Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen durch Ihre Geschäftstätigkeit beeinflusst werden. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Inside­-out­-Perspektive).

Aspekt 3:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auf Ihre Geschäftstätigkeit einwirken. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Outside-­in­-Perspektive).

Aspekt 4:
Erläutern Sie, welche Chancen und Risiken sich für Ihr Unternehmen aus dem Umgang mit den beschriebenen Nachhaltigkeitsthemen ergeben. Nennen Sie Schlussfolgerungen, die Sie daraus für Ihr Nachhaltigkeitsmanagement ableiten.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

Volkswohnung

1) Ökologische, sozioökonomische und politische Besonderheiten unseres Umfelds
Die kommunale Wohnungswirtschaft hat mannigfaltige Auswirkungen auf und vielfältige Einflüsse durch Themenfelder der Nachhaltigkeit. Sie stellt einen wichtigen sozialen Baustein dar, indem Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Dies insbesondere, da die angesprochene Bevölkerungsschicht meist breiter ist als bei Unternehmen der freien Wirtschaft, was eine genaue Abwägung von Wohnungsangebot, Mietpreisen und Belegungsmanagement erfordert. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Karlsruhe sind wir sowohl an der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum als auch an der Stadtentwicklung wesentlich beteiligt. Als größtem Vermieter der Stadt Karlsruhe stehen der Erhalt und die Weiterentwicklung unseres Bestands im Fokus. Bei der Finanzierung unserer Tätigkeiten können wir in der Wohnungswirtschaft auf zahlreiche Fördermittel von Bund, Ländern und Stadt zurückgreifen. Die Wohnungswirtschaft ist aber auch ein großer Ressourcennutzer. Immobilien binden über einen langen Zeitraum große Mengen an Rohstoffen/Flächen und setzen diese bei Abrissaktivitäten wieder frei. Eine sorgsame Betrachtung der Stoffströme ist daher wichtig. Während der Lebenszeit ist das Thema Energieverbrauch/-erzeugung von großer Bedeutung, da dadurch hohe klimarelevante Emissionen freigesetzt werden, aber auch Themen wie Abfall- oder Wassermanagement.

2) Wesentliche positive und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit
Im Rahmen der Wertschöpfung haben die Unternehmenstätigkeiten negative, aber auch positive Auswirkungen auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen. Der Verbrauch von Ressourcen, Flächenversiegelung, CO2-Emissionen (Strom, Wärme, Dienstfahrten, …), sowie Abfall sind negative Auswirkungen auf ökologische Aspekte. Ergänzungsbebauung und die damit einhergehenden diffusen Ängste bezüglich steigender Mieten und Wohnungsverlust stellen negative Auswirkungen auf die Gesellschaft dar, die von uns aber durch entsprechendes Management, umsichtige Planung und Mietpreisstrategie sowie gute Kommunikation aufgefangen werden. Dazu gehören Beratungsangebote zu Wohngeld, Förderungen und angepasste Miethöhen. Eine nicht optimale Bewirtschaftung könnte sich ökonomisch negativ äußern.  
Positive ökologische Auswirkungen ergeben sich durch doppelte Innenentwicklung1/ausgewogenes Flächenmanagement, die Auswahl an Baumaterialien, Mobilitätskonzepte, gezieltes Energiemanagement sowie das große Potential an CO2-Einsparungen. Gesellschaftlich positive Auswirkungen haben das Quartiersmanagement (Entgegenwirken von Segregation, aktive Durchmischung, Bereitstellung von Infrastruktur, …), die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, Chancengerechtigkeit/Gleichberechtigung, Antidiskriminierung, soziale Projekte und Kooperationen sowie die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen (als Arbeit- und Auftraggeber). Positive ökonomische Auswirkungen ergeben sich durch eine gute Auslastung/Bewirtschaftung unseres Bestands, ebenfalls durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen sowie bezahlbare Mieten.  

