Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU: Mehrwert statt Pflicht

Nachhaltigkeitsberichterstattung entfaltet ihren Mehrwert nicht durch den Bericht selbst, sondern durch den Veränderungsprozess, den sie im Unternehmen anstößt.

28. Januar 2026 | Tamara Mariela Moll

Warum sollten Unternehmen heute über Nachhaltigkeit berichten? Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil es wirkt.

Diese zentrale Erkenntnis zieht sich durch eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung. Gemeinsam mit weiteren Partnern untersucht die Stiftung, welchen konkreten Nutzen Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung  ziehen können. 

Wozu über Nachhaltigkeit berichten?

Die Studie stellt bewusst nicht die Frage nach regulatorischen Pflichten, sondern hinterfragt, unter welchen Bedingungen sich eine Berichterstattung für Unternehmen lohnt. „Der Mehrwert liegt im Prozess – nicht im Produkt”, so Jakob Kunzlmann von der Bertelsmann Stiftung.

Konkret zeigen die Studienergebnisse, dass Berichterstattung dann wirksam wird, wenn sie als strategisches Managementinstrument genutzt wird. Unternehmen, die Nachhaltigkeit systematisch analysieren, priorisieren und steuern, profitieren gleich mehrfach:

  • Sie gewinnen Transparenz über ihre Prozesse.
  • Sie erkennen Risiken und Abhängigkeiten früher.
  • Sie können fundiertere Entscheidungen treffen.
  • Sie verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Gerade für KMU ist das eine zentrale Botschaft. Denn Nachhaltigkeitsberichterstattung wird häufig noch immer als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen – dabei kann sie genau das Gegenteil bewirken. 

Nachhaltigkeit als Managementinstrument, nicht als Selbstzweck

Nachhaltigkeitsberichterstattung entfaltet dann ihren Wert, wenn sie in die Unternehmenssteuerung integriert wird. Sie hilft dabei,

  • Energie- und Ressourcenverbräuche sichtbar zu machen und zu managen,
  • Lieferkettenrisiken zu identifizieren,
  • Abhängigkeiten von einzelnen Zulieferern oder Märkten zu erkennen,
  • Prioritäten im Tagesgeschäft klarer zu setzen.

Statt neue Bürokratie zu erzeugen, kann Berichterstattung so Ordnung in komplexe Abläufe bringen. Sie zwingt Unternehmen, sich strukturiert mit Fragen zu Kosten, Risiken, Effizienz oder Zukunftsfähigkeit auseinanderzusetzen. So gewinnen viele KMU mehr Wissen über ihr Unternehmen und schaffen damit eine belastbare Entscheidungsgrundlage für ein zukunftsfähiges Wirtschaften.

Was ist für KMU besonders relevant?

Die Studie widerspricht deutlich der verbreiteten Annahme, Nachhaltigkeitsberichte seien lediglich für große Konzerne relevant. Im Gegenteil: Gerade KMU können von den Effekten besonders stark profitieren.

Die wichtigsten Mehrwerte  für KMU sind:

  • Bessere Entscheidungen: Klare, strukturierte Daten ersetzen Annahmen. Unternehmen können gezielter steuern und fundierter investieren.
  • Kostenkontrolle: Energieverbrauch, Materialeinsatz und Logistik rücken stärker in den Fokus. Einsparpotenziale werden sichtbar – und nutzbar.
  • Risikominimierung: Regulatorische, finanzielle und operative Risiken lassen sich frühzeitig erkennen und adressieren.
  • Marktzugang: Kunden und Auftraggeber fordern zunehmend belastbare Nachhaltigkeitsinformationen – auch von kleineren Zulieferern.
  • Finanzierung: Banken und Investoren honorieren Transparenz, Struktur und ein nachvollziehbares Nachhaltigkeitsmanagement.

Nachhaltigkeitsberichterstattung wirkt damit als Frühwarnsystem und Effizienzhebel zugleich.

Der finanzielle Mehrwert: konkret und messbar

Besonders wichtig: Die Studie zeigt, dass der Nutzen nicht abstrakt bleibt. Unternehmen profitieren ganz konkret, wenn sie Nachhaltigkeit systematisch steuern. So kann Berichterstattung unter anderem zu geringeren Energie- und Ressourcenkosten und zu stabileren Lieferketten beitragen. Mit einem Nachhaltigkeitsbericht bekommen Unternehmen bessere Kreditkonditionen bei Banken und erhöhen gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Schlussendlich kann der Bericht auch zu einer stärkeren Kundenbindung beitragen, weil er die Transparenz erhöht.

Nachhaltigkeit zahlt sich also aus, sofern sie konsequent in die Unternehmenssteuerung integriert wird.

Warum jetzt freiwillig über Nachhaltigkeit berichten?

Auch wenn sich die regulatorischen Anforderungen derzeit verändern: Der Druck auf Unternehmen nimmt zu, Lieferkettenanforderungen steigen, Banken fragen ESG-Daten ab und Kunden erwarten Transparenz. Ein früher Einstieg verschafft KMU einen klaren Vorteil. Sie bauen frühzeitig Strukturen auf, statt später unter Zeitdruck zu handeln. Sie lernen, bevor sie reagieren müssen. Sie gestalten, statt nur zu erfüllen.

Warum der DNK der richtige Einstieg ist

Für viele KMU stellt sich die Frage: Wie starten – ohne Überforderung?
Der DNK bietet hierfür mit der DNK-Plattform einen praxisnahen, erprobten Rahmen.
Er  ist verständlich, modular aufgebaut und anschlussfähig an die EU-Regulatorik, z. B. die VSME-Standards. 

Im Kundenmanagement haben wir ganz klar erlebt, dass sich Nachhaltigkeitsberichterstattung auszahlt. Wir haben beispielsweise Ausschreibungen in Millionenhöhe gewonnen, weil wir den DNK-Bericht vorweisen konnten. Ohne diesen wären wir gar nicht berücksichtigt worden – Unternehmen, die keinen DNK hatten, wurden schon im Vorfeld ausgeschlossen.

Zitat eines Unternehmers | Studie der Bertelsmann Stiftung | „Mehr als Reporting”, S. 30

Der DNK unterstützt Unternehmen dabei,

  • Wesentliches zu priorisieren,
  • klare Strukturen aufzubauen,
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung effizient zu starten,
  • erhobene Daten mehrfach zu nutzen – intern wie extern.

Nicht als Selbstzweck. Sondern als Werkzeug für bessere Unternehmensführung.

Wir wollen den Prozess der Nachhaltigkeitsberichterstattung radikal vereinfachen. Je leichter Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsthemen strukturiert betrachten können, desto eher entdecken sie Optimierungspotenziale und können ihre Geschäftsmodelle nachhaltiger, effizienter und wettbewerbsfähiger gestalten.

Victoria Diekkamp-Reimann | Projektleiterin | Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Fazit

Die Studie der Bertelsmann Stiftung macht deutlich: Nachhaltigkeitsberichterstattung lohnt sich – wenn Unternehmen sie richtig nutzen.

Für KMU bedeutet das:

  • mehr Klarheit,
  • mehr Kontrolle,
  • mehr Zukunftssicherheit –
  • und einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen.