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Freitag, 06.11.2015 | Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Bundesminister Peter Altmaier sprach mit Unternehmen mit Bundesbeteiligung über den Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

Bundesminister Peter Altmaier hatte am 6. Oktober 2015 Unternehmen mit Bundesbeteiligung zu einem Gespräch über den Deutschen Nachhaltigkeitskodex ins Bundeskanzleramt eingeladen. Die Geschäftsführenden von 30 Bundesunternehmen waren sich einig: Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Vorhaben, das angemessen und unbürokratisch umgesetzt werden sollte.

Kodex schafft Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit
"Wir wissen, dass das Thema Nachhaltigkeitspolitik eine große Bedeutung für unsere Zukunft hat, auch wenn es nicht jeden Tag auf der Titelseite landet", begann Bundesminister Altmaier die Gesprächsrunde. Den Nachhaltigkeitskodex hob er als "gutes Instrument" hervor, um nachhaltiges Handeln zu fördern. Die besondere Stärke des Kodex sei die freiwillige Anwendung. Der Kodex führe bei den teilnehmenden Unternehmen dazu, dass sie sich mit ihrem eigenen nachhaltigen Unternehmensbeitrag beschäftigten und ein Bewusstsein für das Thema entwickelten.

Vier gute Gründe für den Kodex
Peter Altmaier nannte vier Gründe, wieso das Thema für Unternehmen wichtig sei. "Wenn wir es nicht schaffen, Nachhaltigkeit international zu etablieren, werden die Verhältnisse nicht stabil bleiben für die deutsche Wirtschaft", betonte Altmaier. Dabei hob er die Bedeutung der UN Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die Ergebnisse des Gipfels der deutschen G7-Präsidentschaft in Elmau und die Bedeutung des anstehenden Klimagipfels in Paris hervor. Die internationale Verankerung von Nachhaltigkeit führe am Ende auch zu Chancengleichheit im Wettbewerb. Zudem spiele die Nachhaltigkeitsagenda eine große Rolle für Renommee und Ruf von Unternehmen. Der dritte Grund sei eine höhere Motivation der Beschäftigten. Gerade jungen Leuten sei es zunehmend wichtig, in einem nachhaltigen Betrieb zu arbeiten und sich zu engagieren. Wenn nicht nur die Bundesregierung und die öffentliche Hand, sondern auch die Bundesunternehmen nachhaltig einkauften, würde dies eine noch größere Wirkung auf die nachhaltige Produktion der Wirtschaft und das Angebot nachhaltiger Produkte entfalten.

Nachhaltigkeit als Chance
Die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Marlene Thieme, bezeichnete den Kodex als ein Novum. Erstmals sei ein solches Instrument aus dem Zusammenwirken von Politik und Zivilgesellschaft entstanden. Sie wünsche sich, Nachhaltigkeit würde weniger als Risikoabwehr, denn als Chance begriffen. "Wir sollten Nachhaltigkeit zum Markenzeichen und Geschäftsmodell deutscher Unternehmen machen", sagte sie.

Einigkeit im Ziel – Effizienz der Instrumente
Die Bundesunternehmen unterstrichen auch ihrerseits die Bedeutung von Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen. Einige berichteten über ihre Schritte hin zu einer nachhaltigen Unternehmensführung, indem sie sich beispielsweise nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifizieren ließen. Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen äußerten Bedenken bezüglich der Überschneidung verschiedener Umwelt- und Nachhaltigkeitsinstrumente, bezüglich des Public Corporate Governance Codex, der umfassenden Anwendbarkeit des Deutschen Nachhaltigkeitskodex auf ihre Unternehmensform, der Restriktionen der Haushaltsvorschriften.

Flexibilität des Nachhaltigkeitskodex – Weitere Schritte
Die Ratsvorsitzende ermutigte die Teilnehmenden, den Nachhaltigkeitskodex für sich anzuwenden. Er böte große Flexibilität mit der Ausrichtung auf die wesentlichen Geschäftsbereiche und der Möglichkeit, die Nichtanwendung einzelner Kriterien zu erläutern sowie auf andere Instrumente zu verweisen (statt zu doppeln). Ratsmitglied Professor Alexander Bassen erläuterte, der Kodex sei bewusst nicht auf Performance sondern auf Transparenz ausgelegt. Es ginge darum, die Vergleichbarkeit zwischen den Unternehmen herzustellen bei gleichzeitig größtmöglicher Flexibilität. Tatsächlich hätten besonders die kleinen und mittleren Unternehmen den Umfang des Kodex begrüßt.

Bundesminister Altmaier schloss die Diskussion mit der Bitte an den RNE, die Flexibilität des Deutschen Nachhaltigkeitskodex noch besser herauszustellen und betonte, die mit dem Kodex verknüpfte Selbstverpflichtung und Freiwilligkeit sei ein guter Weg, um gesellschaftliche Prozesse in Gang zu setzen.

Quelle: BPA news