3)Chancen und Risiken
Aufbauend darauf lassen sich Chancen und Risiken für die VOLKSWOHNUNG ableiten. Die Zerstörung von Natur-/Lebensräumen stellt ein ökologisches Risiko dar. Gesellschaftlich lassen sich steigende Mieten, Klimafolgen (Hitzesommer), soziale Brennpunkte, schlechtes Image und politische Einflussnahme als Risiken identifizieren. Ökonomische Risiken stellen Fachkräftemangel, Preisentwicklungen am Markt und die große Produktlebenszeit von Wohnraum dar, wodurch eine große Planungsunsicherheit hinsichtlich des zukünftigen Bedarfs resultiert.  
Es ergeben sich jedoch auch zahlreiche Chancen. Durch innovative Ansätze in der Produktgestaltung - beispielsweise der Reduzierung der individuellen Wohnfläche (kompaktere Grundrisse) in Kombination mit größeren Gemeinschaftsflächen, ökologische Baumaterialien und Recycling sowie gezieltes Flächenmanagement - lassen sich ökologische Vorteile erzielen. Wir versuchen, diese Chancen bereits in einzelnen Projekten wie Senioren-WGs und Holzbauten zu nutzen. Diese Themen werden zukünftig verstärkt evaluiert. Unsere Sanierungsprojekte führen für unsere Mieterinnen und Mieter zu einer Erhöhung des Wohnstandards; wir beraten hier umfassend, um eine wirtschaftliche Schlechterstellung zu vermeiden.
Durch die Produktgestaltung (flexible/bedarfsneutrale/anpassbare Strukturen, Barrierefreiheit, …) lassen sich auch gesellschaftliche Chancen erzielen. Als verlässlicher Partner in der TechnologieRegion Karlsruhe (Stadtentwicklung, Sponsor, Kooperationspartner, s. Kriterium 18), eine gezielte und verlässliche Information unserer Mieterinnen und Mieter bei Bau- und Sanierungsprojekten und die Sicherstellung von Chancengerechtigkeit bei der Wohnungsvergabe können weitere Chancen ergriffen werden. Die größte Chance mit der größten Hebelwirkung wird im Wertschöpfungsschritt „Planung“ realisiert, indem wir komplexe Aufgaben durch eine integrierte Planung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Gesellschaft, Natur und Ökonomie lösen. Durch serielles Bauen und eine Senkung der Baukosten, aber auch durch die Senkung der Mietnebenkosten, können ökonomische Chancen verwirklicht werden. Spannungsfelder existieren hier allerdings durch steigende Bauanforderungen und Kosten für energetische Sanierungen. Für diese Themenbereiche erarbeiten wir aktuell gezielt Konzepte, die dann in die Strategie implementiert werden.     

Analyse der wesentlichen Themen der VOLKSWOHNUNG



Insgesamt hat die VOLKSWOHNUNG im Rahmen ihrer Wesentlichkeitsanalyse folgende Themen ermittelt, die es im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements zu bearbeiten gilt. Die Wesentlichkeitsanalyse wurde auf Basis von Studienergebnissen, Stakeholderanalysen, Arbeitsgruppen und Branchen-Benchmarks durchgeführt. Wesentliche ökologische Themen:

  1. CO2 Einsparung/ Klimaschutz (hoch)
  2. Flächenversiegelung (hoch)
  3. Ressourceneffizienz (mittel)
  4. Biodiversität (mittel)
  5. Abfallmanagement (mittel)
  6. Wassermanagement (mittel)
  Wesentliche soziale Themen:
  1. Bezahlbarer Wohnraum (hoch)
  2. Gesundheit/ Sicherheit (hoch)
  3. Quartiers- und Sozialmanagement (hoch)
  4. Arbeitgeberattraktivität (hoch)
  5. Kundenzufriedenheit (hoch)
  6. Mitarbeiterzufriedenheit (hoch)
  7. Menschenrechte (mittel)
  Wesentliche ökonomische Themen:
  1. Bestandserhalt (hoch)
  2. Bestandswachstum/ Nachverdichtung (hoch)
  3. Compliance (hoch)
  4. Ertrag (hoch)
  5. Transparenz (hoch)
  6. Image (mittel)
  7. Digitalisierung (mittel)
  8. Sustainable Finance (mittel)




1 Bei der doppelten Innenentwicklung wird sowohl die bauliche Dichte als auch die Erhaltung, Weiterentwicklung und Qualifizierung des urbanen Grüns betrachtet

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Hallesche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit

Zur Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen hat der ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern im Jahr 2017 eine Wesentlichkeitsanalyse zum Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt. Hierbei wurden sowohl interne als auch externe Interessengruppen eingebunden. Im Ergebnis sind die „wesentlichen Themen“ mehr in den Blickpunkt unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten gerückt. Als „wesentlich“ werden diejenigen Themen bezeichnet, die wichtige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen der Unternehmensgruppe widerspiegeln oder die Beurteilungen unserer Interessengruppen maßgeblich beeinflussen. Als national tätiger Versicherungskonzern beschreiben wir die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte im Wesentlichen in Kriterium 4 „Tiefe der Wertschöpfungskette“ und Kriterium 11 – 13 „Umweltbelange“.

Die wesentlichen Themen wurden aufgrund der Geschäftstätigkeit der jeweiligen Gesellschaft definiert und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Aspekte Umwelt, Sozialbelange, Menschenrechte, Korruption und Bestechung sowie Arbeitnehmerbelange berücksichtigt. Als Grundlage für die Bestimmung der wesentlichen Themen des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft wurden Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht und der Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat herangezogen.

In einem Workshop mit internen Mitarbeitern der ALTE LEIPZIGER und der HALLESCHE sowie einem externen Berater wurden die wesentlichen Stakeholder definiert und die relevanten Themen aufgrund des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage der Gesellschaft sowie ihre Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte bestimmt.

Die wesentlichen Aspekte aus Stakeholdersicht wurden durch einen Dialog mit internen und externen Stakeholdern erfasst. Den Dialog haben wir mit Vertretern der Presse, Führungskräften, Mitarbeitern, Kunden und Vermittlern vornehmlich qualitativ durchgeführt. Außerdem haben wir Experten und Branchenverbände in den Prozess einbezogen.

Die Wesentlichkeitsanalyse ergab folgende wesentlichen Aspekte für den ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern:

  • Beitragsstabilität und Leistungsgarantien

  • Mitarbeiter

    • Arbeitssicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter

    • Aus- und Weiterbildung

    • Engagement für die Mitarbeiter / Arbeitgeberattraktivität

  • Service- und Kundenzufriedenheit

  • Verantwortungsvolle Unternehmensführung

  • Digitalisierung

  • Demographischer Wandel

  • Nachhaltige Kapitalanlage

  • Transparenz

Auf diesen wesentlichen Aspekten beruhen im Folgenden die Konzepte und Maßnahmen des ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzerns in Bezug auf die Nachhaltigkeit. In den Konzepten sind die sozialen und ökologischen Chancen und Risiken dargestellt, welche aus den oben genannten wesentlichen Aspekten hervorgehen.

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FutureCamp Climate GmbH

Ökologische, sozioökonomische und politische Besonderheiten unseres unternehmerischen Umfelds

Die durch den anthropogenen Klimawandel verursachte globale Erwärmung auf möglichst unter 2° zu begrenzen, ist eine der größten Aufgaben in der Menschheitsgeschichte. Die dafür notwendige Transformation in eine  treibhausgasneutrale Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 gehört zu den größten Herausforderungen, denen sich Unternehmen und Gesellschaft gegenüber sehen. Mit unseren Dienstleistungen in den Themenfeldern Klimaschutz, Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit agieren wir bei der Beratung unserer Kunden in genau diesem Spannungsdreieck von sozioökonomischen, ökologischen und politisch-rechtlichen Anforderungen.


Positive und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

Wir wirken als Impulsgeber und Treiber einer nachhaltigeren Entwicklung bei unseren Kunden. Wo immer möglich und sinnvoll, gehen wir selbst mit gutem Beispiel voran. Unsere Dienstreisen, die unser Geschäft mit sich bringt, können sich negativ auf das Klima auswirken, längere Arbeitsspitzen  auf die Gesundheit. Es ist allerdings Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie, derlei Entwicklungen durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken.


Chancen und Risiken

Die dynamische Entwicklung in der Umwelt- und Klimapolitik, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene ist für uns Chance und Risiko zugleich.
Politische Trendwenden, Umweltereignisse von größerer Tragweite oder technologische Durchbrüche können und müssen in Wirtschaft und Gesellschaft die Bereitschaft zum Handeln verändern. Dies eröffnet für uns Chancen: So werden manche Klimaschutzmaßnahmen erst durch Änderungen in der Förderungspolitik wirtschaftlich - und wir erhalten einen Beratungsauftrag, wie ein Unternehmen sich hier am besten positioniert. Brüssel oder Berlin beschließen neue Richtlinien bzw. Gesetze - und wir können einer Landesverwaltung dabei helfen, die Vorgaben auf Landesebene herunter  zu brechen und umzusetzen. Manche unserer Kunden müssen auf eine wachsende Nachfrage nach ökologisch und fair erzeugten Produkten reagieren - und wir werden beispielsweise gebeten,  bei der Umstellung auf eine CO2-effizientere Produktion oder der grundlegenden Neuausrichtung hin zu einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen.

