Unseren hohen Anspruch an die Beratungs- und Servicequalität sichern wir durch eine große Nähe zu unseren Kunden und eine bedarfsorientierte Beratung. Dieser Qualitätsanspruch wird durch Qualitätsstandards untermauert, deren Einhaltung im Rahmen eines kontinuierlichen Qualitätsmanagements sichergestellt wird. Die Qualitätsstandards schaffen sowohl für die Kunden als auch für die LBS Südwest ein hohes Maß an Transparenz. Entscheidend für eine langfristige Kundenbeziehung ist eine gute Erreichbarkeit. Neben den eigenen Beratern vor Ort ist das zentrale Service-Center wichtigste Anlaufstelle für die Anliegen der LBS-Kunden. Dort verzeichneten wir im Jahr 2017 die stattliche Zahl von 356.445 Gesprächen.
 
Einen gezielten Austausch mit Fokus auf Nachhaltigkeit haben wir bisher mit unseren Anspruchsgruppen nicht durchgeführt. Dies möchten wir ab 2018 vorbereiten und ab 2019 als festes Element in unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen integrieren. Entsprechende Dialogformate werden wir mit der bei Kriterium 3 beschriebenen Wesentlichkeitsanalyse verzahnen.

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ZWH e. V.

Beteiligte innerhalb der ZWH und Interessengruppen am Markt, in den umliegenden regionalen und lokalen Gemeinden sowie aus dem sozialen und politischen Umfeld der Gesamtgesellschaft haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der ZWH. Die nachfolgend aufgelisteten Beteiligten und Interessengruppen hat die ZWH mithilfe einer Befragung der Bereichsleitenden, des Personalleiters, des Leiters Buchhaltung und Controlling, der Syndikusrechtsanwältin und des Geschäftsführers bestimmt.

Beteiligte innerhalb der ZWH
Geschäftsführer, Führungskräfte, fest- und befristet angestellte Mitarbeitende, Teilzeitbeschäftigte, Auszubildende, ehemalige und zukünftige Mitarbeitende, 450-Euro-Jobber

Interessengruppen am Markt
Öffentliche Auftraggeber*innen (z. B. Bundesministerien), Kund*innen (z. B. Handwerksorganisationen, u. a. Handwerkskammern, Fachverbände), Auftraggeber*innen, externe Dienstleister*innen, Lieferant*innen für Büromaterial und elektronische Geräte, Subunternehmer*innen (insbesondere für das Full-Service Angebot im Bereich Online Prüfen), Großkund*innen und Banken / Geldgeber*innen

Interessengruppen in den umliegenden regionalen und lokalen Gemeinden
Berufsbildungszentren, Schulen (z. B. für Zeitschrift handfest), Prüfer von Behörden (z. B. bei Projektprüfungen) und ehrenamtliche Prüfer, berufliche Netzwerke und lokale Medien / Presse

Interessengruppen aus dem sozialen und politischen Umfeld
Handwerkskammern, Fachverbände, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), ZWH-Mitgliederversammlung, ZWH-Vorstand, Kreishandwerkerschaften, Innungen, regionale Handwerkskammertage, wissenschaftliche Einrichtungen, Bundesministerien, Landesregierung Nordrhein-Westfalen und Berufsgenossenschaft

Für die Kommunikation mit den genannten Beteiligten innerhalb der ZWH und den verschiedenen Interessengruppen nutzt die ZWH verschiedene Kanäle und Medien, wie beispielsweise persönliche Gespräche (z. B. am Telefon oder bei Treffen, Workshops, Sitzungen, Veranstaltungen etc.) und E-Mails, Mitarbeitendengespräche, das ZWH-Intranet, Mitarbeitendenversammlungen, den Personalnewsletter ZWH AH!KTUELL, die ZWH-Mitgliederversammlung, die ZWH-Website, den ZWH-Infobrief, Zeitschriften (z. B. handfest, clavis, Prüfermagazin), Veranstaltungen eigener Projekte, der Bundesministerien oder der Handwerksorganisation, soziale Medien (Facebook, Instagram), externe sowie interne Evaluationen und Umfragen, XING und LinkedIn.


