Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen durch Ihre Geschäftstätigkeit beeinflusst werden. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Inside­-out­-Perspektive).

Aspekt 3:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auf Ihre Geschäftstätigkeit einwirken. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Outside-­in­-Perspektive).

Aspekt 4:
Erläutern Sie, welche Chancen und Risiken sich für Ihr Unternehmen aus dem Umgang mit den beschriebenen Nachhaltigkeitsthemen ergeben. Nennen Sie Schlussfolgerungen, die Sie daraus für Ihr Nachhaltigkeitsmanagement ableiten.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

Ista International GmbH

Wesentlichkeitsanalyse Die erste systematische Wesentlichkeitsanalyse nach den Leitlinien der Global Reporting Initiative (G4) haben wir bereits 2014 durchgeführt. Im letzten Berichtsjahr haben wir in Vorbereitung auf unseren Nachhaltigkeitsbericht 2016 erneut einen dreistufigen Wesentlichkeitsprozess durchlaufen, in den wir auch unsere ausländischen Standorte und deren externen Stakeholder eingebunden haben.    Ziel der Wesentlichkeitsanalyse war es, neben der Stärkung des Stakeholderdialogs wesentliche Themen zu identifizieren, unsere strategischen Ansätze zu optimieren und die interne Nachhaltigkeitskompetenz von ista zu stärken. Für den vorliegenden Bericht haben wir auf Basis der bestehenden Wesentlichkeitsanalyse eine Überprüfung und Evaluierung der identifizierten Themen vorgenommen. Anfang 2018 hat das Sustainability Steering Committee dabei die 13 Handlungsthemen überprüft und validiert. Dabei hat das Gremium die Relevanz der Themen und somit die Ausrichtung des Nachhaltigkeitsmanagements von ista bestätigt.
Ausführliche Informationen zum Prozess finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2017 auf Seite 22. 
Die Wesentlichkeitsmatrix zeigt, welche Themen als zentral für ista identifiziert wurden. Im Wesentlichkeitsprozess haben sich dabei 13 Themen ergeben, die sowohl aus Sicht von ista (x-Achse) als auch aus Stakeholderperspektive (y-Achse) als relevant bewertet wurden. Sie sind im rechten, farblich hervorgehobenen Viertel abgebildet. Diese Themen leiten uns auch in diesem Jahr in der Berichterstattung und in unserer internen Weiterentwicklung. 


ista ist einer der führenden Immobiliendienstleister und steht damit in vielfältigem Austausch mit der Gesellschaft. ista schafft mit seinen Produkten und Dienstleistungen Verbrauchstransparenz für Kunden und deren Mieter. Im Austausch mit Partner der Immobilien- und Energiewirtschaft, aber auch der Politik arbeitet ista an innovativen Lösungen für mehr Energieeffizienz und  CO2-Einsparung. Für knapp  6.000 Menschen in Deutschland und weltweit sind wir ein wichtiger Arbeitgeber. 

Mit mehr Qualität, besserem Service, weiterentwickelter Infrastruktur und "smarten" Innovationen, machen wir uns fit für die Herausforderungen der Zukunft. Der fortschreitende Klimawandel gehört zu den größten Risiken unserer Generation und fordert ista als Immobiliendienstleister in besonderem Maße heraus. Die Digitalisierung bietet für ista Chancen und Möglichkeiten. Indem wir digitale Lösungen anbieten, die zur CO2-Vermeidung und Ressourceneinsparung beitragen, schaffen wir einen Mehrwert für Kunden und Umwelt und gestalten die Energiewende mit. 
Um die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken möglichst vorausschauend zu erkennen, zu kontrollieren und entsprechend zu reagieren betreiben wir ein Chancen-und Risikomanagement. Grundsätzlich erwarten wir in keinem unserer Segmente signifikante Risiken. 

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf Verantwortung in drei Bereichen: im Führen, im Geschäftsmodell und für die Gesellschaft. Wir setzen uns darin Ziele und definieren in unserem internen Nachhaltigkeitsrat, dem Sustainability Steering Committee, Maßnahmen, um den ökologischen und sozialen Herausforderungen zu begegnen und unsere Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Als für ista und seine Geschäftstätigkeit wesentlich wurden folgende Themen identifiziert:
  •  1 Innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten
  •  2 Kundenzufriedenheit sicherstellen
  •  3 Faire Geschäftspraktiken ausüben
  •  4 Beitrag zum Klimaschutz leisten
  •  5 Bewusstsein schaffen
  •  6 Umweltbewusst im eigenen Betrieb handeln
  •  7 Intelligentes Wohnen vorantreiben
  •  8 Mitarbeiter weiterentwickeln
  •  9 Lieferkette nachhaltig gestalten
  •  10 Daten schützen
  •  11 Für die Gesellschaft engagieren
  •  12 Mitarbeiter gewinnen
  •  13 Im Dialog mit Politik und Anspruchsgruppen stehen
Diese Themen leiten uns nicht nur in unserer Berichterstattung, sondern geben wichtige Impulse für die strategische Weiterentwicklung. Anfang 2018 hat das Sustainability Steering Committee auf Basis der bestehenden Wesentlichkeitsanalyse die 13 Handlungsthemen überprüft und validiert. Dabei hat das Gremium die Relevanz der Themen und somit die Ausrichtung des Nachhaltigkeitsmanagements von ista bestätigt.  

Sustainable Development Goals  Im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir 2016 analysiert, welche SDGs für ista im Vordergrund stehen.  Für ausführliche Informationen zum Umgang mit den SDGs siehe 2. Wesentlichkeitsanalyse in der vorliegenden Entsprechenserklärung bzw. die Seiten 23-25 in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2017.
 

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INTER Versicherungsgruppe

 2.1.     Gesellschaftliches Umfeld und drängendste Herausforderungen
Das gesellschaftliche Umfeld, in dem die INTER agiert, hat sich im Geschäftsjahr 2018 kaum verändert. Gesellschaftliche Makrotrends wie der demographische Wandel oder die fortschreitende Digitalisierung betreffen auch uns. Das Thema IT-Sicherheit war und ist für uns dabei von zentraler Bedeutung – schließlich geht es um den Schutz unser Kundendaten und die Integrität unserer IT-Systeme. 2018 hat die INTER daher zum dritten Mal in Folge ihre IT-Sicherheit von der ASSEKURATA Management Services GmbH prüfen lassen. Das Audit wurde 2018 wieder mit dem Siegel „Geprüfte IT-Sicherheit" erfolgreich abgeschlossen. Kundenseitig erkennen wir bereits seit geraumer Zeit den Wunsch nach digitalen Leistungen, dem wir durch zahlreiche Produkt- und Serviceinnovationen nachkommen.

Nach der Einführung des Chatbots EVA („E
mpathische Versicherungs Assistentin“) und dem INTER CyberGuard im vergangenen Jahr, führte die INTER 2018 einen neuen Online-Abschluss ein – für die Krankenzusatzversicherung INTER QualiMed Z® Stationär. Darüber hinaus hat die INTER ihre Homepage
www.inter.de einem umfassenden Relaunch unterzogen, sie für mobile Endgeräte angepasst und in diesem Zuge auch die bestehenden Online-Abschlüsse optimiert. Die neue Homepage trägt auch dem gestiegenen Informationsbedürfnis unserer Kunden Rechnung.

2018 war außerdem durch das Wirksamwerden der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geprägt. So hat die INTER u. a. die datenschutzrechtlichen Informationen auf der Homepage umfangreich angepasst und die Vereinbarungen mit Dienstleistern überarbeitet, die im Auftrag der INTER personenbezogene Daten verarbeiten.

