Hochschulspezifischer Nachhaltigkeitskodex

Aktuell: Veranstaltung zum hochschulspezifischen Nachhaltigkeitskodex am 15.05.2018

Am 15. Mai 2018 haben der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCH-N): entwickeln – vernetzen – berichten” den hochschulspezifischen Nachhaltigkeitskodex in Berlin vorgestellt. Rund 90 Präsidenten, Rektoren, Kanzler, Professoren, Mitarbeiter und Studierende von über 40 Hochschulen in Deutschland sowie Vertreter aus der Politik sind der Einladung gefolgt. Neben der Vorstellung des Erarbeitungsprozesses und den Inhalten des hochschulspezifischen Nachhaltigkeitskodex haben Erstanwender über ihre Erfahrungen bei der Erstellung einer Entsprechenserklärung zum HS-DNK berichtet.

 

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1. Ausgangslage

In der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bekennt sich die Bundesregierung zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDG). Den Hochschulen ist bei der Umsetzung der Ziele eine besondere Bedeutung beizumessen. An ihnen wird kritisch reflektiert, verworfen, Altes aufgegriffen und Neues erschaffen, geforscht, gelehrt und gelernt. Es werden zukünftige Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger ausgebildet und zum Handeln befähigt. Hochschulen vermitteln über Personen Kompetenzen in die Gesellschaft und nehmen damit Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse und Debatten.

Hochschulen können den Weg für Veränderungsprozesse bereiten und einen Beitrag dazu leisten, Lösungsvorschläge für aktuelle Krisen zu entwerfen, indem sie verschiedene Pfadoptionen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung eröffnen. Dies geschieht sowohl nach innen, z.B. durch ausdrücklich nachhaltigkeitsbezogene Ansätze in Lehre und Forschung oder die Koordination und das Management von Nachhaltigkeit im Betrieb, als auch nach außen, z.B. durch den Transfer von Erkenntnissen der Nachhaltigkeitsforschung in andere Gesellschaftsbereiche.

Hochschulen gehen immer häufiger dazu über, Nachhaltigkeitsberichterstattung einzusetzen, um sowohl ihren Beitrag durch Forschung und Lehre als auch im Betrieb der Hochschule zu einer nachhaltigen Entwicklung transparent darzustellen und um langfristig ihr institutionelles Nachhaltigkeitsprofil zu schärfen. Nachhaltigkeitsberichte sind ein geeignetes Instrument, um die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu kommunizieren und darzulegen, wie den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung aktiv begegnet wird. In Deutschland wurden bis Mitte 2016 40 Nachhaltigkeitsberichte von 21 Hochschulen publiziert (Azizi et al. 2018).

2. Prozess

Logo des Hochschulprojekts HOCH-N - Nachhaltigkeit an Hochschulen - Öffnet die Website hoch-n.org in einem neuen Fenster

Vor diesem Hintergrund hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung 2015 zusammen mit rund 50 Hochschulvertreterinnen und -vertretern begonnen, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex für Hochschulen anzupassen. Die Erarbeitung erfolgte in einem dreivierteljährigen, intensiven Austausch- und Diskussionsprozess, der im Frühjahr eine Beta-Version des Nachhaltigkeitskodex für Hochschulen (HS-DNK) hervorbrachte. Von Ende 2016 bis Anfang 2018 wurde die Beta-Version von insgesamt zwölf Pilothochschulen im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts „Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCH-N): entwickeln – vernetzen – berichten” getestet. Bei den Pilothochschulen handelt es sich im Einzelnen um:

- Freie Universität Berlin
- Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)
- Hochschule Kaiserslautern
- Hochschule Trier
- Hochschule Zittau/Görlitz 
- Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
- Leuphana Universität Lüneburg
- Technische Universität Darmstadt
- Technische Universität Dresden 
- Universität Duisburg-Essen
- Universität Hamburg
- Universität Tübingen

Nach Abschluss der Anwendungsphase Anfang 2018 wurde im Rahmen des HOCH-N-Projekts in einem partizipativen Prozess zusammen mit den Pilothochschulen eine finale Fassung des HS-DNK erstellt, die vom Rat für Nachhaltige Entwicklung im Frühjahr 2018 beschlossen wurde. Bis Ende 2018 wird ein Leitfaden zur Anwendung des HS-DNK entwickelt.

3. Nutzen

Der hochschulspezifische Nachhaltigkeitskodex möchte die Hochschulen in ihrer Rolle als Gestalterinnen von Veränderungen stärken.

  • Er unterstützt Hochschulen ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten darzulegen.
  • Er zielt darauf ab, noch mehr Hochschulen zu ermöglichen, ihre Qualitäts- und Strategieentwicklung und ihr internes Management stärker an den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung auszurichten.
  • Er schafft durch seine komprimierte, anwendungsfreundliche Form einen leichten Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
  • Er ist mit vielen Monitoring- und Berichtssystemen kompatibel. 
  • Er stellt eine gute Basis für weitere Nachhaltigkeitsbemühungen dar.

4. Kontakt

Bei Fragen rund um die Inhalte und den Prozess zum hochschulspezifischen Nachhaltigkeitskodex wenden Sie sich gerne an:

PD Dr. Remmer Sassen
Universität Hamburg
Tel.: +49 40 42838 7966
E-Mail: remmer.sassen(at)wiso.uni-hamburg.de

Für technische Fragen bei der Erstellung der Entsprechenserklärung zum HS-DNK kontaktieren Sie bitte:

Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex
Tel.: +49 30 700186-974
E-Mail: team(at)nachhaltigkeitskodex.org