Ein Risiko ist, hier nicht rechtzeitig und umfassend genug Schritt zu halten - etwa, dass wir selbst nicht auf dem Laufenden bleiben bzw. uns nicht in geeigneter Weise an neue Herausforderungen anpassen, hinter unsere Wettbewerber zurückfallen oder den Handlungsbedarf bei unseren Kunden nicht schnell genug oder nicht richtig einschätzen. Auch ein gewisses Reputationsrisiko besteht aus der hohen Komplexität der Klimaschutzproblematik und ihrer Lösungsansätze sowie aus der inzwischen teilweise emotional geführten gesellschaftlichen Diskussion heraus: Hier gilt es, unsere Dienstleistungen klar und auch für Laien nachvollziehbar erklären zu können.

In Konsequenz halten wir unser Beraterteam immer auf dem aktuellsten Wissensstand, etwa durch Weiterbildungsmaßnahmen und den Bezug von Fachnewslettern und -zeitschriften. Durch Mitarbeit in bzw. Leitung von verschiedenen Gremien (z. B. der Arbeitsgruppe "Emissionshandel zur Bekämpfung des Treibhauseffektes") unter Federführung des Umweltbundesamts, durch die Mitgliedschaft in NGOs und thematisch nahestehenden Verbänden sowie den regelmäßigen Besuch einschlägiger Fachkonferenzen und Fachmessen bleiben wir auf dem neuesten Stand. Alle Aspekte der Nachhaltigkeit beziehen wir in unser Nachhaltigkeitsmanagement ein.

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Merck KGaA

Die Menschheit steht vor großen, weltweiten Herausforderungen: Dazu zählen der Klimawandel, immer knapper werdende Rohstoffe, alternde Gesellschaften, die Gefährdung von Menschenrechten oder fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung – letzteres vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Um diese Herausforderungen zu meistern, sind nicht nur Politik und Zivilgesellschaft, sondern auch Unternehmen gefragt. Wir sind uns bewusst, dass sich unsere Geschäftstätigkeit als führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen auf unsere Umwelt und auf die Menschen um uns herum auswirkt. Darum haben wir verantwortungsvolles Handeln in unserer Unternehmenskultur verankert.

 

Unsere Unternehmensstrategie ist auf geschäftlichen Erfolg ausgerichtet. Dazu gehört, dass wir die Interessen unserer Mitarbeiter, Kunden und Kapitalgeber sowie der Gesellschaft achten. Unsere Corporate-Responsibility-Strategie (CR-Strategie) leitet sich aus unserer Unternehmensstrategie ab.

 

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Produkte, die Umwelt und die Menschen um uns herum – insbesondere für unsere Mitarbeiter und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind. Bei der Herstellung unserer Produkte streben wir an, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Eine sichere Produktion, hohe Umweltschutzstandards und ein strenges Qualitätsmanagement sind dafür unabdingbar. Wir stärken unser Unternehmen, indem wir geeignete Mitarbeiter einstellen, fördern und motivieren. Wir möchten ein Vorbild für ethisch korrektes Handeln sein und einen aktiven Beitrag zu der Gesellschaft leisten, in der wir leben.

 

Wir wollen neue weltweite Trends und Herausforderungen rechtzeitig erkennen: beispielsweise durch Dialoge, durch die Teilnahme an Initiativen, durch Branchenaustausch oder auch durch die Auswertung der Medienberichterstattung. So können wir nicht nur Risiken minimieren, sondern auch Chancen ergreifen, die sich für unser Geschäft ergeben. Risiken und Chancen die sich für unser Unternehmen ergeben erläutern wir im Risiko- und Chancenbericht. Zudem wollen wir ethische, wirtschaftliche und juristische Risiken unserer Geschäftstätigkeit minimieren und zugleich für die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Handelns sorgen. Dazu haben wir umfassende Strukturen und Systeme aufgebaut, um gesetzliche Vorgaben und ethische, soziale und ökologische Standards einzuhalten. Beispielsweise ist unser Umweltmanagement darauf ausgerichtet, die Umweltauswirkungen an unseren Produktionsstandorten zu minimieren.