Die INTER trägt dem demographischen Wandel mit ihrem Produktportfolio - besonders mit der Pflegetagegeldversicherung INTER QualiCare® - Rechnung. Das Produkt berücksichtigt die Änderungen durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II). In Verbindung mit dem Fachkräftemangel stellt der demographische Wandel zudem eine Herausforderung für unser Personalmanagement dar - vor allem für die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte im Innen- und Außendienst. Die INTER konnte dieser Herausforderung 2018 erfolgreich begegnen und insgesamt 43 Auszubildende im Innendienst und 29 im Außendienst für sich gewinnen.

Die fortschreitende Regulierung des Versicherungsmarkts ist eine weitere Herausforderung für die INTER. So brachte die europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) neue Anforderungen an unsere Vermittler sowie an die Beratung der Kunden mit sich. Die INTER ist den Anforderungen gemäß IDD u. a. mit umfassender Information und Schulung ihrer Vertriebspartner begegnet.

2.2.    Relevante Aktivitäten der Geschäftstätigkeit

Auch für das Geschäftsjahr 2018 haben wir eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Im Fokus der Umsetzung unserer CSR-Strategie stehen diesbezüglich erfolgsrelevante Themen und Inhalte, die eine Auswirkung auf Umwelt und Gesellschaft haben. Welche Themen wesentlich sind, haben wir aus dem Stakeholderdialog und internen Analysen abgeleitet. Die Priorisierung der wesentlichen Themen diskutierte das CSR-Kernteam zunächst intern und stimmte seine Ergebnisse dann mit dem Vorstand der INTER ab.

Darüber hinaus steht unsere Wesentlichkeitsanalyse vor dem gesellschaftlichen Umfeld.

Wesentliche Themen mit Bezug zu CSR sind:
  1. Arbeitgeberverantwortung
  2. Kundenzentrierung
  3. Regionales Engagement
  4. Compliance
  5. Digitalisierung
  6. Umweltverantwortung
Das CSR-Management und die CSR-Kommunikation flankieren diese CSR-relevanten Aspekte unserer Geschäftstätigkeit.

2.3.     Soziale und ökologische Chancen und Risiken

Die INTER ist im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit laufend einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. In der Verantwortung des Vorstands liegt es, diese Risiken durch eine aktive Risikosteuerung beherrschbar zu machen, um die nachhaltig positive Entwicklung der Unternehmen dauerhaft sicherzustellen.

Gemäß § 26 Abs. 1 VAG müssen Versicherungsunternehmen über ein wirksames Risikomanagementsystem verfügen, das in die Organisationsstruktur und die Entscheidungsprozesse des Unternehmens integriert ist. Das Risikomanagementsystem muss die Strategien, insbesondere eine auf die Steuerung des Unternehmens abgestimmte Risikostrategie, Prozesse und interne Meldeverfahren umfassen, die erforderlich sind, um Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, zu identifizieren, zu bewerten, zu überwachen und zu steuern sowie aussagefähig über diese Risiken zu berichten.

Unter der Koordination der Unabhängigen Risikocontrollingfunktion (URCF) werden bei der INTER die Risiken im Rahmen einer halbjährlichen Risikoinventur identifiziert. Die Identifikation der Risiken erfolgt durch die Dezentralen Risikobeauftragten (DRB) in den Fachbereichen. Die Risiken werden für alle relevanten Managementprozesse nach Risikoarten zusammengefasst und über die INTER Risikomanagement-Software (IRS) nach einheitlichen Kriterien abgebildet. Dabei werden in der IRS Risikobezugsgrößen definiert sowie interne und externe Risikoursachen dargestellt.

Alle identifizierten Risiken werden von den DRB anhand unterschiedlicher Bewertungsmaßstäbe wie Markt-, Wettbewerbs- und Umfeldanalysen quantitativ bewertet. Risiken, die sich nicht auf Basis von langjährigen Zahlenreihen und statistischen Entwicklungen messen lassen, insbesondere operationelle Risiken, werden mittels Expertenschätzung beurteilt.

