Nachhaltiges Wirtschaften

Nachhaltigkeit und gute Unternehmensführung muss in der Wirtschaft zum globalen Standard werden, um die Pariser Klimaziele und die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Aber wie können globalisierte Unternehmen mit weltweiten Lieferketten soziale und ökologische Verantwortung übernehmen?

Nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Finanzmärkte gehen Hand in Hand. Beide sind längst Thema der globalen Politik, von der G20 über diverse UN-Gremien bis zur EU. Die Grundidee ist, dass Unternehmen Geschäftsmodelle entwickeln, die Energie und Ressourcen sparen, die Umwelt schützen, die Biodiversität erhalten, die Technologien zur Anpassung an den Klimawandel schaffen und die Menschenrechte achten.
Die dafür nötige Transformation ist universell, so wie es in den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den SDGs, angelegt ist. Um sie zu erreichen, muss es Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht werden, nachhaltige Optionen und Geschäftsmodelle zu entdecken. Die Gesellschaft, aber auch Unternehmen fordern zunehmend von der Politik, Standards und einen Ordnungsrahmen für nachhaltiges Wirtschaften zu setzen.
Gerade im Privatsektor steckt die Umsetzung der SDGs noch am Anfang, ist aber auf Branchenlösungen angewiesen. Ziel 17, „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“, ist deshalb besonders relevant. Der RNE bringt NGOs, Wissenschaft, Politik und Unternehmen miteinander ins Gespräch - auch in regionalen Clustern, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Der Nachhaltigkeitsrat fördert die Vernetzung mit den RENN, den regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien.
Der RNE verfolgt das Ziel, den Nachhaltigkeitsgedanken in der Wirtschaft voranzubringen. Unternehmen tragen hierbei aufgrund ihrer Wirkungen je nach Tiefe der Liefer- und Produktionsketten eine große Verantwortung. Besondere Herausforderungen ergeben sich beispielsweise aus der Globalisierung, in deren Folge sich die Lieferbeziehungen zwischen Unternehmen weltweit vernetzt haben. Daher beschäftigt sich der Nachhaltigkeitsrat seit 2006 mit dem Konzept „Corporate Social Responsibility (CSR)“ und definierte es im Kontext der mittelstandsgeprägten Wirtschaft in Deutschland als „unternehmerische Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung“, die ungeachtet verschiedener Hierarchieebenen und Rechtsformen gilt.
Wer im Lichte der Nachhaltigkeit produziert, handelt und Geschäfte macht, ist auf das Vertrauen seiner Geschäftspartner und Kunden angewiesen. Als glaubwürdig erachtet der RNE vor allem die Offenlegung von Zielkonflikten und Hindernissen – und weniger die allzu glatte Perfektion. Der Nachhaltigkeitsrat setzt sich daher für nachvollziehbare und vergleichbare Berichterstattung von Organisationen ein. Aus den Folgen der Finanzkrise hat der RNE 2011 nach intensivem Dialog mit Investoren und weiteren Stakeholdern den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) entwickelt. Er dient als Berichtsstandard für Nachhaltigkeitsaspekte und ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie den direkten Vergleich der unternehmerischen Verantwortung.

Ziel ist dabei nicht die Berichterstattung um ihrer selbst willen, sondern einen Wettbewerb um nachhaltiges Wirtschaften anzuregen und entsprechendes Management und Transparenz zu unterstützen. Die Honorierung in erster Linie über den Markt zu organisieren ist das Ziel. Deshalb hat der DNK besondere Bedeutung für Finanzanalysten und Investoren: sie können mit Hilfe des DNK leichter Informationen zu ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten (ESG) in Unternehmensanalysen einbeziehen. Er eignet sich als Bewertungsgrundlage im Portfoliomanagement, bei Unternehmensanleihen, in der Kreditvergabe und bei Anlegerinformationen.

Der Nutzen des DNK liegt in seiner komprimierten und anwenderfreundlichen Form. Sie stellt Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Rechtsform einen Rahmen zur Berichterstattung über Nachhaltigkeitsaspekte und deren Management zur Verfügung. Diese können über ihren Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen und die globalen Nachhaltigkeitsziele auf übergeordneter Ebene, sondern sowiekonkret über ihr Lieferkettenmanagement berichten, wie  im Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung gefordert. Nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) berichtspflichtige Unternehmen können ihn nutzen, um eine nichtfinanzielle Erklärung im Sinne der CSR-Berichtspflicht zu erstellen.

Der DNK ist Teil einer nationalen und internationalen Nachhaltigkeitspolitik und als „The Sustainability Code“ auf Englisch auch über die Grenzen Deutschlands hinaus anwendungsfähig. Der Nachhaltigkeitsrat teilt bereitwillig seine Erfahrungen in der Implementierung des Nachhaltigkeitskodex. Er versteht das Konzept als Shareware, das sich für weitere nationale Adaptionen in anderen Ländern eignet.

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Ausführliche Informationen zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften und Sustainable Finance erhalten Sie auch auf der Website des Rates für Nachhaltige Entwickung. Weitere Informationen

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Hier finden Sie die Veranstaltungen des DNK-Büros und weitere aktuelle Termine.

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Über den Rat

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ist ein Beratungsgremium mit Mandat der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 15 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit Wirkung ab dem 1. November 2016 für eine dreijährige Amtsperiode berufen.

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RENN

Erfahren Sie über über die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien, die regional organisierte Informations- und Aktions-Plattform für nachhaltige Entwicklung.

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