Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie die positiven und negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Ihres Unternehmens auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte.

Aspekt 3:
Beschreiben Sie die Chancen und Risiken, die sich aus dem Umgang mit den Nachhaltigkeitsaspekten für Ihr Unternehmen ergeben, sowie sich daraus ergebende Schlussfolgerungen für das Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

Merck KGaA

Die Menschheit steht vor großen, weltweiten Herausforderungen: Dazu zählen der Klimawandel, immer knapper werdende Rohstoffe, alternde Gesellschaften, die Gefährdung von Menschenrechten oder fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung – letzteres vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Um diese Herausforderungen zu meistern, sind nicht nur Politik und Zivilgesellschaft, sondern auch Unternehmen gefragt. Wir sind uns bewusst, dass sich unsere Geschäftstätigkeit als führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen auf unsere Umwelt und auf die Menschen um uns herum auswirkt. Darum haben wir verantwortungsvolles Handeln in unserer Unternehmenskultur verankert.

 

Unsere Unternehmensstrategie ist auf geschäftlichen Erfolg ausgerichtet. Dazu gehört, dass wir die Interessen unserer Mitarbeiter, Kunden und Kapitalgeber sowie der Gesellschaft achten. Unsere Corporate-Responsibility-Strategie (CR-Strategie) leitet sich aus unserer Unternehmensstrategie ab.

 

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Produkte, die Umwelt und die Menschen um uns herum – insbesondere für unsere Mitarbeiter und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind. Bei der Herstellung unserer Produkte streben wir an, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Eine sichere Produktion, hohe Umweltschutzstandards und ein strenges Qualitätsmanagement sind dafür unabdingbar. Wir stärken unser Unternehmen, indem wir geeignete Mitarbeiter einstellen, fördern und motivieren. Wir möchten ein Vorbild für ethisch korrektes Handeln sein und einen aktiven Beitrag zu der Gesellschaft leisten, in der wir leben.

 

Wir wollen neue weltweite Trends und Herausforderungen rechtzeitig erkennen: beispielsweise durch Dialoge, durch die Teilnahme an Initiativen, durch Branchenaustausch oder auch durch die Auswertung der Medienberichterstattung. So können wir nicht nur Risiken minimieren, sondern auch Chancen ergreifen, die sich für unser Geschäft ergeben. Risiken und Chancen die sich für unser Unternehmen ergeben erläutern wir im Risiko- und Chancenbericht. Zudem wollen wir ethische, wirtschaftliche und juristische Risiken unserer Geschäftstätigkeit minimieren und zugleich für die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Handelns sorgen. Dazu haben wir umfassende Strukturen und Systeme aufgebaut, um gesetzliche Vorgaben und ethische, soziale und ökologische Standards einzuhalten. Beispielsweise ist unser Umweltmanagement darauf ausgerichtet, die Umweltauswirkungen an unseren Produktionsstandorten zu minimieren.

 

Wir führen regelmäßig eine Wesentlichkeitsanalyse (Materialitätsanalyse) durch. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsthemen gemäß ihrer Bedeutung für unser Unternehmen und für externe Stakeholder zu gewichten und in unserer Geschäftstätigkeit zu berücksichtigen. 2016 haben wir eine umfassende Materialitätsanalyse durchgeführt. Dazu werteten wir Medienberichte, Investorenanfragen und Nachhaltigkeitsrankings aus. Anschließend haben wir die Themen anhand unserer Ergebnisse von Stakeholder-Umfragen und Experteninterviews gewichtet. Sowohl dieses Verfahren als auch die Ergebnisse der Materialitätsanalyse überprüften interne Fachleute sowie das CR-Komitee. Die 43 wesentlichen Themen, die aus der Materialitätsanalyse 2016 hervorgegangen sind, wurden 2017 von Experten aus den zuständigen Unternehmensbereichen überprüft und validiert. Dabei haben wir neueste Entwicklungen berücksichtigt und die Analyse bei Bedarf aktualisiert. Die als wesentlich bewerteten Themen bilden die Schwerpunkte unseres CR-Berichts. Da unsere Stakeholder auch zu einigen weniger wesentlichen Themen von uns Informationen und Transparenz erwarten, berichten wir auch über diese Themen – allerdings weniger ausführlich.