Die Risiken werden in eine Matrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungshöhe eingruppiert. Das Produkt aus den beiden vorgenannten Einzelbewertungen ergibt den Erwartungswert des Risikos.

Für die Klassifizierung der Risiken legt die INTER hinsichtlich der Relevanz Wesentlichkeitsschwellen fest. Hierdurch werden Risiken herausgefiltert, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig schädigen können und deshalb erhöhter Managementaufmerksamkeit bedürfen.

Ebenso wichtig wie die Identifikation und Bewertung von Risiken sind klare Richtlinien und Vorgaben zur Ergreifung von geeigneten Gegenmaßnahmen zu den identifizierten Risiken. Die Risikosteuerung und die laufende Risikoüberwachung erfolgt bei der
INTER sowohl zentral als auch dezentral. Die DRB sind für die Analyse und Steuerung der Risiken in den operativen Geschäftsbereichen zuständig. Als Instrument zur Abbildung und zur Umsetzungsüberwachung von verabschiedeten Maßnahmen nutzen die DRB ebenfalls die IRS, die auch das Hinterlegen entsprechender Risikokennzahlen und Limits vorsieht.

In der IRS sind unter anderem Risiken im Zusammenhang mit den folgenden Aspekten erfasst:
  • Beratung und Offenlegungspflichten
  • Datenschutz
  • IT-Sicherheit
  • Arbeitsbedingungen und Diskriminierung.
 
2018 haben wir das „Risiko gegen die Offenlegungspflichten der CSR-Richtlinien“ in die zentrale Risikomanagementsoftware IRS aufgenommen.

Neben den Risiken beinhaltet CSR für die INTER eine Vielzahl gesellschaftlicher, unternehmerischer und ökologischer Chancen. Die unternehmerischen und gesellschaftlichen Chancen sind dabei ob der Immaterialität der Produkte der Versicherungsbranche und des damit verbundenen geringen ökologischen Einflusses prägend:
  • Sensibilisierung von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten für ökologische und soziale Verantwortungsübernahme
  • Implementierung einer nichtfinanziellen Perspektive
  • Imageverbesserung durch CSR-Kommunikation
  • Ressourcenschonung durch ökologisch nachhaltiges Handeln
  • Steigerung der Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit
  • Förderung regionaler Institutionen mit nachhaltigem Tätigkeitsfokus
  • Förderung von Diversität im Unternehmen
  • Stärkung des Dialogs im Unternehmen und mit externen Anspruchsgruppen
  • Produkt- und Serviceinnovationen

    Ad hoc-Risikomeldungen
    In eilbedürftigen Fällen zeigen die DRB, die Bereichsleiter, die intern verantwortliche Person für die Compliance-Funktion/interne Revisionsfunktion/ versicherungsmathematische Funktion oder die verantwortlichen Aktuare der INTER Unternehmen bei der intern verantwortlichen Person für die URCF ad hoc bestandsgefährdende oder neue, als wesentlich beurteilte Risiken an.

    Ad hoc-Risikomeldungen aufgrund von CSR-Risiken lagen bei der INTER bislang nicht vor.

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Lebensbaum / Pure Taste Group GmbH & Co. KG

Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen

Nachhaltigkeit ist ein weites Feld. Daher haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, welche Aspekte der Nachhaltigkeit für Lebensbaum wesentlich sind. Nicht nur damit unser Nachhaltigkeitsmanagement handhabbar bleibt, sondern auch damit wir in diesem weiten Feld nichts Wichtiges vergessen und den Überblick behalten.

