30.04.2020 | DNK-Meldung

DNK Newsletter Nr. 1 / 2020

Neues DNK-Material, neuer Rat - neue Wirtschaft?


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

durch Telefonate mit unseren Anwenderunternehmen wissen wir, dass die Corona-Pandemie Sie alle vor Herausforderungen stellt: So erzählten Sie uns, dass Kolleginnen und Kollegen von Ihnen direkt betroffen sind oder waren. Wir wissen auch, dass nun auch Prozesse bei Ihnen anders laufen müssen oder aber Corona auch eine entsprechende, gewachsene Verantwortung mit sich bringt – auch bei jenen Anwendern aus dem Finanzsektor, die nun die Finanzierungsanfragen stemmen müssen.

Die Pandemie zeigt uns aber auch in aller Deutlichkeit, in wie vielen Bereichen Nachhaltigkeit eine Rolle spielt: Wenn es darum geht, dass Unternehmen Mitarbeitende in Kurzarbeit schicken oder sogar entlassen müssen, sind wir schnell beim Thema Arbeitnehmerrechte und sozialverträgliche Regelungen – bspw. auch wenn es darum geht, wie nun alleinerziehende Mitarbeitende Kinderbetreuung und Arbeit unter einen Hut bekommen können. Wenn es darum geht, dass Organisationen und Initiativen, die sich im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich engagieren und damit schon immer eine Lücke gefüllt haben, dann droht uns als Gesellschaft etwas für das Gemeinwesen Essentielles wegzubrechen. Wenn es darum geht, Finanzen zu mobilisieren und auch da in Diskussionen gefordert wird, diese an Bedingungen zu knüpfen, wie bspw., dass Unternehmen ihren Sitz nicht in Steuerparadiesen haben sollten, so gibt es auch hier klare Schnittmengen zur Nachhaltigkeit. Auch die, leider stattfindenden, Betrügereien im Kontext der Finanzhilfen führen uns direkt zum Nachhaltigkeitsthema Compliance. Wenn es darum geht, zu entscheiden, welche Unternehmen wieder öffnen dürfen oder wie man den Schutz der Risikogruppen sicherstellt, sehen wir uns unweigerlich auch ethischen Fragestellungen konfrontiert. Und nicht zuletzt hat die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in Verbindung mit Bevölkerungswachstum und Urbanisierung einen Effekt auf die Entstehung von Epidemien und Pandemien. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Insgesamt macht Corona vor allem eines deutlich: Einen Aufbau der Wirtschaft in der Form, wie sie vor der Corona-Pandemie bestand, ist nicht zukunftsfähig. Die Möglichkeit, die sich uns gerade jetzt eröffnet, den Aufbau nämlich gleich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten, die ohnehin anstand, ist historisch. Entsprechende Forderungen werden gegenüber der Politik von vielen Seiten bereits laut: Von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Unternehmen, der Wissenschaft und politischen Akteuren. Auch der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Dr. Werner Schnappauf fordert, dass sich die Wege aus der Krise am Leitbild der Nachhaltigkeit orientieren sollen.

In diesem Sinne: Bleiben Sie in Ihren Unternehmen am Ball, was das Thema Nachhaltigkeit angeht und vor allem: Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich und andere auf!

Herzliche Grüße

Ihr DNK-Team

 

Aktuelles

Unterstützung für Unternehmen während der Corona-Pandemie

Angesichts der Corona-Pandemie bietet das DNK-Büro einen regelmäßig aktualisierten Überblick über Unterstützungsangebote für Organisationen und Selbstständige – und weist darauf hin, dass finanzielle Not nicht dazu führen darf, dass soziale und ökologische Aspekte aus dem Blick geraten.

