Nachhaltigkeitskennzahlen einfach berichten: Der Nachhaltigkeitskodex
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NACHHALTIGKEITSKODEX ERFÜLLT ZUKÜNFTIGE EU-BERICHTSPFLICHT

Mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) können Unternehmen die Anforderungen der zukünftigen EU-Berichtspflicht zu nichtfinanziellen Informationen in allen Aspekten erfüllen.

Aktuell: Das Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten nimmt Gestalt an. Der Entwurf des Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz zur Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht wurde am 21.09.2016 von der Bundesregierung beschlossen.Hier finden Sie den Gesetzesentwurf und die Pressemitteilung des BMJV.

Ab dem Geschäftsjahr 2017 müssen zahlreiche größere Unternehmen in Deutschland und der EU Daten zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption bereitstellen. So fordert es die EU-Richtlinie 2014/95/EU vom 22. Oktober 2014 zur Offenlegung nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen. Diese Neuregelung gilt für etwa 6.000 Unternehmen und Gesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern. Indirekt werden darüber hinaus insbesondere auch mittelständische Unternehmen (KMU) betroffen sein.

Der Mitte März veröffentlichte Referentenentwurf des BMJV zur Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht beschreibt den Anwenderbereich wie folgt: Demnach sind große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen betroffen, die eine Bilanzsumme von 20 Mio. Euro oder Umsatzerlöse von 40 Mio. Euro und zugleich die Zahl von 500 Arbeitnehmern überschreiten. Im Gegensatz zur EU-Direktive bezieht der Entwurf des BMJV auch haftungsbeschränkte Personengesellschaften und Genossenschaften ein. Unternehmen können auf Konzernebene berichten, Tochtergesellschaften sind in diesem Fall von der Berichtspflicht befreit. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat hierzu eine Stellungnahme  an das Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz abgegeben.

Um ihrer Verpflichtung nachzukommen, können Unternehmen auf bereits bewährte Standards wie zum Beispiel den DNK zurückgreifen.

Da sich der aktuelle Gesetzesentwurf inhaltlich stark an der EU-Direktive orientiert, deckt der DNK nach Auffassung des Nachhaltigkeitsrates alle Anforderungen der Berichtspflicht ab. Der RNE wird nach Verabschiedung des Gesetzes seine Bewertung der Erfüllung der CSR-Berichtspflicht durch den DNK überprüfen und ihn gegebenenfalls an die gesetzlichen Anforderungen anpassen.

Wie ein Abgleich der Geschäftsstelle zeigt (siehe Tabelle), erfüllt der Nachhaltigkeitskodex die EU-Berichtspflicht nach heutigem Stand umfassend. In einigen Bereichen geht der Standard sogar über das Geforderte hinaus. Besonders umfassend ist der DNK etwa durch die Spezifizierung in einzelnen Themenfeldern zu den Kriterien Umwelt-,  Arbeitnehmer- und Sozialbelange. Daher bietet der DNK bereits heute eine sehr geeignete Orientierung für die kommende Berichtspflicht ab 2017.

Zum gleichen Ergebnis kommt ein externes juristisches Gutachten, das der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) bei der Rechtsanwaltsgesellschaft Luther in Auftrag gegeben hat. Demzufolge finden sich sämtliche CSR-Belange, über die im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung mindestens zu berichten ist, in den DNK Kriterien 11 bis 20. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung leitet daher in seiner Stellungnahme vom 10. Juli 2015 folgende Umsetzungsempfehlungen ab:

1. Der Nachhaltigkeitskodex wird als Mindeststandard festgelegt.

2. Wesentliche Informationen sollten in den Lagebericht integriert werden.

3. Auch Unternehmen, die sich nicht über den Kapitalmarkt finanzieren sollten einbezogen werden.

4. Die Umsetzung der Prüfpflicht sollte schrittweise erfolgen.

Vor diesem Hintergrund arbeitet der Rat für Nachhaltige Entwicklung mit europäischen Partnern auf einen gemeinsamen Vergleichsrahmen unternehmerischer Nachhaltigkeitspraxis hin und wird ihn in seinen Anforderungen gemeinsam mit Stakeholdern weiterentwickeln.

 

Anforderungen der Richtlinie 2014/95/EUÄquivalent im DNK
1. Einfügung Art. 19a (1)



Angaben für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage des Unternehmens sowie der Auswirkungen seiner TätigkeitTeil der DNK Entsprechenserklärung innerhalb des Unternehmensprofils zum Stichwort „Allgemeines“
UmweltbelangeKriterien 11 bis 13 zu Umwelt
Sozial- und Arbeitnehmerbelange Kriterien 14 bis 20 zu Gesellschaft
Achtung der Menschenrechte Kriterium 17 „Menschenrechte“
Bekämpfung von Korruption  und BestechungKriterium 20 „Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten“
Art. 19a (1) (a)Beschreibung des GeschäftsmodellsTeil der DNK Entsprechenserklärung innerhalb des Unternehmensprofils zum Stichwort „Allgemeines“
Art. 19a (1) (b)Beschreibung der bzgl. dieser Belange verfolgten Konzepte, einschließlich Due-Diligence- ProzesseKriterium 6  „Regeln und Prozesse“ Kriterium 7 „Kontrolle“
Art. 19a (1) (c)Ergebnisse der KonzepteKriterium 7  „Kontrolle“
Art. 19a (1) (d)Risiken und deren Handhabung im Zusammenhang bzgl. Geschäftstätigkeit und ggf. Geschäftsbeziehungen, Erzeugnisse, DienstleistungenKriterium 1 „Strategische Analyse und Maßnahmen“ Kriterium 2 „Wesentlichkeit“ Kriterium 4 „Tiefe der Wertschöpfungskette“
Art. 19a (1) (e)Wichtigste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren für betreffende GeschäftstätigkeitKriterium 7 „Kontrolle“ Leistungsindikatoren von GRI oder EFFAS können herangezogen werden und liegen in Auswahl vor
Fortsetzung Art. 19a  (1)Bei fehlendem Konzept klare und begründete Erläuterung, warum dies der Fall istPrinzip „comply or explain“
2. Änderung Art. 20 (a)Beschreibung des  Diversitätskonzepts in Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen, beispielsweise Alter, Geschlecht, oder Bildungs- und Berufshintergrund, Umsetzung und ErgebnisseKriterium 15 „Chancengleichheit“
Bei fehlendem Konzept klare und begründete Erläuterung, warum  dies der Fall ist Prinzip „comply or explain“