Als Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, das seine landwirtschaftlichen Rohwaren aus der ganzen Welt bezieht und viele vergleichsweise selten angebaute Sonderkulturen verarbeitet, bewegen wir uns dabei in einem sehr herausfordernden und komplexen Umfeld. Klimawandel, Umweltverschmutzung und regionale Umweltveränderungen verändern und erschweren vielerorts den Anbau hochwertiger Rohwaren. In vielen Herkunftsländern sind die politischen Verhältnisse weit weniger stabil als in den meisten europäischen Staaten. Existenzsichernde und menschenwürdige Arbeits- und Sozialstandards sind in diesen Ländern häufig keineswegs selbstverständlich. Zugleich nimmt die Nachfrage nach Bioprodukten zu und verschärft weltweit den Wettbewerb um Rohware, während zeitgleich der Preisdruck im Einzelhandel getrieben durch die Bio-Eigenmarken großer Handelsketten in den von uns bedienten Märkten steigt. Auch die Anforderungen an die Wahl des Verpackungsmaterials werden herausfordernder: Es muss nicht nur das Produkt bestmöglich vor Qualitätsverlust und Schadstoffmigration schützen, sondern soll auch aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt, bestmöglich recyclingfähig und am besten zugleich noch plastikfrei sein. Politik und Standardgeber reagieren auf die steigenden Nachhaltigkeitsrisiken mit neuen Anforderungen, die von der Energieeffizienz, über Verpackungs- und Entsorgungsanforderungen, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten usw. bis hin zu Berichtspflichten reichen. All diese Aspekte fließen deshalb im Sinne der Komplexitätsbewältigung in unsere Wesentlichkeitsanalyse ein.

Um eine auf unser Unternehmen zugeschnittene Wesentlichkeitsanalyse zu erhalten, haben wir zunächst auf Grundlage unserer eigenen Prozesse, der Anmerkungen unserer Stakeholder und der GRI-Liste von Nachhaltigkeitsaspekten alle Themen gesammelt, die relevant sein könnten. Die für uns nicht relevanten Aspekte haben wir gestrichen. Denjenigen Aspekten, die für uns relevant sind, haben wir zum leichteren Umgang passende Begriffe aus dem Lebensbaum Kosmos zugeordnet, zum Beispiel Produkttransparenz, Bio-Landwirtschaft und Wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt haben wir die Wesentlichkeit aus Unternehmenssicht anhand neun spezifischer Kriterien in Bezug auf ihre strategische, operative und stakeholderbezogene Bedeutung bewertet.

Um die Wesentlichkeit auch aus Sicht unserer Stakeholder zu bewerten, haben wir zunächst ermittelt, welche Stakeholdergruppen überhaupt von den herausgearbeiteten Aspekten betroffen sind – und in welchem Ausmaß. Für einen allgemeinen Eindruck haben wir die Aspekte von Studenten mehrerer Nachhaltigkeitsstudiengänge priorisieren lassen. Außerdem haben wir in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bio-Kunden ermittelt, welche Aspekte sie für wesentlich halten. Eine weitere Stakeholdergruppe sind unsere Mitarbeiter, von denen wir mehr als 100 befragt haben. Auch unsere Erfahrungen aus dem Austausch mit weiteren Stakeholdern, wie Handelspartnern und Lieferanten, sind in die Analyse eingeflossen. Darüber hinaus haben wir eine Studie der GRI* und Wesentlichkeitsanalysen anderer Unternehmen ausgewertet. Anhand wissenschaftlicher Gesichtspunkte haben wir entlang der Wertschöpfungskette bewertet, welche Aspekte an welchen Gliedern der Kette gegebenenfalls von besonderer Bedeutung sind.

Im Ergebnis haben wir 22 wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte erhalten, die wir jeweils einem der folgenden fünf Nachhaltigkeitshandlungsfelder zugeordnet haben:

  • Produktqualität und Kundenorientierung
  • Nachhaltigkeit und Qualität in der Lieferkette
  • Mitarbeiter & Gesellschaft
  • Umwelt
  • Übergreifende Nachhaltigkeitsaspekte
Eine Wesentlichkeitsgrafik stellt die einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte, ihre relative Bedeutung und ihre Zuordnung zu den fünf Handlungsfeldern dar. Eine detailliertere Beschreibung der Nachhaltigkeitsaspekte spezifiziert näher, wer betroffen ist und welche Auswirkungen, Chancen oder Risiken mit Aspekten verknüpft sind. 