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Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft

Im Geschäftsjahr 2015 wurde innerhalb der Berentzen-Gruppe ein Managementprogramm zum Thema Nachhaltigkeit initiiert. Einzelne interdisziplinäre Projektteams haben sich verstärkt damit auseinandergesetzt, in welchen Bereichen sich die Geschäftsaktivitäten besonders stark auf das Umfeld der Berentzen-Gruppe und ihre Interessengruppen auswirken und wo der größte Handlungsbedarf besteht. Durch das Tagesgeschäft und den Dialog mit den Abteilungen und Projektteams wurden die folgenden Interessengruppen als relevant identifiziert:  

  • Mitarbeiter
  • Aktionäre
  • Verbraucher
  • Handelspartner
  • Lieferanten
  • Medien
  • Bewerber
  • Wettbewerber
  • Behörden
  • Standort-Regionen
  • NGOs
  • Tourismus
Der Dialog mit den Stakeholdern spielt für die Berentzen-Gruppe eine entscheidende Rolle. Der Wertewandel und ein verändertes Konsumentenbewusstsein - beispielsweise ein gesunder und ausbalancierter Lebensstil oder die Rückkehr zur Regionalität - müssen in den Konzernaktivitäten ebenso Berücksichtigung finden wie die Interessen der Aktionäre oder der Anwohner der Standortregionen.
Aus diesem Grund werden die Anliegen der Stakeholder erfasst und fließen über die Abteilungen in die Nachhaltigkeitsstrategie ein. Unter den wichtigsten Stakeholdern, den Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Verbrauchern, wurde im Geschäftsjahr 2016 eine Befragung zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt um zu erfahren, welche Themen für diese Interessengruppen besonders relevant sind. Ziel war es, insbesondere die Mitarbeiter anzuregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und das eigene Unternehmen in diesem Kontext zu betrachten, denn viele der Mitarbeiter sind durch das Tagesgeschäft, zum Beispiel in der Produktion, der Personalabteilung oder dem Einkauf, täglich mit Nachhaltigkeitsthemen in Berührung. 

Die Mitarbeiter finden im Intranet vielfältige interne Informationen sowie tagesaktuelle Meldungen zur Unternehmensentwicklung. Einmal im Monat werden die Mitarbeiter hier mit dem Pressespiegel über die Berichterstattung zur Berentzen-Gruppe informiert. Auf den Betriebsversammlungen informieren die Betriebsräte und die Geschäftsleitung über aktuelle Themen.
Das betriebliche Vorschlagswesen bietet Mitarbeitern daher die Möglichkeit, aktiv Verbesserungsvorschläge einzubringen und davon selbst zu profitieren. In der gesamten Unternehmensgruppe werden im Geschäftsjahr 2018 Mitarbeitergespräche geführt, nachdem dies in den vergangenen Jahren zwar gleichfalls, aber unregelmäßig der Fall war.
Die wesentliche Plattform zum Austausch mit den Aktionären stellt die jährliche Hauptversammlung dar. Als Aktiengesellschaft, die im regulierten Markt (General Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert ist, hat die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft die Pflicht zur Veröffentlichung eines Jahresfinanzberichts und eines Halbjahresfinanzberichts. Des Weiteren sind Ad-hoc-Mitteilungen, Directors- Dealings und Stimmrechtsmitteilungen zu veröffentlichen. Um gegenüber den Aktionären ein Höchstmaß an Transparenz zu schaffen, hat sich die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft darüber hinaus entschieden, auf freiwilliger Basis die Kapitalmarktöffentlichkeit im Rahmen eines Q1- sowie eines Q3-Zwischenberichtes zu informieren. Zudem werden alle relevanten Unternehmensnachrichten nicht nur als Pressemitteilung, sondern auch als Corporate News gezielt im Kapitalmarkt veröffentlicht. Interessierte Investoren können sich bei Kapitalmarktforen und Roadshows, an denen die Vorstände der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft persönlich teilnehmen, unmittelbar über die Unternehmensgruppe, ihre wirtschaftliche Entwicklung sowie die zukünftige Ausrichtung informieren.
Die Aktionäre haben ebenso wie interessierte Investoren zudem immer die Möglichkeit, sich mit Fragen oder Anliegen telefonisch, per E-Mail oder postalisch an den eigens installierten Investor Relations Manager der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft zu wenden.  