 

Weitere Informationen:

- Corporate-Responsibility-Bericht 2017: CR-Strategie

- Corporate-Responsibility-Bericht 2017: Materialitätsanalyse
- Geschäftsbericht 2017: Risiko- und Chancenbericht

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Haas & Co. Magnettechnik GmbH

Mit Unterstützung der Projekte CSR Regio.net und Ökoprofit haben wir unsere wesentlichen Themen in einer Risikomatrix identifiziert, erfasst und bewertet. Die Erstellung der DNK-Entsprechenserklärung wurde durch die Umsetzungsberatung und DNK-Schulungspartner Transformation zur Nachhaltigkeit GmbH gesteuert; dabei haben wir u.a. die Themen in einer Wesentlichkeitsmatrix grafisch aufbereitet zur kontinuierlichen Abgleichung von Strategie und Umsetzung. Die Risikomatrix ist ebenfalls Grundlage für den Dialog mit unseren Anspruchsgruppen.  

Für unsere Nachhaltigkeitsstrategie sind die für uns wesentlichen Stakeholder unsere Lieferanten in der globalen Liefer- und Wertschöpfungskette, die Umwelt, unsere Kunden und Mitarbeiter sowie unser gesellschaftliches Umfeld. Wir sehen unsere größten Herausforderungen und Chancen wie folgt:

1. LIEFERKETTE: Ökologische und soziale Verantwortung in Lieferkette und Beschaffung sicherstellen

Die Rohstoffe und Produkte, die wir aus Asien beziehen, sind oftmals nicht umwelt- und sozialverträglich gewonnen und weiterverarbeitet worden. Die bezogenen Materialien können unter Nachhaltigkeitsaspekten problematisch sein, z.B. Verletzung der Menschenrechte (u.a. Kinderarbeit, gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen) und Schädigung der Umwelt. Soziale und ökologische Kollateralschäden sind die Folge. China hat das Monopol für die Grundstoffe Seltene Erden und Kobalt. Die Rohstoffgewinnung ist ein großes schwarzes Loch, wie beispielsweise der Abbau Seltener Erden in der Mongolei in illegalen Minen. Kobalt wird im Kongo abgebaut und dann als chinesisch deklariert.  Wir führen Gespräche mit unseren Lieferanten und stellen ein wachsendes Bewusstsein für die Probleme fest. Sie achten vermehrt auf die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen in ihren Betrieben und profitieren dadurch von wachsender Mitarbeiterloyalität. Das sichert wiederum die erforderliche Qualität der Lieferantenprodukte für unsere Produktion.

2. UMWELT: Umwelt- und Klimaschutz in Produktion und auf Betriebsebene gewährleisten

Unsere Produktion ist energieintensiv. Deshalb arbeiten wir an der Verbesserung unserer Energieeffizienz durch die Optimierung unserer Prozesse und durch den Einsatz sparsamerer Geräte und Maschinen. Die Rohstoffe zur Herstellung unserer Produkte sind begrenzt verfügbar. Deshalb fördern wir Forschung und Entwicklung hinsichtlich des Recyclings unserer Produkte. Wir überprüfen unsere Abfälle und führen diese je nach Sorte teilweise zurück in den Produktionsprozess. Wir überprüfen die Möglichkeiten zur energetischen Sanierung unseres eigenen Firmengebäudes und die entsprechenden Möglichkeiten zur Reduzierung unseres diesbezüglichen Impacts, womit wir einen positiven Beitrag zum Stadtklima leisten können. Wir wollen freiwillig auf hohem Niveau umweltverträglich und sozialverträglich produzieren.

