Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

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Um dem Nachhaltigkeitsmanagement eine effektive Stoßrichtung zu geben, sollten Unternehmen zunächst den Fokus auf die Lösung besonders drängender Probleme legen. Dafür muss im Vorfeld geklärt werden, welche Unternehmensaktivitäten mit wichtigen ökologischen und / oder sozialen Problemen verknüpft sind oder auf diese einwirken. Aber auch anders herum können ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen von außerhalb des Unternehmens auf das Geschäftsmodell wirken.

Was ist zu beachten?
Eine Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sollte am besten nicht nur aus Sicht des Unternehmens selbst, sondern im Dialog mit wichtigen Stakeholdern erarbeitet werden. Das beugt Betriebsblindheit vor und hilft, die Erwartungen der Stakeholder an das Unternehmen rechtzeitig zu erkennen. Wichtig ist daher im Vorfeld zu analysieren, wie das Unternehmen in die Gesellschaft eingebettet ist und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Daher erfragt der erste Aspekt in der Checlliste Besonderheiten des Umfelds, wie etwa die Bedeutung Ihres Unternehmens als Arbeitgeber in der Region, ökologische Besonderheiten (Gewässer, Naturschutzgebiete usw.) in direkter Nachbarschaft oder auch ökologische und soziale Themen, mit denen Ihre Branche häufig in den Medien verknüpft wird. Die Wesentlichkeitsanalyse kann dann auf diese Betrachtung des Umfelds aufbauen. Nachhaltigkeitsaspekte haben in der Regel für Unternehmen nicht nur Risiken, sondern sind auch mit Chancen verbunden. Bemühen Sie sich daher bitte um eine ausgewogene Darstellung.
Aspekt 1:
Beschreiben Sie die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten des Umfelds, in denen Ihr Unternehmen tätig ist.

Aspekt 2:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen durch Ihre Geschäftstätigkeit beeinflusst werden. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Inside­-out­-Perspektive).

Aspekt 3:
Beschreiben Sie, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auf Ihre Geschäftstätigkeit einwirken. Stellen Sie sowohl die positiven als auch die negativen Auswirkungen dar (Outside-­in­-Perspektive).

Aspekt 4:
Erläutern Sie, welche Chancen und Risiken sich für Ihr Unternehmen aus dem Umgang mit den beschriebenen Nachhaltigkeitsthemen ergeben. Nennen Sie Schlussfolgerungen, die Sie daraus für Ihr Nachhaltigkeitsmanagement ableiten.
Nachhaltigkeitsaspekte sind diejenigen Themen, die eine nachhaltige Entwicklung erst möglich machen. Die Sustainable Development Goals oder die im GRI Standard genutzte Themenliste können erste Anhaltspunkte dafür liefern, welche Nachhaltigkeitsaspekte es gibt.

Wesentlich im Sinne dieses Kriteriums sind sowohl diejenigen Unternehmensaktivitäten, die eine entscheidende negative oder positive Auswirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, als auch Nachhaltigkeitsaspekte, die sich in besonderem Maße auf die Unternehmensaktivitäten auswirken. Zusätzlich können Themen auch dann wesentlich sein, wenn sie für die Entscheidungsfindung von Stakeholdern eine besondere Bedeutung haben oder deren Verhältnis zu Ihrem Unternehmen prägen. Welche Aspekte im Einzelfall als wesentlich gelten, ist branchenspezifisch und hängt stark von den Prozessen in Ihrem Unternehmen ab.

Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen aus dem Umfeld des Unternehmens, die entweder einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben oder aber von der Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, z.B. Geschäftspartner/-innen, Mitarbeitende, Kund/-innen, zuliefernde Betriebe, Kommunen, Parteien, Verbände, staatliche Organe, Nichtregierungsorganisationen usw. (siehe Kriterium 9).

RSAG AöR

Der Rhein-Sieg-Kreis hat uns als kommunales Unternehmen eine besondere ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung übertragen: die Daseinsvorsorge zu sichern und die Lebensgrundlagen heutiger und zukünftiger Generationen zu erhalten. Aus diesem Grund und weil wir in der Kreislaufwirtschaft tätig sind, haben wir Nachhaltigkeit fest in unserem Kerngeschäft verankert. Was Nachhaltigkeit für die RSAG konkret bedeutet, haben wir für den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 erneut in einer Wesentlichkeitsanalyse bestimmt. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse sind auch Basis unserer Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Kriterium 1).  

In der mehrstufigen Wesentlichkeitsanalyse analysierten wir zunächst Nachhaltigkeits- und Branchenstandards (insbesondere die Global Reporting Initiative Standards und den Leitfaden zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für die Abfallwirtschaft), Aktivitäten von vergleichbaren Unternehmen und aktuelle Branchentrends. Im Rahmen des Berichterstattungsprozesses für den vorliegenden Bericht überprüften die Fach- und Führungskräfte der RSAG die für den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2016 ermittelten Themen auf Vollständigkeit. In diesem Zusammenhang wurden solche Themen ergänzt, denen wir uns verstärkt widmen möchten oder die an Bedeutung gewonnen haben – beispielsweise die Digitalisierung der Arbeitsabläufe, die Diskussion um Plastik oder die Anpassung an den Klimawandel. Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen und Partner haben wir durch einen Stakeholder-Dialog in die Wesentlichkeitsanalyse einbezogen. Unter den Teilnehmenden der Dialogveranstaltung waren der Aufsichts- und Verwaltungsrat, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Geschäftspartner, Bürgervertreterinnen und -vertreter sowie Anwohnerinnen und Anwohner.  

Ergebnis der Wesentlichkeitsanalyse sind die 24 wesentlichen Themen der RSAG, die in fünf Handlungsfeldern zusammengefasst sind und entsprechend der folgenden Wesentlichkeitsmatrix priorisiert wurden:   


Als wesentlich verstehen wir die Themen, in denen unsere Geschäftstätigkeit die größten positiven oder negativen Auswirkungen hat bzw. die Themen, die unsere Geschäftstätigkeit am meisten beeinflussen. Welche positiven oder negativen Auswirkungen die RSAG auf die einzelnen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen hat, erläutern wir in unserem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 (S. 12+13). Die wesentlichen Themen bilden unsere zentralen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ab und beinhalten sowohl Risiken als auch Chancen: Durch die zunehmende Digitalisierung unserer Arbeitsabläufe erhalten wir beispielweise die Möglichkeit, einerseits unseren Arbeitsalltag papierärmer und andererseits unsere Kernprozesse einfacher, schneller und noch zuverlässiger zu gestalten. Im Risiko knapper werdender Ressourcen sehen wir gleichzeitig die Chance, durch ökoeffiziente Kreislaufwirtschaft zur Wiedergewinnung von Wertstoffen beizutragen. In Bezug auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt uns beispielsweise der demografische Wandel vor Herausforderungen. Gesundheitsförderung, Aus- und Weiterbildung sowie familienfreundliche Angebote bieten Chancen, dem dadurch entstehenden Fachkräftemangel zu begegnen. Durch Transparenz unserer Entsorgungswege soll das Risiko reduziert werden, dass Abfälle unsachgemäß beseitigt werden.  

Die Wesentlichkeitsanalyse unterstützt uns, zentrale Herausforderungen zu erkennen und zeigt uns Chancen auf, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Bei der Ermittlung von Chancen und Risiken ist uns die externe Perspektive unserer Stakeholder besonders wichtig. Beim Stakeholder-Dialog haben wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daher dazu befragt, welche Themen aus ihrer Sicht die größten Chancen (Abfallvermeidung, Klimaschutz, Gewinnung und Sicherung von Fachkräften) und Risiken (Gewinnung und Sicherung von Fachkräften, Faire Gebührengestaltung, Wissensmanagement und -transfer) für die RSAG beinhalten.

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Steinbildhauerei Vincent Timothy C. Vincent

Für die Steinbildhauertätigkeit sind wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit:

1. Soziale Risiken durch Natursteingewinnung und -verarbeitung
Bei bestimmten Natursteinmaterialien, vorwiegend aus Indien, Asien und Afrika, bestehen große Risiken, dass das Material unter Verletzung der Menschenrechte gewonnen und verarbeitet worden ist. Die Nachhaltigkeitsstrategie von Vincent zielt daher auf Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen ab. Dies gelingt ihm durch die Beschaffung von europäischem Natursteinmaterial von verlässlichen Lieferanten.

2. Ökologische Risiken durch Klimawandel und Umweltzerstörung
Vor allem der Überseetransport von Naturstein aus Indien, Asien oder Afrika mit Containerschiffen hat enorme Umweltschäden zur Folge. Der Großteil der Frachter verbrennt das bei der Rohölgewinnung entstehende Abfallprodukt "Schweröl" als Kraftstoff. Dadurch werden hohe Mengen Schwefeldioxid, Stickoxide, Feinstaub und Ruß in die Luft abgegeben. Auch vergiften Rückstände wie Bunkeröl die Meere.

Pro Tonne verschifftem Naturstein fällt zudem CO2 an. Ein Beispiel: Für rund 20.000 km Entfernung von Shanghai bis Hamburg Hafen sind es pro Tonne Ladung im Standardcontainer rund 61 kg CO2 Emissionen.(Quelle: CO2 Rechner der Hamburg Süd Linie www.hamburgsud-line.com)
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie zielt daher auf den Bezug von Natursteinmaterial aus Europa, möglichst aus Deutschland, und vermeidet so die umweltzerstörenden Übersee-Transporte durch Frachtschiffe.

3. Kundenbewusstsein für Nachhaltigkeit fehlt überwiegend
Den meisten Kunden fehlt noch das Wissen um die genannten Umwelt- und Sozialprobleme, die häufig mit  importierten Natursteinen aus Übersee einhergehen. Daher ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, die Kunden ehrlich aufzuklären, ihr Nachhaltigkeitsbewusstsein zu schärfen und ihnen neue Wege zu einem nachhaltigen Grabmal aufzuzeigen. Kundenwünsche nach nicht nachhaltigen Grabmalen werden von Vincent nicht erfüllt.

4. Handwerkliches Arbeiten wird immer seltener angeboten
Der Großteil der in Deutschland angebotenen Grabmale wird nicht mehr handwerklich, sondern industriell gefertigt. Die meisten Steinmetzbetriebe (mehr als 80 %) sind in erster Linie Händler für maschinell vorgefertigte Grabmale. Die Nachfrage der Kunden nach immer billigeren Grabmalen war ein Auslöser für diesen Trend. Das Wissen um handwerkliche Fertigung geht dadurch in den Betrieben immer mehr verloren. Den meisten Kunden ist nicht bewusst, dass sie kein handwerklich gefertigtes Grabmal erwerben. Die Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet einen ehrlichen Dialog mit dem Kunden und die Aufklärung darüber, was handwerkliche Gestaltung ist.

Chancen durch Nachhaltiges Wirtschaften
Die genannten Risiken sind gleichzeitig aber auch Chancen, den eigenen Geschäftsbetrieb anders zu positionieren. Der Unternehmensstrategie liegt daher das Leitbild der Nachhaltigkeit zugrunde,

Timothy C. Vincent als Gründer und Mitglied des gemeinnützigen Vereins  „Handwerk mit Verantwortung e.V.“ hat dort seine Vision von Nachhaltigkeit eingebracht und das Leitbild des verantwortungsvollen Handwerkers mitentwickelt, mit den drei Leitprinzipien

  • Achtung der Natur sowie die Beachtung des Vorsorgeprinzip
  • Achtung und Förderung von Mitmenschen
  • Achtung grundlegender Nachhaltigkeitsprinzipien
Er hat sich verpflichtet, die für den Verein definierten Ziele und Leitprinzipien zum nachhaltigen Wirtschaften zu beachten und in seinem Betrieb systematisch umzusetzen. (Details siehe Kriterium 3)

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VOLKSWOHNUNG

1) Ökologische, sozioökonomische und politische Besonderheiten unseres Umfelds
Die kommunale Wohnungswirtschaft hat mannigfaltige Auswirkungen auf und vielfältige Einflüsse durch Themenfelder der Nachhaltigkeit. Sie stellt einen wichtigen sozialen Baustein dar, indem Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Dies insbesondere, da die angesprochene Bevölkerungsschicht meist breiter ist als bei Unternehmen der freien Wirtschaft, was eine genaue Abwägung von Wohnungsangebot, Mietpreisen und Belegungsmanagement erfordert. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Karlsruhe sind wir sowohl an der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum als auch an der Stadtentwicklung wesentlich beteiligt. Als größtem Vermieter der Stadt Karlsruhe stehen der Erhalt und die Weiterentwicklung unseres Bestands im Fokus. Bei der Finanzierung unserer Tätigkeiten können wir in der Wohnungswirtschaft auf zahlreiche Fördermittel von Bund, Ländern und Stadt zurückgreifen. Die Wohnungswirtschaft ist aber auch ein großer Ressourcennutzer. Immobilien binden über einen langen Zeitraum große Mengen an Rohstoffen/Flächen und setzen diese bei Abrissaktivitäten wieder frei. Eine sorgsame Betrachtung der Stoffströme ist daher wichtig. Während der Lebenszeit ist das Thema Energieverbrauch/-erzeugung von großer Bedeutung, da dadurch hohe klimarelevante Emissionen freigesetzt werden, aber auch Themen wie Abfall- oder Wassermanagement.