 

Wir führen regelmäßig eine Wesentlichkeitsanalyse (Materialitätsanalyse) durch. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsthemen gemäß ihrer Bedeutung für unser Unternehmen und für externe Stakeholder zu gewichten und in unserer Geschäftstätigkeit zu berücksichtigen. 2016 haben wir eine umfassende Materialitätsanalyse durchgeführt. Dazu werteten wir Medienberichte, Investorenanfragen und Nachhaltigkeitsrankings aus. Anschließend haben wir die Themen anhand unserer Ergebnisse von Stakeholder-Umfragen und Experteninterviews gewichtet. Sowohl dieses Verfahren als auch die Ergebnisse der Materialitätsanalyse überprüften interne Fachleute sowie das CR-Komitee. Die 43 wesentlichen Themen, die aus der Materialitätsanalyse 2016 hervorgegangen sind, wurden 2017 von Experten aus den zuständigen Unternehmensbereichen überprüft und validiert. Dabei haben wir neueste Entwicklungen berücksichtigt und die Analyse bei Bedarf aktualisiert. Die als wesentlich bewerteten Themen bilden die Schwerpunkte unseres CR-Berichts. Da unsere Stakeholder auch zu einigen weniger wesentlichen Themen von uns Informationen und Transparenz erwarten, berichten wir auch über diese Themen – allerdings weniger ausführlich.

 

Weitere Informationen:

- Corporate-Responsibility-Bericht 2017: CR-Strategie

- Corporate-Responsibility-Bericht 2017: Materialitätsanalyse
- Geschäftsbericht 2017: Risiko- und Chancenbericht

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Kreissparkasse Heinsberg

Chancen und Risiken nachhaltigen Wirtschaftens
Für uns als Kreissparkasse Heinsberg bilden die konkreten Nachhaltigkeitsprojekte des Kreises Heinsberg einen Referenzrahmen bei der Definition unseres geschäftspolitischen Handlungsbedarfs, von neuen Produktangeboten und gesellschaftlichen Initiativen.

Die relevanten Rahmenbedingungen für nachhaltige Entwicklung in unserem Geschäftsgebiet haben wir mit Blick auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Demografie, Umwelt und Energie, Bildung und Integration sowie Lebensqualität analysiert und im „Bericht an die Gesellschaft 2018“ genauer dargestellt. Die aus unserer Sicht wesentlichen Handlungsfelder haben wir nachfolgend zusammengefasst:

Stärkung des Wirtschaftsstandorts
Die Stärkung vorhandener Kompetenzen, die Bindung ansässiger Unternehmen und der Ausbau kreisübergreifender Netzwerke waren auch 2018 die wichtigsten Aspekte der regionalwirtschaftlichen Entwicklungsstrategie für den Kreis Heinsberg. So initiierte der Wirtschaftsbeirat des Kreises im vergangenen Jahr ein beispielhaftes Projekt, um den Dialog zwischen kommunalen Verwaltungen und Unternehmen zu verbessern. Eine Woche lang hospitierten Azubis aus Unternehmen bei Ämtern und Behörden, im Gegenzug nahmen regionale Firmen in diesem Zeitraum Auszubildende aus der Verwaltung bei sich auf. Praktische Erfahrung und Workshops schafften Transparenz für Prozesse und Bedürfnisse und ermöglichten Dialog und Erfahrungsaustausch. Die Kreissparkasse Heinsberg beteiligt sich aktiv an diesem Projekt.

Die Förderung unternehmerischer Tätigkeit und von Innovationsfähigkeit ist der Kreissparkasse Heinsberg ebenso wie ihren Anspruchsgruppen ein wichtiges Anliegen. Nachdem wir 2017 in unserer Heinsberger Filiale mit dem Coworking Space „Werkbank“ eine räumliche Infrastruktur für innovative und kreative Unternehmen geschaffen haben und diese Plattform sich sehr erfolgreich etabliert hat, konnten wir dieses Engagement 2018 weiter vertiefen und das „Jungunternehmernetzwerk der Kreissparkasse Heinsberg“ gründen. Ziel dieser Initiative ist es, den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern systematisch durch Veranstaltungen und andere Angebote zu fördern. 