3. KUNDEN: Kundenbewusstsein für Nachhaltigkeit verstärkt sich, bei gleichzeitigem Preisdruck

Unsere Kunden und potenziellen Auftraggeber wissen zumeist um die sozialen und ökologischen Risiken. Dennoch ist die Bereitschaft, für ökologisch und sozial fair hergestellte Produkte einen höheren Preis zu zahlen, noch eher gering. Einige Großkunden verlangen im Rahmen der Compliance-Vorschriften und CSR
-Berichtspflichten zunehmend nach Nachweisen über die Umwelt- und Sozialverträglichkeit ihrer Zulieferer. Mit einer konsequenten Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie stärken wir unsere Marktposition. Gleichzeitig sichern wir die Qualität unserer Entwicklungs-, Produktions- und Dienstleistungsarbeiten, bieten hohe Kundenorientierung.

4. MITARBEITER: Mitarbeiter motivieren und entwickeln

Eine Herausforderung ist der zunehmende Fachkräftemangel, der wir mit sicheren Arbeitsplätzen und Sicherheit am Arbeitsplatz begegnen können. Wir wollen unsere Mitarbeiter motivieren, sie durch gute Arbeitsbedingungen sowie Aus- und Weiterbildung an unseren Betrieb binden, ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen fördern, ein stimmiges Betriebsklima bieten. Unser Image als Arbeitgeber fördert die Identifikation mit dem Unternehmen und ist ein wichtiger Faktor für zukunftsfähiges Wirtschaften.

5. GESELLSCHAFT: Unternehmen als Teil der Gesellschaft

Nachhaltigkeit kursiert als Begriff in der Öffentlichkeit, ohne dass Bedeutung und Abgrenzung klar sind. Unternehmen füllen diesen Begriff sehr individuell. Kunden interpretieren Nachhaltigkeit unterschiedlich. Bei der Haas Magnettechnik GmbH & Co. sprechen wir von verantwortlicher Unternehmensführung, die von Beginn an Teil unserer Unternehmenskultur und -politik ist. Wir fördern den Austausch mit anderen Unternehmen, geben Impulse, erhalten neue Anregungen und engagieren uns in regionalen und überregionalen Netzwerken und Foren. Damit leisten wir einen Beitrag zu Aufklärung, Information, Umsetzung, Vorbild und Praxistransfer.
   

Das streben wir an: Programm und Struktur für die verantwortliche Unternehmensführung  

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist integraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Wir betrachten darin die als wesentlich identifizierten Aspekte und haben dafür Maßnahmenplänen entwickelt. Die Entwicklungen, unsere Fortschritte und Erfolge kommunizieren wir systematisch und zunehmend strukturiert: intern an unsere Mitarbeiter und extern über unsere Website sowie über Veranstaltungen an unsere Geschäftspartner, Kunden, Lieferanten und an die Öffentlichkeit. Mit unseren Kunden und Lieferanten tauschen wir uns zudem in persönlichen Gesprächen aus. Durch sukzessive Weiterbildung und Fortführung unseres Qualitätsmanagements und unser Handeln nach dem Vorsorgeprinzip arbeiten wir an der kontinuierlichen Verbesserung zum Wohl von Mensch und Umwelt.  

Mit dieser vorliegenden DNK-Entsprechenserklärung für das Jahr 2017 berichten wir erstmalig.

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Lebensbaum / Pure Taste Group GmbH & Co. KG

Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen

Nachhaltigkeit ist ein weites Feld. Daher haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, welche Aspekte der Nachhaltigkeit für Lebensbaum wesentlich sind. Nicht nur damit unser Nachhaltigkeitsmanagement handhabbar bleibt, sondern auch damit wir in diesem weiten Feld nichts Wichtiges vergessen und den Überblick behalten.