2) Wesentliche positive und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit
Im Rahmen der Wertschöpfung haben die Unternehmenstätigkeiten negative, aber auch positive Auswirkungen auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen. Der Verbrauch von Ressourcen, Flächenversiegelung, CO2-Emissionen (Strom, Wärme, Dienstfahrten, …), sowie Abfall sind negative Auswirkungen auf ökologische Aspekte. Ergänzungsbebauung und die damit einhergehenden diffusen Ängste bezüglich steigender Mieten und Wohnungsverlust stellen negative Auswirkungen auf die Gesellschaft dar, die von uns aber durch entsprechendes Management, umsichtige Planung und Mietpreisstrategie sowie gute Kommunikation aufgefangen werden. Dazu gehören Beratungsangebote zu Wohngeld, Förderungen und angepasste Miethöhen. Eine nicht optimale Bewirtschaftung könnte sich ökonomisch negativ äußern.  
Positive ökologische Auswirkungen ergeben sich durch doppelte Innenentwicklung1/ausgewogenes Flächenmanagement, die Auswahl an Baumaterialien, Mobilitätskonzepte, gezieltes Energiemanagement sowie das große Potential an CO2-Einsparungen. Gesellschaftlich positive Auswirkungen haben das Quartiersmanagement (Entgegenwirken von Segregation, aktive Durchmischung, Bereitstellung von Infrastruktur, …), die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, Chancengerechtigkeit/Gleichberechtigung, Antidiskriminierung, soziale Projekte und Kooperationen sowie die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen (als Arbeit- und Auftraggeber). Positive ökonomische Auswirkungen ergeben sich durch eine gute Auslastung/Bewirtschaftung unseres Bestands, ebenfalls durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen sowie bezahlbare Mieten.  

3)Chancen und Risiken
Aufbauend darauf lassen sich Chancen und Risiken für die VOLKSWOHNUNG ableiten. Die Zerstörung von Natur-/Lebensräumen stellt ein ökologisches Risiko dar. Gesellschaftlich lassen sich steigende Mieten, Klimafolgen (Hitzesommer), soziale Brennpunkte, schlechtes Image und politische Einflussnahme als Risiken identifizieren. Ökonomische Risiken stellen Fachkräftemangel, Preisentwicklungen am Markt und die große Produktlebenszeit von Wohnraum dar, wodurch eine große Planungsunsicherheit hinsichtlich des zukünftigen Bedarfs resultiert.  
Es ergeben sich jedoch auch zahlreiche Chancen. Durch innovative Ansätze in der Produktgestaltung - beispielsweise der Reduzierung der individuellen Wohnfläche (kompaktere Grundrisse) in Kombination mit größeren Gemeinschaftsflächen, ökologische Baumaterialien und Recycling sowie gezieltes Flächenmanagement - lassen sich ökologische Vorteile erzielen. Wir versuchen, diese Chancen bereits in einzelnen Projekten wie Senioren-WGs und Holzbauten zu nutzen. Diese Themen werden zukünftig verstärkt evaluiert. Unsere Sanierungsprojekte führen für unsere Mieterinnen und Mieter zu einer Erhöhung des Wohnstandards; wir beraten hier umfassend, um eine wirtschaftliche Schlechterstellung zu vermeiden.
Durch die Produktgestaltung (flexible/bedarfsneutrale/anpassbare Strukturen, Barrierefreiheit, …) lassen sich auch gesellschaftliche Chancen erzielen. Als verlässlicher Partner in der TechnologieRegion Karlsruhe (Stadtentwicklung, Sponsor, Kooperationspartner, s. Kriterium 18), eine gezielte und verlässliche Information unserer Mieterinnen und Mieter bei Bau- und Sanierungsprojekten und die Sicherstellung von Chancengerechtigkeit bei der Wohnungsvergabe können weitere Chancen ergriffen werden. Die größte Chance mit der größten Hebelwirkung wird im Wertschöpfungsschritt „Planung“ realisiert, indem wir komplexe Aufgaben durch eine integrierte Planung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Gesellschaft, Natur und Ökonomie lösen. Durch serielles Bauen und eine Senkung der Baukosten, aber auch durch die Senkung der Mietnebenkosten, können ökonomische Chancen verwirklicht werden. Spannungsfelder existieren hier allerdings durch steigende Bauanforderungen und Kosten für energetische Sanierungen. Für diese Themenbereiche erarbeiten wir aktuell gezielt Konzepte, die dann in die Strategie implementiert werden.     

Analyse der wesentlichen Themen der VOLKSWOHNUNG



Insgesamt hat die VOLKSWOHNUNG im Rahmen ihrer Wesentlichkeitsanalyse folgende Themen ermittelt, die es im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements zu bearbeiten gilt. Die Wesentlichkeitsanalyse wurde auf Basis von Studienergebnissen, Stakeholderanalysen, Arbeitsgruppen und Branchen-Benchmarks durchgeführt. Wesentliche ökologische Themen:

  1. CO2 Einsparung/ Klimaschutz (hoch)
  2. Flächenversiegelung (hoch)
  3. Ressourceneffizienz (mittel)
  4. Biodiversität (mittel)
  5. Abfallmanagement (mittel)
  6. Wassermanagement (mittel)
  Wesentliche soziale Themen:
  1. Bezahlbarer Wohnraum (hoch)
  2. Gesundheit/ Sicherheit (hoch)
  3. Quartiers- und Sozialmanagement (hoch)
  4. Arbeitgeberattraktivität (hoch)
  5. Kundenzufriedenheit (hoch)
  6. Mitarbeiterzufriedenheit (hoch)
  7. Menschenrechte (mittel)
  Wesentliche ökonomische Themen:
  1. Bestandserhalt (hoch)
  2. Bestandswachstum/ Nachverdichtung (hoch)
  3. Compliance (hoch)
  4. Ertrag (hoch)
  5. Transparenz (hoch)
  6. Image (mittel)
  7. Digitalisierung (mittel)
  8. Sustainable Finance (mittel)




1 Bei der doppelten Innenentwicklung wird sowohl die bauliche Dichte als auch die Erhaltung, Weiterentwicklung und Qualifizierung des urbanen Grüns betrachtet

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Veolia Deutschland GmbH

Veolia in Deutschland erbringt Umweltdienstleistungen für Kommunen, Industrie und Gewerbe. Das Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, mit diesen Dienstleistungen einen positiven Beitrag zum nachhaltigen Management von Ressourcen zu leisten. Der Markt ist von starker Regulierung, einem Trend zur Rekommunalisierung sowie wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen in der Industrie geprägt. 

2017 luden wir unsere Beschäftigten und Kunden aus Industrie und Gewerbe zur zweiten Wesentlichkeitsbefragung ein, um die Nachhaltigkeitsthemen für Veolia in Deutschland zu priorisieren.


Die Ergebnisse der Befragung zeigen uns, dass erstklassige Dienstleistungen im Kerngeschäft durch Sicherheit und Qualität sowie Kundenzufriedenheit und -service von Kunden und Beschäftigten gleichermaßen als die wichtigsten Themen für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens angesehen werden. Unter den mitarbeiterbezogenen Themen betrachten Kunden und Beschäftigte ebenso einhellig faire Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung als die zentralen Herausforderungen. Schadstoffeinträge und besondere Umweltrisiken, Recycling/Rückgewinnung von Rohstoffen sowie Ressourceneffizienz/Abfallvermeidung konnten als wesentlichste Umweltthemen herausgearbeitet werden. Einen Bedeutungsgewinn gegenüber der zuletzt 2014 durchgeführten Befragung zeigen die Themen Datenschutz/Datensicherheit sowie Schadstoffeinträge und besondere Umweltrisiken. 




Alle Ergebnisse unter www.nachhaltigkeit.veolia.de/wesentlichkeit

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facettenwerk | Gem. Verein für Behindertenhilfe Wiesbaden und Rheingau-Taunus-Kreis e.V.