Die Berentzen-Gruppe pflegt mit ihren Lieferanten langfristige Geschäftsbeziehungen und einen vertrauensvollen Umgang. Mit wichtigen Lieferanten bestehen Liefer- und Qualitätssicherungsvereinbarungen, auch in Bezug auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Sie alle sind dazu aufgefordert, insbesondere den 2017 veröffentlichten Lieferantenkodex einzuhalten. Mit seiner Verabschiedung wurde der Prozess gestartet, den Dialog über Nachhaltigkeitsthemen mit den Lieferanten zu intensivieren.

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Edekabank

Wie wir Anspruchsgruppen beteiligen

 
Im Rahmen unserer kontinuierlichen Strategiearbeit haben wir, unter Anwendung diverser Techniken wie der Stakeholderanalyse, die wichtigsten Anspruchsgruppen der Edekabank für uns definiert. Das sind die Kund*innen, Mitarbeiter*innen und die Eigentümer*innen der Bank sowie die natürliche Umwelt. Jeder Anspruchsgruppe ist jeweils ein strategisches Ziel auf Gesamtbankebene zugeordnet. Für die Umwelt ist es die Verbesserung des Nachhaltigkeitsperformance-Index'.  

Kundinnen und Kunden Die seit mehr als einem Jahrhundert andauernde historische und gesellschaftsrechtliche Einbindung der Edekabank in den EDEKA-Verbund prägt unsere langfristige Zielsetzung und die Fokussierung der geschäftlichen Aktivitäten auf die EDEKA-Kaufleute, den EDEKA-Großhandel, die EDEKA-Zentralorganisationen und auf Privatkund*innen im EDEKA-Umfeld. Das Thema Nachhaltigkeit hat nicht zuletzt durch die seit 2009 währende Kooperation mit dem WWF für unsere Kund*innen im EDEKA-Verbund stetig an Bedeutung gewonnen. Als Bank wollen wir unseren Finanzprodukte zur Verfügung stellen, die ihren Bedarfen bestmöglich entsprechen. Hier setzen insbesondere Handlungsfelder 2 und 3 an. Die besonders hohe Kundenähe unserer Berater*innen stellt sicher, dass wir die Wünsche und Erwartungen unserer Kund*innen kennen und entsprechend darauf eingehen. Eine jährliche Umfrage unter den Kaufleuten ermöglicht uns außerdem, die verschiedenen Rückmeldungen systematisch auszuwerten. Teil dieser Umfrage sind auch ihre Erwartungen im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte. Ergänzt wird diese quantitative Analyse durch qualitative Interviews, die im Rahmen des Innovationsmanagements der Bank geführt werden. Auch hier spielen ökologische und soziale Themen regelmäßig eine Rolle.

Mitarbeitende Der Wandel des Unternehmens hin zu mehr Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn alle Mitarbeiter*innen an diesem Strang ziehen. Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele setzen wir daher vermehrt auf Formate, die alle Mitarbeitenden des Hauses ansprechen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Ideen für eine nachhaltige Zukunft der Edekabank aktiv mit einzubringen. Unter anderem steht unseren Mitarbeitenden neben dem Intranet der Bank seit Herbst 2021 eine App zur Verfügung, über die sie sich regelmäßig über Nachhaltigkeitsthemen informieren und an Spielen, z.B. an Nachhaltigkeitsquiz, teilnehmen können. Gleichzeitig kann die App genutzt werden, um nachhaltigkeitsbezogene Vorschläge einzureichen oder aber über Maßnahmen abzustimmen. Auf diese Weise fließt die Meinung unserer Mitarbeitenden in die konkrete Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie mit ein und es findet eine kontinuierliche Sensibilisierung zu Nachhaltigkeitsthemen statt. Analog zur jährlichen Kundenumfrage, wurde auch in die Umfrage unter den Mitarbeitenden ein Frageblock zu den Erwartungen in Sachen Nachhaltigkeit integriert.  

Eigentümerinnen und Eigentümer Die Edekabank ist als Aktiengesellschaft zur langfristigen Wahrung und Steigerung ihres Wertes für die Aktionäre verpflichtet. Sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene zeichnete sich bereits in den letzten Jahren seit Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens ab, dass Nachhaltigkeit durch politische Maßnahmen eine größere Bedeutung für Finanzinstitute erhalten wird. Vor diesem Hintergrund haben wir uns frühzeitig dazu entschlossen, uns auf diese veränderte Zukunft vorzubereiten und damit auch Auswirkungen regulatorischer Risiken auf die finanzielle Leistung der Bank zu reduzieren. Wir sind zudem davon überzeugt, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten beim Investment unserer Eigenanlagen auch im Hinblick auf die Vermeidung finanzieller Risiken einen Mehrwert für die Edekabank und damit auch für ihre Aktionäre stiftet. Wir informieren daher die im Aufsichtsrat der Edekabank sitzenden Aktionärsvertreter*innen regelmäßig über unsere Fortschritte auf dem Weg hin zu einer nachhaltigeren Bank und genießen von Seiten des Aufsichtsrats volle Unterstützung für unseren Kurs.