Als Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, das seine landwirtschaftlichen Rohwaren aus der ganzen Welt bezieht und viele vergleichsweise selten angebaute Sonderkulturen verarbeitet, bewegen wir uns dabei in einem sehr herausfordernden und komplexen Umfeld. Klimawandel, Umweltverschmutzung und regionale Umweltveränderungen verändern und erschweren vielerorts den Anbau hochwertiger Rohwaren. In vielen Herkunftsländern sind die politischen Verhältnisse weit weniger stabil als in den meisten europäischen Staaten. Existenzsichernde und menschenwürdige Arbeits- und Sozialstandards sind in diesen Ländern häufig keineswegs selbstverständlich. Zugleich nimmt die Nachfrage nach Bioprodukten zu und verschärft weltweit den Wettbewerb um Rohware, während zeitgleich der Preisdruck im Einzelhandel getrieben durch die Bio-Eigenmarken großer Handelsketten in den von uns bedienten Märkten steigt. Auch die Anforderungen an die Wahl des Verpackungsmaterials werden herausfordernder: Es muss nicht nur das Produkt bestmöglich vor Qualitätsverlust und Schadstoffmigration schützen, sondern soll auch aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt, bestmöglich recyclingfähig und am besten zugleich noch plastikfrei sein. Politik und Standardgeber reagieren auf die steigenden Nachhaltigkeitsrisiken mit neuen Anforderungen, die von der Energieeffizienz, über Verpackungs- und Entsorgungsanforderungen, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten usw. bis hin zu Berichtspflichten reichen. All diese Aspekte fließen deshalb im Sinne der Komplexitätsbewältigung in unsere Wesentlichkeitsanalyse ein.

Um eine auf unser Unternehmen zugeschnittene Wesentlichkeitsanalyse zu erhalten, haben wir zunächst auf Grundlage unserer eigenen Prozesse, der Anmerkungen unserer Stakeholder und der GRI-Liste von Nachhaltigkeitsaspekten alle Themen gesammelt, die relevant sein könnten. Die für uns nicht relevanten Aspekte haben wir gestrichen. Denjenigen Aspekten, die für uns relevant sind, haben wir zum leichteren Umgang passende Begriffe aus dem Lebensbaum Kosmos zugeordnet, zum Beispiel Produkttransparenz, Bio-Landwirtschaft und Wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt haben wir die Wesentlichkeit aus Unternehmenssicht anhand neun spezifischer Kriterien in Bezug auf ihre strategische, operative und stakeholderbezogene Bedeutung bewertet.

Um die Wesentlichkeit auch aus Sicht unserer Stakeholder zu bewerten, haben wir zunächst ermittelt, welche Stakeholdergruppen überhaupt von den herausgearbeiteten Aspekten betroffen sind – und in welchem Ausmaß. Für einen allgemeinen Eindruck haben wir die Aspekte von Studenten mehrerer Nachhaltigkeitsstudiengänge priorisieren lassen. Außerdem haben wir in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bio-Kunden ermittelt, welche Aspekte sie für wesentlich halten. Eine weitere Stakeholdergruppe sind unsere Mitarbeiter, von denen wir mehr als 100 befragt haben. Auch unsere Erfahrungen aus dem Austausch mit weiteren Stakeholdern, wie Handelspartnern und Lieferanten, sind in die Analyse eingeflossen. Darüber hinaus haben wir eine Studie der GRI* und Wesentlichkeitsanalysen anderer Unternehmen ausgewertet. Anhand wissenschaftlicher Gesichtspunkte haben wir entlang der Wertschöpfungskette bewertet, welche Aspekte an welchen Gliedern der Kette gegebenenfalls von besonderer Bedeutung sind.

Im Ergebnis haben wir 22 wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte erhalten, die wir jeweils einem der folgenden fünf Nachhaltigkeitshandlungsfelder zugeordnet haben:

  • Produktqualität und Kundenorientierung
  • Nachhaltigkeit und Qualität in der Lieferkette
  • Mitarbeiter & Gesellschaft
  • Umwelt
  • Übergreifende Nachhaltigkeitsaspekte
Eine Wesentlichkeitsgrafik stellt die einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte, ihre relative Bedeutung und ihre Zuordnung zu den fünf Handlungsfeldern dar. Eine detailliertere Beschreibung der Nachhaltigkeitsaspekte spezifiziert näher, wer betroffen ist und welche Auswirkungen, Chancen oder Risiken mit Aspekten verknüpft sind. 