Im täglichen Geschäft begegnen uns vielfältige ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Herausforderungen entlang unserer Wertschöpfungskette. Das facettenwerk setzt sich für den Abbau von Teilhabeeinschränkungen ein, denen Menschen mit Beeinträchtigung im Alltag begegnen. Die dadurch entstehende Benachteiligung, die unter anderem den Zugang zu Bildung und Beschäftigung betreffen, kann in der Folge zu einer sozioökonomische Schlechterstellung führen. Werkstätten bieten mit ihren Diensten und Leistungen einen Nachteilsausgleich an, um die Teilhabequalität im Sinne ihrer Beschäftigten zu fördern. Durch das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention, welche Behinderung zunehmend als Menschenrechtsthema versteht, rückt dieses Thema mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft.

Als Teil des inklusiven Arbeitsmarktes ermöglichen Werkstätten etwa 300.000 Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben und der Gesellschaft. Sie erbringen Leistungen im Wert von acht Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft. Werkstätten sind somit ein wichtiger Teil des Marktes. Sie leisten nicht nur einen Beitrag zur Erfüllung der UN-BRK, sondern erfüllen bereits mit Ihrem Kernauftrag verschiedenste Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Dennoch steht das System der Werkstätten hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Ausrichtung in der gesellschaftlichen Debatte um Inklusion und Behindertenarbeit in Deutschland.

In den vergangenen Jahren bewirkte ein politischer Wandel, bedingt durch das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG), die Neuorientierung der Werkstätten. Im Zuge dieser Entwicklungen stehen Werkstätten vor Herausforderungen, aber auch neuen Möglichkeiten. Durch die berufliche Bildung und Förderung von Menschen mit Behinderung setzen wir uns für Chancengleichheit und das Recht auf Bildung und Beschäftigung als Nachhaltigkeitsaspekt ein. Wir unterstützen und stärken die berufliche und soziale Integration von beeinträchtigten gesellschaftlichen Gruppen. Damit wirken wir positiv auf den Aspekt einer sich nachhaltig gestaltenden inklusiven und diversen Gesellschaft.

Unsere Werkstätten sind direkt an den Integrationsfachdienst angegliedert, welcher sich durch eine intensive Beratung und Aufklärung dafür einsetzt, Einsatzmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung in Unternehmen zu schaffen. Der Integrationsfachdienst berät, vermittelt und begleitet Personen bei unterschiedlichen Integrationsmaßnahmen. Durch eine Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, erhalten Menschen die Möglichkeit, den eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Des Weiteren wirkt sich das höhere Selbstwertgefühl und die soziale Einbindung positiv auf die Gesundheit aus.

Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte haben wir im Rahmen von Workshops, u.a. mit unseren Führungskräften sowie Masterstudierenden mit Schwerpunkt "Sustainable Marketing and Leadership", ermittelt - jeweils mit Blick auf unsere Wesentlichkeit. Neben und zusätzlich zu unserem Kerngeschäft und unseren Erfolgen sehen wir weitere Aspekte für unsere Nachhaltigkeitsstrategie.

Ökonomische Verträglichkeit, z.B.:
  • Fortführung des Betriebes auch in Ausnahmezeiten, d.h. Resilienz sicherstellen
  • Kooperationen mit Partnern und Tochterunternehmen, Kunden und Auftraggebern
  • Innovation und Prozessoptimierung, d.h. Zerlegung von Arbeitsschritten, Rotation am Arbeitsplatz
  • Qualität unseres Angebots
  • Klare Identität und wirksame Auftritte in der Öffentlichkeit zur besseren Wahrnehmung
Ökologische Verträglichkeit, z.B.:
  • Betrieb unserer Immobilien wie Werkstätten, Verwaltungsgebäude und Kantinen
  • Logistik zur Sicherung der Fahrdienste und Mobilität
  • Energie-Einsatz für Beleuchtung, Betrieb von Maschinen, Heizung
  • Vermeidung, Reduzierung und Kompensation von Treibhausgasen
  • Infrastruktur, Nutzung von Wasser, Entsorgung
Soziale und kulturelle Verträglichkeit (siehe auch Punkt 2):
  • Wahrung und Einhaltung von sozialen und kulturellen Werten im Umgang mit unseren Mitarbeitern und Partnern
  • Erhalt von Arbeitsplätzen
  • Faire Handelspraktiken
  • Bildung und Wissensvermittlung
  • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Aktive Rolle in der Stadtgesellschaft
Unsere Chancen und Risiken sehen wir sowohl im Markt, auf Betriebsebene und in den Rahmenbedingungen.  