Die natürliche Umwelt Wir verstehen die natürliche Umwelt als einen unserer wesentlichen Stakeholder. Das mag unüblich erscheinen, für uns ist dies jedoch nur die logische Konsequenz der strategischen Ausrichtung der Bank. Uns ist die Abhängigkeit unseres Geschäftsmodells von einer gesunden Umwelt, insbesondere einer funktionierenden Biodiversität sehr bewusst. Denn eine artenreiche Flora und Fauna ist die Voraussetzung für eine stabile Lebensmittellieferkette. Als Finanzierer des Lebensmitteleinzelhandels liegt es daher auf der Hand, dass wir uns - letztlich in unserem eigenen Interesse - für den Umweltschutz einsetzen müssen. Im Vordergrund steht für uns dabei zunächst die Herausforderung, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Die Ansprüche der Umwelt berücksichtigen wir
  • durch die Lektüre diverser Veröffentlichungen von Umweltorganisationen rund um die Themen Nachhaltige Finanzen, Klimaschutz und Biodiversität
  • durch die aktive Teilnahme an Projekten (z.B. Pathways to Paris)
  • durch Mitgliedschaften in Gremien und Vereinen (z.B. Nachhaltigkeitsrat des Genossenschaftsverbands, Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU)

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Hamburger Sparkasse AG

Kommunikation mit Anspruchsgruppen
Zu unseren Anspruchsgruppen zählen wir unsere Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die HASPA Finanzholding als unsere Eigentümerin sowie alle am nachhaltigen Handeln der Haspa Interessierten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Festlegung unserer Anspruchsgruppen orientiert sich an unserem satzungsmäßigen Auftrag und wurde unter Einbindung des Vorstands festgelegt. Eine wissenschaftliche Studie des Instituts für Kreditwesen der Universität Münster im Auftrag der Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e. V. bestätigt diese Anspruchsgruppen der Haspa.

Filiale der Zukunft und Kundenbeiräte als Vernetzungsplattform in der Metropolregion Hamburg
Die Haspa und die Mehrzahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Metropolregion Hamburg verwurzelt. Als Sparkasse führen wir im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit und unseres gesellschaftlichen Engagements einen kontinuierlichen Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Wirtschaft, den gesellschaftlichen Institutionen sowie den Bürgerinnen und Bürgern in der Region. Eine Vielzahl von Dialogen ist fest in den Filialen und den zentralen Unternehmensbereichen etabliert.

Eine wichtige Plattform für die Einbindung unserer Anspruchsgruppen sind die 28 regionalen Kundenbeiräte. Jeder regionale Beirat hat acht bis zwölf Mitglieder. Hinzu kommt ein Zentraler Beirat für die Unternehmensbereiche Unternehmenskunden, Immobilienkunden und Private Banking. Im Sinne der Haspa-Satzung bestehen die Mitglieder der Beiräte aus Meinungsbildnern und Gestaltern der jeweiligen Region. Es sind alle Kunden- und Bevölkerungsgruppen vertreten: Das Spektrum reicht von Handwerkern, Händlern und Vertretern von lokalen Institutionen, Vereinen und Verbänden bis hin zu bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Hamburg. Der Frauenanteil in den Beiräten soll mindestens 25 Prozent betragen. Ziel ist es, eine stärkere Vernetzung der Haspa mit den Menschen in der Region zu erreichen und spezifische Angebote für regionale Bedarfe zu entwickeln. Wir erhalten über die Beiräte wichtige Impulse aus Wirtschaft und Gesellschaft für die Weiterentwicklung unserer Leistungen und unseres nachbarschaftlichen Engagements.

Nachfolgend haben wir wesentliche Themen im Dialog mit unseren internen und externen Anspruchsgruppen zusammengefasst.