*GRI 2013: Sustainability Topics for Sectors: What do stakeholders want to know?

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ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit

Zur Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen hat der ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern im Jahr 2017 eine Wesentlichkeitsanalyse zum Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt. Hierbei wurden sowohl interne als auch externe Interessengruppen eingebunden. Im Ergebnis sind die „wesentlichen Themen“ mehr in den Blickpunkt unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten gerückt. Als „wesentlich“ werden diejenigen Themen bezeichnet, die wichtige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen der Unternehmensgruppe oder die Ansprüche unserer Interessengruppen widerspiegeln. Als national tätiger Versicherungskonzern beschreiben wir die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte im Wesentlichen in Kriterium 4 „Tiefe der Wertschöpfungskette“ sowie in den einzelnen Konzepten.

Die wesentlichen Themen wurden auf Grundlage der Geschäftstätigkeit der jeweiligen Gesellschaft definiert und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Aspekte Umwelt, Sozialbelange, Menschenrechte, Korruption und Bestechung sowie Arbeitnehmerbelange berücksichtigt.
Die Geschäftstätigkeit wurde ebenfalls hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte entlang der Wertschöpfungskette betrachtet. Als Grundlage für die Bestimmung der wesentlichen Themen des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft wurden Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht und der Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat herangezogen. In einem Workshop mit internen Mitarbeitern der ALTE LEIPZIGER und der HALLESCHE sowie einem externen Berater wurden die wesentlichen Stakeholder definiert und die relevanten Themen unter Berücksichtigung des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft sowie ihre Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte bestimmt. Die wesentlichen Aspekte aus Stakeholdersicht wurden durch einen Dialog mit internen und externen Stakeholdern erfasst. Den Dialog haben wir mit Vertretern der Presse, Führungskräften, Mitarbeitern, Kunden und Vermittlern vornehmlich qualitativ durchgeführt. Außerdem haben wir Experten und Branchenverbände in den Prozess einbezogen. Die Stakeholder wurden in der Befragung auf besondere Punkte innerhalb der Wertschöpfungskette hingewiesen, bei welchen mit Auswirkungen aufgrund der Geschäftstätigkeit des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns auf Nachhaltigkeitsaspekte gerechnet werden kann. Dies betrifft beispielsweise eine nachhaltige Kapitalanlage oder eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die Wesentlichkeitsanalyse ergab folgende wesentlichen Aspekte für den ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern:

  • Beitragsstabilität und Leistungsgarantien
  • Mitarbeiter
    • Arbeitssicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter
    • Aus- und Weiterbildung
    • Engagement für die Mitarbeiter / Arbeitgeberattraktivität
  • Service- und Kundenzufriedenheit
  • Verantwortungsvolle Unternehmensführung
  • Digitalisierung
  • Demographischer Wandel
  • Nachhaltige Kapitalanlage
  • Transparenz
Auf diesen wesentlichen Aspekten beruhen im Folgenden die Konzepte und Maßnahmen des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns in Bezug auf deren Nachhaltigkeit. In den Konzepten sind die sozialen und ökologischen Chancen und Risiken dargestellt, welche aus den oben genannten wesentlichen Aspekten hervorgehen.