Chancen: 

Aufgrund der zunehmenden Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialaspekten entlang der Lieferkette akquirieren wir mehr Aufträge von berichtspflichtigen Unternehmen (CSR RUG). Unsere Akzeptanz als zuverlässiger Lieferant nimmt zu. Die Nachfrage nach unseren Angeboten seitens weiterer Personenkreise (privat und gewerblich) wächst mit verbesserter Wahrnehmung unserer Leistungsfähigkeit, Freundlichkeit und Flexibilität.  

Durch Energiesparsamkeit und die Umsetzung der Erkenntnisse aus ÖKOPROFIT erwarten wir Kostensenkungen.  

Wir übernehmen eine Vorreiterrolle und sichern unsere Zukunftsfähigkeit durch die Implementierung der Nachhaltigkeit in alle Unternehmensbereiche. Durch Bildungs- und Informationsmaßnahmen bei Mitarbeiter*innen, Beschäftigten und im Netzwerk schaffen wir eine Bewusstseinserweiterung. Dadurch sehen wir die Chance den systemischen Rahmen positiv im Sinne der Nachhaltigkeit zu beeinflussen.  

Risiken:  

Unsere Finanzierung ist abhängig von einer Leistungsvereinbarung mit den Kostenträgern nach SGB IX und SGB XII, die keinen direkten Fokus auf alle Dimensionen der Nachhaltigkeit hat. 

Ein weiteres Risiko wäre, dass uns der Mehraufwand für das Aufbauen einer Nachhaltigkeitsstrategie weg von unserem eigentlichen Kernauftrag führen könnte. Dadurch wiederum könnte das Vertrauen von Stakeholdern negativ beeinflusst werden.    

Wir schlussfolgern daraus für unser Nachhaltigkeitsmanagement: Unsere integrative, d.h. in alle Unternehmensbereiche eingebundene Nachhaltigkeitsstrategie, entwickeln wir sukzessiv, um die Ziele und Ergebnisse zu quantifizieren und zu evaluieren.
  • Die Dimension Soziale Nachhaltigkeit wird kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert, z.B. Bildung und Befähigung.
  • Die Ökologische sowie Ökonomische Dimension werden ausgebaut und ebenso in die Strategie implementiert.
  • Nachhaltigkeit im Beschaffungswesen in der Zentrale wird angestrebt, z.B. Neuanschaffungen jeglicher Art sollen nach Nachhaltigkeitskriterien geprüft werden.
  • Ein nachhaltiges Baumanagement wird angestrebt.
  • Logistik und Transporte werden auf Alternativen überprüft.
  • Ein zeitgemäßes Auftreten und modernes Erscheinungsbild, die geregelte Kommunikation mit Kostenträgern, Öffentlichkeit und Angehörigen des Unternehmens schaffen Transparenz, stärken Vertrauen und verbessern das Werkstatt-Image.
  • Produktionserträge sollen die Finanzierung der Löhne unserer Beschäftigten sichern.
  • Der Austausch mit Anspruchsgruppen wird angestrebt.
  • Eine Nachhaltigkeitsberichterstattung über aktuelle Entwicklungen und Zielerreichung soll regelmäßig erfolgen.
Gemäß unseres Anspruchs wollen wir Vorreiter und Wegbereiter sein für eine moderne Teilhabe, außerdem Vorbild der Inklusionsbewegung für eine sich nachhaltig gestaltende Gesellschaft. Wir stellen uns den Herausforderungen und gestalten unsere Angebote gemäß den Anforderungen und Wünsche der Gesellschaft nach Inklusion.  

Besonders hervorheben möchten wir, dass wir uns mit dem neuen Namen auf den Weg zur inhaltlichen Transformation gemacht haben:
  • Neuer Markenauftritt mit Bildmarke
  • Schaffung einer Markenwelt mit den strategischen Säulen unseres Vereins
  • Markensymbolik für Dimensionen und Facetten unseres Handelns
  • Modernes und authentisches Auftreten fördert unsere Zukunftsfähigkeit
  • Inspiration für Lebens- und Arbeitsgefühl
Einzelne Teile der wfb sind jetzt gemeinsam das facettenwerk. Die offizielle Bekanntgabe des neuen Auftritts war am 7.11.2019.  




 

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