Der Erfolg unserer auf die eigene Region konzentrierten Geschäftstätigkeit ermöglicht die umfangreiche Finanzierung regionaler sozialer Einrichtungen. Wir unterstützen die Wohlfahrtsverbände im Kreisgebiet, die mit den von uns zur Verfügung gestellten Mitteln wichtige Vorhaben finanzieren können. 2018 wurden insgesamt 680.940 Euro für soziale Projekte im Kreis von der Sparkasse bereitgestellt. Eine innovative Vernetzungsidee in diesem Bereich fördern wir seit 2018: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat im Kreis Heinsberg die Initiative „Gute Geschäfte“ ins Leben gerufen, die Wohlfahrtorganisationen und soziale Einrichtungen mit Unternehmen aus der Region zusammenbringt, um gesellschaftliche und soziale Weiterentwicklung durch den Austausch von Kompetenzen (Wissen), Personal (Zeit) und Sachleistungen (Mitteln) zielgerichtet zu fördern. Im Mai 2019 fand die erste Markplatz-Veranstaltung statt – 100 Unternehmen und gemeinnützige Organisationen, Initiativen und Vereine kamen in den Räumen der Sparkasse zusammen, um gemeinsame Anknüpfungspunkte auszuloten.

Nachhaltige wirtschaftliche Transformation
Für die Menschen im Osten des Kreises begann das Jahr 2018 mit dem Abschied von einem Wahrzeichen. Der „Immerather Dom“, die Kirche St. Jacobi, jahrzehntelang weithin sichtbares Erkennungszeichen des Dorfes Immerath, musste wie auch die umliegenden Häuser dem Tagebau Garzweiler II weichen. Im Sommer folgte die Verlegung der A61 nach Osten und der Abriss der alten Trasse. Beides sind deutliche Symbole dafür, dass der Strukturwandel, der durch das absehbare Ende der Braunkohleförderung eingeleitet wurde, noch lange nicht abgeschlossen, sondern in vollem Gange ist. 

An vielen Orten in Deutschland, auch im Kreis Heinsberg, haben insbesondere auch junge Menschen in den vergangenen Monaten für Umwelt- und Klimaschutz demonstriert. In unserer Region werden diese Entwicklungen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Energie- und Versorgungswirtschaft haben das Profil des Kreises Heinsberg stark geprägt: Sie haben Arbeitsplätze und Wohlstand geschaffen, aber auch in erheblichem Maße in die Natur und die Umwelt eingegriffen. Die anstehende Transformation bringt Herausforderungen und auch neue Perspektiven für den Kreis. Sie umfasst die Verpflichtung, aber auch Chance zum Aufbau trag- und entwicklungsfähiger Strukturen und Konzepte für die Zukunft des Kreises. 

Der Kreis Heinsberg gehört zu den Regionen Nordrhein-Westfalens (NRW) mit einem hohen Potenzial für Windenergie. Hier sind dreimal mehr Windkraftanlagen installiert als im Landesdurchschnitt. Als Sparkasse engagieren wir uns seit zehn Jahren für den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region. Dabei war und ist es uns wichtig, die Menschen in der Region durch regionale Anlageprodukte, wie z. B. Umweltsparbriefe oder Genossenschaftsanteile, aktiv in die Erschließung erneuerbarer Energiequellen in der Region einzubeziehen. Auch wenn sich die Dynamik seit 2017 in diesem Bereich aufgrund der veränderten Förder- und Rahmenbedingungen abgeschwächt hat, hatten wir im vergangenen Jahr weiterhin 132 Mio. Euro Kredite für erneuerbare Energie im Bestand. Unsere Kompetenz und Netzwerke in diesem Bereich werden wir auch weiterhin für eine zukunftsfähige Entwicklung in der Region einbringen. 

Der Klimaschutz ist eine zentrale, aber nicht die einzige Zukunftsausgabe, der sich Umwelt- und Naturschutz stellen müssen. Wichtig ist auch die Erhaltung von Biodiversität und Artenvielfalt. Im Kreisgebiet gibt es zahlreiche erfolgreiche Umweltschutzmaßnahmen, die Mut machen und beispielhaft sind. So etwa die Renaturierung des Myhler Bachs, die neue Lebensräume für bedrohte Amphibien und Pflanzen schuf und einen naturnahen Hochwasser- und Erosionsschutz ermöglicht. Im Rahmen unserer gesellschaftlichen Initiativen haben wir als Sparkasse 2018 das im Selfkant entstandene und überregional erfolgreiche Bildungsprojekt für Grundschüler „Bienen EinMalEins“ gefördert, das mehr als 1.000 Familien im Kreis animiert hat, kleine Blumenwiesen für Insekten anzulegen. In unserem „Bericht an die Gesellschaft“ stellen wir diese einfache und wirksame Idee genauer vor. 