*GRI 2013: Sustainability Topics for Sectors: What do stakeholders want to know?

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WASGAU

Für diese Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex führten wir eine Wesentlichkeitsanalyse und eine Stakeholder-Befragung durch.

Hierfür werteten wir zunächst anerkannte Nachhaltigkeits- und Branchenstandards aus. Analysiert wurden unter anderem die folgenden Quellen:

  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex, inklusive des Branchenleitfadens für Unternehmen der Ernährungsindustrie von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. (BVE),
  • Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI Sustainability Reporting Standards), inklusive der Zusatzanforderungen für die lebensmittelverarbeitende Industrie,
  • Kriterien des Sustainability Accounting Standards Board,
  • Sustainable Development Goals der UN,
  • Studien zu Nachhaltigkeitstrends in der Lebensmittelindustrie,
  • Benchmark-Analyse der Nachhaltigkeitsthemen von Handelsunternehmen und Unternehmen der lebensmittelverarbeitenden Industrie mit einem Schwerpunkt auf Backwaren, Fleischindustrie und Tiefkühlkost.

Die Führungskräfte aus nahezu allen Fachabteilungen und den Produktionsbetrieben identifizierten die relevanten Nachhaltigkeitsthemen der WASGAU und bewerteten sie hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Geschäftstätigkeit und ihrer Chancen und Risiken für das WASGAU Nachhaltigkeitsprofil.

Um die Perspektive unserer wichtigsten Stakeholder mit einzubeziehen, diskutierten wir die Themen anschließend in Experten-Interviews (telefonisch) mit 58 Stakeholdern und ließen diese aus externer Sicht bewerten. Diese Befragung ausgewählter Stakeholder ergänzte die WASGAU um eine Online-Umfrage, an der interessierte Kunden und Mitarbeiter teilnahmen. Aus den Befragungen ergab sich eine Rangliste mit 20 wesentlichen Themen und unsere vier Säulen der Nachhaltigkeit:

 

Säule der Nachhaltigkeitsstrategie

Wesentliche Themen

I. Produkte & Lieferanten

1. Eigene nachhaltigere Produkte

2. Transparenz und Gütesiegel

3. Regionales und saisonales Sortiment

4. Verantwortung in der Lieferkette

5. Ressourcenschonung

6. Qualitätssicherung

7. Eigene Rezepturen

8. Faire und langfristige Geschäftsbeziehungen

9. Gentechnikfreie Produkte

II. Energie & Umwelt

10. Energiemanagement und Klimaschutz

11. Umweltschonende Logistik

12. Umweltfreundliche Standortgestaltung

III. Mitarbeiter & Kunden        

13. Arbeitgebermarke und Nachwuchsgewinnung

14. Mitarbeiterzufriedenheit

15. Aus- und Weiterbildung

16. Kundenorientierung und Verbraucherschutz

17. Langfristige Rentabilität

18. Digitalisierung

IV. Soziales Engagement

19. Gesellschaftliches Engagement in der Region

20. Sensibilisierung für nachhaltigeren Konsum

 

Die Relevanz dieser wesentlichen Themen für die WASGAU und für unsere Stakeholder ist in unserer Wesentlichkeitsmatrix abgebildet.

 

Wesentlichkeitsmatrix

WASGAU Wesentlichkeitsmatrix 2017

 

Die vier Säulen und die wesentlichen Themen bilden die Grundlage für unsere Nachhaltigkeitsstrategie und unsere Berichterstattung. Über die Ziele, die wir uns zu unseren wesentlichen Themen setzen, berichten wir in Kriterium 3.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen der Stakeholder-Befragung finden sich im Indikator SRS- 102-40.