Dialog mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu anstehenden Veränderungen
Als regionales Kreditinstitut in Hamburg verdankt die Haspa einen wesentlichen Teil ihres Erfolgs ihren engagierten und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Tag für Tag die hohe Service- und Beratungsqualität ihres Unternehmens unter Beweis stellen. Ihre Motivation und Professionalität sind unser wichtigstes Gut. Im Berichtsjahr war die interne Kommunikation stark geprägt von Veränderungsprozessen. Dazu zählten sowohl die IT-Migration auf das System der Sparkassen-Finanzgruppe im Frühjahr 2019 als auch das Zukunftsprojekt „Haspa Spring – Sparkasse richtig neu gedacht“, mit dem sich die Haspa noch kundenorientierter, digitaler und schlanker aufstellen will. Vorrangiges Ziel der internen Kommunikation war und ist es, unsere Beschäftigten bei den vielschichtigen Neuerungen mitzunehmen. In einem intensiven internen Dialog unter aktiver Beteiligung des Vorstands nehmen wir Fragen, Anliegen und Feedback der Beschäftigten auf. Gemeinsam mit dem Betriebsrat suchen wir Wege, die Interessen unserer Beschäftigten mit den künftig notwendigen Anpassungen in Einklang zu bringen. Die Ausrichtung der Haspa auf die Zukunft wird uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen.

Kommunikation zu Nachhaltigkeitsthemen
Das Thema Nachhaltigkeit wird in der Öffentlichkeit immer stärker diskutiert. Entsprechend hat die Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen für uns eine steigende Bedeutung.

  • Dialogveranstaltungen in den Haspa-Filialen. Sowohl in den Filialen als auch in den Beiräten gewinnen Fragestellungen der nachhaltigen Zukunftsentwicklung an Bedeutung. Das zeigen eine Vielzahl von Veranstaltungen, die die Filialen gemeinsam mit Akteuren aus ihrem Stadtteil organisiert und umgesetzt haben. Das Themenspektrum reicht dabei von konkreten Umwelt- und Klimaschutzaktionen, wie zum Beispiel zur Abfallbeseitigung, Baumpflanzaktionen oder die Übernahme einer Fleetpatenschaft, bis zu Fragen sozialer Teilhabe und demografischem Wandel. Für 2020 ist geplant, in den Haspa-Filialen zielgerichtete Kundendialoge zu Nachhaltigkeitsthemen durchzuführen, um Handlungsbedarfe noch genauer zu identifizieren und unsere Kunden zu Nachhaltigkeitsthemen zu vernetzen. Ein entsprechendes Konzept soll 2020 entwickelt und erprobt werden.
  • Marktforschung zu Nachhaltigkeitsanforderungen von Kundinnen und Kunden. Die Haspa beschäftigt sich seit jeher intensiv mit den Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden. Die Wünsche unserer Privatkunden im Bereich nachhaltige Geldanlagen haben wir 2019 erneut auf Basis von Marktforschungsstudien analysiert. Im Rahmen von  Untersuchungen haben wir Privatkunden gefragt, welche Bedeutung Nachhaltigkeit bei der Geldanlage in Wertpapieren für sie hat und welche konkreten Aspekte ihnen mit Blick auf Umwelt, Unternehmensführung und Soziales wichtig sind. Während im Vorjahr bei einer vergleichbaren Studie noch keine explizite Präferenz für nachhaltige Geldanlagen erkennbar war, interessieren sich unsere Kunden 2019 vor allem für nachhaltige Anlageprodukte, die Umwelt- und Sozialbelange berücksichtigen. Dieses Ergebnis lässt eine Veränderung des Kundenbedarfs im Bereich nachhaltiger Geldanlagen erkennen. Vor diesem Hintergrund ist es unser Anliegen, das Produkt- und Dienstleistungsangebot der Haspa zukünftig noch stärker auf die gestiegenen Kundenbedürfnisse im Bereich der nachhaltigen Anlage zuzuschneiden.

    Ergänzend haben wir uns an einer repräsentativen Studie zur Wahrnehmung und Beurteilung der Nachhaltigkeitsleistungen der Sparkassen beteiligt, die von der imug-Beratungsgesellschaft für den Hanseatischen Sparkassen- und Giroverband (in Anlehnung an eine deutschlandweite Untersuchung des DSGV) im September 2019 durchgeführt wurde. Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen geben uns wertvolle Hinweise auf die Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsleistung.

  • Nachhaltigkeitsaspekte im Beschwerdemanagement. Anfragen und Beschwerden zu Themen mit Nachhaltigkeitsbezug werden bereits seit 2018 gesondert gekennzeichnet und im Rahmen des Jahresreportings an den Vorstand berichtet. Im vergangenen Jahr haben wir im Beschwerdemanagement explizite Nachhaltigkeitskriterien zur Achtung von Menschenrechten, zum Nichtdiskriminierungsgebot, zu Arbeitnehmerbelangen, Sozialbelangen, Korruption, zu grünen Produkten und Umweltbelangen integriert. Insgesamt ist der Anteil von Beschwerden zu Nachhaltigkeitsaspekten äußerst gering. Von insgesamt 20 Beschwerden entfiel 2019 etwa ein Drittel auf eine bundesweite Protestaktion einer Nichtregierungsorganisation, die anderen Beschwerden hatten konkrete Anliegen, etwa zu nicht ausreichender Barrierefreiheit bei technischer Ausrüstung in der Filiale, zu wahrgenommenen Diskriminierungen, zur Verwendung von Luftballons zu Werbezwecken, zum Strom- und Papierverbrauch oder zum generellen Fehlen „grüner“ Produkte.

Transparenz über unsere Nachhaltigkeitsleistung
Als Finanzinstitut ist die Haspa gefordert, die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in ihrem unternehmerischen Handeln transparent zu machen. Grundlegende und umfassende Nachhaltigkeitsinformationen legen wir in unserem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht offen, den wir auf unserer Website sowie ergänzend auch auf der Plattform des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) veröffentlichen, um diese Informationen einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen. Weitergehende Transparenz über die Qualität unserer Nachhaltigkeitsleistung schaffen wir durch anerkannte Zertifizierungen und ESG-Ratings. Mit Blick auf unser nachhaltiges Produktangebot ist uns die externe Bewertung unserer Nachhaltigkeitsleistung ein wichtiges Anliegen. Darüber hinaus haben wir 2019 den Dialog mit Ratingagenturen, politischen Akteuren und Nichtregierungsorganisationen genutzt, um unsere Nachhaltigkeitsleistung konsequent auszubauen.
  • Zertifizierung für nachhaltige Produkte: Den „Hamburger Nachhaltigkeitsfonds – Best in Progress“ lassen wir seit 2018 durch das „FNG-Siegel“, dem Qualitätsstandard für nachhaltige Investmentfonds im deutschsprachigen Raum, zertifizieren. 2019 haben wir das „FNG-Siegel“ für den Hamburger Nachhaltigkeitsfonds zum zweiten Mal erhalten und konnten die Auszeichnung auf zwei Sterne verbessern. Die ganzheitliche Methodik des FNG-Siegels basiert auf einem Mindeststandard. Dazu zählen Transparenzkriterien und die Berücksichtigung von Arbeits- und Menschenrechten, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung, wie sie im weltweit anerkannten UN Global Compact zusammengefasst sind. Auch müssen alle Unternehmen des jeweiligen Fonds explizit auf Nachhaltigkeitskriterien hin analysiert werden. Investitionen in Atomkraft, Kohlebergbau, bedeutsame Kohleverstromung, Fracking, Ölsande sowie Waffen und Rüstung sind tabu. Die Nachhaltigkeitszertifizierung für das FNG-Siegel muss jährlich erneuert werden.

    Der „Hamburger Nachhaltigkeitsfonds – Best in Progress“ ist auf dem Portal www.yoursri.com gelistet, wo detaillierte Informationen und verschiedene Nachhaltigkeitsratings, z. B. auch ein Carbon Footprint für den Hamburger Nachhaltigkeitsfonds, öffentlich verfügbar sind. Darüber hinaus haben wir den europäischen Transparenzkodex des „European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif)“ unterzeichnet und auf www.hamburger-nachhaltigkeitsfonds.de veröffentlicht.

  • Intensivierung des Dialogs mit Fachöffentlichkeit und Institutionen. Die Befassung mit ESG-Ratings haben wir 2019 begonnen und werden diesen Prozess weiter intensivieren. Darüber hinaus haben wir uns an der Evaluierung des Nationalen Aktionsplans „Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP WM) beteiligt und diesen zum Anlass genommen, uns vertieft mit den Anforderungen des NAP WM an unsere Geschäftstätigkeit zu befassen (vgl. dazu auch Kriterium 17).

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