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Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)

Als zentrales Förderinstitut unterstützt die IB.SH das Land Schleswig-Holstein bei der Umsetzung wirtschafts- und strukturpolitischer Aufgaben. Ihr Ziel ist es, gemäß ihrer Geschäftsstrategie aus eigener Ertragskraft nachhaltiges Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute Lebensbedingungen in Schleswig-Holstein zu fördern. Mit dieser Zielsetzung vergibt die IB.SH Fördermittel an Firmen, Immobilienkundinnen und -kunden, die Landwirtschaft sowie Kommunen für Infrastruktur-, Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmaßnahmen, Umwelt- und Energieprojekte sowie den Städtebau. Außerdem berät sie umfassend zu Finanzierung und Förderung unter Berücksichtigung von Innovationen sowie Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten. Die Geschäftstätigkeit der IB.SH wirkt daher unmittelbar nachhaltig.
Neben dieser Nachhaltigkeitswirkung fokussiert die IB.SH ihre Aktivitäten auf weitere als wesentlich im Sinne des § 289c Abs. 2 HGB erachtete Sachverhalte im Bereich der ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung, wie in der Wesentlichkeitsmatrix ersichtlich ist:

Eine wesentliche Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung hat die IB.SH insbesondere durch ihre Förderprodukte (z.B.: Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren). Dazu gehören neben der Finanzierung und Förderung von Maßnahmen auch die aus Mitteln des Landes finanzierten Beratungsleistungen, z.B. zu Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten.
Das Förderprogrammportfolio der IB.SH wird durch das Produkt- und Digitalisierungsmanagement unter Beteiligung der verschiedenen Anspruchsgruppen regelmäßig überprüft und angepasst.
Daneben sind für die IB.SH die Ressourcenschonung im Bankbetrieb, nachhaltige Prozesse, gesellschaftliches Engagement und die Verantwortung als Arbeitgeber wesentlich in Bezug auf nachhaltiges Wirken.

Durch ihre Geschäftstätigkeit ergeben sich für die IB.SH soziale und ökologische Chancen und Risiken.
Das Land, der Bund und die Europäische Union legen Förderrichtlinien und Rahmenbedingungen mit einem bestimmten Förderziel fest. Dabei besteht das Risiko von ungewollten Nebeneffekten oder unvorhergesehenen Fehlanreizen mit negativen sozialen oder ökologischen Auswirkungen. Risiken im Sinne von „Moral Hazard“ können dort entstehen, wo die IB.SH Vorhaben finanziert oder mitfinanziert. Sie kommen zum Tragen, wenn die Empfänger der Finanzierung gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Um diese Risiken zu minimieren, bestehen in der IB.SH Regeln und Prozesse (vgl. Kriterium 6).
Zu den aktuellen Dialogverfahren für die Umsetzung des „EU Aktionsplans: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ und die sich daraus ergebenden regulatorischen Themenstellungen wie Offenlegungspflichten oder die Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagement steht die IB.SH im Austausch mit der BaFin, um die in Zukunft erforderlichen Schritte schnell umsetzen zu können.

In der Wesentlichkeitsmatrix wird die Bedeutung der wesentlichen Aktivitäten für interne Stakeholder, hier auf der Horizontalachse und für externe Stakeholder auf der Vertikalachse dargestellt.

Tabelle: Wesentlichkeitsmatrix

Bedeutung für interne Stakeholder / externe Stakeholder Mittel (intern) Hoch (intern) Sehr hoch (intern)
Sehr hoch (extern) Beteiligung von Anspruchsgruppen
(Stakeholderdialog, Netzwerke)
Beratung zu Klimaschutz und Umwelt Nachhaltige Förderprodukte (Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren, Erneuerbare Energien)
Hoch (extern) Gesellschaftliches Engagement Ressourcenschonung im Bankbetrieb (u.a. Neubau) Produkt- und Innovationsmanagement
Mittel (extern)   Prozessebene Nachhaltigkeit Mitarbeiterverantwortung


Abbildung: Wesentlichkeitsmatrix



Als Kreditinstitut ist die IB.SH an gesetzliche Normen und Vorgaben gebunden und unterliegt der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Daher werden die Themen Korruptions- und Betrugsprävention nicht im Rahmen der Wesentlichkeitsmatrix adressiert, stellen aber eine aufsichtsrechtliche Notwendigkeit dar. Zur Geldwäsche- und Betrugsprävention finden zum Beispiel regelmäßig Pflichtschulungen statt.

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