Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie die positiven und negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit Ihres Unternehmens auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte.

Aspekt 3:
Beschreiben Sie die Chancen und Risiken, die sich aus dem Umgang mit den Nachhaltigkeitsaspekten für Ihr Unternehmen ergeben, sowie sich daraus ergebende Schlussfolgerungen für das Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

NEUERO Farm- und Fördertechnik GmbH

Grundlage zur Herausstellung der Wechselwirkung zwischen den Unternehmenstätigkeiten und Aspekten der Nachhaltigkeit, sowie die Bewertung der Wesentlichkeit dieser Wechselwirkung bietet die SWOT-Analyse und der Stakeholderdialog. In der unten dargestellten Matrix sind die Ergebnisse des Stakeholder Dialogs grafisch dargestellt. Die Relevanz, der mit Schlagworten aufgeführten Aspekte, für Nachhaltigkeit ist für die Stakeholder umso höher je weiter sich der Begriff am oberen Diagrammrand befindet. Gleiches gilt für die Bewertung durch die Neuero Farm- und Fördertechnik GmbH in horizontaler Richtung für den rechten Diagrammrand.
 
Eine Betrachtung der Gesamtverteilung zeigt, dass insgesamt eine hohe Sensibilität für Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen und seinem Umfeld herrscht.  Es sind keine deutlichen Abweichungen zwischen den Bewertungen des Unternehmens und den Stakeholdern zu den Themen aus zu machen. Insgesamt ist die Bewertung der Nachhaltigkeitsaspekte durch die Neuero Farm- und Fördertechnik GmbH höher als die der Stakeholder. Die wesentlichen Aspekte, die sich aus der SWOT-Analyse und dem Stakeholder Dialog ergeben, werden folgend in den drei Kategorien der Nachhaltigkeit beschrieben. 
 
Ökologie (grün hinterlegt):
Die Neuero Farm- und Fördertechnik GmbH betreibt keine energieintensiven Prozesse bei der Produktion. Um dennoch die Energieeffizienz zu steigern wurde im Mai 2019 eine Energieberatung durchgeführt, die Einsparpotentiale aufdeckte. Die Ausnutzung dieser Potentiale wird Teil der Nachhaltigkeitsstrategie sein. Die hauptsächlich genutzte Ressource ist Metall, die mit sehr geringem Verschnitt und materialsparend eingesetzt wird. Diese Ressourceneffizienz und eine stetige Reduktion des Energiebedarfs unserer Anlagen, sehen wir als Chance unseren Kunden Produkte mit einem hohen ökologischen, als auch (durch den geringen Energiebedarf) ökonomischen Standard anzubieten.
 
Ökonomie (grau hinterlegt):
Innovation, langlebige Produkte und Marketing sind für uns Aspekte, die einen nachhaltigen ökonomischen Effekt für unser Unternehmen haben. Die Langlebigkeit der Produkte birgt ein Risiko durch die Verlängerung der Verkaufszyklen.  Langfristig sehen wir darin allerdings einen Imagegewinn bei unseren Kunden, der unseren Markt- und Produktwert steigert. Diese Wirkung wird auch von der stetigen Innovation durch unsere FuE Projekte erwartet, die fester Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie werden sollen. Wie in der Wesentlichkeitsmatrix dargestellt, ist das Marketing bei unseren Stakeholdern weniger relevant. Allerdings sehen wir es als wesentlich an, die vorher beschriebenen positiven Aspekte und Eigenschaften unserer Produkte und Dienstleistungen an unsere Kunden zu vermitteln. Zusätzlich wird dadurch der Bekanntheitsgrad bei unseren Kunden gesteigert, der für unser Geschäft sehr wichtig ist. Unsere mehr als 100-jährige Tradition, bestätigt uns in der ökonomischen und nachhaltigen Ausrichtung. Dies gilt auch für unsere Standorttreue, wodurch wir regionale Wertschöpfung schaffen, die die Ländliche Region nachhaltig stärkt. 
 
Soziales (rot hinterleg): 
Den größten Einfluss auf soziale Belange hat die Neuero Farm- und Fördertechnik GmbH auf interne Regelungen zur Sicherstellung von fairen Arbeitsbedingungen. Dies äußert sich durch aktuell schon umfangreiche Schulungsangebote für alle Mitarbeiter und Förderung jobunabhängiger Tätigkeiten der Mitarbeiter wie regelmäßiges Grillen in den Sommermonaten zur Schaffung eines guten Arbeitsklimas. Ein starker Betriebsrat unterstützt uns dabei, die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter immer auf einem hohen Niveau zu halten. Dies soll in Zukunft noch weiter fokussiert werden, um auch die Attraktivität der Neuero Farm- und Fördertechnik GmbH als Arbeitgeber zu erhalten. Zusätzlich wirkt sich der regionale Standort auch in sozialer Hinsicht auf die Region aus, da junge Menschen nicht in die Stadt abwandern. Wir wollen weiterhin verstärkt junge Fachkräfte ausbilden und dadurch die Region besonders für junge Menschen attraktiv gestalten.   
 


Wesentlichkeitsmatrix

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Merck KGaA

Die Menschheit steht vor großen, weltweiten Herausforderungen: Dazu zählen der Klimawandel, immer knapper werdende Rohstoffe, alternde Gesellschaften, die Gefährdung von Menschenrechten oder fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung – letzteres vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Um diese Herausforderungen zu meistern, sind nicht nur Politik und Zivilgesellschaft, sondern auch Unternehmen gefragt. Wir sind uns bewusst, dass sich unsere Geschäftstätigkeit als führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen auf unsere Umwelt und auf die Menschen um uns herum auswirkt. Darum haben wir verantwortungsvolles Handeln in unserer Unternehmenskultur verankert.

 

Unsere Unternehmensstrategie ist auf geschäftlichen Erfolg ausgerichtet. Dazu gehört, dass wir die Interessen unserer Mitarbeiter, Kunden und Kapitalgeber sowie der Gesellschaft achten. Unsere Corporate-Responsibility-Strategie (CR-Strategie) leitet sich aus unserer Unternehmensstrategie ab.

 

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Produkte, die Umwelt und die Menschen um uns herum – insbesondere für unsere Mitarbeiter und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind. Bei der Herstellung unserer Produkte streben wir an, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Eine sichere Produktion, hohe Umweltschutzstandards und ein strenges Qualitätsmanagement sind dafür unabdingbar. Wir stärken unser Unternehmen, indem wir geeignete Mitarbeiter einstellen, fördern und motivieren. Wir möchten ein Vorbild für ethisch korrektes Handeln sein und einen aktiven Beitrag zu der Gesellschaft leisten, in der wir leben.

 

Wir wollen neue weltweite Trends und Herausforderungen rechtzeitig erkennen: beispielsweise durch Dialoge, durch die Teilnahme an Initiativen, durch Branchenaustausch oder auch durch die Auswertung der Medienberichterstattung. So können wir nicht nur Risiken minimieren, sondern auch Chancen ergreifen, die sich für unser Geschäft ergeben. Risiken und Chancen die sich für unser Unternehmen ergeben erläutern wir im Risiko- und Chancenbericht. Zudem wollen wir ethische, wirtschaftliche und juristische Risiken unserer Geschäftstätigkeit minimieren und zugleich für die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Handelns sorgen. Dazu haben wir umfassende Strukturen und Systeme aufgebaut, um gesetzliche Vorgaben und ethische, soziale und ökologische Standards einzuhalten. Beispielsweise ist unser Umweltmanagement darauf ausgerichtet, die Umweltauswirkungen an unseren Produktionsstandorten zu minimieren.

 

Wir führen regelmäßig eine Wesentlichkeitsanalyse (Materialitätsanalyse) durch. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsthemen gemäß ihrer Bedeutung für unser Unternehmen und für externe Stakeholder zu gewichten und in unserer Geschäftstätigkeit zu berücksichtigen. 2016 haben wir eine umfassende Materialitätsanalyse durchgeführt. Dazu werteten wir Medienberichte, Investorenanfragen und Nachhaltigkeitsrankings aus. Anschließend haben wir die Themen anhand unserer Ergebnisse von Stakeholder-Umfragen und Experteninterviews gewichtet. Sowohl dieses Verfahren als auch die Ergebnisse der Materialitätsanalyse überprüften interne Fachleute sowie das CR-Komitee. Die 43 wesentlichen Themen, die aus der Materialitätsanalyse 2016 hervorgegangen sind, wurden 2017 von Experten aus den zuständigen Unternehmensbereichen überprüft und validiert. Dabei haben wir neueste Entwicklungen berücksichtigt und die Analyse bei Bedarf aktualisiert. Die als wesentlich bewerteten Themen bilden die Schwerpunkte unseres CR-Berichts. Da unsere Stakeholder auch zu einigen weniger wesentlichen Themen von uns Informationen und Transparenz erwarten, berichten wir auch über diese Themen – allerdings weniger ausführlich.

 

Weitere Informationen:

- Corporate-Responsibility-Bericht 2017: CR-Strategie

- Corporate-Responsibility-Bericht 2017: Materialitätsanalyse
- Geschäftsbericht 2017: Risiko- und Chancenbericht

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CSR-Ce | Agentur für CSR und Kommunikation

CSR-Ce ist ein Dienstleistungsunternehmen, daher werden keine Rohstoffe im klassischen Sinne zur Herstellung seiner „Produkte“ verwendet.  

Wesentliche Aspekte im Bereich der Ökologie sind beim Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Emissionen für Dienstreisen sowie Papierverbrauch im Büroalltag zu suchen.

Wesentliche Aspekte im sozialen Bereich finden sich in den Materialien und Dienstleistungen, die CSR-Ce in Anspruch nimmt. Hierzu gehören u.a. IT-Geräte aller Art, Software, außerdem meist online-Dienstleistungen wie z.B. virtuelle Seminarräume für CSR-Ce-eigene Seminare, Fortbildungen, die Alka Celic selbst in Anspruch nimmt, Werbung (bspw. Suchmaschinenoptimierung), etc. Oft werden diese Dienstleistungen von ausländischen (nicht-EU-) Unternehmen angeboten, bei denen die strengen deutschen Arbeits- und Datenschutzgesetzte nicht gelten. Es ist häufig schwer, gerade im digitalen Bereich einen adäquaten deutschen oder EU-Ersatz zu finden (Bsp.: Google als Werbeplattform für die eigene Dienstleitung, die US-Plattform Udemy für Onlineseminare, etc.).  

Bei der Herstellung der IT-Geräte gibt es bisher relativ wenig Alternativen auf dem Markt, die im Hinblick auf soziale und ökologische Aspekte zufriedenstellend hergestellt wurden - auch wenn es mittlerweile die sogenannte Green-IT gibt. Aber hier ist aus Sicht von CSR-Ce noch Nachholbedarf, was die Qualität der Produkte sowie Softwarekompatibilität angeht. Daher setzt CSR-Ce darauf, IT-Geräte möglichst lange zu verwenden, diese für den Weitergebrauch (nicht für die Entsorgung) weiterzugeben und selbst ausschließlich gebrauchte Geräte zu kaufen.  

Ein wesentlicher Aspekt, der die Arbeit von CSR-Ce sowie seiner Kunden beeinflusst, ist die Digitalisierung. Wir stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, wie wir den Veränderungen im Arbeitsalltag und in der Zukunft begegnen können, ohne dabei die ökologische und soziale Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.  

Für die Geschäftstätigkeit von CSR-Ce ist das o.g. Beispiel für Software von nicht-EU-Anbietern ein klares Beispiel, inwiefern hier eine Kluft zwischen der Realität und dem eigenen Anspruch an Nachhaltigkeit besteht.

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Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)

Als zentrales Förderinstitut unterstützt die IB.SH das Land Schleswig-Holstein bei der Umsetzung wirtschafts- und strukturpolitischer Aufgaben. Ihr Ziel ist es, gemäß ihrer Geschäftsstrategie aus eigener Ertragskraft nachhaltiges Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute Lebensbedingungen in Schleswig-Holstein zu fördern. Mit dieser Zielsetzung vergibt die IB.SH Fördermittel an Firmen, Immobilienkundinnen und -kunden, die Landwirtschaft sowie Kommunen für Infrastruktur-, Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmaßnahmen, Umwelt- und Energieprojekte sowie den Städtebau. Außerdem berät sie umfassend zu Finanzierung und Förderung unter Berücksichtigung von Innovationen sowie Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten. Die Geschäftstätigkeit der IB.SH wirkt daher unmittelbar nachhaltig.
Neben dieser Nachhaltigkeitswirkung fokussiert die IB.SH ihre Aktivitäten auf weitere als wesentlich im Sinne des § 289c Abs. 2 HGB erachtete Sachverhalte im Bereich der ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung, wie in der Wesentlichkeitsmatrix ersichtlich ist:

Eine wesentliche Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung hat die IB.SH insbesondere durch ihre Förderprodukte (z.B.: Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren). Dazu gehören neben der Finanzierung und Förderung von Maßnahmen auch die aus Mitteln des Landes finanzierten Beratungsleistungen, z.B. zu Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten.
Das Förderprogrammportfolio der IB.SH wird durch das Produkt- und Digitalisierungsmanagement unter Beteiligung der verschiedenen Anspruchsgruppen regelmäßig überprüft und angepasst.
Daneben sind für die IB.SH die Ressourcenschonung im Bankbetrieb, nachhaltige Prozesse, gesellschaftliches Engagement und die Verantwortung als Arbeitgeber wesentlich in Bezug auf nachhaltiges Wirken.

Durch ihre Geschäftstätigkeit ergeben sich für die IB.SH soziale und ökologische Chancen und Risiken.
Das Land, der Bund und die Europäische Union legen Förderrichtlinien und Rahmenbedingungen mit einem bestimmten Förderziel fest. Dabei besteht das Risiko von ungewollten Nebeneffekten oder unvorhergesehenen Fehlanreizen mit negativen sozialen oder ökologischen Auswirkungen. Risiken im Sinne von „Moral Hazard“ können dort entstehen, wo die IB.SH Vorhaben finanziert oder mitfinanziert. Sie kommen zum Tragen, wenn die Empfänger der Finanzierung gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Um diese Risiken zu minimieren, bestehen in der IB.SH Regeln und Prozesse (vgl. Kriterium 6).
Zu den aktuellen Dialogverfahren für die Umsetzung des „EU Aktionsplans: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ und die sich daraus ergebenden regulatorischen Themenstellungen wie Offenlegungspflichten oder die Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagement steht die IB.SH im Austausch mit der BaFin, um die in Zukunft erforderlichen Schritte schnell umsetzen zu können.

In der Wesentlichkeitsmatrix wird die Bedeutung der wesentlichen Aktivitäten für interne Stakeholder, hier auf der Horizontalachse und für externe Stakeholder auf der Vertikalachse dargestellt.

Tabelle: Wesentlichkeitsmatrix

Bedeutung für interne Stakeholder / externe Stakeholder Mittel (intern) Hoch (intern) Sehr hoch (intern)
Sehr hoch (extern) Beteiligung von Anspruchsgruppen
(Stakeholderdialog, Netzwerke)
Beratung zu Klimaschutz und Umwelt Nachhaltige Förderprodukte (Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren, Erneuerbare Energien)
Hoch (extern) Gesellschaftliches Engagement Ressourcenschonung im Bankbetrieb (u.a. Neubau) Produkt- und Innovationsmanagement
Mittel (extern)   Prozessebene Nachhaltigkeit Mitarbeiterverantwortung


Abbildung: Wesentlichkeitsmatrix



Als Kreditinstitut ist die IB.SH an gesetzliche Normen und Vorgaben gebunden und unterliegt der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Daher werden die Themen Korruptions- und Betrugsprävention nicht im Rahmen der Wesentlichkeitsmatrix adressiert, stellen aber eine aufsichtsrechtliche Notwendigkeit dar. Zur Geldwäsche- und Betrugsprävention finden zum Beispiel regelmäßig Pflichtschulungen statt.

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Vivawest GmbH

Das Markt- und Wettbewerbsumfeld von VIVAWEST gestaltet sich zunehmend dynamischer und differenzierter, wodurch der Konzern immer wieder vor neuen Herausforderungen steht. Diese gilt es zu bewältigen und als Chancen für die Differenzierung gegenüber den Wettbewerbern zu begreifen. Die hohe Heterogenität des Wettbewerberumfeldes und die zahlreichen regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland sind nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite sind die Megatrends, die zu tiefgreifenden Veränderungen führen. Bedingt durch die Urbanisierung, Seniorisierung und Singularisierung geht die demografische Entwicklung einher mit entsprechenden Anpassungsbedarfen im Wohnungsbestand. Aufgrund der Internationalisierung  steigen die Anforderungen an die Integration von Migranten in den Quartieren. Mit der Energiewende wachsen die Ansprüche an die Energieeffizienz und die Reduzierung der CO2-Emissionen, vor allem in Bezug auf den Wohnungsbestand. Die Digitalisierung erfordert Veränderungen im Denken und Handeln aufgrund des sich ändernden Informations- und Kommunikationsverhaltens.

Vergleiche Bericht 2017 (Seite 58f.).
Weitere Ausführungen zu den gesamtwirtschaftlichen und wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen können Sie dem Finanzbericht 2017 (2.2 Gesamtwirtschaftliche und wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen, Seite 11ff.) entnehmen.


Unter Berücksichtigung dieser und unter Anwendung des internen Risiko- und Chancenmanagementsystems beschreibt VIVAWEST im Finanzbericht 2017 die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung (siehe Seite 27ff.). Im Folgenden werden deshalb lediglich die nennenswerten sozialen und ökologischen Chancen und Risiken, die sich aus den Unternehmensaktivitäten ergeben, aufgeführt.

Als soziales Risiko kann angeführt werden, dass der Vivawest-Konzern als Vermieter einem Mietausfallrisiko unterliegt. Hauptursachen für rückständige und ausbleibende Mietzahlungen sind wachsende Verschuldung, Arbeitslosigkeit und familiäre Probleme unserer Kunden.  Durch ein intensives Forderungsmanagement – unterstützt durch eigene Sozialarbeiter in den Kundencentern vor Ort – wird gewährleistet, dass problematische Mietverhältnisse schnell erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Darüber hinaus trägt die Mieterstruktur dazu bei, dass keine Abhängigkeit von Einzelmietern gegeben ist. Das Mietausfallrisiko ist gegenüber dem Vorjahr konstant gering geblieben.

Soziale Chancen ergeben sich wiederum aus der demografischen Entwicklung, der damit wachsenden Anzahl der Haushalte und damit aus der erhöhten Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Diese beobachtbare Entwicklung wird durch die zunehmende Zuwanderung verstärkt, sodass die Chance besteht, die Nettomieterlöse zusätzlich zu steigern. Der Vivawest-Konzern betreibt ein aktives Portfoliomanagement, um den mit einer unzureichenden Portfoliosteuerung verbundenen Risiken entgegenzuwirken, Veränderungen bei der Wohnungsnachfrage erfolgreich zu begegnen, Marktakzeptanz zu sichern bzw. zu erhöhen sowie nachfragegerechten Wohnraum zu schaffen.


In einer über den Prognosezeitraum hinausgehenden Betrachtung könnte sich das Risiko ansteigender Instandhaltungskosten als bedeutend erweisen, die sich zum einen aus einer generell steigenden Erwartungshaltung der Kunden an die Qualität des Wohnungsangebots ergeben können und zum anderen aus in der Vergangenheit verarbeiteten Baustoffen, die aktuell oder zukünftig als schädlich eingestuft werden. Diesem (ökologischen) Risiko begegnet VIVAWEST einerseits durch die strenge Orientierung an festgelegten Qualitätsstandards, objektbezogenen Kosten-Nutzen-Abwägungen und einer Priorisierung der geplanten Instandhaltung sowie andererseits durch die gezielte Untersuchung der hinsichtlich etwaiger Schadstoffe kritischen Baujahre und den Abschluss von entsprechenden Rahmenverträgen für möglicherweise erforderliche Sanierungen.