Schaffung von nachhaltigem Wohnraum
Die Bevölkerung des Kreises ist auch im Jahr 2018 gewachsen – und dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach weiter fortsetzen: Nach Prognosen der Kreisverwaltung werden im Jahr 2040 rund 255.500 Menschen im Kreisgebiet leben. Parallel wird sich jedoch auch die Altersstruktur der Bevölkerung spürbar verändern – während die Zahl der 20- bis 63jährigen in diesem Zeitraum um 20.000 auf 130.000 sinkt, erwartet der Kreis bei den über 65jährigen einen Anstieg um 52.000 auf 78.000 Personen. Ein wichtiges Handlungsfeld ist dementsprechend die Wohnraumplanung. Studien zufolge müssen bis 2030 rund 11.000 Wohneinheiten im Kreis gebaut werden, um den Bedarf zu decken. So flossen 2018 bereits rund neun Mio. Euro in den sozialen Wohnungsbau, wovon rund acht Mio. Euro für den Mietwohnungsbau und rund eine Mio. Euro für die Förderung von Eigentum bzw. Modernisierungsmaßnahmen aufgebracht wurden. Die Kreissparkasse Heinsberg engagiert sich sowohl für bezahlbares als auch für umweltfreundliches Bauen. Sie ist der führende Partner sowohl für den Neubau als auch für die Instandsetzung privat genutzter Immobilien. In Heinsberg und Erkelenz engagieren wir uns seit 2017 beispielsweise für den Bau von zwei Klimaschutzsiedlungen, die nachhaltiges, innovatives und kostengünstiges Wohnen ermöglichen sollen. Insgesamt sollen dort jeweils rund 100 energieoptimierte Wohneinheiten erbaut werden.

Die Siedlungen sind als Mehrgenerationenquartiere konzipiert, in denen generationenübergreifendes Zusammenleben durch vielfältige Serviceangebote ermöglicht wird. 2018 wurden in Heinsberg 4 und in Erkelenz 13 Häuser fertiggestellt. Diese konnten von 6 Famililen und 16 älteren Menschen bezogen werden. Die Kreissparkasse Heinsberg ist an diesem Projekt beteiligt, weitere Projektpartner sind u. a. die Arbeiterwohlfahrt in Heinsberg sowie die Hermann-Josef-Stiftung in Erkelenz.

Herausforderung Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft
Als Sparkasse leisten wir einen Beitrag zur Zukunftsentwicklung – die Klimaschutzsiedlungen sind dafür ein anschauliches Beispiel. Für die nachhaltige Weiterentwicklung des Kreises Heinsberg braucht es ausreichende finanzielle Mittel. Auch zukünftig werden wir solche Angebote platzieren und so unsere Palette an nachhaltigen Finanzprodukten kontinuierlich ausbauen. Unser Anspruch ist es dabei, diese Produkte auch mit entsprechenden Nachhaltigkeitsstandards zu unterlegen. Dies gelingt uns für projektbezogene Anlageprodukte relativ einfach.

Das Management von Nachhaltigkeits- und Klimarisiken wird für die Finanzmarktstabilität jedoch insgesamt eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kündigte bereits 2017 an, im Rahmen ihrer Aufsichtsfunktion Klimarisiken im Kreditgeschäft künftig stärker zu berücksichtigen (physische Risiken durch Wetterextreme, Risiken aus Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft). Die Aufforderung, Klimarisiken zu bewerten und zu steuern hat sie 2019 nochmals eindrücklich wiederholt. Den daraus für unsere Sparkasse entstehenden Handlungsbedarf werden wir nach Konkretisierung durch die Aufsicht bewerten. 

Im Kreditgeschäft ist die Umsetzung expliziter Nachhaltigkeitsstandards insgesamt eine Herausforderung. Denn sie ist mit der grundlegenden Fragestellung verbunden, welche Vorsorgekriterien sich mit unserem öffentlichen Versorgungsauftrag als Sparkasse verbinden lassen. Hier muss die Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt tragfähige Antworten erarbeiten – an der Entwicklung entsprechender Nachhaltigkeitskonzepte für das Kreditgeschäft haben wir als Kreissparkasse Heinsberg 2017 auf der Ebene des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands aktiv mitgewirkt.

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