14.07.2015 | RNE-Meldung

Stellungnahme des Rates für nachhaltige Entwicklung zur Umsetzung der Richtlinie 2014/95/EU

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfiehlt die Festlegung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex als Mindeststandard zur Erfüllung der Berichtspflicht.

Der Nachhaltigkeitsrat empfiehlt, um Vergleichbarkeit und Marktrelevanz der gegebenen Informationen zu erhöhen, bei der nationalen Umsetzung in Deutschland den DNK als konkreten Mindeststandard für die Erfüllung der Berichtspflicht zu benennen. Prinzipienbasierte Berichtssysteme sind nicht geeignet, vergleichbare Informationen zu liefern.

Die Benennung des Nachhaltigkeitskodex als probates Mittel zur Erfüllung der Offenlegungspflicht über nichtfinanzielle Informationen ist insbesondere im Hinblick auf die besonders angesprochenen Zielgruppen der Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen wichtig. Sie haben in besonderer Weise eine potenzielle Hebelwirkung auf nachhaltiges Wirtschaften sowie die Stabilität bzw. Volatilität der Finanzmärkte. Ihre Kriterien im Auswahlprozess für oder gegen ein Investment sind marktgestaltend. Eine Verankerung des Nachhaltigkeitskodex orientiert aber auch die große Mehrheit der „Noch-Nicht-Berichterstatter“, die praktikablen Möglichkeiten sucht, die Berichtspflicht substanziell und ohne großen Mehraufwand zu erfüllen.

Begründung:
  • Der DNK in der Fassung von 2014 erfüllt heute bereits die EU Berichtspflicht. Die EU-Kommission hat in ihrem Memo 2014 den Nachhaltigkeitskodex als eine Option zur Erfüllung der Berichtspflicht gewürdigt.
  • Bereits 86 Unternehmen mit insgesamt rund 3,6 Mio. Mitarbeitern bzw. 1 Bio. Euro Umsatzsumme wenden den DNK auf freiwilliger Basis an. Das BMJV schätzt, dass rund 450 Unternehmen unter die Veröffentlichungspflicht fallen.
  • Erste Verbände empfehlen ihren Mitgliedsunternehmen diesen Berichtsstandard und passen ihn an ihre Bedarfe an. So hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) den DNK umgesetzt, Bankenverband und Ernährungsindustrie befinden sich gerade in der Implementierungsphase, eine erste branchenspezifische Ergänzung wurde von GdW und AGW für die Wohnungswirtschaft erarbeitet. Ein vergleichbarer Prozess läuft momentan für den Hochschulbereich.
  • Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat ein umfangreiches Schulungskonzept zur Anwendung des Nachhaltigkeitskodex entwickelt, das insbesondere noch nicht berichtenden Unternehmen den Weg in die Berichterstattung ebnet. Dazu hat er im ersten Halbjahr 2015 ein Netzwerk mit aktuell 39 Schulungspartnern aufgebaut, die nun deutschlandweit Informationsveranstaltungen und Trainings anbieten, um Unternehmen auf die kommende Berichtspflicht vorzubereiten.
  • Der DNK steht der Allgemeinheit als Shareware zur freien Verfügung. Der Nachhaltigkeitsrat sorgt für glaubwürdige Prozesse und zielt auf Akzeptanz der Marktakteure. Unternehmen, die eine Entsprechenserklärung zum DNK abgeben, bekommen von der Geschäftsstelle des RNE qualifizierte Rückmeldung zur Erklärung.
 

Weitere Informationen:

Stellungnahme des Rates für Nachhaltige Entwicklung zur Umsetzung der Richtlinie 2014/95/EU (PDF)