Basisinformationen zu wesentlichen Aspekten von Nachhaltigkeit im politischen Kontext

Der Nachhaltigkeitskodex wird im Kontext wichtiger internationaler und nationaler Rahmenwerke und Vereinbarungen positioniert


Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung haben die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen 2015 erstmals Sustainable Development Goals (SDG) - globale Nachhaltigkeitsziele - beschlossen. Die 17 SDG und deren 169 Unterziele gelten gleichermaßen für Entwicklungs-, Schwellen sowie Industrieländer. Sie sind damit grundsätzlich auch für deutsche Unternehmen als Orientierung für ihr Wirtschaften im In- und Ausland geeignet. Alle Staaten sind aufgerufen, die Agenda 2030 auf nationaler Ebene umzusetzen.

Die im Januar 2017 beschlossene Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie konkretisiert die wesentliche Bedeutung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele für Deutschland, weist zu jedem SDG mindestens ein indikatorengestütztes politisches Ziel aus und nennt Maßnahmen auf drei Ebenen: neben Maßnahmen mit Wirkung in Deutschland geht es um Maßnahmen durch Deutschland mit weltweiten Wirkungen sowie die Unterstützung anderer Länder in Form der bilateralen Zusammenarbeit (Maßnahmen mit Deutschland). Die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Gemeinschaftswerk. Auch wenn die Ziele und Indikatoren nicht unmittelbar für jedes Unternehmen gelten, leistet die Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele. Auch die G20 Fachminister unter deutscher Präsidentschaft haben 2017 in verschiedenen Arbeitsgruppen verantwortliches Lieferkettenmanagement und mehr Transparenz gefordert. Unternehmen sind aufgerufen die Prinzipien international anerkannter Standards umzusetzen, die Bundesregierung setzt sich dafür ein, diese bekannter zu machen. Eine Evaluierung über die Aktivitäten wurde für das Jahr 2019 vereinbart.

Der von der Bundesregierung Ende 2016 beschlossene Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) formuliert im Sinne einer freiwilligen Übereinkunft Ziele für die Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (engl.: UN Guiding Principles on Business and Human Rights) in Unternehmen und speziell der Verbesserung der menschenrechtlichen Lage entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten weltweit. Nach dem Aktionsplan bis 2020 mindestens 50% aller Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in ihre Prozesse integriert haben. Unternehmen können die DNK-Entsprechenserklärung (insbesondere Kriterium 17) nutzen, um entsprechende Prozesse zu ihrem menschenrechtlichen Engagement im Sinne des NAP darzustellen (siehe Glossar).

Das am 4. November 2016 in Kraft getretene Klimaabkommen von Paris (engl.: Paris Agreement) hat als völkerrechtlich bindende Vereinbarung zum Ziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, wenn möglich auf 1,5 C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Hierfür ist es erforderlich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eine Treibhausgasneutralität zu erreichen. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 - 95% zu reduzieren. Um zu berichten, wie sie ihrer Verantwortung für den Klimaschutz nachkommen, nutzen Unternehmen die DNK-Kriterien 11-13 und beschreiben dort beispielsweise ihre Ziele und Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen.