Den DNK zur Berichterstattung unternehmerischer Sorgfaltspflicht nutzen

Unternehmen können den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) nutzen, um über unternehmerische Sorgfaltspflichten zu berichten. Der DNK bietet eine Berichtsoption zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Aktuell wird geprüft, wie diese Berichtsoption an die Berichtsanforderungen in dem ab 2023 geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) angepasst wird.

Der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP):

  • wurde zur Umsetzung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte 2016 von der Bundesregierung beschlossen
  • richtet sich an alle in Deutschland ansässigen Unternehmen
  • freiwillige Selbstverpflichtung
  • beinhaltet fünf Kernelemente unternehmerischer Sorgfaltspflichten zur Achtung der Menschenrechte

Der DNK kann genutzt werden, um über die Kernelemente zu berichten. Mit dem Ziel, Unternehmen eine eindeutige Orientierung hinsichtlich der Berichterstattung im Sinne des NAP zu bieten, integriert der DNK die einzelnen Aspekte unternehmerischer Sorgfaltspflichten in das bereits bestehende Kriterium zu Menschenrechten (Kriterium 17). Um eine DNK-Erklärung inklusive NAP abzugeben, wählt das Unternehmen das gewünschte Anwendungslevel in der Datenbank unter „Allgemeine Informationen“ aus. Das DNK-Büro prüft diese Informationen dann zusätzlich zu den Anforderungen des DNK auf formale Vollständigkeit.
 

Die Vereinten Nationen haben 2011 die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Es handelt sich dabei um den ersten internationalen Referenzrahmen zu diesem Thema.

Basierend auf diesen Leitprinzipien wurde in 2016 der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte beschlossen und Sorgfaltspflichten definiert. Mit dem NAP werden alle in Deutschland ansässigen Unternehmen aufgefordert, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten in angemessener Weise zu achten.

Nach einer repräsentativen Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2020 – dem NAP-Monitoring – kamen Unternehmen dieser Aufforderung jedoch nur unzureichend nach. Weniger als 20% der in Deutschland ansässigen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter*innen erfüllten ihre Sorgfaltspflichten. Für diesen Fall wurde im Koalitionsvertrag der letzten Regierung von SPD und CDU/CSU eine Vereinbarung getroffen: „Falls die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreicht, werden wir national gesetzlich tätig und uns für eine EU-weite Regelung einsetzen.“ Entsprechend wurde im Juli 2021 das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verkündet. 

Von allen Unternehmen wird die Einführung von Prozessen menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht „in einer ihrer Größe, Branche und Position in der Liefer- und Wertschöpfungskette angemessenen Weise“ erwartet. Eine entsprechende gesetzliche Pflicht zur Berichterstattung besteht im NAP nicht.

Der Nationale Aktionsplan beschreibt fünf Kernelemente zur Integration in die unternehmerische Geschäftstätigkeit:
 
  1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
  2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte
  3. Maßnahmen zur Abwendung potenziell negativer Auswirkungen und Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen
  4. Berichterstattung
  5. Beschwerdemechanismus
Der DNK bietet die Möglichkeit, in der DNK-Datenbank über die Kernelemente zu berichten. Dafür wählt das Unternehmen das jeweilige Anwendungslevel unter „Allgemeine Informationen“ des Unternehmensprofils. Die einzelnen Elemente werden dann zusätzlich zu den DNK-Informationen in Kriterium 17 abgefragt und auf formale Vollständigkeit geprüft.

Im DNK sind aktuell noch folgende Informationen zum NAP zu berichten:
Verfügt das Unternehmen über eine eigene Unternehmensrichtlinie?
Wenn ja:
  • Umfasst die Richtlinie die ILO-Kernarbeitsnormen?
  • Hat die Unternehmensleitung die Grundsatzerklärung verabschiedet? Wie kommuniziert das Unternehmen intern und extern darüber?
  • Auf welcher Ebene ist die Verantwortung für menschenrechtliche Belange verankert?
  • Welche Reichweite hat die Richtlinie (welche Standorte, auch Tochterunternehmen etc.)?
  • Analysiert das Unternehmen menschenrechtliche Risiken (in Geschäftsfeldern, durch Produkte und Dienstleistungen, an Standorten, politische Rahmenbedingungen)? Wenn ja, wie?
  • Werden besonders schutzbedürftige Personengruppen in die Risikobetrachtung mit einbezogen?
  • Wie hoch werden die menschenrechtlichen Risiken und die eigenen Einflussmöglichkeiten diesen zu begegnen eingeschätzt?
  • Wie werden menschenrechtliche Risiken in das Risikomanagement integriert?
  • Gibt es Schulungen der Mitarbeiter zu Menschenrechten?
  • Erfolgt eine Prüfung der Einhaltung von Menschenrechten? Wenn ja, wie wird geprüft?
  • Gibt es Beschwerdemechanismen und klare Zuständigkeiten im Unternehmen oder nutzen Sie externe Beschwerdeverfahren? Bitte beschreiben Sie diese und wie Sie deren Zugänglichkeit sicherstellen.
  • Gelten Whistle-Blowing-Mechanismen auch für Zulieferer?
  • Gibt es einen Verhaltenskodex für Lieferanten, der die vier ILO-Kernarbeitsnormen umfasst?
  • Erfolgt eine Prüfung der menschenrechtlichen Risiken vor Eingehen einer Geschäftspartnerschaft? Wenn ja, wie wird geprüft?
  • Werden Zulieferer zu Menschenrechten geschult?
  • Mit welchen Prozessen stellt das Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechten bei Zulieferern sicher?
  • Ergreifen Sie (gemeinsam mit Zulieferern) Maßnahmen im Konfliktfall oder kooperieren Sie mit weiteren Akteuren? Wenn ja: welchen?
  • Welche Konzepte gibt es zur Wiedergutmachung? Gab es Fälle im Berichtszeitraum?
Das DNK-Büro prüft diese Punkte auf formale Vollständigkeit, übernimmt jedoch keinerlei Haftung für die Qualität, Vollständigkeit, Aktualität und Korrektheit der in den DNK-Erklärungen enthaltenen Informationen. Die Verantwortung für die Richtigkeit und Qualität der Erklärungen liegen ausschließlich bei den Unternehmen.

Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte (Helpdesk Wi&MR) der Bundesregierung

wurde im Oktober 2017 eingerichtet, um der Wirtschaft bei der Umsetzung unternehmerischer Sorgfalt und der Achtung der Menschenrechte praktisch zur Seite zu stehen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich und wird finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Auf der Website des Helpdesk finden Sie Fragen & Antworten zum Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflichten,  weitere Unterstützungsangebote und Informationen zu aktuellen Veranstaltungen.

Infoseite zum LkSG

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Lieferkettensorgfaltspflichten-
gesetz (LkSG).

Weitere Informationen

Der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

Zum Aktionsplan

Weitere Informationen

Übersichtsseite der Bundesregierung zu Umsetzungshilfen

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Weitere Informationen

Broschüre: NAP im DNK

Eine gemeinsame Broschüre vom Helpdesk Wi&MR und DNK. Hilfestellungen für DNK-Anwender.

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