Eine nachhaltige und solidarische Gemeinschaft bleibt auch in der aktuellen Krise ein wichtiges Ziel. Daher unterstützten auch die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) mit der Kampagne #tatenfueralle Akteure, die sich für von der Krise betroffene Menschen stark machen. Die Kampagne ist zwar abgeschlossen, aber das Informationsangebot bleibt bestehen. Schauen Sie sich um! Unser Dank gebührt allen Engagierten.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung in neuer Besetzung

Der RNE ist seit 01. Januar 2020 in neuer Besetzung aktiv. Die neuen Ratsmitglieder sind: Saori Dubourg, Prof. Dr. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Gerda Hasselfeldt, Jörg-Andreas Krüger, Markus Lewe, Lisi Maier, Hubertus Paetow und Gunda Röstel. Darüber hinaus bleiben folgende Personen dem RNE auch in ihrer nächsten Amtszeit über treu: Prof. Dr. Alexander Bassen und Ulla Burchardt, Katherina Reiche, Dr. Werner Schnappauf, Prof. Dr. Imme Scholz, Prof. Dr. Hubert Weiger und Heidemarie Wieczorek-Zeul. Dr. Werner Schnappauf folgt als Ratsvorsitzender auf Marlehn Thieme, die ehemalige Vorsitzende, die als langjähriges Ratsmitglied das Themenfeld nachhaltiges Wirtschaften und Sustainable Finance stark mitgeprägt hat. Und auch in der Geschäftsstelle des RNE gibt es personelle Veränderungen. Nach 19-jähriger Amtszeit verabschiedete der RNE im April Prof. Dr. Günther Bachmann als seinen Generealsekretär. Diese Funktion hat Dr. Marc-Oliver Pahl übernommen.
Die neuen Ratsmitglieder.

Nachhaltigkeitsrat fordert Wege aus der Krise am Leitbild der Nachhaltigkeit zu orientieren

Der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Dr. Werner Schnappauf stimmt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Leopoldina ausdrücklich zu, dass es eine gleichsam „historische Chance“ sei, die jetzt zu tätigenden Investitionen und Programme am Leitbild der Nachhaltigkeit auszurichten. Bei den anstehenden Weichenstellungen für die Phase nach der unmittelbaren Pandemiesituation müssten der Klimaschutz und die nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen, in Deutschland und bei der Umsetzung des europäischen Green Deal…weiterlesen.

Öffentliche Konsultation zur Verbesserung der EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung

Die EU-Kommission führt Ihre öffentliche Konsultation zur Überprüfung der Richtlinie über die nichtfinanzielle Berichterstattung fort. Im zweiten Teil des Feedbackprozesses kann bis zum 11. Juni 2020 über die Webseite der EU-Kommission  Feedback gegeben werden. Die Konsultation wird Meinungen aus der gesamten EU zu verschiedenen möglichen Reformen oder Verbesserungen der Richtlinie sammeln. In der Mitteilung über den europäischen Grünen Deal und dem Investitionsplan zum Grünen Deal hat sich die EU-Kommission verpflichtet, die NFRD im Jahr 2020 zu überprüfen.
Zur Konsultation „nichtfinanzielle Berichterstattung“.

Ihre Meinung zur neuen Sustainable Finance Strategie der EU ist gefragt

Die EU Kommission hat die Frist zur öffentlichen Konsultation zur Erneuerung der Sustainable Finance Strategie bis zum 15. Juli 2020 verlängert. Bürgerinnen und Bürger, Mitgliedsstaaten und Organisationen sind eingeladen, sich zu beteiligen. „The renewed sustainable finance strategy will provide a roadmap with new actions to increase private investment in sustainable projects and activities to support the different actions set out in the European Green Deal and to manage and integrate climate and environmental risks into our financial system. The initiative will also provide additional enabling frameworks for the European Green Deal Investment Plan.“
Zur Konsultation „Sustainble Finance Strategie“.
 

Services

DNK-Broschüre aktualisiert

Die kompakte DNK-Broschüre aus 2017 wurde nun aktualisiert. Darin finden Sie eine Übersicht aller Berichtsinhalte des DNK sowie Informationen zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und dem Nationalen Aktionsplan (NAP) Wirtschaft und Menschenrechte.
Zur DNK-Broschüre 2020.

Gemeinsame Broschüre von NAP-Helpdesk & DNK zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht von Unternehmen veröffentlicht

Das DNK-Team und der NAP Helpdesk haben gemeinsam eine Broschüre zum Nationalen Aktionsplan (NAP) Wirtschaft und Menschenrechte erstellt, in der es um die Anwendung des NAP im DNK geht. Dazu wurden fünf Pilotunternehmen, die bereits i. S. d. Kodex zu Menschenrechten berichten, zu einem Gespräch eingeladen und deren Erfahrungen und Herausforderungen im Umgang mit der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht dargestellt. Zudem finden Sie dort allgemeine Informationen rund um das Thema.
Zur NAP-Broschüre.

DNK-Erklärungen jetzt in neuer Optik

Die bisher automatisch generierten PDF-Dokumente veröffentlichter DNK-Erklärungen waren vor allem eins: eine funktionale Informationsquelle. Ganz neu steht seit diesem Monat eine hinsichtlich Lesbarkeit und Design überarbeitete PDF-Funktion zur Verfügung. DNK-Anwender haben zudem die Möglichkeit ein Cover ihrer DNK-Erklärungen auszuwählen.

Prüfberechtigung für Dritte: erste Piloten

Erste Piloten zur Erprobung der neugeschaffenen Prüfberechtigung für Dritten laufen momentan an. DNK-Anwender können einen externen Dritten damit beauftragen eine inhaltliche Prüfung der eigenen DNK-Erklärung in der DNK-Datenbank vorzunehmen. Die kritische Durchsicht der Transparenzanforderungen des DNK verläuft bis einschließlich der kommenden Berichtssaison 2021 gemeinschaftlich mit dem DNK-Büro. Mittelfristig ist denkbar, dass diese nach vorheriger Akkreditierung durch das DNK-Büro von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und anderen Prüfinstitutionen eigenständig durchgeführt wird, wenn diese vom Unternehmen beauftragt wurden. Ob und wie ein solches Verfahren angegangen wird, erörtert das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex voraussichtlich in Q3/2020 in einem kleinen Stakeholderdialog.

Der Einstieg ist denkbar einfach: Um eine Prüfberechtigung an Dritte zu vergeben füllen Anwender in ihrer Erklärung unter „Allgemeine Information“ die entsprechenden Informationen zum Prüfumfang und zur Prüfgesellschaft aus. Diese erhalten nach der Freigabe für die externe Prüfung den Zugriff auf die Datenbank und das Bewertungstool, mit dem auch das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex im Feedbackprozess arbeitet. Nachdem Dritte die Erstdurchsicht der Erklärung vorgenommen haben, übergeben diese die Erklärung dann an das DNK-Team, das dann abschließend die Prüfung vornimmt.   

Mit der DNK-Erklärung beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis bewerben

Wie schon letztes Jahr haben Sie auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit, sich mit Ihrer DNK-Erklärung beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) zu bewerben! Damit entfällt für Sie das Ausfüllen des Fragebogens. Der DNP wird in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben und ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Bereits in den vergangenen Jahren waren unter den Nominierten und Gewinnern immer wieder DNK-Anwender.
Zum Wettbewerb.

Die Fristen sind die folgende:
•    Deutscher Nachhaltigkeitspreis Unternehmen: bis 10.05.2020
•    Deutscher Nachhaltigkeitspreis Städte und Gemeinden: bis 10.05.2020
•    Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur: bis 05.06.2020
•    Deutscher Nachhaltigkeitspreis Verpackung: bis 08.06.2020
•    Deutscher Nachhaltigkeitspreis Design: bis 15.06.2020
•    Next Economy Award: bis 15.05.2020
 

Veranstaltungen

16. Juni: Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wird seine diesjährige Jahreskonferenz mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie zu einer virtuellen Konferenz umgestalten, die wie geplant am 15.06.2020 stattfinden wird. Sie soll sich Fragen rund um die Perspektiven für einen nachhaltigen Neustart nach der Krise widmen. Informationen finden Sie in Kürze auf der Webseite. Bereits getätigte Anmeldungen haben Bestand.

 
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DNK-Veranstaltungskalender
Seminare, Schulungen usw. zum Kodex und zum Thema Nachhaltigkeit allgemein.

RNE-Veranstaltungskalender
Veranstaltungen mit gesellschaftsrelevantem Fokus des Rates für Nachhaltige Entwicklung.
 

Neue DNK-Erklärungen

Sie finden die Liste der Organisationen, die seit dem letzten Newsletter ihre DNK-Erklärungen veröffentlicht haben, gesammelt im Downloaddokument (siehe orangene Box oben rechts).

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