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VOLKSWOHNUNG

1) Ökologische, sozioökonomische und politische Besonderheiten unseres Umfelds
Die kommunale Wohnungswirtschaft hat mannigfaltige Auswirkungen auf und vielfältige Einflüsse durch Themenfelder der Nachhaltigkeit. Sie stellt einen wichtigen sozialen Baustein dar, indem Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Dies insbesondere, da die angesprochene Bevölkerungsschicht meist breiter ist als bei Unternehmen der freien Wirtschaft, was eine genaue Abwägung von Wohnungsangebot, Mietpreisen und Belegungsmanagement erfordert. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Karlsruhe sind wir sowohl an der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum als auch an der Stadtentwicklung wesentlich beteiligt. Als größtem Vermieter der Stadt Karlsruhe stehen der Erhalt und die Weiterentwicklung unseres Bestands im Fokus. Bei der Finanzierung unserer Tätigkeiten können wir in der Wohnungswirtschaft auf zahlreiche Fördermittel von Bund, Ländern und Stadt zurückgreifen. Die Wohnungswirtschaft ist aber auch ein großer Ressourcennutzer. Immobilien binden über einen langen Zeitraum große Mengen an Rohstoffen/Flächen und setzen diese bei Abrissaktivitäten wieder frei. Eine sorgsame Betrachtung der Stoffströme ist daher wichtig. Während der Lebenszeit ist das Thema Energieverbrauch/-erzeugung von großer Bedeutung, da dadurch hohe klimarelevante Emissionen freigesetzt werden, aber auch Themen wie Abfall- oder Wassermanagement.

2) Wesentliche positive und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit
Im Rahmen der Wertschöpfung haben die Unternehmenstätigkeiten negative, aber auch positive Auswirkungen auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen. Der Verbrauch von Ressourcen, Flächenversiegelung, CO2-Emissionen (Strom, Wärme, Dienstfahrten, …), sowie Abfall sind negative Auswirkungen auf ökologische Aspekte. Ergänzungsbebauung und die damit einhergehenden diffusen Ängste bezüglich steigender Mieten und Wohnungsverlust stellen negative Auswirkungen auf die Gesellschaft dar, die von uns aber durch entsprechendes Management, umsichtige Planung und Mietpreisstrategie sowie gute Kommunikation aufgefangen werden. Dazu gehören Beratungsangebote zu Wohngeld, Förderungen und angepasste Miethöhen. Eine nicht optimale Bewirtschaftung könnte sich ökonomisch negativ äußern.  
Positive ökologische Auswirkungen ergeben sich durch doppelte Innenentwicklung1/ausgewogenes Flächenmanagement, die Auswahl an Baumaterialien, Mobilitätskonzepte, gezieltes Energiemanagement sowie das große Potential an CO2-Einsparungen. Gesellschaftlich positive Auswirkungen haben das Quartiersmanagement (Entgegenwirken von Segregation, aktive Durchmischung, Bereitstellung von Infrastruktur, …), die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, Chancengerechtigkeit/Gleichberechtigung, Antidiskriminierung, soziale Projekte und Kooperationen sowie die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen (als Arbeit- und Auftraggeber). Positive ökonomische Auswirkungen ergeben sich durch eine gute Auslastung/Bewirtschaftung unseres Bestands, ebenfalls durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen sowie bezahlbare Mieten.  

3)Chancen und Risiken
Aufbauend darauf lassen sich Chancen und Risiken für die VOLKSWOHNUNG ableiten. Die Zerstörung von Natur-/Lebensräumen stellt ein ökologisches Risiko dar. Gesellschaftlich lassen sich steigende Mieten, Klimafolgen (Hitzesommer), soziale Brennpunkte, schlechtes Image und politische Einflussnahme als Risiken identifizieren. Ökonomische Risiken stellen Fachkräftemangel, Preisentwicklungen am Markt und die große Produktlebenszeit von Wohnraum dar, wodurch eine große Planungsunsicherheit hinsichtlich des zukünftigen Bedarfs resultiert.  
Es ergeben sich jedoch auch zahlreiche Chancen. Durch innovative Ansätze in der Produktgestaltung - beispielsweise der Reduzierung der individuellen Wohnfläche (kompaktere Grundrisse) in Kombination mit größeren Gemeinschaftsflächen, ökologische Baumaterialien und Recycling sowie gezieltes Flächenmanagement - lassen sich ökologische Vorteile erzielen. Wir versuchen, diese Chancen bereits in einzelnen Projekten wie Senioren-WGs und Holzbauten zu nutzen. Diese Themen werden zukünftig verstärkt evaluiert. Unsere Sanierungsprojekte führen für unsere Mieterinnen und Mieter zu einer Erhöhung des Wohnstandards; wir beraten hier umfassend, um eine wirtschaftliche Schlechterstellung zu vermeiden.
Durch die Produktgestaltung (flexible/bedarfsneutrale/anpassbare Strukturen, Barrierefreiheit, …) lassen sich auch gesellschaftliche Chancen erzielen. Als verlässlicher Partner in der TechnologieRegion Karlsruhe (Stadtentwicklung, Sponsor, Kooperationspartner, s. Kriterium 18), eine gezielte und verlässliche Information unserer Mieterinnen und Mieter bei Bau- und Sanierungsprojekten und die Sicherstellung von Chancengerechtigkeit bei der Wohnungsvergabe können weitere Chancen ergriffen werden. Die größte Chance mit der größten Hebelwirkung wird im Wertschöpfungsschritt „Planung“ realisiert, indem wir komplexe Aufgaben durch eine integrierte Planung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Gesellschaft, Natur und Ökonomie lösen. Durch serielles Bauen und eine Senkung der Baukosten, aber auch durch die Senkung der Mietnebenkosten, können ökonomische Chancen verwirklicht werden. Spannungsfelder existieren hier allerdings durch steigende Bauanforderungen und Kosten für energetische Sanierungen. Für diese Themenbereiche erarbeiten wir aktuell gezielt Konzepte, die dann in die Strategie implementiert werden.     

Analyse der wesentlichen Themen der VOLKSWOHNUNG



Insgesamt hat die VOLKSWOHNUNG im Rahmen ihrer Wesentlichkeitsanalyse folgende Themen ermittelt, die es im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements zu bearbeiten gilt. Die Wesentlichkeitsanalyse wurde auf Basis von Studienergebnissen, Stakeholderanalysen, Arbeitsgruppen und Branchen-Benchmarks durchgeführt. Wesentliche ökologische Themen:

  1. CO2 Einsparung/ Klimaschutz (hoch)
  2. Flächenversiegelung (hoch)
  3. Ressourceneffizienz (mittel)
  4. Biodiversität (mittel)
  5. Abfallmanagement (mittel)
  6. Wassermanagement (mittel)
  Wesentliche soziale Themen:
  1. Bezahlbarer Wohnraum (hoch)
  2. Gesundheit/ Sicherheit (hoch)
  3. Quartiers- und Sozialmanagement (hoch)
  4. Arbeitgeberattraktivität (hoch)
  5. Kundenzufriedenheit (hoch)
  6. Mitarbeiterzufriedenheit (hoch)
  7. Menschenrechte (mittel)
  Wesentliche ökonomische Themen:
  1. Bestandserhalt (hoch)
  2. Bestandswachstum/ Nachverdichtung (hoch)
  3. Compliance (hoch)
  4. Ertrag (hoch)
  5. Transparenz (hoch)
  6. Image (mittel)
  7. Digitalisierung (mittel)
  8. Sustainable Finance (mittel)




1 Bei der doppelten Innenentwicklung wird sowohl die bauliche Dichte als auch die Erhaltung, Weiterentwicklung und Qualifizierung des urbanen Grüns betrachtet

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