Die Geschäftsführung  sieht in der Gesamtbewertung keine gravierenden oder gar bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern. Die bekannten Risiken sind weitestgehend als niedrig einzustufen und weisen, wie auch die bekannten Chancen, keine nennenswerten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr auf, sodass weiterhin von einer stabilen Entwicklung für das Jahr 2018 ausgegangen wird.

Zur Bestimmung der Relevanz von Nachhaltigkeitskriterien aus Sicht von VIVAWEST und den jeweiligen Anspruchsgruppen (Stakeholdern) führt der Konzern alle zwei Jahre eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Dabei setzt VIVAWEST auf ein vereinfachtes Verfahren in Form einer internen Befragung von Beschäftigten, die im regelmäßigen Dialog mit den relevanten Stakeholdern stehen. Im Zuge dessen finden die unterschiedlichen Geschäftstätigkeiten der Segmente Immobilien und Immobiliendienstleistungen Beachtung. Folglich fließen nicht nur die Themen des wohnungswirtschaftlich geprägten Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) in das Bewertungsverfahren ein, sondern auch ausgewählte Aspekte aus der Global Reporting Initiative (GRI) nach dem Standard G4 sowie darüber hinaus als wesentlich identifizierte unternehmensspezifische Nachhaltigkeitsthemen.


A Ökonomie
A1
Wirtschaftliche Entwicklung

A2 Bestandsentwicklung
A3 Mietenentwicklung
A4 Beschaffung

B Ökologie
B1 Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen
B2 Abfallaufkommen
B3 Biodiversität
B4 Energieverbrauch (außerhalb der Organisation)
B5 Energieverbrauch (innerhalb der Organisation)
B6 CO2-Emissionen (Gebäude)
B7 CO2-Emissionen (Fuhrpark)
B8 Sonstige klimarelevante Emissionen
B9 Prozesse/Verfahren zur Schonung natürlicher Ressourcen
B10 Neue Techniken zur Reduktion des Energieverbrauchs

C Soziales: Arbeitgeberattraktivität
C1 Mitarbeitervielfalt
C2 Beruf und Familie
C3 Gleichbehandlung
C4 Aus-, Fort- und Weiterbildung
C5 Führungskräfteentwicklung
C6 Gesundheitsförderung
C7 Arbeitssicherheit
C8 Anreizsysteme
C9 Arbeitnehmerrechte
C10 Mitarbeiterfluktuation

D Soziales: Kunden und Gesellschaft
D1 Nebenkosten
D2 Kundengesundheit und -sicherheit
D3 Kundenzufriedenheit und -bindung
D4 Schutz der Privatssphäre des Kunden
D5 Mieterstruktur
D6 Entwicklung von Quartieren 
D7 Gesellschaftliches Engagement

E Soziales: Compliance und Politik
E1 Korruptionsbekämpfung
E2 Korruptionsfälle und Bußgelder
E3 Meschenrechte in der Lieferkette
E4 Menschenrechtsverstöße
E5 Mitgliedschaften
E6 Spenden


Im Geschäftsjahr 2016 wurden unter Berücksichtigung der wohnungswirtschaftlichen und konzernspezifischen Besonderheiten insgesamt 37 Kriterien systematisch abgeleitet. Die Darstellung der Entwicklung von VIVAWEST in Bezug auf diese Kriterien ist Teil der jährlichen Berichterstattung. Im Sinne des Zwei-Jahres-Rhythmus zur Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse gelten die Ergebnisse aus 2016 auch für das Geschäftsjahr 2017.


Vergleiche
Bericht 2017 (Seite 61f.).

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